Top Flattr-Mitgründer Linus Olsson:
“Das gesamte Netz
soll 2012 flattrbar werden”

Fast zwei Jahre nach dem Start ist die Anfangseuphorie rund um Flattr in der deutschsprachigen Blogsphäre verflogen. Im Interview zeigt sich Mitgründer Linus Olsson dennoch zuversichtlich über die Zukunft des Dienstes – und erklärt auch, wieso die Gespräche mit Presseverlagen so schwer sind.

Als der soziale Micropaymentdienst Flattr 2010 sein Debüt gab, waren gerade in der deutschsprachigen Blogosphäre die Hoffnungen und Erwartungen groß. Zwar wusste niemand, ob das Prinzip freiwilliger Zahlungen an die Erschaffer guter Onlineinhalte tatsächlich funktionieren würde. Aber das Konzept des schwedischen Startups, mit einem Ein-Klick-Ansatz die mentalen Kosten für die Zahlung von Kleinstbeträgen zu senken und unabhängigen Medienschaffenden im Netz eine neue Erlösquelle anzubieten, klang für viele attraktiv genug, um Flattr einmal auszuprobieren.

Bald zwei Jahre später ist eine gewisse Ernüchterung eingekehrt: Flattr ist nicht gelungen, die Wertschöpfung von digitalem Content nachhaltig und auf breiter Front zu verändern. Seine Nische konnte das junge Unternehmen aus Malmö bisher nicht verlassen, und die Zahl kritischer und enttäuschter Erfahrungsberichte hat in den letzten Monaten merklich zugenommen. Mitgründer und Frontfigur Peter Sunde steht dem Unternehmen nur noch beratend und als Evangelist zur Verfügung – was angesichts seiner nahenden Haftstrafe in Folge des Pirate-Bay-Urteils wohl auch besser ist.

Wie steht es angesichts dieser eher negativen Entwicklungen um Flattr? Sind die Schweden noch immer zuversichtlich, mit ihrem alternativen Zahlungsmodell ein nachhaltiges, globales System aufbauen zu können, das einer maximalen Zahl an Contentproduzenten ein attraktives (Neben)-Einkommen beschert, oder haben sie diese Vision mittlerweile aufgegeben? Wir haben Flattr-Mitgründer Linus Olsson gefragt.

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Samstag App Fieber:
tweetsee, DooID, 100-days

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: tweetsee – ein Viewer für Twitter; DooID – die eigene Visitenkarte im Web; und 100-days – Crowdfunding in der Schweiz.

 

tweetsee ist eine Art Viewer für Twitter. Die Anwendung schnappt sich die einkommenden Tweets der Freunde und zeigt sie und die verlinkten Websites als ‘Diashow’ an. Das klingt vielleicht nicht besonders spektakulär, ermöglicht aber mitunter eine kritische Beurteilung des Outputs der eigenen Freunde. Einmal tatsächlich alle verlinkten Artikel der Reihe nach vor Augen geführt zu bekommen, hat zumindest meine Wahrnehmung durchaus sensibilisiert. Ein Antidot gegen den eingebauten eigenen Filter, sozusagen.

 

 

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Crowdfunding:
Eine schleichende Revolution

Wieder sorgt ein erfolgreiches Crowdfunding-Vorhaben für Schlagzeilen. Der Trend zur Vorfinanzierung von physischen und digitalen Produkten durch die Konsumenten kommt einer Revolution gleich.

Die Rekordfinanzierung eines neuen Spieletitels von Game-Designer Tim Schafer sorgt gerade für Schagzeilen. Für die Entwicklung seines neuen Titels “Double Fine Adventure” wollte er über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter 400.000 Dollar von an dem Spiel interessierten Personen einsammeln. Bis zum 13. März gab sich Schafer, eine Legende in der Gamer-Community, zum Erreichen dieser Summe. Doch schon acht Stunden später überschritt das Gesamtvolumen der Zusagen die anvisierte Marke. Etwas mehr als 24 Stunden später steht der Zähler bereits bei über 1,2 Millionen Dollar. Fast 35.000 Personen haben ihre Unterstützung signalisiert.

Marcel Weiss beschreibt bei neunetz.com, was der entscheidende Punkt dieser Meldung ist: nicht die Geschwindigkeit, mit der das Geld eingesammelt wurde, sondern die Tatsache, dass ohne Probleme möglich wird, was über traditionelle Finanzierungswege und trotz einer offensichtlichen Nachfrage nicht machbar war. Das von Schafer geplante Point-and-Click-Adventure würde nämlich heute kein Spiele-Publisher mehr veröffentlichen, stellt René Walter bei Nerdcore fest.

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Linkwertig:
Reposito, EyeEm, Googlebox, SEO

Reposito
Reposito – der Safe für Kassenzettel und Garantieunterlagen – bekommt ein nützliches neues Feature:

Denn von nun an lösen wir nicht nur das Kassenzettel-Chaos, sondern auch das Anleitungs-Chaos! Mehr als eine Million Handbücher stehen ab sofort bei Reposito für euch bereit.

» 1,2 Millionen Handbücher auf einen Klick

 

EyeEm
Und EyeEm – unser Review – bekommt eine nützliche neue API.

» Say Hello to Our API & Photo Hack Day Berlin

 

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Nach dem Path-Fehltritt:
Das merkwürdige Verhalten vernetzungswilliger iPhone-Apps
zur Wachstumszeit

Nachdem bekannt wurde, dass Path heimlich auf die iPhone-Adressbücher seiner Nutzer zugreift, geraten auch die Praktiken anderer Apps in die Kritik.

Der Skandal (oder das “Skandälchen, je nach Perspektive) um den automatischen Adressbuchabgleich von Path zieht Kreise und hat zur Folge, dass auch das Verhalten anderer populärer iPhone-Applikationen unter die Lupe genommen wird. Die Macher der US-Foto-App Hipster gehörten zu den ersten, die ebenfalls den heimlichen Blick auf die Smartphone-Kontakte der Nutzer eingestanden – mit dem feinen Unterschied, dass die Daten zwar abgeglichen, aber nicht auf den eigenen Servern gespeichert werden, so das Unternehmen.

Der Blogger Mugunth Kumar hat unterdessen einen näheren Blick auf Instagram und foursquare geworfen - zwei der populärsten mobilen Anwendungen für das iPhone überhaupt. Instagram erlaubt sich den Zugriff auf das Adressbuch, nachdem Nutzer im Bereich “Find friends” die Option “From my contact list” gewählt haben. Zwar informiert die beliebte Foto-Applikation nicht darüber, ob die Daten für den Augenblick synchronisiert oder dauerhaft auf den Instagram-Servern gespeichert werden. Dennoch wählt das New Yorker Startup einen recht eindeutigen Prozess, der wenig Raum für sachliche Kritik lässt.

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Eardex:
Globale Datenbank über lokale Preise

Das Kölner Startup Eardex hat sich zum Ziel gesetzt, eine Datenbank über die Lebenshaltungskosten an jedem Ort dieser Welt aufzubauen. Dazu benötigt es die Hilfe der Nutzer.

Jedes Mal, wenn ich Gesprächspartnern aus dem deutschsprachigen Raum erzähle, dass ich in Stockholm wohne, ist es bis zum Kommentar “Dort ist das Leben teuer, oder?” nur eine Zeitfrage. Meist antworte ich dann etwas in der Art “Das kommt darauf an. Im Vergleich zu Berlin ja, aber zu München und Zürich eher nicht”. Doch natürlich basiert meine Aussage lediglich auf subjektiven Beobachtungen.

Mit Eardex gibt es seit drei Monaten einen Onlineservice, der mir und anderen Menschen bei der objektiven Bewertung des tatsächlichen Preisniveaus in bestimmten Regionen hilft. Auf der Website des Startups aus Köln können Nutzer die durchschnittlichen Preise von 45 Produkten in Städten und Ländern rund den Globus abrufen und mit eigenen Angaben dazu beitragen, den Preis-Produkt-Index zu erweitern.

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Werbung Der Swiss E-Commerce Award kürt die besten Onlineshops 2012

Online und Mobile werden immer wichtigere Vertriebskanäle für Händler. Zum einen als effiziente Touchpoints im Multi-Channel, zum anderen, um überhaupt noch Wachstum erzielen zu können. Denn bei den Kunden ist der Kanalwechsel bereits in vollem Gange.

Höchste Zeit also, herausragende Leistungen im Mobile- und E-Commerce zu würdigen. Daher wird 2012 der Swiss E-Commerce Award lanciert, der sich als Branchenauszeichnung etablieren soll.

Noch bis Ende Februar kann sich jeder Schweizer Onlineshop oder vom Ausland her betriebene Onlineshop, der 2012 in die Schweiz verkauft und über eine .ch Domäne verfügt, für den Swiss E-Commerce Award in wenigen Schritten online bewerben – 5 Minuten reichen, und man ist dabei. (→ Online-Anmeldeformular)

Der Swiss E-Commerce Award wird die besten Online- und Mobile-Shops in insgesamt 10 Kategorien auszeichnen. Neben mehreren umsatzabhängigen Kategorien für B2C werden auch B2B Shops sowie Mobile-Anwendungen, Social Commerce und Visual Effects besonders gewürdigt. Der Newcomer Award ehrt zudem Onlineshops, die erst in den vergangenen 12 Monaten in der Schweiz eine Onlineshop-Lösung lanciert haben.

10 der Schweizer Online- und Handelsbranche nahestehende Personen bilden die Jury, die pro Kategorie aus max. 5 Nominierten jeweils den Gewinner kürt. Zudem wird der Swiss E-Commerce Champion aus dem Kreis der Nominierten bestimmt.

Die Awards werden im Rahmen der neuen Internetmesse ONE am 9. Mai 2012 in der Messe Zürich übergeben, umrahmt von einem feierlichen Programm und hochkarätigen E-Commerce Referaten von internationalen Experten.

Der Swiss E-Commerce Award ist eine Initiative des unabhängigen und neutralen E-Business Beratungsunternehmens Carpathia Consulting GmbH in Zürich und wird präsentiert von hybris, einem der führenden Anbieter für innovative Software im Bereich End-to-End Multichannel Commerce.

Als Kategoriensponsoren unterstützen den Award folgende Dienstleister: Arvato Infoscore, Deltavista, Hostpoint, MS Mail Service AG, netconomy und Trusted Shops.

Die Anmeldefrist für den Swiss E-Commerce Award läuft noch bis zum 29. Februar 2012.

Linkwertig:
ACTA, Internet, Pinterest, Shortcut

ACTA
Nach SOPA formieren sich nun die organisierten Proteste gegen ACTA.

Nun steht die nächste Nagelprobe ins Haus: Das ACTA-Abkommen geht in die entscheidende Phase und das Netz läuft erneut Sturm. Für den 11. Februar sind hunderte Demonstrationen geplant

» ACTA-Abkommen schwer unter Beschuss

 

Enquête-Kommission
Nichts wirklich Weltbewegendes kam bisher von der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft – deshalb wollen sie als Bundestagsausschuss weitermachen.

Ein dauerhafter Ausschuss könne dazu beitragen, dass die öffentliche Debatte um das Netz positiver geführt wird und weniger von Unverständnis und Ängsten geprägt sein wird.

» Internet-Enquête will als Bundestagsausschuss weitermachen

 

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Heimlicher Adressbuch-Abgleich:
Path zeigt sein wahres Gesicht

Das aufstrebende soziale Netzwerk Path hat sich mit dem ungefragten Abgleich der Smartphone-Adressbücher seiner Nutzer einen groben Schnitzer erlaubt. Für diese bei Startups übliche Leichtfertigkeit gibt es Gründe.

Es ist nicht lange her, da beschrieb ich am Beispiel GetGlue und foursquare, wie leichtfertig Startups das Vertrauen ihrer Nutzer aufs Spiel setzen. Dass es nur eine Frage der Zeit war, bis das nächste eigentlich sympathische Jungunternehmen sich einen Schnitzer auf Kosten seiner Anwender leisten würde, daran bestand kein Zweifel. Jetzt ist es passiert, und zwar ausgerechnet bei Path, dem aufstrebenden “privaten” sozialen Netzwerk, das seit einiger Zeit in Early-Adopter-Kreisen für Furore sorgt und sich erfolgreich als auf die Interaktion im geschlossenen Kreis basierendes Gegenstück zu Facebook positionieren konnte:

Der Entwickler Arun Thampi hat festgestellt, dass die iPhone-App von Path bei Neuregistrierungen das gesamte Smartphone-Adressbuch der Nutzer auf die eigenen Server lädt, ohne um Erlaubnis zu bitten oder Anwender darüber in Kenntnis zu setzen. Auf diese Weise soll es Path-Mitgliedern leichter gemacht werden, ihre Freunde und Familie zu finden und als Kontakte hinzuzufügen, so die Rechtfertigung von Path-Mitgründer Dave Morin, einem ehemaligen Facebook-Angestellten, als Kommentar zu Thampis Blogeintrag. Gleichzeitig kündigte Morin an, den Adressbuchabgleich künftig wie in der Android-App als freiwillige Option anzubieten.

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Café-, Restaurant- und Ausgehtipps:
Urbany ist das ultimative Empfehlungs-Mashup

Die iPhone-App Urbany des Berliner Startups Uberblic zapft einschlägige Empfehlungs- und Locationdienste an, um standortbasierte Tipps für Cafés, Restaurants, Bars- und Musikveranstaltungen zu geben.

Eine der häufigsten Fragen, die sich Menschen unterwegs stellen, ist die nach einem empfehlenswerten Café, Restaurant, einer guten Bar oder einem angesagten Club in der unmittelbaren Umgebung. In diesen Situationen kann man entweder auf gut Glück das nächstgelegene Etablissement betreten, Freunde oder Bekannte um Vorschläge bitte, Tipps per Twitter oder Facebook erfragen oder die App eines Städteguides oder Empfehlungsdienstes auf dem Smartphone anschmeißen.

Welche App an welchem Ort aber die informativsten und zuverlässigsten Ratschläge gibt, weiß man nie. Das Berliner Startup Uberblic hat am Dienstag eine kostenpflichtige iPhone-Anwendung veröffentlicht, welche dieses Problem löst: Urbany bündelt Empfehlungen, Kommentare, Reviews, Events und Fotos von diversen Location- und Empfehlungsplattformen in einer App und erübrigt damit die Frage, ob foursquare, Qype, Yelp, Facebook oder Lonely Planet die besten Informationen rund um gastronmische Einrichtungen und Musikevents in der Nähe haben.

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