Alle 10 Artikel zum Thema Onlinejournalismus auf netzwertig.com:
Nach perlentaucher.de und Commentarist gerät nun der Medienbewachungsdienst Echobot ins Visier von SZ und FAZ. Die Verlage mahnen das Karlsruher Startup wegen der Indexierung und Verlinkung ihrer Inhalte ab.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Süddeutsche Zeitung (SZ) sind mittlerweile bekannt für ihre Abneigung gegenüber Onlineangeboten, die ihnen neue Leser und Seitenaufrufe beschaffen, indem sie mit Überschriften und kurzen Textanrissen oder Zusammenfassungen auf Artikel der zwei deuschen Nachrichtenportale verweisen. Sowohl gegen das Kulturmagazin perlentaucher.de als auch den Aggregator Commentarist sind die zwei verantwortlichen Verlage bereits rechtlich vorgegangen. Mit Echobot sieht sich nun erneut ein deutsches Startup der Abmahnfreude des streitlustigen Duos ausgesetzt.
Weil der junge Medienbeobachtungsdienst aus Karlsruhe unter anderem Zeitungswebsites duchsucht, Überschriften sowie Artikelanrisse zu Suchworten gefundener Artikel präsentiert und diese mit kleinen, wenige Pixel großen Logos der Medienmarken illustriert, hat er den Zorn von SZ und FAZ auf sich gezogen. Beide haben den Dienst, den wir Ende 2011 vorstellten, mit einer Abmahnung beglückt. Das Landgericht München bestätigte außerdem eine einstweilige Verfügung der SZ, nach der sechs verlinkte SZ-Beiträge aus dem Echobot-Angebot entfernt werden müssen. Sicherheitshalber hat sich Echobot-Gründer und -Geschäftsführer Bastian Karweg dazu entschlossen, bis zur Klärung des Falls alle SZ-Inhalte aus dem Index zu streichen. FAZ.net ist jedoch weiterhin vertreten. Spiegel Online berichtete wie schon damals bei Commentarist als erster über den Fall und scheint sich selbst nicht an der Aggregation durch Echobot zu stören.
» weiterlesen
Eilmeldungen, die keine sind, gehören zu den unerfreulichen Folgen des schnelldrehenden digitalen Nachrichtenzyklus. Damit muss endlich Schluss sein!
Das Echtzeitweb, vor allem in Gestalt von Twitter, hat viele tolle Seiten und bewährt sich regelmäßig
als schnellste Quelle für Informationen über aktuelle, nachrichtenrelevante Ereignisse. Doch leider tragen die Eignung des Microbloggingdienstes als News-Distributionskanal und das generell erhöhte Tempo des digitalen Nachrichtenzyklus auch seltsame und teils unerträgliche Blüten. Eine davon, die immer absurderer Züge annimmt: Die inflationäre Verwendung des Zusatzes “Eilmeldung” als Signal besonderer Aktualität.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich über Eilmeldungen beschwere, und jeder aktive Twitter-Nutzer wird sich wohl schon einmal per Tweet über Eilmeldungen ohne wirkliche Eile ausgelassen haben. Doch in der vergangenen Woche gab es zwei Fälle einer missbräuchlichen Verwendung des “Eil”-Zusatzes, die deutlich machen, dass es so einfach nicht mehr weitergehen kann.
» weiterlesen
Noch ist die Zitatplattform Quote.fm ein Nischenphänomen. Doch sollte es dem Startup aus Hamburg gelingen, die Masse der Nutzer anzusprechen, wird es sich mit einigen wichtigen Fragen auseinandersetzen müssen – und die Art, wie Onlinetexte geschrieben werden, verändern.
Der Onlinedienst, der momentan bei digitalen Viellesern zumindest im deutschsprachigen Raum für die größte Beachtung sorgt und sich anschickt, ihr persönliches Informationsmanagement zu verändern, heißt Quote.fm. Wir haben in den vergangenen Monaten schon häufiger über das Startup aus Hamburg berichtet – nicht zuletzt deshalb, weil es sich dabei um einen der überraschenden Newcomer unter den Webdiensten 2011 gehandelt hat.
Mehrmals täglich empfehle ich mittlerweile über das Quote.fm-Bookmarklet empfehlenswerte Artikel mittels mal kurzer, mal längerer Textabschnitte – denn genau darum geht es bei dem kostenfreien Service, der kürzlich seine geschlossene Beta-Phase verlassen hat. Auch versuche ich, mindestens einmal pro Tag einen Blick in meinen Feed zu werfen, in dem sich die Zitate aus Onlinetexten ansammeln, die von den von mir abonnierten Quote.fm-Anwendern hervorgehoben wurden. Von einigen ausgewählten Mitgliedern des Dienstes beziehe ich außerdem den RSS-Feed.
Je mehr sich der Service in meinem Onlinealltag breit macht, desto häufiger stelle ich mir die Frage, welche Auswirkungen einige aktuelle Debatten rund um die Netzwelt auf die weitere Entwicklung des Dienstes haben werden, und auch, wie dieser unsere Art der Informationsverbreitung und -schaffung beeinflussen könnte. Denn klar ist: Sollte Quote.fm tatsächlich aus seiner momentan noch belegten Nische herauskommen und das zitatzentrische Empfehlungsprinzip für Content massentauglich machen – was eher unwahrscheinlich erscheint, aber nicht unmöglich ist – dann wird es gleichermaßen anecken und die Arbeit von Textproduzenten im Netz (Journalisten, Blogger, Website-Betreiber etc.) verändern.
» weiterlesen
Facebook stellt seinen im September eingeführten Abonnieren-Button ab sofort zum Einbau in externe Websites zur Verfügung. Medienangebote, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, geben Autoren die Gelegenheit, Leser dauerhaft an sich zu binden.
Die Bindung der Nutzer an einzelne Medienmarken nimmt ab, während parallel
immer mehr Journalisten selbst zur Marke werden. Dieser sich lange abzeichnende Trend, der durch den Bedeutungsverlust des Printmediums, durch auf algorithmischen und Freundes-Empfehlungen basierenden, von spezifischen Verlagsangeboten losgelösten Informationsbeschaffungsinstrumenten der digitalen Welt sowie dem Vorhandensein von Onlinetools zur Vernetzung vorangetrieben wird, erhält mit Facebooks
in der Nacht vorgestelltem Abonnieren-Button für Websites neuen Nahrung.
Mitte September präsentierte Facebook Nutzern die neue Funktion des Abonnierens von öffentlichen Status-Updates. Seitdem ist nicht mehr unbedingt eine beidseitig akzeptierte Freundschaft notwendig, um sich über das Befinden von Facebook-Kontakten per Newsfeed auf dem Laufenden zu halten – vorausgesetzt, eine Person hat das Abonnieren-Feature aktiviert und publiziert öffentliche Status-Updates.
» weiterlesen
Der Tod von Apple-Gründer Steve Jobs ist ein Medienereignis sondergleichen und hat allein bei journalistischen Angeboten im deutschsprachigen Raum tausende Artikel nach sich gezogen. In der idealen Welt gäbe es deutlich mehr Arbeitsteilung.
“Do what you do best and link to the rest”. Dieses weise Zitat, auf das ich zum ersten Mal
im Blog des US-amerikanischen Journalisten, Netzbürgers und Professors Jeff Jarvis gestoßen bin, versuchen wir als eine der Grundprämissen unserer Arbeit bei netzwertig.com zu berücksichtigen. Schreibe über das, worin deine Stärken liegen, und verweise ansonsten auf andere Quellen, die ein Thema besser und kompetenter behandeln.
Sucht man bei Google News nach dem Namen des am Mittwoch verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs, findet man derzeit fast 5000 Artikel zu dem Thema, die bei journalistischen Onlineangeboten im deutschsprachigen Raum in den letzten zwei Tagen veröffentlicht wurden. Diese Zahl beinhaltet zwar auch identische Agenturmeldungen, die auf mehreren Plattformen gelandet sind – was für sich genommen schon ein seltsame Praxis ist – dennoch erinnere ich mich nicht, wann zuletzt eine Nachricht ein derartiges Medienereignis ausgelöst und zahlreiche Sites zu einer sonst ungewöhnlichen Sonderberichterstattung bewogen hat.
» weiterlesen
Wenn Blogger und Journalisten, die über Technologie-Themen berichten, in Unternehmen aus genau diesem Sektor investieren, ist ein Interessenkonflikt unvermeidlich. Wir sollten uns daran gewöhnen, dass dieser zum Dauerzustand wird.
TechCrunch ist das wahrscheinlich bedeutendste Nachrichtenmedium der internationalen Startup- und Internetwirtschaft. Gründer Michael Arrington hat aus dem 2005 gestarteten Blog eine in höchstem Maße einflussreiche Plattform geschaffen, die im Idealfall mit einem einzigen Artikel aus einem unbekannten Webunternehmen einen global beachteten Shootingstar machen kann.
Doch TechCrunch, das im September 2010 für eine Summe im unteren zweistelligen Millionenbereich von AOL gekauft wurde, ist nicht nur ein wichtiger Beobachter der Geschehnisse und Internet-Durchstarter im Silicon Valley und darüber hinaus, sondern auch ein Weg für Michael Arrington, sein Netzwerk auszubauen und vorteilhafte Startup-Investments zu tätigen.
» weiterlesen
Die führenden deutschsprachigen Nachrichtenportale sollten häufiger über lokale Startups berichten, fordert Gastautor Theodossios Theodoridis. Wir schlagen zehn Onlinedienste vor, mit denen sie anfangen können.
Deutsche Publikumsmedien sollten in ihrer Berichterstattung weniger ausschweifend über die großen US-Internetfirmen und mehr über lokale Startups berichten,
so das gestrige Plädoyer von Theodossios Theodoridis. Diesen Appell können wir nur unterstützen – selbst wenn manche hiesigen Webunternehmen
selbst Schuld daran sind, keine richtige Beachtung zu finden.
Sollte Theodoridis’ Botschaft die Beachtung einiger Redaktionen erhalten und womöglich tatsächlich für einen Sinneswandel sorgen (was wünschenswert wäre), steht dann die Frage im Raum, wo sie anfangen sollen: Welche jungen Startups und Onlinedienste aus dem deutschsprachigen Raum befinden sich gerade in der heißen Phase, haben eine clevere Idee und verdienen einen genaueren Blick? Wir haben die Antwort!
» weiterlesen
Auch deutsche Publikumsmedien haben mittlerweile die Bedeutung der Internetwirtschaft erkannt. Der Fokus ihrer Berichterstattung liegt aber auf den führenden US-Anbietern. Gegenüber deutschen Startups herrscht noch immer ein ausgewachsenes Desinteresse.
Theodossios Theodoridis ist freier PR-Berater in Hamburg und auf die Arbeit mit Web-Startups spezialisiert. Mehr über den Autor am Ende des Artikels.
Auf eines kann man sich in Deutschland verlassen: Es wird einem nicht nur bei der Gründung eines Startups möglichst viel schwer gemacht – nein, auch danach.
Wenn die ersten Erfolge da sind und man den Weg in die Öffentlichkeit mittels PR-Arbeit sucht, kann man einiges erleben. Zum Beispiel, dass der Satz „Die Zukunft liegt im Internet“ endlich (wenn auch einige Jahre zu spät) in den meisten Wirtschafts-, Digital-, und Technik-Redaktionen deutscher Publikumsmedien angekommen ist – jedoch kaum jemand über die zukünftigen Protagonisten berichten möchte. Zumindest nicht, wenn sie aus Deutschland kommen. » weiterlesen
Im Netz muss jeder Artikel aufs Neue um die Aufmerksamkeit der von Informationen überschütteten Leser buhlen. Je knackiger, polarisierender und simplifizierender eine Überschrift ist, desto größer ist ihre Viralität.
Im Netz eskaliert alles laufend
Die perfekte Überschrift für Onlinebeiträge zu finden, ist eine Wissenschaft für sich. Schon lange schwirrt mir dazu ein Artikel im Kopf herum. Zwei aktuelle Beiträge bieten eine gute Gelegenheit, das Thema anzupacken: Zum einen
diese Liste des Onlineredakteurs Matt Thompson mit “zehn Tipps für bessere Überschriften” (eine deutschsprachige Zusammenfassung
gibt es hier) sowie
dieser Text von Falk Hedemann zum von ihm identifizierten Missstand, dass Artikelempfehlungen bei Twitter ungelesen weiterempfohlenen werden.
Hedemann, der als Redakteur beim Tech-Magazin t3n tätig ist, moniert in seinem Beitrag, dass viele Twitter-Nutzer lediglich von der Überschrift ausgehend darüber entscheiden, ob sie einen Artikellink per Retweet weiterverbreiten. Dies wird nach seinen Beobachtungen bereits dadurch deutlich, dass erste Retweets zu von ihm publizierten Texten wenige Sekunden nach Veröffentlichung eintreffen – schneller, als der Beitrag überhaupt gelesen werden kann.
» weiterlesen
Wer regelmäßig Texte im Web veröffentlicht und dafür Themen recherchiert und reflektiert, lernt viel dazu – auch über das Bloggen selbst. Hier sind einige der über viele Jahre gesammelten Erkenntnisse und Einsichten.
Seit über vier Jahren blogge ich mit Ausnahme von Wochenenden quasi täglich über Netz- und Digitalthemen. Die größte Motivation dafür beziehe ich aus dem direkten Feedback, das ich nach der Veröffentlichung eines Beitrags von Lesern erhalte, sowie aus dem umfangreichen Wissen, das man sich als regelmäßiger Autor aneignet. Denn ich
kann sollte keinen Beitrag schreiben, ohne mich zuvor nicht mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.
Auch über das Bloggen selbst lernt man natürlich einiges. An dieser Stelle möchte ich meine bisherigen Erkenntnisse niederschreiben, was durchaus als ergänzender Beitrag zur anhaltenden Debatte verstanden werden kann, auf welche Weise sich die traditionelle journalistische Tätigkeit im Netz emanzipieren könnte.
» weiterlesen