Alle 50 Artikel zum Thema Übernahmen auf netzwertig.com:
Die Zahl der Startups, die Nutzer miteinander vernetzen wollen, übersteigt die Nachfrage und Zeit der Anwender bei weitem. Viele Apps haben keine Zukunft. Akquisitionen, bei denen es vor allem um das Team geht, verdecken dies.
Zuverlässig quantifizierbar ist die Zahl von sozialen Netzwerken und anderen, Anwender zusammenbringenden Onlinediensten und mobilen Applikationen zwar nicht. Doch das Segment hat in den vergangen Jahren einen einzigartigen Boom erlebt, der sich durch die neuen Möglichkeiten im mobilen Web noch beschleunigte. Die Auswahl an Apps rund um das Sharing von Medieninhalten, die Interaktion mit Freunden oder das Kennenlernen von Gleichgesinnten im stationären sowie mobilen Internet ist enorm – und viel zu groß, als dass jeder Anbieter ein dauerhaftes Publikum in hinreichendem Umfang findet. Hinzukommt, dass nicht jede Idee sinnvoll erscheint. Das Gros der Social-Apps –
egal ob sie dem Silicon Valley oder
der hiesigen Branche entstammen – löst keine Probleme, sondern versucht, Bedürfnisse zu schaffen, wo sie zuvor nicht existierten.
Das Ergebnis ist eine regelrechte Social-App-Blase. Eine inflationäre Zahl von mit Investoren-Millionen und unrealistischen Erwartungen ausgestatteten Social-Startups stößt nicht auf die notwendige Nachfrage bei Anwendern, die erforderlich wäre, um tragfähige Geschäftsmodelle zu etablieren. Manche Angebote werden von Nutzern auch völlig ignoriert. Die Geduld und Bereitschaft der User zum Ausprobieren neuer Dienste ist heute tendentiell kleiner als in den Anfangstagen des Web 2.0, als die bunten Services zum Teilen und Kommunizieren mit anderen noch ein Novum darstellten. Facebook, Twitter, YouTube und eine Handvoll weiterer Angebote sind die festen Größen, neben denen nur begrenzter Platz für andere Spielereien ist.
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Die milliardenschwere Übernahme von Instagram durch Facebook erinnert an die Akquisition von YouTube durch Google im Jahr 2006. Der damalige Deal ließ die Web-2.0-Euphorie ins Unermessliche steigen.
Als Google am 13. November 2006 die Übernahme der Videoplattform YouTube
für 1,6 Milliarden Dollar bekannt gab, war dies nicht nur die bis dato größte Akquisition des Such- und Werbekonzerns, sondern auch die eines angesagten, schnell wachsenden Web-Startups ohne nennenswerte Umsätze. Schon damals wurden rund 100 Millionen Videos pro Tag abgerufen und 65.000 Clips täglich hochgeladen. Der Marktanteil im Onlinevideo-Segment lag in den USA bei etwa 46 Prozent. In den Jahren nach dem Kauf wuchs YouTube rasant weiter und liefert mittlerweile
über vier Milliarden Videos pro Tag aus. Die Site ist
unangefochtener globaler Marktführer (mit Ausnahme einzelner Länder wie China).
Inwieweit sich die lange Zeit unprofitable Videoplattform auch zu einem wirtschaftlichen Erfolg entwickelt hat, darüber kann man nur spekulieren – Google weist hierzu keine separaten Angaben aus. Im vergangenen Jahr soll der Umsatz mit Anzeigen im Umfeld von YouTube-Videos sowie innerhalb der Clips bei geschätzten 1,6 Milliarden Dollar gelegen und damit durchaus Signifikanz erreicht haben. Bei den Streamingkosten profitiert der Videoservice von Googles einzigartiger IT-Infrastruktur und Marktposition, weshalb sogar vermutet wird, dass der Internetriese am Ende so gut wie gar nichts für die technische Übermittlung der Videos hinblättern muss. » weiterlesen
Richtig eingesetzt kann der US-Dienst ifttt zu einem äußerst leistungsfähigen persönlichen Assistenten für das digitale Leben werden. Doch die so entstehende Abhängigkeit von dem Service hat eine Schattenseite.
Die vergangenen Wochen waren geprägt von einer Reihe teils unerwarteter Schließungen sowie Übernahmen, welche einmal mehr die Nachhaltigkeit und langfristige Verfügbarkeit kostenfrei angebotener Onlinedienste in Frage stellen. Erst heute früh gab der Location-Dienst Ditto von Jaiku-Gründer Jyri Engeström seine Akquisition durch Groupon bekannt - und die Schließung am 30. April.
Die aktuellen Geschehnisse führten bei mir jüngst zu der Überlegung, welchen der von mir regelmäßig verwendeten Dienste ich die meisten Tränen nachtrauern würde; bei welchem in einer frühen Wachstumsphase befindlichen, nicht profitablen und damit nicht auf eigenen Beinen stehenden Angebot ich besonders über eine für Nutzer wenig vorteilhafte Veränderung wie etwa eine “Talent-Akquisition” besorgt bin. Die Antwort: ifttt.
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Der Fall Instagram macht deutlich, dass selbst rasant wachsende Dienste, die als nächstes großes Ding gehandelt werden, nicht vor einer ihr Schicksal in Frage stellenden Übernahme gefeilt sind. Twitter könnte Ähnliches ereilen.
Die Übernahme von Instagram durch Facebook kam für viele Beobachter überraschend. Nicht nur aufgrund der Höhe der Übernahmesumme von einer Milliarde Dollar, sondern auch, weil das rapide Wachstum
der seit neuestem für Android erhältlichen Foto-Sharing-Applikation sowie die durchaus attraktiven Vermarktungsoptionen, die eine derartig die Emotionen der Nutzer ansprechende Anwendung mit sich bringt, dem Startup aus San Francisco eigentlich hervorragende Zukunftsaussichten garantierten. In einem Jahr wäre der Service deutlich größer und damit wertvoller gewesen.
Trotzdem entschloss sich das Gründerduo Kevin Systrom und Mike Krieger, der Akquisition zuzustimmen. Durchaus nachvollziehbar angesichts von 400 Millionen beziehungsweise 100 Millionen Dollar, die Systrom beziehungsweise Krieger aus dem Deal mit nach Hause nehmen. Welcher Gründer außer Mark Zuckerberg hätte bei eine solchen Möglichkeit nicht zugeschlagen?!
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Für rund eine Milliarde Dollar kauft Facebook die beliebte Foto-Sharing-Applikation Instagram. Es ist die bisher größte Übernahme des sozialen Netzwerks.
Erst vor wenigen Tagen
skizzierten wir den einzigartigen Aufstieg der Foto-Sharing-Applikation
Instagram. Innerhalb von anderthalb Jahren ist es dem Startup aus San Francisco gelungen, über 30 Millionen Menschen für sich zu begeistern – und zwar ausschließlich iPhone-Nutzer. Erst seit der vergangenen Woche wird Instagram auch für Android angeboten – und zählte innerhalb der ersten 24 Stunden ganze
eine Million Downloads.
Was zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum jemand geahnt haben wird: Das junge, gerade mal zwölf Mitarbeiter zählenden Unternehmen von der US-Ostküste verhandelte mit Facebook über eine Akquisition. Am Montagabend gaben beide Firmen bekannt, sich auf eine Übernahme geeinigt zu haben. Satte eine Milliarde Dollar, teilweise in Form von Aktien, legt das soziale Netzwerk für die Foto-App auf den Tisch.
Die Höhe des Kaufpreises ist trotz des kometenhaften Aufstiegs der App mehr als beachtlich – zumindest wenn man traditionelle Maßstäbe für Unternehmensakquisitionen anlegt. Denn bisher erwirtschaftet Instagram keine Umsätze sondern fokussiert sich ausschließlich auf das Nutzerwachstum. Zuletzt wurde der Dienst von Investoren mit 500 Millionen Dollar bewertet. » weiterlesen
Der angesagte New Yorker Shoppingclub für Designerprodukte Fab.com übernimmt den deutschen Nachahmer Casacanda, der künftig als Fab.de auftritt.
Innovative US-Internetfirmen gingen die internationale Expansion bisher traditionell eher langsam an. Oft verstrichen Jahre, bis sie offiziell ihre Zelte auf dieser Seite des Atlantiks aufschlugen. Diese Praxis, die nicht zuletzt mit der Größe des US-Marktes zu tun hat, sorgte dafür, dass für deutsche Klonfabriken das Nachbauen von amerikanischen Startups erst so richtig attraktiv wurde – je mehr Zeit sie für die eigene Ausbreitung hatten, desto mehr Geld versprachen sie sich anschließend von einem Verkauf.
Genau dieses Erstarken hiesiger Imitationen wollte Jason Goldberg, der Gründer des US-Shoppingclubs für Designerprodukte Fab.com, unbedingt vermeiden. Wir hatten das New Yorker Unternehmen, das seit dem Sommer 2011 ausgewählte, zeitlich begrenzte Desigernprodukte zu Sonderpreisen in einem eleganten Magazinformat über das Netz verkauft, vor einigen Wochen kurz vorgestellt. Angesichts des rasanten Wachstums von Fab.com zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt gerade ein Wettrennen hiesiger Copycats um den von dem US-Vorbild erschlossenen Markt für exklusive, aber im Preis stark reduzierte Designergegenstände ab.
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Die Münchner Opendi AG übernimmt für eine nicht genannte Summe den insolventen Frankfurter Location-Dienst Dailyplaces und will ihn zu neuem Leben erwecken.
Ende August
wurde die Insolvenz des Frankfurter Location-Dienstes Dailyplaces bekannt. Rund 45.000 registrierte Mitglieder und ein neues Geschäftsmodell, das im dritten Quartal 2011 umgesetzt werden sollte, reichten nicht mehr dafür aus, um eine dringend benötigte Finanzierungsrunde abzuschließen.
Bis zum 19. September hatten potenzielle Käufer die Gelegenheit, ihr Übernahmegebot für die Dailyplaces-Website inklusive der mobilen Apps beim Insolvenzverwalter abzugeben.
Die 2005 als Stadtbranchenbuch GmbH gegründete Opendi AG aus München hat heute die Übernahme von Dailyplaces bekannt gegeben (zuerst berichtet von deutsche-startups.de). Das Unternehmen betreibt Branchenbuchdienste in über einem Dutzend Ländern und ist in Deutschland mit Stadtbranchenbuch vertreten (Offenlegung: Stadtbranchenbuch ist ein Sponsor von netzwertig.com). Über acht Millionen Nutzer steuern laut Aussage des Opendi-Vorstandsvorsitzenden und -Gründers Andreas Stahl pro Monat weltweit die Websites des Unternehmens aus Bayern an.
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Google übernimmt den in Berlin ansässigen Groupon-Nachahmer DailyDeal.
DailyDeal, hinter Groupon der Zweitplatzierte im deutschen Markt orts- und zeitlich begrenzter lokaler Deals, ist (endlich) unter der Haube: Wie FAZ Netzökonom Holger Schmidt berichtet, übernimmt Google den 2009 gegründeten, aus Berlin stammenden Schnäppchendienst inklusive der Landesgesellschaften in Österreich und der Schweiz. (Update: Hier ist die offizielle Mitteilung von DailyDeal, Update 2: Die Übernahmesumme soll sich nach Angaben von Schmidt im Bereich von 150 bis 200 Millionen Dollar bewegen).
Seit einigen Monaten betreibt Google in ausgewählten US-Städten einen eigenen Deals-Service namens Google Offers. Das rund 200 Mitarbeiter zählende DailyDeal soll dem Internetgiganten bei der internationalen Expansion von Google Offers auch über den deutschsprachigen Markt hinaus behilflich sein. » weiterlesen
Für etwa 85 Millionen Dollar kauft Skype den Smartphone-Chatdienst GroupMe. Mittelfristig will der VoIP-Riese eine Milliarde Nutzer erreichen.
Mobile Chatdienste für Smartphones bleiben en vogue: Einige Tage, nachdem Facebook seine eigenständige Messenger-App
für US-Nutzer veröffentlicht hat, überrascht Facebook-Kooperationspartner
Skype mit einer Akquisition in diesem Sektor:
Für etwa 85 Millionen Dollar übernimmt der VoIP-Dienst die Group-Messaging- und Chat-Anwendung
GroupMe.
GroupMe wurde vor etwa einem Jahr in New York gegründet, beschäftigt etwa 20 Mitarbeiter und bietet mobile Apps für iOS, Android, Windows Phone 7 und BlackBerry. Ähnlich wie WhatsApp oder Kik erlaubt GroupMe Smartphone-Chats mit einzelnen Personen oder Gruppen. Anders als dort stehen bei GroupMe aber – der Name verrät es – Konversationen mit mehreren Personen im Vordergrund.
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Google hat verkündet, Motorolas Mobilfunksparte für 12,5 Milliarden Dollar in bar übernehmen zu wollen. Der Internetgigant zahlt 40 Dollar pro Aktie, 63 Prozent mehr als der Aktienkurs vom Freitag. Der in Nordamerika stärker als in Europa präsente US-Smartphone- und Tablet-Hersteller setzt seit längerem auf Googles Android-Betriebssystem und wird zukünftig waschechte Google-Hardware auf den Markt bringen können. Google erwirbt mit dem Handygeschäft von Motorola wichtige Patente.
Die Wettbewerbsbehörden in den USA und der EU müssen der Akquisition noch zustimmen.
Einen Überblick über die munter sprudelnde Medienberichterstattung zu dieser richtungsweisenden Übernahme findet ihr bei Techmeme (auf Englisch) oder Google News.
Update: Eine schön kompakte Analyse gibt es bei Mobile Zeitgeist.
Update 2: Kollege Don Dahlmann fasst bei neuerdings.com die Fragen zusammen, die sich aus der Akquisition ergeben.