Alle 6 Artikel zum Thema Transparenz auf netzwertig.com:
Der Tod von Apple-Gründer Steve Jobs ist ein Medienereignis sondergleichen und hat allein bei journalistischen Angeboten im deutschsprachigen Raum tausende Artikel nach sich gezogen. In der idealen Welt gäbe es deutlich mehr Arbeitsteilung.
“Do what you do best and link to the rest”. Dieses weise Zitat, auf das ich zum ersten Mal
im Blog des US-amerikanischen Journalisten, Netzbürgers und Professors Jeff Jarvis gestoßen bin, versuchen wir als eine der Grundprämissen unserer Arbeit bei netzwertig.com zu berücksichtigen. Schreibe über das, worin deine Stärken liegen, und verweise ansonsten auf andere Quellen, die ein Thema besser und kompetenter behandeln.
Sucht man bei Google News nach dem Namen des am Mittwoch verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs, findet man derzeit fast 5000 Artikel zu dem Thema, die bei journalistischen Onlineangeboten im deutschsprachigen Raum in den letzten zwei Tagen veröffentlicht wurden. Diese Zahl beinhaltet zwar auch identische Agenturmeldungen, die auf mehreren Plattformen gelandet sind – was für sich genommen schon ein seltsame Praxis ist – dennoch erinnere ich mich nicht, wann zuletzt eine Nachricht ein derartiges Medienereignis ausgelöst und zahlreiche Sites zu einer sonst ungewöhnlichen Sonderberichterstattung bewogen hat.
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Die Meldung vom Tod Osama Bin Ladens ist das Zusammentreffen der alten und neuen Medienwelt. Nicht mehr länger müssen wir uns allein auf die Worte der Gatekeeper verlassen.
Osama bin Laden ist in der pakistanischen Stadt Abbottabad während eines Schusswechsels mit US-Soldaten
ums Leben gekommen. Und wie so oft in diesen ereignisreichen Monaten muss man nicht lange suchen, um die aus Sicht des digitalen Wandels relevante Komponente an den Geschehnissen zu identifizieren.
Damit meine ich übrigens nicht die Tatsache, dass wieder einmal Twitter schneller war als die etablierten Medien – das sollte im Jahr 2011 niemand mehr verwundern.
Viel bedeutungsvoller ist die Erkenntnis, dass auch in Gegenden ohne ausgewiesene Durchdringung von schnellen Internetanschlüssen und Social-Web-Diensten nichts mehr passiert, ohne dass die Aufmerksamkeit von vernetzten, mit Werkzeugen zur Echtzeit-Publikation ausgerüsteten Augen- bzw. “Ohrenzeugen” geweckt wird.
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Bei TwentyFeet können Nutzer Statistiken und Kennzahlen zu ihren Social-Web-Accounts abrufen. Bei uns gibt der vor sieben Monaten gestartete Dienst aus Wiesbaden jetzt Einblicke in die bisherige Entwicklung.
Gut sieben Monate ist es jetzt her, dass wir euch TwentyFeet vorgestellt haben, ein Startup aus Wiesbaden, das Statistiken und Kennzahlen rund um persönliche Social-Web-Konten bereitstellt. Der Service richtet sich sowohl an Privat- als auch Profi-Nutzer, die einen kompakten und stetig aktuellen Überblick über die Zahl ihrer Follower, Retweets, Zitierungen, Likes etc. behalten möchten. » weiterlesen
Das Minister-Duo de Maizière und Aigner preist den digitalen Radiergummi an. In ihrer Wunschwelt wird er Deutschlands nächster Exportschlager. Ich finde, er hat das Zeug zum nächsten Unwort des Jahres.
Ja, 2011 hat erst begonnen, der
Wutbürger ist gerade erst verdaut, und trotzdem habe ich bereits meinen ersten Kandidaten für das Unwort des Jahres 2011: “Digitaler Radiergummi”. Mutmaßlich erfunden von
Innenminister Thomas de Maizière und
heftig beworben von seiner Kollegin, Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, soll er dafür sorgen, dass im Internet veröffentlichten Daten ein Verfallsdatum angehängt werden kann, nach dessen Ablauf diese automatisch verschwinden. Der Plan der Minister: Deutsche IT-Experten entwickeln eine entsprechende Lösung und exportieren diese anschließend unter dem Label “Made in Germany” in alle Welt.
Aus mindestens drei Gründen halte ich den digitalen Radiergummi für eine absolute Schnapsidee, von der wir aber in den kommenden Monaten permanent hören werden. Die Chancen auf den Titel als Unwort des Jahres 2011 stehen damit nicht schlecht:
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Die Nachbearbeitung des Loveparade-Unglücks sowie die Wikileaks-Enthüllung der Afghanistan-Dokumente zeigen: Der Kontrollverlust hält an, die Transparenz nimmt zu. Doch wo liegen die Grenzen?
Zwei Ereignisse haben in den vergangen Tagen deutlich gemacht, wie sich die Welt durch Transparenz und Kontrollverlust verändert.
Da ist einerseits das Loveparade-Unglück, das eine ganze Reihe von widersprüchlichen und vorschnellen Äußerungen von Veranstaltern, Politikern und Polizei nach sich gezogen hat, während parallel Dutzende, wenn nicht Hunderte Augenzeugenberichte und vor allem Videos im Netz hochgeladen wurden, die es jedermann erlauben, sich ein ungeschminktes Bild von der tatsächlichen Lage zu machen – Material, das in einer Zeit vor YouTube, Blogs und Social Networks lediglich Ermittlern und ausgewählten Medien zur Verfügung stand. Wenn überhaupt.
Einen Tag nach der Tragödie von Duisburg veröffentlichte Wikileaks in Kooperation mit drei führenden internationalen Medienhäusern seine brisanten Afghanistan-Dokumente, die dem Whistleblower-Portal von Informanten zugespielt wurden. Natürlich scharf kritisiert von der US-Regierung.
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Handlungen und Aussagen sind heute transparenter denn je. Gerne wird kritisiert, dass das Netz nichts vergisst. Manchmal ist dies ein Makel. Oft jedoch eine Qualität.
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Auch wenn der durch die aktuelle Entwicklung des Webs ausgelöste Verlust von Anonymität manche Internetnutzer beunruhigt, so bringt die parallel zunehmende Transparenz eine Reihe von Veränderungen mit sich, von der alle Teile der Gesellschaft profitieren können. Vor allem besteht die Möglichkeit, dass Menschen des öffentlichen Interesses und Unternehmen ehrlicher werden, weil sie heute viel leichter als früher der Lüge überführt werden können.
Als ich zwischen 2003 und 2006 mein Bachelorstudium in Wirtschaftskommunikation absolvierte, war die (Werbe-)Welt noch in Ordnung. Die Grundregel war, dass man mit der richtigen Positionierung und Wahl der Kommunikationskanäle im Prinzip jede Botschaft rund um ein Produkt oder eine Dienstleistung vermitteln konnte. Ich erinnere mich nicht, dass “Transparenz” in irgendeiner Form im Curriculum auftauchte – womöglich tat es dies, aber es war zumindest kein elementarer Bestandteil dessen, was vor fünf Jahren als Notwendigkeit in der Wirtschaftskommunikation angesehen wurde.
Und heute? Jede Aussage, jedes Produktversprechen und jedes kommunizierte Alleinstellungsmerkmal ist googlebar und lässt sich mit Informationen von Bewertungsplattformen, Onlineshops mit Bewertungsfunktion, Blogs, Twitter- und Facebook-Erwähnungen verifzieren. Produkteigenschaften sind transparenter denn je, wie ich auch momentan im Rahmen meiner Suche nach einem neuen Notebook feststelle.
Immer häufiger Frage ich mich, wer eigentlich noch all die mangelhaften Produkte kauft, die als das Beste vom Besten angepriesen werden, aber diesem Anspruch in keiner Weise gerecht werden – was sich natürlich überall im Netz nachlesen lässt.
Doch Transparenz verändert nicht nur das Marketing und angrenzende Themenfelder wie PR.
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