Thema: Internetwirtschaft

 

Alle 15 Artikel zum Thema Internetwirtschaft auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Schädliche Ideologie des Wettbewerbs:
Wieso Peter Thiel Monopole verteidigt

Politiker, Unternehmer und der Volksmund scheinen sich einig zu sein: Konkurrenz belebt das Geschäft. Der renommierte Technologie-Unternehmer und Investor Peter Thiel glaubt, dass Volkswirtschaften sich mit diesem Dogma die Zukunft verbauen.

Die besten Fachbücher sind die, bei denen es den Autoren gelingt, die Perspektiven der Leser zu grundsätzlichen Fragen zu verändern und als unerschütterlich geltende “Wahrheiten” mit schlagfertigen Argumenten anzuzweifeln. Peter Thiel, dem ikonenhaften Silicon-Valley-Entrepreneur und Investor mit deutschen Wurzeln, vollbringt dieses Kunststück in seinem neuen handlichen Buch “Zero to One” gleich mehrfach. Besonders bei einem Aspekt schafft es der für seine großen Ziele und polarisierenden Feststellungen bekannte Unternehmer, zum Nachdenken anzuregen: das dogmatische Streben nach Konkurrenz und Wettbewerb, das die meisten modernen Wirtschaftssysteme kennzeichnet. In Deutschland wird dies durch die bekannte Floskel “Konkurrenz belebt das Geschäft” verkörpert und von Generation zu Generation weitergereicht. » weiterlesen

Die Blasen-Debatte und das IPO-Fenster:
Börsenfieber vor dem möglichen Sturm

Die Internetbranche erlebt derzeit eine Welle von Börsengängen. Das lauter werdende Gerede über das Vorhandensein einer womöglich bald platzenden Blase setzt Firmen unter Druck, schnell zu handeln.

Alibaba zeigt: Zeitpunkt für IPO ist gut

Lange nicht mehr haben sich so viele Schlüsselfiguren der Internetbranche bedenklich über die aktuelle Lage des Wirtschaftszweigs geäußert. Mal mehr, mal weniger leise köchelt die Debatte über eine eventuell vorhandene Überhitzung des Marktes, ausgelöst durch zu viel in ihn fließendes Kapital und sich in XXL-Bewertungen widerspiegelnde überzogene Erwartungen, zwar seit einigen Jahren vor sich hin. Doch mittlerweile offenbaren selbst überzeugte Optimisten unter den Investoren Zweifel daran, wie lange sich die Aufwärtsspirale und das ausufernde Geldverbrennen bei manchen Firmen noch fortsetzen lässt.

Da niemand tatsächlich in die Zukunft schauen kann, bleiben Mutmaßungen über ein bevorstehendes Platzen der Blase so lange nichts als Mutmaßungen, bis das prognostizierte Ereignis eintritt.

Allein das ständige Gerede über Blasen hat aber mindestens eine konkrete Auswirkung, die ungeachtet des Eintreffens oder Nichteintreffens eines “Crashs” das Handeln von Onlinefirmen beeinflusst: Wer Börsenpläne hegt, wird sich dazu animiert fühlen, diese unbedingt vor einer plötzlich eintretenden Abkühlung zu verwirklichen.  » weiterlesen

Internetwirtschaft:
Deutschland braucht Megafunds mit rein deutschem Fokus

Die Internetwirtschaft Deutschlands und Europas muss sich gegen die kraftvollen, milliardenschweren Akteure des Silicon Valley sowie gegen die wachsenden Giganten aus Fernost behaupten. Ohne umfangreiche VC-Funds, die sich ausschließlich auf den hiesigen Markt konzentrieren, wird dies schwer.

Thomas Grota ist Investment Director bei T-Venture, dem Venture Capital Arm der Deutschen Telekom AG. Mehr zum Autor am Ende des Artikels.

In den letzten Wochen haben mich verschiedene Journalisten, Gründer und Investoren gefragt, welcher eine Aspekt sich meiner Meinung nach ändern müsste, damit es in der deutschen Internetwirtschaft mehr Gewinner geben könnte als heute.

Meine Antwort war zwar simpel, jedoch hat sie bei manchen für Verwunderung gesorgt: Deutschland braucht Megafunds, die einen reinen Fokus auf Deutschland haben.

Der Investmentschwerpunkt könnte auch auf weiteren europäischen Ländern liegen, jedoch müssten dann noch viel größere Kapitalmengen für diese Gesamtzahl an Ländern zur Verfügung stehen. Das Modell lässt sich entsprechend mit genügend Kapital auf ganz Europa ausweiten. Was in einem Land funktioniert, wird auch für ganz Europa gelten. Es liegt also kein nationaler Hintergedanke in dieser Schlussfolgerung. Dekliniert man dieses Modell erst einmal für die stärkste Wirtschaftsnation in Europa durch, kann man es im Anschluss auf die anderen Ländern ausdehnen. Der einzige limitierende Faktor bleibt die verfügbare Kapitalmenge.  » weiterlesen

Der Unterschied zwischen dem Silicon Valley und der Welt:
“Alle raten einem immer, eine Firma zu gründen”

Viele Regionen und Technologie-Cluster versuchen, dem Silicon Valley nachzueifern. Doch solange nicht Unternehmertum als ultimative Lösung in allen Lebenslagen gesehen wird, kann daraus nichts werden.

ValleySeit mindestens einem Jahrzehnt debattieren Protagonisten der deutschen Internetwirtschaft über die Frage, wie man hierzulande die Dynamik und Erfolge des Silicon Valley nachahmen kann. Mit dem, was dazu gesagt und geschrieben wurde, lassen sich dicke Bücher füllen. An etablierten oder angestrebten Gründer-Hotspots in anderen Ländern beschäftigt man sich mit der gleichen Frage.

Gründe, warum das Silicon Valley zusammen mit der angrenzenden Metropole San Francisco so einmalig und in dieser Form nicht kopierbar ist, gibt es freilich viele. Doch anstatt dazu Aufsätze zu schreiben, reicht es im Prinzip, auf diesen am Wochenende erschienenen TechCrunch-Artikel zu verweisen. Es geht um ein Phänomen, welches für Europäper so fremd und unvorstellbar ist wie der Gedanke, das ganze Jahr in kurzer Hose und Flipflops durch die Gegend zu laufen: Wer im Valley in eine Lebenskrise rutscht, ein Beziehungsende miterlebt, gelangweilt ist oder gerade einen Job verloren hat, hört stets die Empfehlung, ein Unternehmen zu gründen. » weiterlesen

Möglicher Beginn einer größeren Korrektur:
Erfolgsverwöhnte Webfirmen geraten ins Taumeln

Seit kurzem mehren sich Negativmeldungen renommierter Internetfirmen. Ob Twitter, Foursquare, Square oder Box – das Image millionenschwerer Tech-Startups als Kandidaten für sicheren Erfolg bröckelt. Die Branche könnte vor einer größeren Korrektur stehen.

FallingSeit mindestens neun Jahren sind sie zu hören, die Mutmaßungen über eine neue Tech-Blase. Doch bislang ist zumindest die aus einem solchen Zustand unweigerlich folgende Konsequenz des Crashs nicht eingetreten. Wahrscheinlich wird dies auch nie in der von Bubble-Propheten erwarteten Form geschehen. Denn schon wenn das Wort “Blase” fällt, tauchen allerlei Assoziationen zur Dotcom-Ära auf, die irreführende Schlussfolgerungen nach sich ziehen. 1999 und 2014 sind, was die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Internets und verwandter Technologien angeht, grundverschieden. Die eventuellen Reaktionen auf eine Überhitzung des Marktes müssen daher zwangsläufig anders ausfallen. Mögliche Parallelen zur Vergangenheit wären eher Zufall.

Sehr viel plausibler als eine handfeste Blase samt Platzens ist die Annahme, dass der seit Jahren anhaltende, ungebrochene Optimismus und die allgemeine Erwartung stetigen Wachstums in der Webwirtschaft eines Tages von einer Phase der Konsolidierung und Neuorientierung abgelöst werden. Die Indizien mehr sich, dass wir gerade vor dem Eintritt in eine solche Periode stehen. » weiterlesen

Hits, Hits, Hits:
Die Internetwirtschaft auf den Spuren der Mainstream-Musikindustrie

Die Internetwirtschaft entwickelt mit ihrer Fokussierung auf Hits immer größere Ähnlichkeiten zur Mainstream-Musikindustrie. Die Parallelen sind bemerkenswert – und könnten auf einen baldigen Wandel hindeuten.

Justin BieberSeit vielen Jahrzehnten ist die Musikindustrie ein “Hit”-Business. Einige wenige Titel erhalten den Löwenanteil der Aufmerksamkeit und generieren die Mehrzahl der Umsätze. Oft handelt es sich dabei nicht um aus künstlerischer Sicht besonders anspruchsvolle, einfallsreiche oder qualitative Produktionen. Nicht mit spezieller Leidenschaft geschriebene und produzierte Songs haben die besten Hit-Aussichten, sondern solche, die den bewährten Formeln des Popmusikgeschäfts folgen, durch massive Marketingpower unterstützt werden oder zum aktuellen Sentiment pop- oder medienkultureller Phänome passen. Barbie Girl, Schnappi oder Gangnam Style sind sicher Extrembeispiele, aber auch sonst finden sich in den oberen Bereichen der Charts traditionell eher wenige wirkliche Klangperlen. Die Musikindustrie heißt nicht umsonst “Industrie”. Ihren größten Akteuren geht es vor allem darum, die Fließbandproduktion von Hits zu perfektionieren, nicht darum, Menschen konsequent mit guter Musik zu verwöhnen. Ich finde, dass die Internetwirtschaft verstärkt auf den Pfaden des Musikgeschäfts wandelt. » weiterlesen

Internetwirtschaft:
Ich hoffe, dass eine Blase platzt

Wieder einmal sehen Beobachter klare Anzeichen für eine sich anbahnende Blase der Internetwirtschaft. Es wäre zu wünschen, dass sie Recht behalten. Eine Korrektur täte der Branche gut.

BubbleSeit 2007 schreibe ich über die Internet- und Startupwirtschaft, und in all den Jahren gab es ein stetig wiederkehrendes Thema in der Technologiepresse: Die Vermutung, die Branche befände sich in einer kurz vor dem Zerbersten stehenden Blase. Doch bis heute hat sich dies nicht bewahrheitet. Entweder, die Blasen-Propheten deuteten regelmäßig die Indizien falsch, oder eine sich tatsächlich bildende “Tech-Bubble” folgte einem anderen, weniger auf das schnelle Platzen hinauslaufenden Lebenszyklus, als man dies während des Dotcom-Booms erleben durfte. Dann wäre die Blase noch immer existent, konnte aber unter dem Schutzmantel einer grundsätzlich gesunden, aus vielen wirtschaftlich agierenden Anbietern und zwei Milliarden Kunden bestehenden Netzökonomie bislang der Entlarvung entgehen. » weiterlesen

Von Finnland und Nokia lernen:
Wenn das Ende eigentlich der Anfang ist

Wenn, wie gerade in Frankreich, ein nationales Vorzeige-Unternehmen der Technologiebranche ins Straucheln gerät, kann dies die Basis für einen wichtigen Neuanfang darstellen. Finnland macht es vor. Deutschland fehlt ein derartiges Ereignis mit Signalwirkung.

Finnland“Manchmal muss es erst richtig krachen, damit sich etwas ändert”. Ich weiß nicht, auf wen dieses Zitat zurückzuführen ist, oder ob es sich um eine simple Volksweisheit ohne spezifischen Urheber handelt. In jedem Fall fällt es schwer, den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu widerlegen. Auf Basis eben dieser Weisheit konstatierte der die französische Startup- und Technologie-Szene beobachtende Blogger Liam Boogar gestern in einem Beitrag, dass Frankreich dringend das Scheitern eines Technologie-Giganten benötigt. Konkret bezieht sich Boogar auf den in Schieflage geratenen französisch-amerikanischen Telekommunikations- und Netzwerkausrüster Alcatel Lucent. Die 2006 aus der Fusion eines US-amerikanischen und eines französischen Unternehmens hervorgegangene Organisation mit Hauptsitz in Paris gab in der vergangenen Woche den Abbau von 10.000 Stellen bekannt. Der Firmenchef stellt sogar die Existenz des Unternehmens in Frage.

Boogar sieht in dem Niedergang des Unternehmens vor allem eine dringend notwendige Befreiung der Wirtschaft von der Macht der in Frankreich extrem starken Gewerkschaften, die das kriselnde Land an einer dringend notwendigen Neuerfindung hindern würden. Ein Kommentator seines Artikels beschreibt Alcatel Lucent als “Symbol von allem, was Frankreich in den vergangenen 15 Jahren falsch gemacht hat”. Tatsächlich kann die “Grande Nation” in puncto innovativer Informationstechnologie international noch weniger Akzente setzen als das im IT-Sektor auch nicht sonderlich progressive Deutschland. Stattdessen wird viel proktionisitische Energie in die vor allem medientaugliche Wahrung einheimischer Interessen gesteckt. Amazon, Yahoo und Skype können ein Lied davon singen. » weiterlesen

Kompatibilität:
Der mögliche Einfluss von Sprache auf die Attitüden zum Netz

Sprecher unterschiedlicher Sprachen sehen die Welt mit anderen Augen. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Sprachen bei ihren Anwendern eine größere Kompatibilität mit der digitalen Ökonomie und der vernetzte Welt schaffen als andere.

Wieso ist Deutschland im digitalen Bereich trotz eigentlich idealer Voraussetzungen ein Entwicklungsland? Warum scheinen die USA so viel erfolgreicher darin zu sein, Webunternehmen zum Erfolg zu bringen? Was machen kleine Nationen wie Israel oder Schweden anders als etwa Frankreich oder eben Deutschland? Wieso gelingt es ihnen, mit Internet- und IT-Innovationen global Akzente zu setzen, während die führenden Volkswirtschaften Europas in über 15 Jahren nichts Vergleichbares zustande gebracht haben?

Antworten auf diese Frage lassen sich unzählige nachlesen. Letztlich gibt es wenig Themen, die in hiesigen Netzkreisen in den vergangenen Jahren häufiger debattiert wurden als der schon fast chronisch anmutende Rückstand der Digitalwirtschaft, die Zurückhaltung der Bürger und das stetige Versagen der Politik, an der Misere etwas zu ändern. Doch obwohl momentan Hoffnung geschöpft wird, wirkt es fast so, als seien einige Länder für immer dazu verdammt, dabei zuzusehen, wie andere Kulturen scheinbar ohne Anstrengungen einen Knaller nach dem anderen hervorbringen. Über die Vielzahl der hinlänglich besprochenen Faktoren, die zu dieser Situation geführt haben, soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern um einen möglichen, eher subtilen Aspekt: die Sprache. » weiterlesen

Internetwirtschaft im Wandel:
Duzkultur in Gefahr

Bisher war es in Startup- und Internetkreisen Usus, sich zu duzen. Doch langsam aber sicher scheint sich das “Sie” in die Kommunikation einzuschleichen. Es lohnt sich, bewusst dagegen anzukämpfen.

Duzen oder Siezen?Wer in der Internetbranche und verwandten Industrien tätig ist, der duzt sich – auch wenn man sich zuvor noch nie getroffen hat. Dies galt lange Zeit als unangefochtener Konsens. In der Wikipedia heißt es schön altbacken: “In der Kommunikation per Computer (DFÜ) ist es zumeist selbstverständlich, sich zu duzen, insbesondere für Bereiche, in denen nur junge Leute und Computerfreaks verkehren. In einigen dieser Bereiche gilt das Siezen als eine der stärksten denkbaren Beleidigungen.” Da sich in der Startup- und Webbranche alles um die Kommunikation per Computer dreht und ein Großteil der partizipierenden Personen relativ jung sind, war eine Einbürgerung des Duzens auf breiter Front auch im geschäftlichen Alltag von Onlinefirmen die logische Konsequenz.

Viele Jahre wurden wir im Großteil der Mails an die netzwertig.com-Redaktion ebenfalls geduzt. Doch in letzter Zeit stellen wir eine Veränderung fest. Immer häufiger erhalten wir Siez-Mails. Üblich war dies schon immer bei Mails von PR-Agenturen, woran wir uns gewöhnt hatten. Vermehrt aber beginnen auch die Anfragen von Startups mit einem förmlichen “Sehr geehrtes netzwertig.com-Team” oder “Sehr geehrter Herr…” – selbst wenn sie von Gründern kommen, die gerade erst die Universität verlassen haben. Jüngst erhielt ich eine Mail von einem Twitter-Kontakt. Dieser begann seinen Text damit, darauf hinzuweisen, dass er sicherheitshalber das “Sie” verwende, da er sich unsicher war, ob ein “Du” akzeptabel sei.  » weiterlesen