Digitale Technologien ermöglichen einen neuen, befreiten Lebensstil, bei dem die Bedeutung von physischem Besitz in den Hintergrund tritt.

Foto: Flickr/Johan Brook, CC BY-SA 2.0
Mittlerweile bin ich nach zwei intensiven, aber inspirierenden Konferenzwochen (re:publica, Next) in Berlin wieder an meinem Wohnort in Stockholm. Doch nachdem ich den Großteil meines Hauptstadt-Aufenthalts in einer über Airbnb gemieteten Unterkunft verbrachte, kehrte ich in meiner (Wahl-)Heimat nicht in meine eigene Wohnung zurück – denn die habe ich bis Ende Juni untervermietet. Stattdessen lebe ich die kommenden zwei Wochen im Apartment meiner Freundin und werde weite Teile des Junis voraussichtlich in einer anderen europäischen Metropole verbringen. Sonderlich kostspielig ist das dank der Vermietung meiner Behausung nicht. Die größere Herausforderung für einen derartig ortsungebundenen Lebensstil sind persönliche Besitztümer und administrative Verpflichtungen, welche die eigene Flexiblität und Beweglichkeit einschränken. Doch als Anhänger des digitalen Minimalismus (“Cult of Less”) habe ich diese Barrieren weitestgehend minimiert.
Erfunden wurde der Cult of Less von dem Softwareprogrammierer und Entepreneur Michael Kelly Sutton. 2010 begann er damit, auf seiner Website CultOfLess.com seine Habseligkeiten aufzulisten. Er war dabei bestrebt, mit so wenig physischem Eigentüm wie möglich auszukommen. Ein Laptop, ein iPad, ein Kindle, zwei externe Festplatten und ein paar Klamotten – damit war sein physischer Besitzstand weitestgehend abgedeckt. Digitale Technologien und Internetdienste legen die Basis für diese neue Form des Minimalismus, die eine bisher sonst nur von Aussteigern genossene Freiheit ermöglicht – sofern es das Arbeitsverhältnis zulässt, versteht sich.
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In der Debatte über Google+ werden immer wieder zwei gängige Irrtümer sichtbar. Zeit, mit ihnen aufzuräumen.
Als Verfasser eines recht intensiv diskutierten Beitrags, indem ich das Scheitern von Google+ prognostizierte, musste ich mich in Gesprächen in den letzten Wochen mehrmals Fragen rund um die soziale Google-Plattform sowie meine Haltung zu dem Dienst stellen. Während ich die Diskussion über die Zukunft des ambitionierten Projekts an diesem Punkt nicht nochmals aufrollen möchte – auch weil es nicht wirklich neue Erkenntnisse gibt – halte ich es für wichtig, zwei gängige Irrtümer rund um Google+ zu thematisieren, die auch mir im Austausch über das Google-Netzwerk häufiger begegnen. Beide beeinflussen die Sichtweise auf das Angebot.
Irrtum 1: Google+ und die angebliche Geisterstadt
Ich hatte zwar in meinem damaligen Artikel deutlich gemacht, dass bei Google+ eine aktive Community anzutreffen ist. “Google ist NICHT tot”, so meine klare Aussage damals. Auch andere Beiträge, die sich kritisch mit dem neuen Google-Angebot befassen, stellen selten das Vorhandensein einer engagierten Nutzerschaft in Frage. Dennoch argumentieren immer wieder überzeugte Google+-Nutzer mit der Feststellung, man müsse nur den richtigen Leuten folgen und selbst aktiv werden, dann würde man erkennen, wie viel bei Google+ eigentlich los sei (zuletzt hier gelesen). Sofern es Personen gibt, die dies bestreiten, so liegen sie gründlich falsch – wovon sie sich ja auch relativ einfach überzeugen können, wenn sie sich durch die Profile der führenden deutschen Google+-Konten klicken. Google+ ist nicht nur NICHT tot, sondern es besitzt eine äußerst leidenschaftliche Anwenderschaft, die sich dem Angebot verbunden fühlt, dort viel Zeit verbringt und Websites ordentlich Traffic bescheren kann. Google+ ist also sogar ziemlich lebendig – wenn man auf den aktiven Teil der Mitglieder blickt.
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Auf den Hype folgte die Ernüchterung – da war auch die Frage-Antwort- und Wissensplattform Quora keine Ausnahme. Doch die Besucherzahlen steigen wieder. Und frisches Kapital soll die langfristige Orientierung der Kalifornier manifestieren.
Manche Startups sind gut damit beraten, bei ausbleibendem exponentiellen Wachstum grundsätzliche Schwächen an ihrer Produktidee zu identifizieren und mit einem abgewandelten Konzept frühzeitig einen Neustart zu wagen (der berühmte “Pivot”). Andere wiederum tun gut darin, den bestehenden Ansatz kontinuierlich zu verfeinern und geduldig auf das Eintreten des Tipping Points zu warten. Pinterest benötigte beispielsweise mehr als ein Jahr, bevor die Nutzerzahlen plötzlich explosionsartig anstiegen. Die Schwierigkeit für Gründer liegt darin, zu erkennen, in welche der zwei Kategorien ihr Angebot fällt. Ich persönliche glaube, dass Quora, die Frage-Antwort-Plattform aus Palo Alto, die richtige Entscheidung getroffen hat, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und sich nicht von einer nachlassenden Aufmerksamkeit in Branchenkreisen beirren zu lassen. » weiterlesen
Smazaar
Mit Stuffle haben wir am Freitag einen Flohmarkt in der Hosentasche vorgestellt. Smazaar bringt die Idee zu Android.
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Twitter
Twitter macht den Memetrackern Konkurrenz und verschickt fortan – wenn man will – eine personalisierte wöchentliche Zusammenfassung der wichtigsten Tweets.
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Für immer mehr junge Internetfirmen in Deutschland bietet sich Crowdfunding als probates Mittel an, um unkompliziert an Startkapital zu gelangen. Die neue Plattform Bergfürst will diesen Weg der Finanzierung durch die Masse auch Startups in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium anbieten.
Crowdfunding erfreut sich immer größerer Beliebtheit als Weg, um Gründer mit einer guten Idee Startkapital zu verschaffen. Bei Plattformen wie Seedmatch, Innovestment oder dem Schweizer Anbieter C-Crowd investieren Privatpersonen Kleinstbeträge in Jungfirmen und erwerben so stille Beteiligungen mit der Aussicht auf eine spätere Rendite. Bislang können Gründer zumindest in Deutschland auf diese Weise lediglich maximal 100.000 Euro einsammeln – was besonders für technologielastige Startups zu wenig Kapital darstellen könnte, um die notwendigen Ausgaben für einen erfolgreichen Launch zu decken.
In einem offenen Brief (Neudeutsch für “ein öffentlich zugänglicher Text im Netz”) kritisierte Seedmatch-Geschäftsführer Jens-Uwe Sauer unlängst diese durch das Verkaufsprospektgesetz auferlegte Einschränkung für Crowdfundingplattformen in Deutschland. Das Gesetz sieht vor, dass Firmen ein Verkaufsprospekt veröffentlichen müssen, wenn von der selben Vermögensanlage im Zeitraum von zwölf Monaten Anteile im Wert von über 100.000 Euro verkauft werden (und einige andere Kriterien erfüllt sind). Die Erstellung eines Verkaufsprospekts kosten laut Sauer mindestens 12.000 Euro, häufig deutlich mehr, und kann sich über Monate hinziehen. Gerade Crowd-Finanzierungen zwischen 100.000 Euro und 200.000 Euro sind deshalb aufgrund des unverhältnismäßig hohen Aufwands im Prinzip nicht möglich, so der Seedmatch-Chef.
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Zum zweiten Mal steigt in diesem Jahr in Köln der European Pirate Summit, eine exklusive Startup-Konferenz für technologieaffine, risikofreudige Entrepreneure. netzwertig.com unterstützt die Veranstaltung als Medienpartner.
Aus zwei Gründen sind wir äußerst wählerisch, was Medienpartnerschaften mit Branchenveranstaltungen und Internetkonferenzen betrifft: Zum einen halten wir derartige Kooperationen nur für sinnvoll, wenn wir selbst vor Ort sein können – und dafür fehlt uns oft einfach die Zeit. Zum anderen glauben wir, dass zu viele “In eigener Sache”-Ankündigungen für die Mehrheit der Leser störend sind und das Rauschen in unserem Artikelstream erhöhen. Zumal nur wenige Events so gut sind, dass man sie wirklich nicht verpassen darf.
Trotzdem entschlossen wir uns im vergangenen Jahr zu einer Medienpartnerschaft mit dem European Pirate Summit – einer Startup-Konferenz, die 2011 zum ersten Mal stattfand. Insofern bestand durchaus ein Risiko, dass wir Leserinnen und Leser mit einer Reihe von Beiträgen über ein Event behelligen würden, welches sich im Nachhinein als Schuss in den Offen erweisen könnte. Glücklicherweise kam es anders: Die eintägige Veranstaltung war ein voller Erfolg und brachte 200 handselektierte Gründer, Investoren und Innovatoren in Kölns skurrilster Location, dem Odonien, zum Austausch und gegenseitigen Inspirieren zusammen. Vereinen sollte alle Besucher eine gewisse Risikoaffinität und Kreativität – wie man sie auch von einstigen Seeräubern her kennt (mehr zur Namenswahl hier). Und dieses Versprechen lösten die vier Initiatoren Fabian Muecke, Waldemar Hein, Till Ohrmann und Maurice Kock auch vollständig ein. Bei den Kollegen von deutsche-startups.de wurde das Event deshalb wenig verwunderlich zur Veranstaltung des Jahres gekürt.
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Groupon
Groupon offeriert heute mit einem Doktortitel für 39 Euro ein Schnäppchen der etwas anderen Art.
Hier stehen esoterische Disziplinen wie Engel-Therapie, Exorzismus, Wunderheilung, Parapsychologie und Ufologie zur Auswahl.
» Groupon bietet Ehrendoktortitel für 39 Euro
Trends
Etwas weniger speziell sind die Trends, die deutsche-startups für die letzten Wochen ausgemacht hat:
In unserem vierten Trendbarometer geht es um Abo-Commerce, Arztbuchungsdienste, Carsharing, Crowdfunding, Curated Shopping, Home-Shopping, Lieferdienstvermittlung, Mobile Games, Mobile Payment und Social TV.
» Von Carsharing bis Mobile Payment – 10 Trends, die die Gründerszene bewegen
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Das Münchner Startup tado entwickelt ein mit dem Internet verbundenes Thermostat, das über Smartphones und Tablets von jedem Ort der Welt aus bedient werden kann und die Temperatur in der Wohnung automatisch reguliert.
Eines der sinnvollsten Einsatzgebiete digitaler Technologien ist es, begrenzte Ressourcen effizienter nutzbar zu machen. In vielen Bereichen wie Mobilität oder Wohnraum geschieht dies bereits erfolgreich. Beim Thema Energie werden zwar schon seit langem Visionen herumgereicht, wie sich mittels smarter Geräte und intelligenter Haussteuerungstechnologien die Strom- und Heizkosten senken lassen – attraktive, marktreife Lösungen mit Massentauglichkeit sind jedoch bisher zumindest in Deutschland Mangelware. In den südlichen Nachbarländern stehen mit Ecowizz aus der Schweiz und QGate aus Österreich dagegen schon zwei an Endverbraucher gerichtete Systeme zum onlinegestützten Energiesparen in den Startlöchern.
Doch etwas tut sich auch hierzulande: Mit tado bringt sich nämlich derzeit ein neues Startup aus München in Stellung, die Wärmesteuerung in Wohnungen und Büros neu zu definieren. “Cloud Climate Control” prangt als zentraler Slogan auf der Website des aus dem EC Lab der Ludwig-Maximilians-Universität München hervorgegangenen Unternehmens, und damit dürfte auch sofort klar sein, was das derzeit im Entwicklungsstadium befindliche Vorhaben seinen Nutzern ermöglichen möchte: eine smarte Temperatursteuerung von überall.
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Das dezentrale Social Network diaspora ist über den Nischenstatus bisher nicht hinausgekommen. Eine Teilnahme am renommierten Y-Combinator-Programm soll dies ändern – und könnte gleichzeitig den bisherigen diaspora-Gedanken beschädigen.
Gut zwei Jahre ist es nun her, dass das dezentrale soziale Netzwerk diaspora für Schlagzeilen in der Tech- und Mainstreampresse sorgte. Auf eine erfolgreiche Crowdfunding-Finanzierung mittels Kickstarter, die deutlich über den Erwartungen lag, folgte im Herbst 2010 die Veröffentlichung des Quellcodes und der Launch einer gehosteten Version in geschlossener Beta-Phase. Doch der ultimative Durchbruch für das von vier New Yorker Studenten initiierte Vorhaben, das wir bei netzwertig.com intensiv begleitet haben, blieb bis heute aus. Das Netzwerk mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass jeder technisch versierte Anwender seinen eigenen diaspora-Server aufsetzen und damit eine gewisse Kontrolle über persönlich Daten ausüben kann (aber nicht muss), hat seine Rolle als Nischenangebot für Facebook-Überdrüssige, die auch bei Google+ keine Zuflucht fanden, bisher nicht verlassen können. Der Selbstmord des Mitgründers lya Zhitomirskiy im November 2011 führte zu einer zeitweiligen Entwicklungspause und stellte die zwei verbliebenen diaspora-Gründer Max Salzberg und Daniel Grippi vor die Frage, ob und wie es mit dem Projekt weitergehen kann.
Ein aktuelles Businessweek-Porträt, das die Entstehungsgeschichte des einst als Facebook-Killer angepriesenen Social Networks detailliert wiedergibt, enthüllt nun, zu welchem Entschluss Salberg, Grippi und die zwei jüngst als neue Co-Founder hinzugezogenen Mitstreiter Dennis Collinson und Rosanna Yau gekommen sind: Sie werden sich im Juni unter die Fittiche von Y Combinator (YC) geben, dem weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Startup-Inkubator (oder “Accelerator”). Das Unternehmen aus Mountain View investiert jedes Jahre kleine Geldbeiträge in Dutzende handverlesene Startups und hilft ihnen innerhalb von drei Monaten mit Know-how und einem enormen Kontaktnetzwerk, ein fertiges Produkt aufzubauen und die Chancen auf Venture Capital zu maximieren.
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Stepmap
Der Berliner Kartendienst Stepmap ermöglicht jetzt auch das Erstellen von personalisierten regionalen Karten und Stadtplänen.
Neu hinzugekommen ist nämlich die Möglichkeit, im Prinzip alles auf der Karte frei zu definieren. Beispielsweise kann man nur die größten Straßen und Wohnflächen anzeigen, nicht aber Flüsse und Seen oder andere Gebäudetypen.
» Stepmap hat jetzt komplett personalisierbare regionale Karten
Magento
Nachdem eBay das Shopsystem Magento übernommen hat, ist viel vom ursprünglichen Elan der Community verpufft. Mit Mage+ wurde nun ein Ableger ins Leben gerufen.
Der mit Mage+ vorgestellte Magento-Fork ist über GitHub zugänglich und erfüllt damit eine schon seit Jahren gestellte Forderung, den Code der freien Community-Edition nicht über Subversion zu verwalten, sondern eben auf GitHub zur Verfügung zu stellen.
» Mage+: Community nimmt Magento-Shopsystem in die Hand
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