Thema: Medien

 

Alle 34 Artikel zum Thema Medien auf netzwertig.com:

Vernetztes Automobil:
Das Ende des Dudelfunks

Martin Weigert, 2. März 2010 um 21.05 Uhr , 14 Kommentare Kommentare

Verglichen mit anderen Mediengattungen hat sich Radio bisher als relativ immun gegen die Auswirkungen der Digitalisierung gezeigt. Mit dem Einzug des mobilen Internets in das Automobil wird sich dies ändern.

Vernetztes Automobil
Vernetztes Automobil
Lange war ich der Überzeugung, klassischer Hörfunk sei eine der Mediengattungen, die noch auf lange Sicht relativ erfolgreich in alten Fahrwassern agieren können würde. Doch unter anderem dieser Beitrag von US-Internetinvestor Fred Wilson sowie ein Gespräch mit einem guten Freund, der gerade eine Diplomarbeit zum Thema “Barrieren und Herausforderungen bei der Entwicklung mobiler Dienste für das Automobil” geschrieben hat, öffneten mir die Augen: Auch das gute alte Radio bleibt von der Digitalisierung nicht verschont. Es erhält lediglich einige Jahre Aufschub.

Es gibt viele Orte, an denen Menschen Radio hören. Einer der gewöhnlichsten ist das Automobil. Und genau dort liefern sich heute selbst hartgesottene Internet- und Technikfreunde noch häufig dem oft einfallslosen Musik- und Sprachprogramm der zahlreichen, mitunter austauschbaren Radiostationen aus, die abgesehen von den öffentlich-rechtlichen Sendern sowie einigen Spartenanbietern die immergleichen Hits der vergangenen Jahrzehnte sowie die neuesten, meist Relevanz vermissenden Chartstürmer herunterleiern.

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Verlagsvertreter Keese:
Die Erlösströme online sind nicht fair

Marcel Weiss, 25. November 2009 um 18.21 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Anmerkungen zu einem Interview mit Verlagsvertreter Christoph Keese über Verlage, Google und die aktuelle Marktsituation.

Auf Carta ist ein Interview mit Christoph Keese, dem Konzerngeschäftsführer „Public Affairs“ der Axel Springer AG, erschienen. Keese hat letztens auch an einer Diskussionsrunde zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage teilgenommen, über die wir hier berichtet haben.

Nachdem Keese klarstellt, dass es bei der Hamburger Erklärung nicht um Google als Gegner ging, hält er sich im weiteren Verlauf des Interviews nicht damit auf, Googles aktuelle Position als das grundlegende Problem der Verlage im Netz zu zeichnen.

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Presseschau:
Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Marcel Weiss, 18. November 2009 um 18.58 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Ein paar ausgewählte Texte zum Thema Leistungsschutzrecht für Presseverlage.

heise: Verlage rechnen mit Gesetzentwurf für Leistungsschutzrecht noch in diesem Jahr

Die Verlagsbranche rechnet noch in diesem Jahr mit einem Referentenentwurf für ein Gesetz zur Einführung eines erweiterten Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet. Schon vor Frühjahrsbeginn könne dann ein Kabinettsbeschluss erfolgen.

» Verlage rechnen mit Gesetzentwurf für Leistungsschutzrecht noch in diesem Jahr

iRights.info: Exklusiv: Bundestag-Gutachten zum Leistungsschutzrecht

Warum das Gutachten „Leistungsschutzrechte von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen im Zeitalter der Digitalisierung“ bislang weder extern noch intern publiziert wurde, ist unklar. Inhaltlich wird der Sachstand der Diskussion um eine mögliche Einführung von Leistungsschutzrechten aus dem Frühjahr 2009 dargelegt.

» Exklusiv: Bundestag-Gutachten zum Leistungsschutzrecht

perlentaucher.de: Schutzlos ausgeliefert im Internet?

Für den Schutz vor Raubkopien und unlauterer Aneignung sind nach Ansicht der Autoren die bestehenden urheber- und wettbewerbsrechtlichen Regelungen ausreichend. Sollte dennoch ein verlegerisches Leistungsschutzrecht eingeführt werden, müsse der Interessenausgleich zwischen Autoren, Verlegern und Öffentlichkeit insgesamt neu austariert werden, so Ehmann und Szilagyi.

» Schutzlos ausgeliefert im Internet?

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Leistungsschutzrecht:
Nichts Genaues weiß man nicht

Marcel Weiss, 18. November 2009 um 17.39 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Die Diskussion rund um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage nimmt an Fahrt auf. Eine Nachlese einer Diskussionsrunde am Montag und eine Einschätzung der Gesamtsituation.

leistungsschutzrechtsdiskussion
leistungsschutzrechtsdiskussion
Am Montag fand eine Diskussionsrunde zum Leistungsschutzrecht in Berlin statt. Unter der Moderation von Lutz Hachmeister vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik diskutierten Markus Beckedahl von netzpolitik.org und Matthias Spielkamp von iRights.info mit Christoph Keese, dem Konzerngeschäftsführer „Public Affairs“ der Axel Springer AG.

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Hyperdistribution:
Wie Inhalte durch das Netz reisen

Martin Weigert, 8. September 2009 um 13.45 Uhr , 9 Kommentare Kommentare

Je mehr Menschen einen online publizierten Artikel lesen, desto größer das Potenzial zur (direkten oder indirekten) Monetarisierung. Hyperdistribution erhöht die Reichweite von Inhalten und spannt dazu die Leser ein. Ein konkretes Beispiel.

Im Rahmen der Debatte um die Zukunft des Journalismus fällt immer öfter der Begriff “Hyperdistribution” (alternativ auch Superdistribution). Dieser bezeichnet ein Konzept, bei dem Inhalte über möglichst viele Kanäle des Internets verbreitet werden. Hyperdistribution ist das Gegenstück zur Exklusivität, bei der Content lediglich über eine kontrollierte Quelle (z.B. ein Printmagazin oder einen kostenpflichtigen Internetdienst) zugänglich gemacht wird.

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Steinmeier fordert Leistungsschutzrecht für Verlage

Marcel Weiss, 6. September 2009 um 20.55 Uhr , 11 Kommentare Kommentare

Der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier fordert neben Breitbandzugang für ländliche Gegenden unter anderem ein Leistungsschutzrecht für Verlage im Internet.

Carta hat einen Text des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier veröffentlicht, welcher in dem Band “Media-Governance und Medienregulierung” erscheinen wird.

Darin fordert Steinmeier unter anderem Breitband für ländliche Gegenden und damit “gleiches Netz für alle”. Außerdem scheint er in letzter Zeit Hubert Burda aufmerksam gelauscht zu haben. Denn so fordert Steinmeier weiter:

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Aufmerksamkeit:
Die Parallelökonomie der digitalen Medien

Andreas Göldi, 18. August 2009 um 13.11 Uhr , 12 Kommentare Kommentare

Dass die Digitalisierung der Medien die Welt verändert, ist wohl niemandem verborgen geblieben. Aber diese Veränderungen gehen vermutlich tiefer als wir denken. Es entsteht nichts weniger als eine parallele neue Wirtschaft.

Das derzeitige Lieblingsthema der Medien- und Internetelite ist die Veränderung der wirtschaftlichen Spielregeln in der Medienbranche durch die rasant fortschreitende Digitalisierung. Mehrere grosse Medienkonzerne haben angekündigt, bald Geld für ihre Inhalte verlangen zu wollen. Das wurde von der Internetfraktion, die derzeit von der radikalen Ideologie von Chris Andersons Buch “Free” berauscht ist, bisher mehrheitlich mit Hohn und Spott quittiert.
Vermutlich liegen aber beide Seiten falsch, weil sie die Veränderungen, die hier vor sich gehen, nur oberflächlich verstehen. Einen wesentlich nützlicheren Bezugsrahmen könnte das Werk von Pionieren wie Herbert Simon und Michael Goldhaber bilden, die mit ihrer Arbeit über die “Ökonomie der Aufmerksamkeit” das Verständnis dieser Prozesse erleichtern.

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Soziale Netzwerke als Distributoren von Medieninhalten

Marcel Weiss, 12. August 2009 um 20.34 Uhr , 6 Kommentare Kommentare

Social Networks und ihre zunehmende Bedeutung für Online-Medienangebote.

Ein Phänomen, das man bereits seit einer Weile beobachten kann: Mit dem Aufstieg von Social Networks wie Facebook und Mikrobloggingdiensten wie Twitter entsteht eine neue Variante, wie Konsumenten online zu Medieninhalten finden. Statt auf Google und co. zu suchen oder die Startseite des Medienangebots anzusurfen, bekommt man die Inhalte von Freunden empfohlen. Im Grunde ist das die Perfektionierung des Linkversandes via Email. Auf Welt Online gibt es dazu einen guten Artikel:

Um die enorme Wirkung der Netzwerke zu verstehen, hilft eine einfache Frage: Wann fühlen sich Menschen eigentlich gut informiert? Für die meisten trifft in etwa diese Antwort zu: Wenn sie das Gefühl haben, mindestens den gleichen Informationsstand zu haben wie jene Menschen, die ihnen wichtig sind. Früher lasen Kollegen und Freunde in der Regel die gleiche Zeitung oder sahen die gleichen Sendungen. Also war es nötig, diese Medien zu kennen, um mitreden, also im sozialen Netzwerk bestehen zu können.

In den USA gibt es bereits erste Sites, wie etwa die von ‘Perez Hilton’, die mehr Traffic über Facebook als über Google erhalten. Angesichts des nach wie vor immensen Wachstums von Facebook dürfte hier noch viel passieren. Über diese ersten Anzeichen und die massiven Auswirkungen dieses Trends auf das Web hatte ich im März geschrieben.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Verleger rund um Hubert Burda gegen Google, das ihnen eigentlich hilft, vorgehen wollen und die Social Networks, die ihnen ebenfalls zumindest indirekt helfen, noch gar nicht auf dem Schirm haben. In absehbarer Zeit werden aber Twitter, Facebook und Co. die stärkeren Trafficlieferanten sein als Google News und die Google-Suche. Nach Burda-Logik müssten also auch die Social Networks abkassiert werden.

Sollte sie alle die wirre Idee des Leistungsschutzrechts für Medien treffen, könnte es dann für Deutschland vielleicht überall im Social Web so aussehen wie bei der Holtzbrincktochter studiVZ:

Die VZ-Familie macht die geposteten Links im Buschfunk, dem internen Statusfeed, und an anderen Stellen nämlich nach wie vor nicht anklickbar.

(Den Welt-Artikel habe ich natürlich über Twitter gefunden.)

DJV-Vorsitzender Michael Konken:
Sieht Werbung auf Google News,
wo keine ist

Marcel Weiss, 4. August 2009 um 18.36 Uhr , 17 Kommentare Kommentare

In einem FAZ-Artikel kreidet DJV-Vorsitzender Michael Konken dem werbefreien Google News an, es würde den Verlagen das Anzeigegeschäft wegnehmen.

In der FAZ ist ein Artikel von Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), erschienen, in dem er sich zu den Verhältnissen zwischen freien Journalisten und Verlagen äußert und dann einen Schwenk zu Google und Aggregatoren macht. Denn wie so oft dieser Tage darf auch in diesem Artikel Google-Bashing nicht fehlen.

Der Nachrichtenaggregator Google News ist dagegen bisher weitgehend unbeschadet von Ansprüchen Dritter geblieben. Dabei ist hier die fast vollautomatische Zeitung schon heute Realität. Einerseits sorgt die Präsenz auf dieser Seite für mehr „Traffic“ bei den dort verlinkten Internetseiten, andererseits übernehmen diese und vergleichbare Angebote einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts, das die Produktion dieser Inhalte erst möglich macht.

(Hervorhebung von mir)

Nun kann man zu Angeboten wie Google News unterschiedliche Ansichten vertreten. Wir hier bei netzwertig.com und Blogwerk allgemein freuen uns über jeden Aggregator wie Google News, der uns kostenlos mehr Leser verschafft.

Man kann für diese Leistung, die einem kostenfrei erbracht wird, auch noch Geld verlangen wollen. Das ist eine absurde Haltung. Sie einzunehmen, steht aber jedem frei (Und wenn die Forderung nicht erfüllt wird, steht jedem auch das Ausschließen der eigenen Inhalte von solchen Angeboten frei. Aber davon hat Herr Konken vielleicht noch nichts gehört.).

Aber zu behaupten, dass ein immer komplett werbefrei gewesenes Angebot “einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts” übernimmt, ist schlicht: eine Lüge. Denn in Deutschland war und ist Google News frei von Werbung jeglicher Art.

Es ist bezeichnend für den deutschen selbsternannten “Qualitätsjournalismus”, dass ein Vorsitzender eines Journalistenverbandes eine solche offensichtlich falsche Behauptung in einem Artikel in einem Qualitätsmedium wie der FAZ veröffentlichen kann, ohne dass ihm selbst oder den zuständigen Redakteuren das in irgendeiner Form peinlich zu sein scheint. Solang es um Lobbyismus in eigener Sache geht, zählt die Wahrheit anscheinend keinen Deut mehr.

Nein, werte Verleger, so sieht ein für die Demokratie wichtiges Kulturgut nicht aus.

Medienwandel:
Die kommende Fragmentierung
der Medienbranche

Andreas Göldi, 3. August 2009 um 15.08 Uhr , 29 Kommentare Kommentare

Dass in der Medienbranche in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen bleiben wird, ist inzwischen wohl weitgehend klar. Aber wie wird die Medienbranche des Digitalzeitalters aussehen? Eins ist fast sicher: Sie wird nicht mehr von riesigen Konzernen beherrscht werden.

Wenn man das Wort “Medienbranche” hört, denkt man fast automatisch an die Giganten dieser Industrie: Riesenkonzerne wie Bertelsmann, Axel Springer, Time Warner, News Corporation, Disney und so weiter. In den vergangenen zwei Dekaden ist die Medienbranche durch einen ausserordentlich starken Konzentrationsprozess gegangen. In den meisten Ländern wurden die Grossen immer grösser, die Kleinen wurden geschluckt. Der Grund liegt nicht zuletzt in der Deregulierung der achtziger Jahre, denn zuvor wurden die Medienmärkte oft künstlich durch die entsprechende Gesetzgebung fragmentiert gehalten. » weiterlesen