Top Axel Springer und das Internet:
Das Medienhaus mit den zwei Gesichtern

Der Axel-Springer-Verlag hat Internetdeutschland das schädliche Leistungsschutzrecht aufgezwungen. Gleichzeitig tritt das Medienhaus dem digitalen Wandel jedoch deutlich leidenschaftlicher, optimistischer gegenüber als der Wettbewerb. Ein offensichtlicher Widerspruch.

Axel-Springer-HausWährend meines Besuchs in San Francisco vor wenigen Wochen wurde ich netterweise zu einem unregelmäßig stattfindenden, informellen “Stammtisch” von in der Bay Area präsenten deutschsprachigen Gründern und Internetköpfen eingeladen. Mirk erschien dies wie eine schöne Gelegenheit, um Insider-Stories zu hören und Kontakte zu knüpfen. Kaum in der Bar am Rande des für seine zahlreichen niedergelassenen Webfirmen bekannten Mission-Bezirks angekommen, befand ich mich auch schon beim Bier mit Bild-Chef Kai Diekmann und Axel-Springer-Cheflobbyist Christoph Keese – ihr wisst schon, der, der an vorderster Front für das Leistungsschutzrecht gefochten hat.

Die Zwei waren zusammen mit Springer-Marketingboss Peter Würtenberger aus ihrer im Silicon Valley gelegenen “Wohngemeinschaft” nach San Francisco gekommen, um sich bei einem Kaltgetränk mit anderen Kurzzeit- und Dauer-Expats über den Stand der Branche auszutauschen. Seit Sommer 2012 befinden sich Diekmann und seine Mitstreiter aus dem Springer-Führungsstab in variierender Besetzung und zeitweilig begleitet von Kollegen und Praktikanten in Kalifornien, um die Lage zu sondieren, ihr Netzwerk zu erweitern und – so Diekmann vor Antritt der Reise – um zu lernen, “die digitale Welt nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu verstehen”. » weiterlesen

 

Apps zur Lebensverbesserung:
Wieso Mentor und Lift Potenziale verschenken

Verschiedene mobile Apps, darunter auch die neue Anwendung des Berliner Startups Mentor, wollen Menschen beim Erreichen der persönlichen Ziele unterstützen. Doch ihr Weg über die Schaffung extrinsischer Motivation hat Schwächen.

MentorDen inneren Schweinehund zu überwinden, um als anstrengend wahrgenommene, aber im Nachhinein für das eigene Wohlbefinden oder die eigene Gesundheit positive Aktivitäten durchzuführen, ist für viele Menschen eine große Herausforderung. Selbst wenn sie sich über die erstrebenswerte Langzeitwirkung von Besuchen im Fitnessstudio, der Einnahme gesunder Speisen oder der regelmäßigen Benutzung von Zahnseide im Klaren sind, reicht diese Erkenntnis häufig nicht dazu, um die kurzfristigen Einbußen in Komfort, Zeit und Spaß selbstverständlich hinzunehmen.

Schon seit längerem versuchen Startups, mit mobilen Applikationen bei diesem verbreiteten Problem unterstützend zur Seite zu stehen. Nach DidThis und Lift hat sich nun auch ein junges Berliner Startup der Aufgabe verschrieben, an der Verbesserung von Aspekten ihres Lebens interessierten Anwendern bei der Verwirklichung dieses Ziels zu helfen. Mentor nennt sich der von Lukas Kampfmann, Philipp Merlin Scharff, Jeremias Wolf and Niclas Rohrwacher gegründete Dienst, der ab Freitag offiziell als kostenfreie App für das iPhone bereit stehen wird. Eine unter mentor-beta.com zu findende Beta-Version kann bereits jetzt direkt vom iPhone aus installiert werden. » weiterlesen

Linkwertig:
Tumblr, Flickr, YouTube, Petition

Tumblr
Einschätzungen zur Übernahme von Tumblr durch Yahoo gab es ja so manche, die von (später dann Instapaper-Macher) Marco Arment ist aber auch bei Übersättigung noch zu empfehlen, da er von Anfang an dabei war.

» The One-Person Product

 

Flickr
Als kleinen Nachschlag zu Tumblr hat Yahoo allen Flickr-Accounts ein kostenloses Terabyte für Fotos spendiert.

Größr. Ein kostenloses Terabyte an Speicher

» Ein besseres, schöneres Flickr

 

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Mobile Onlineshops:
CouchCommerce folgt dem Erfolgsmodell von WordPress

CouchCommerce ermöglicht Onlinehändlern in wenigen Schritten die Aktivierung einer mobilen, cloudbasierten Shopoberfläche. Mit aktiver Unterstützung durch PayPal und Plänen für die Schaffung eines Open-Source-Standards will das Startup aus Hannover hoch hinaus.

CouchCommerceAls wir im Sommer 2012 auf das damals gerade kurz vor dem Debüt stehende Hannoveraner Startup CouchCommerce aufmerksam wurden, waren wir schnell von der sympathischen, lockeren und international kompatiblen Ausstrahlung und Präsentation des Unternehmens beeindruckt. Die von Alexander Ringsdorff, Nadine Schmitt und Kai-Thomas Krause gegründete Firma wirkte so gar nicht wie das, was man sonst von hiesigen Anbietern mit B2B-Fokus gewohnt ist. Und auch das Konzept der Niedersachsen überzeugte uns: CouchCommerce bietet kleinen und mittelgroßen E-Commerce-Anbietern eine cloudbasierte Möglichkeit, in wenigen Minuten für Tablets und Smartphones optimierte Shopversionen zu erstellen – in einer Zeit, in der mobile Geräte rasant stationäre PCs ablösen und damit einen Paradigmenwechsel auch für Onlineshopping mit sich bringen, zunehmend eine Notwendigkeit.

Rund ein dreiviertel Jahr nach dem Debüt befindet sich CouchCommerce in einer wichtigen Phase und kurz davor, die Weichen für das ganz große Wachstum zu stellen. Bisher hielt sich das Trio aus Hannover nämlich damit zurück, zu laut für das Produkt zu trommeln. Vorerst hatte es alle Hände voll zu tun, dem Dienst den letzten Feinschliff zu geben, die Anzahl der unterstützten Plattformen zu erhöhen – neben Magento und xt:Commerce lässt sich nun auch für auf Shopware basierende Shops im Handumdrehen ein mobiles Interface generieren, und das sogar vorintegriert für alle Shopware-Anwender – und die unterstützten Zahlungsverfahren zu erweitern. Zehn Personen sind mittlerweile für CouchCommerce tätig, das seine Entwicklung aus den Siegprämien des Venturepreneurs Pitches und des Gründungspreises StartUP-Impuls 2012 sowie einer Kapitalspritze von Qype- und 9flats-Gründer Stephan Uhrenbacher finanziert. Laut CouchCommerce-Mitgründer Alexander Ringsdorff steht das Unternehmen gerade vor dem Abschluss einer größeren Finanzierungsrunde, welche die Expansion für anderthalb bis zwei Jahre sichern soll. » weiterlesen

Suche nach der Eierlegenden Wollmilchsau:
Yahoo verpflichtet sich mit Tumblr, Onlinewerbung neu zu erfinden

Yahoo hat deutlich gemacht, dass es von der übernommenen Microblogging- und Social-Networking-Plattform Tumblr ein schnelles Umsatzwachstum erwartet. Der Internetkonzern verpflichtet sich somit dazu, Onlinewerbung neu zu erfinden.

Yahoo kauft TumblrYahoo kauft Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar in bar. Ein Blick auf Netzmedien liefert zahlreiche Spekulationen und Mutmaßungen, was dies für beide Unternehmen bedeutet, und inwieweit sich der Schritt für den angeschlagenen, in letzter Zeit äußerst akquisitionsfreudigen US-Internetkonzern als schlau oder dumm herausstellen wird. Ich glaube, eine Beurteilung der Auswirkungen des Deals auf die zwei Angebote ist mehr als bei vergangenen Mega-Übernahmen der Internetbranche Kaffeesatzleserei. Zu sehr befindet sich Yahoo gerade unter dem Skalpell der seit Sommer 2012 amtierenden Chefin Marissa Mayer, als dass für Außenstehende erkennbar ist, wie der Patient nach der Operation aussehen wird. Niemand außer den Involvierten selbst kann heute absehen, wohin die Symbiose zwischen beiden Firmen führt. Unklar bleibt auch, wie lange sich ein unabhängiges Tumblr noch den “Kauf” von Wachstum durch eine die Nutzer schonende Minimalmonetarisierung hätte leisten können. Fakt ist lediglich eins: Bei Yahoo unter Mayer handelt es sich nicht um dasselbe Unternehmen, das einst Flickr heruntergewirtschaftet hat. Obwohl sich Geschichte freilich trotzdem wiederholen kann.

Yahoo will Tumblr monetarisieren

Die spannende Frage ist für mich aus heutiger Sicht weniger, inwieweit die beiden Firmen strategisch füreinander gemacht sind, sondern wie Tumblr die dem Dienst bevorstehende massive Umsatzsteigerung realisieren soll, die Yahoo im Zusammenhang mit der Übernahme angekündigt hat, und die auf Tumblr in jedem Fall zugekommen wäre, selbst beim Ausbleiben einer Übernahme. Die Erlöse des 2007 gegründeten New Yorker Startups lagen im vergangenen Jahr irgendwo zwischen fünf Millionen und 13 Millionen Dollar. AllThingsD zitiert Yahoo-Finanzchef Ken Goldman, dass Tumblr 2014 einen positiven Beitrag zu Yahoos Umsatz und Gewinn vor Steuern und Abschreibungen leisten soll. Für einen Konzern, dessen Quartalserlöse regelmäßig im Milliardenbereich liegen, würde dies ein wirklich signifikantes Umsatzwachsum seitens Tumblr voraussetzen. » weiterlesen

Linkwertig:
Tumblr, Zootool, VC, PHP

Tumblr
Yahoo hat Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar übernommen.

» Yahoo Tumblrs for Cool: Board Approves $1.1 Billion Deal

 

Selberhostens
Davon inspiriert hat Felix Neumann eine kleine Ode auf die Freiheit komponiert:

Suche Github auf, Obdachloser!

» Lob des Selberhostens
» Wer braucht schon Datenhalden?

 

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Samstag App Fieber:
Flugrouten-Radar, Twenue, Dongoo

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Flugrouten-Radar – der Flugverkehr über Berlin; Twenue – zu Orten twittern; und dongoo – Berwerbungen via Kurzvideos.

 

Die Berliner Morgenpost hat einen kleinen Flugrouten-Radar entwickelt, mit dem man sich in Berlin und Umgebung über den Flugverkehr – und damit auch über den damit verbundenen Lärmwert – informieren kann. Nachdem man die gesuchte Adresse eingegeben hat, wird eine 3-dimensionale Karte generiert, auf der die aktuellen Flüge visualisiert werden, wobei die Höhe farblich abgestuft dargestellt wird. Die Karte lässt sich auch mit der Maus drehen und zeigt zusätzlich die Flugbelastung im Vergleich zur Umgebung. Zur Abrundung werden auch alle Daten gesammelt und gespeichert, was etwa die Berechnung der aggregierten Belastung für Ortsteile oder Gemeinden in einem definierbaren Zeitraum ermöglicht.

 

 

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Industry 4.0:
Die Fabrik der Zukunft

Der Begriff Industry 4.0 bezeichnet die vierte Stufe der industriellen Revolution. Mit ihr soll eine Phase der Neuorientierung in den industriellen Prozessen beginnen, die ein weiteres Mal einen enormen Produktivitätsschub bringt. Die Bezeichnung als Revolution ist aber übertrieben; es sind eher evolutionäre Prozesse, die zu einer neuen Produktionsweise führen.

Ralf Wienken ist technischer Redakteur und verantwortlich für den Bereich technische Kommunikation der Xinfo Wieland Sacher GmbH.

Industry 4.0 ist ein gern benutzter Begriff, wenn es darum geht, die Zukunft der deutschen Industrie zu beschreiben. Er deutet an, dass eine Umwälzung der Produktionsprozesse stattfinden wird, die so tiefgreifend ist, dass man diesen Vorgang als Revolution betrachten kann. Zudem spielt auch wohl die Unterstützung durch die Bundesregierung bei der Beliebtheit des Begriffs eine Rolle, die Forschungsprojekte in dieser Richtung finanziell fördert.

Nun gibt es einige beteiligte Personen, die nicht glücklich mit dem Begriff Industry 4.0 sind, die aber die wesentlichen Prinzipien verteidigen. Schauen wir uns einmal an, was eine industrielle Revolution ist, und ob die auffindbaren Kriterien genügen, um eine weitere Revolution auszurufen. » weiterlesen

Internet der Dinge:
IFTTT verknüpft Gadgets mit Webdiensten

Dank des Dienstes IFTTT können Besitzer des Fitnessarmbands Jawbone Up und der “Internet-Glühlampe” Philips Hue nun sehr viel mehr mit ihren Geräten anfangen. IFTTT nimmt Handgriffe ab und ermöglicht neue Funktionen.

Während das Schlagwort “Internet der Dinge” erst einmal nur bedeutet, dass zahlreiche Geräte online gehen, bleibt die Frage: Und was hat man nun davon? Eine Antwort darauf ist der Dienst “If This Than That” (IFTTT): Er sorgt dafür, dass solche Geräte Aktionen auslösen können oder aber auf Ereignisse reagieren. Das alles klingt erst einmal theoretisch und abstrakt. Mit einigen Beispielen wird dagegen recht schnell klar, wie praktisch und sinnvoll das sein kann.

Bei IFTTT ging es ursprünglich darum, diverse Webdienste miteinander zu verknüpfen. Ein Ereignis bei Dienst A löst automatisch eine Aktion bei Dienst B aus. Beispiel: Bekommt man eine E-Mail mit Anhang, wird der in Evernote gespeichert. Lädt jemand bei Facebook ein Foto hoch und gibt an, dass man darauf zu sehen ist, wird es in der eigenen Dropbox abgespeichert. Ändert man sein Profilfoto auf Facebook, wird das Profilfoto auf Twitter ebenfalls geändert. Bei IFTTT heißen solche Verknüpfungen “Rezepte” und wer will, kann seine öffentlich mit anderen teilen. Und natürlich kann man die Rezepte anderer übernehmen. Aber auch ohne eine bereits vorhandene Vorlage macht es IFTTT den Nutzern vergleichsweise einfach, etwas selbst anzulegen.

Diese Idee hat IFTTT inzwischen auf Geräte erweitert, die mit dem Internet verbunden sind.

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Mangelnde Ethik:
Die Technologiepresse benötigt ein eigenes Watchblog

Die Technologieberichterstattung leidet unter ethisch problematischen Arbeitspraktiken und Einflussnahmen der großen Netzfirmen. Ein Watchblog für die Techpresse hätte viel zu tun.

TechnologiepresseGroß aufgeblasene Produktveranstaltungen der Technologiegiganten wie Facebook, Apple, Microsoft oder Google sind für die Unternehmen nicht nur Gelegenheit, die Programmierergemeinde enger an sich zu binden und ihnen zu zeigen, wie Dienste und Produkte sich für Entwickler nutzbarmachen lassen. Es ist auch jeweils eine riesige Chance, um massive Presseaufmerksamkeit zu erhalten und um Journalisten mit Goodies, Testgeräten und bisher sonst schwer zugänglichen Informationen zu versorgen, in der Hoffnung auf vorteilhafte Berichterstattung und langfristig “fruchtbare” Kontakte.

Die Konzerne selbst sind dabei in der Regel sehr großzügig. Es obliegt den Journalisten, Grenzen zu setzen und als Zähmungs- oder Anbiederungsversuche wahrzunehmende Angebote abzulehnen. Valleywag, ein Art Gossip- und Watch-Blog des Silicon Valley, das kürzlich nach zwei Jahren Pause sein Comeback feierte, machte gerade auf einen interessanten Fall aufmerksam: So stellte Google jedem Besucher der Keynote der diese Woche in San Francisco stattfindenden Entwicklerkonferenz I/O ein Pixel-Chromebook im Wert von 1300 Dollar zur Verfügung. Das Unternehmen überließ es den Empfängern der Geräte, ob sie diese als Leihgabe für die Zeit der Konferenz nutzen oder als Geschenk mit nach Hause nehmen wollten. » weiterlesen