Thema: Internetwirtschaft

 

Alle 10 Artikel zum Thema Internetwirtschaft auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Hits, Hits, Hits:
Die Internetwirtschaft auf den Spuren der Mainstream-Musikindustrie

Die Internetwirtschaft entwickelt mit ihrer Fokussierung auf Hits immer größere Ähnlichkeiten zur Mainstream-Musikindustrie. Die Parallelen sind bemerkenswert – und könnten auf einen baldigen Wandel hindeuten.

Justin BieberSeit vielen Jahrzehnten ist die Musikindustrie ein “Hit”-Business. Einige wenige Titel erhalten den Löwenanteil der Aufmerksamkeit und generieren die Mehrzahl der Umsätze. Oft handelt es sich dabei nicht um aus künstlerischer Sicht besonders anspruchsvolle, einfallsreiche oder qualitative Produktionen. Nicht mit spezieller Leidenschaft geschriebene und produzierte Songs haben die besten Hit-Aussichten, sondern solche, die den bewährten Formeln des Popmusikgeschäfts folgen, durch massive Marketingpower unterstützt werden oder zum aktuellen Sentiment pop- oder medienkultureller Phänome passen. Barbie Girl, Schnappi oder Gangnam Style sind sicher Extrembeispiele, aber auch sonst finden sich in den oberen Bereichen der Charts traditionell eher wenige wirkliche Klangperlen. Die Musikindustrie heißt nicht umsonst “Industrie”. Ihren größten Akteuren geht es vor allem darum, die Fließbandproduktion von Hits zu perfektionieren, nicht darum, Menschen konsequent mit guter Musik zu verwöhnen. Ich finde, dass die Internetwirtschaft verstärkt auf den Pfaden des Musikgeschäfts wandelt. » weiterlesen

Internetwirtschaft:
Ich hoffe, dass eine Blase platzt

Wieder einmal sehen Beobachter klare Anzeichen für eine sich anbahnende Blase der Internetwirtschaft. Es wäre zu wünschen, dass sie Recht behalten. Eine Korrektur täte der Branche gut.

BubbleSeit 2007 schreibe ich über die Internet- und Startupwirtschaft, und in all den Jahren gab es ein stetig wiederkehrendes Thema in der Technologiepresse: Die Vermutung, die Branche befände sich in einer kurz vor dem Zerbersten stehenden Blase. Doch bis heute hat sich dies nicht bewahrheitet. Entweder, die Blasen-Propheten deuteten regelmäßig die Indizien falsch, oder eine sich tatsächlich bildende “Tech-Bubble” folgte einem anderen, weniger auf das schnelle Platzen hinauslaufenden Lebenszyklus, als man dies während des Dotcom-Booms erleben durfte. Dann wäre die Blase noch immer existent, konnte aber unter dem Schutzmantel einer grundsätzlich gesunden, aus vielen wirtschaftlich agierenden Anbietern und zwei Milliarden Kunden bestehenden Netzökonomie bislang der Entlarvung entgehen. » weiterlesen

Von Finnland und Nokia lernen:
Wenn das Ende eigentlich der Anfang ist

Wenn, wie gerade in Frankreich, ein nationales Vorzeige-Unternehmen der Technologiebranche ins Straucheln gerät, kann dies die Basis für einen wichtigen Neuanfang darstellen. Finnland macht es vor. Deutschland fehlt ein derartiges Ereignis mit Signalwirkung.

Finnland“Manchmal muss es erst richtig krachen, damit sich etwas ändert”. Ich weiß nicht, auf wen dieses Zitat zurückzuführen ist, oder ob es sich um eine simple Volksweisheit ohne spezifischen Urheber handelt. In jedem Fall fällt es schwer, den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu widerlegen. Auf Basis eben dieser Weisheit konstatierte der die französische Startup- und Technologie-Szene beobachtende Blogger Liam Boogar gestern in einem Beitrag, dass Frankreich dringend das Scheitern eines Technologie-Giganten benötigt. Konkret bezieht sich Boogar auf den in Schieflage geratenen französisch-amerikanischen Telekommunikations- und Netzwerkausrüster Alcatel Lucent. Die 2006 aus der Fusion eines US-amerikanischen und eines französischen Unternehmens hervorgegangene Organisation mit Hauptsitz in Paris gab in der vergangenen Woche den Abbau von 10.000 Stellen bekannt. Der Firmenchef stellt sogar die Existenz des Unternehmens in Frage.

Boogar sieht in dem Niedergang des Unternehmens vor allem eine dringend notwendige Befreiung der Wirtschaft von der Macht der in Frankreich extrem starken Gewerkschaften, die das kriselnde Land an einer dringend notwendigen Neuerfindung hindern würden. Ein Kommentator seines Artikels beschreibt Alcatel Lucent als “Symbol von allem, was Frankreich in den vergangenen 15 Jahren falsch gemacht hat”. Tatsächlich kann die “Grande Nation” in puncto innovativer Informationstechnologie international noch weniger Akzente setzen als das im IT-Sektor auch nicht sonderlich progressive Deutschland. Stattdessen wird viel proktionisitische Energie in die vor allem medientaugliche Wahrung einheimischer Interessen gesteckt. Amazon, Yahoo und Skype können ein Lied davon singen. » weiterlesen

Kompatibilität:
Der mögliche Einfluss von Sprache auf die Attitüden zum Netz

Sprecher unterschiedlicher Sprachen sehen die Welt mit anderen Augen. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Sprachen bei ihren Anwendern eine größere Kompatibilität mit der digitalen Ökonomie und der vernetzte Welt schaffen als andere.

Wieso ist Deutschland im digitalen Bereich trotz eigentlich idealer Voraussetzungen ein Entwicklungsland? Warum scheinen die USA so viel erfolgreicher darin zu sein, Webunternehmen zum Erfolg zu bringen? Was machen kleine Nationen wie Israel oder Schweden anders als etwa Frankreich oder eben Deutschland? Wieso gelingt es ihnen, mit Internet- und IT-Innovationen global Akzente zu setzen, während die führenden Volkswirtschaften Europas in über 15 Jahren nichts Vergleichbares zustande gebracht haben?

Antworten auf diese Frage lassen sich unzählige nachlesen. Letztlich gibt es wenig Themen, die in hiesigen Netzkreisen in den vergangenen Jahren häufiger debattiert wurden als der schon fast chronisch anmutende Rückstand der Digitalwirtschaft, die Zurückhaltung der Bürger und das stetige Versagen der Politik, an der Misere etwas zu ändern. Doch obwohl momentan Hoffnung geschöpft wird, wirkt es fast so, als seien einige Länder für immer dazu verdammt, dabei zuzusehen, wie andere Kulturen scheinbar ohne Anstrengungen einen Knaller nach dem anderen hervorbringen. Über die Vielzahl der hinlänglich besprochenen Faktoren, die zu dieser Situation geführt haben, soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern um einen möglichen, eher subtilen Aspekt: die Sprache. » weiterlesen

Internetwirtschaft im Wandel:
Duzkultur in Gefahr

Bisher war es in Startup- und Internetkreisen Usus, sich zu duzen. Doch langsam aber sicher scheint sich das “Sie” in die Kommunikation einzuschleichen. Es lohnt sich, bewusst dagegen anzukämpfen.

Duzen oder Siezen?Wer in der Internetbranche und verwandten Industrien tätig ist, der duzt sich – auch wenn man sich zuvor noch nie getroffen hat. Dies galt lange Zeit als unangefochtener Konsens. In der Wikipedia heißt es schön altbacken: “In der Kommunikation per Computer (DFÜ) ist es zumeist selbstverständlich, sich zu duzen, insbesondere für Bereiche, in denen nur junge Leute und Computerfreaks verkehren. In einigen dieser Bereiche gilt das Siezen als eine der stärksten denkbaren Beleidigungen.” Da sich in der Startup- und Webbranche alles um die Kommunikation per Computer dreht und ein Großteil der partizipierenden Personen relativ jung sind, war eine Einbürgerung des Duzens auf breiter Front auch im geschäftlichen Alltag von Onlinefirmen die logische Konsequenz.

Viele Jahre wurden wir im Großteil der Mails an die netzwertig.com-Redaktion ebenfalls geduzt. Doch in letzter Zeit stellen wir eine Veränderung fest. Immer häufiger erhalten wir Siez-Mails. Üblich war dies schon immer bei Mails von PR-Agenturen, woran wir uns gewöhnt hatten. Vermehrt aber beginnen auch die Anfragen von Startups mit einem förmlichen “Sehr geehrtes netzwertig.com-Team” oder “Sehr geehrter Herr…” – selbst wenn sie von Gründern kommen, die gerade erst die Universität verlassen haben. Jüngst erhielt ich eine Mail von einem Twitter-Kontakt. Dieser begann seinen Text damit, darauf hinzuweisen, dass er sicherheitshalber das “Sie” verwende, da er sich unsicher war, ob ein “Du” akzeptabel sei.  » weiterlesen

Deutschlands träge Digitalwirtschaft:
Das Problem steckt in den Köpfen

Angela Merkel trifft sich heute mit acht Entrepreneuren, um über die Schwierigkeiten der deutschen Webwirtschaft zu sprechen. Das ist ein guter Anfang. Doch das Grundproblem wird sich so nicht lösen lassen: Es steckt in den Köpfen der Menschen in diesem Land.

Illustration: Jörn Schreiber, joern-schreiber.deAm heutigen Montag trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit acht hiesigen Entrepreneuren zum sogenannten “Internet-Gipfel”, um in einem vertraulichen Rahmen die Probleme der deutschen Webbranche zu diskutieren und Lösungsansätze zu skizzieren, mit denen Deutschland seine bisher international gesehen mäßige Position im IT- und Digital-Sektor stärken kann. Die zu dem Treffen geladenen Unternehmer, darunter Lars Hinrichs, Marco Börries, Christophe Maire und Frank Thelen, haben insgesamt 97 Firmen mit zusammen rund 10.000 Mitarbeitern gegründet und mehr als 300 Startup-Investments getätigt.

Auch wenn man an eine derartige Zusammenkunft keine zu hohen Erwartungen haben sollte, so ist sie ein Schritt in die richtige Richtung. Indem sich Merkel einige Stunden Zeit für die Sorgen und Wünsche von Schlüsselpersonen einer der wichtigsten Branchen der nächsten Jahre und Jahrzehnte nimmt, befördert sie die Thematik des chronischen globalen Misserfolgs der deutschen Digitalwirtschaft ins mediale und öffentliche Rampenlicht – genau dort gehört sie hin.

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Facebooks Börsengang:
Die Internetwirtschaft frohlockt

Facebooks Börsengang wird bis zu 1000 Angestellte des Unternehmens zu Millionären machen. Die gesamte Internetwirtschaft profitiert davon.

Die Perspektiven, aus denen man Facebooks angestrebten Börsengang beleuchten kann, sind extrem vielseitig. Nachdem ich gestern einen sich abzeichnenden Interessenkonflikt bei Facebook-Aktien erwerbenden Tech-Bloggern und -Journalisten beschrieb, möchte ich an dieser Stelle noch einen anderen, äußerst spannenden Aspekt des IPO erwähnen: die Auswirkungen auf die Technologie- und Internetwirtschaft.

Rund fünf Milliarden Dollar möchte Facebook am Aktienmarkt erlösen – und wird auf diese Weise nach Expertenschätzungen mindestens 1000 neue Dollar-Millionäre schaffen. Neben Firmenchef Mark Zuckerberg, seinem Führungsteam und Investoren gehören hauptsächlich frühe Facebook-Angestellte zu den Profiteuren. Diese wurden nämlich bei ihrer Rekrutierung mit Aktienoptionen ausgestattet.

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Berlin, London, Zürich:
Was macht eine Stadt
zum Startup-Mekka?

Was braucht ein Ort, um Startups ein gutes Umfeld zu bieten? Wir wagen den Vergleich Berlin/Zürich.

Startup City (Quelle: istock)

Zum ersten Mal überhaupt gibt es Alternativen zu Amerika, was den Standort von Web-Startups angeht. Die deutsche Hauptstadt zum Beispiel. Selbst TechCrunch schreibt, dass Berlin als Startup-Standort derzeit kaum schlagbar sei und den Hotspot London hinter sich gelassen habe.

Kann die Schweiz hier mithalten mit dem Standort Zürich? Wir listen die Vorteile von Berlin auf und fragen uns, wie allgemein sie sind.

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Entrepreneur und Investor Jan Henric Buettner:
“Der Internetwirtschaft steht
eine harte Zeit bevor”

Startup-Gründer sollten jetzt noch ausstehende Finanzierungsrunden abschließen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um einen bevorstehenden Abschwung der Webwirtschaft zu überstehen. Das sagte der erfahrene Internetmanager und Investor Jan Henric Buettner auf dem European Pirate Summit.

Die Stimmung beim gestrigen European Pirate Summit in Köln war größtenteils ausgelassen und entspannt. Nur einmal sorgte ein Speaker dafür, dass bei den 200 anwesenden, piratentypische Risikofreude und Kreativität mitbringenden Gründern, Geldgebern und Startup-Experten das Lächeln aus dem Gesicht verschwand:

Jan Henric Buettner, einstmals verantwortlich für den Aufbau von AOL Europe, danach Chef von AOL Deutschland, heute Investor und Partner beim von ihm gegründeten kalifornischen Venture-Capital-Unternehmen BV Capital (u.a. CityDeal, kaufDa, Groupon), beantwortete Fragen aus dem Publikum und kam dabei auf die Verfassung der Internetwirtschaft im Angesicht einer um sich greifenden Euro- und Schuldenkrise zu sprechen.

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Startup-Ökosystem:
Warum Tech-Cluster wichtig sind

Die Meinungen über das jüngste Aufblühen von Berlin als Startup- und Tech-Cluster gehen auseinander. Doch es gibt gute Gründe, die für die regionale Konzentration der Branche an einem Ort sprechen.

Grafik: 6WunderkinderEiner der entscheidenden Vorteile der US-amerikanischen Internetwirtschaft ist die Existenz von zwei Ballungsräumen, in denen sich ein großer Teil der Branchenakteure konzentrieren. Zum einen handelt es sich hierbei um die Gegend zwischen Silicon Valley und dem benachbarten San Francisco (bekannte Anbieter von dort sind Google, Apple, Facebook sowie Twitter), und zum anderen um New York – eine Stadt, die bisher eher für ihre Werbeindustrie bekannt war, in den letzten Jahren aber diverse Startups von internationaler Bedeutung hervorgebracht hat (wie foursquare, Tumblr oder Etsy).

Europa fehlt bisher ein mit dem Silicon Valley vergleichbarer Tech-Cluster. Stattdessen besitzt jedes Land einen oder mehrere eigene Hotspots, an dem sich Webfirmen, Investoren und Entwickler bevorzugt ansiedeln. In Großbritannien ist dies London, in der Schweiz Zürich, in Österreich Wien und in Deutschland waren es bisher gleich mehrere Städte.

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