Thema: Daten

 

Alle 10 Artikel zum Thema Daten auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Manipulation der Konsumenten:
Die dunkle Seite der Daten

Menschen handeln nicht immer in ihrem eigenen besten Interesse. Unternehmen versuchen seit langem, diese Schwäche für eigene Zwecke zu nutzen. Im Datenzeitalter erhalten sie ihre große Chance.

WillenskraftDaten sind das neue Öl. So lautet eine in unserer Zeit häufig zu vernehmende Parole, welche die maßgebliche Bedeutung von Daten als Rohstoff der digitalen Welt und Wirtschaft beschreibt. Zurecht. Daten verändern alles und können sich in vielerlei Form positiv auf den Alltag von Menschen und Unternehmen auswirken. Doch Daten besitzen auch eine Schattenseite. “Für amerikanische Schnüffler ist Big Data wie Crack”, konstatierte der Publizist und bekannte Netzkritiker Evgeny Morozov jüngst in der FAZ. Morozov, aufgrund seiner einseitigen, hochgradig medien- und feuilletonwirksamen Betrachtungweise des digitalen Wandels selbst nicht unumstritten, erläutert in dem lesenswerten, wie für ihn üblich dystopischen Beitrag die Nachteile des Datenkonsums. Man mag von Morozov halten was man will – seine Argumentation, gemäß der die Kommerzialisierung von Daten viele nicht wünschenswerte Nebeneffekte für Gesellschaft und Demokratie mitbringt, regt zum Nachdenken an.

Morozov blickt in seinem Text durch eine kollektive Brille auf das große Ganze und die Zukunft der Demokratie. Doch die Konsequenzen des zunehmenden Datenfokus könnten auch für das autonome Individuum zu einem Problem werden. Denn mit der Erkenntnis, dass sich vermeintlich individuelle, einzigartige Persönlichkeitsmerkmale unter Voraussetzung eines hinreichend großen Datenpools aus strukturierten Informationen über Verhaltensweisen und Interessen probemlos qualitativ und quantitativ auswerten und zu hochgradig genauen Personenprofilen machen lassen, bricht ein Konflikt aus, dessen Folgen schwer absehbar sind. Auslöser für diesen Konflikt ist eine spezifische menschliche Eigenschaft: » weiterlesen

Big Data:
Schatzsuche ohne Karte

Mit dem Aufkommen des Themas Big Data gibt es die Tendenz, traditionelle Methoden der Wissenserzeugung zu vernachlässigen und sich auf Fakten zu beschränken. Doch ohne diese traditionellen Methoden wird es nicht gehen. Nur mit einer Vorstellung davon, was man überhaupt sucht, kann man sinnvolle Ergebnisse generieren.

SchatzkarteRalf Wienken ist technischer Redakteur. Er ist verantwortlich für den Bereich technische Kommunikation der X-info Wieland Sacher GmbH

Früher, in einem anderen Leben, war ich Soziologe. Um Soziologe zu werden, ließ es sich nicht vermeiden, Statistikseminare zu besuchen. In diesen Seminaren war es ein gern benutzter Witz, die Anzahl der Geburten mit der Anzahl der Störche zu korrelieren, d.h. man behauptete, dass die Zahl der Geburten und der Störche zusammen steigt oder fällt. Egal ob das stimmte oder nicht, man bekam direkt den Unterschied zwischen Korrelation und Ursache vor Augen geführt: eine existierende Korrelation zwischen zwei Werten heißt noch lange nicht, dass ein Wert die Ursache des anderen Werts ist. Niemand behauptete, dass die Anzahl der Störche die Ursache für die Anzahl der Geburten ist, und trotzdem existiert eine statistische Beziehung zwischen den beiden Werten. » weiterlesen

Die Zukunft digitaler Musik:
Streamingdienste vergüten Künstler mit Hörerdaten

Es gibt viele Zweifel an der Nachhaltigkeit von Musikflatrates. Ein neuer Streamingdienst will die Interessen der Künstler stärker berücksichtigen und sie mit Hörerdaten versorgen. Das Modell könnte Schule machen.

Fragt man Künstler nach der aktuellen Lage ihrer Branche, erhält man unterschiedliche Antworten. Die einen beklagen die Inflation der Musik im digitalen Zeitalter, die damit verbundene gesunkene Zahlungsbereitschaft für einzelne Titel und Alben und die daraus folgenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Andere freuen sich über neue Möglichkeiten zum Selfpublishing und zur Schaffung einer loyalen globalen Anhängerschaft, die Fanutensilien kauft, Konzerte besucht und damit die Kassen klingeln lässt. Wie auch immer Interpreten und Songschreiber aber zum dem durch die Digitalisierung verursachten Wandel der Musikindustrie stehen, so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den Zustand zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Denn die Uhren lassen sich nicht mehr zurückdrehen. Haben Hörer erst einmal sofortigen, parallelen Zugang zu Millionen Titeln erhalten – sei es über eigene MP3-Sammlungen, illegale Tauschbörsen oder legale Streamingdienste – so kann man sie später nicht wieder mit “Album” genannten hochpreisigen Songbündeln abspeisen, bei denen zwei oder drei Meisterwerke von neun Lückenfüllern begleitet werden.

Doch auch für alle Musiker, die der nun seit rund 15 Jahren anhaltenden Entwicklung skeptisch gegenüber stehen, gibt es Grund für Optimismus und die Annahme, dass die Branche sich derzeit lediglich in einer für manche schmerzvollen Übergangsphase befindet, die nach und nach aber die Sicht auf neue Monetarisierungsformen und Geschäftsansätze für Künstler aller Professionalitätslevels freigibt. Ein Blick auf die Pläne des kommenden Musikstreamingdienstes Beats Audio signalisiert, dass selbst diejenigen Künstler, die sich als Verlierer der Evolution digitaler Musik sehen, besseren Zeiten entgegenblicken können. » weiterlesen

Daten aufbewahren oder vernichten:
Was die Popularität von Snapchat bedeutet

Eigentlich herrscht Konsens: In Zukunft speichern Anwender einfach alle von ihnen produzierten Daten, anstatt sie vorab auszumisten. Doch der Erfolg von Snapchat signalisiert, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Speicherpreise sinken seit langem. Je günstiger das Gigabyte wird, desto weniger müssen wir darüber nachdenken, welche Daten wir wirklich für die Zukunft benötigen. Stattdessen wird einfach alles prophylaktisch aufbewahrt, entweder lokal oder zunehmend in der Cloud. Intelligente Suchalgorithmen sollen dafür sorgen, dass wir die in einem bestimmten Moment benötigten Informationen finden. “Big Data” heißt der Oberbegriff für diese Entwicklung. Wie Facebook, Instagram, Dropbox und Google+ Nutzer dazu bewegen, einfach jedes Foto erst einmal auf Onlineservern abzulegen, fällt ebenfalls in diese Kategorie. Nach dem Motto “Wenn unbegrenzt Platz vorhanden ist, wieso sollte man dann Dinge wegschmeißen?”.

In diesem Lichte kommt dem Anfang der Woche beschriebenen Aufstieg der Foto-App Snapchat eine ganz besondere Bedeutung zu: Denn die Smartphone-Anwendung bewegt sich mit ihrem ungewöhnlichen Konzept der nach einigen Sekunden sich selbst zerstörenden Fotos und Videos in eine entgegengesetzte Richtung. Die Zahl von 50 Millionen täglich versendeten “Snaps” durch die vornehmlich junge Anwenderschaft verdeutlicht dabei, dass eine echte Nachfrage nach visuellen Botschaften mit Haltbarkeitsdatum besteht.

» weiterlesen

Personalisiertes Magazin The Taploid:
Klatsch und Tratsch über
die eigenen Facebook-Freunde

Das US-Startup The Taploid hat ein personalisiertes Magazin entwickelt, das humoristische Beiträge mit Klatsch und Tratsch über die eigenen Facebook-Freunde publiziert. Dafür analysiert es Profilinformationen und Verhaltensmuster.

Facebooks eine Milliarde Nutzer hinterlassen enorme Mengen an Daten bei dem sozialen Netzwerk. Nicht nur solche, die sie explizit als Informationen über sich in ihrem Profil veröffentlichen, sondern auch Angaben, die sich aus ihren Aktivitäten auf der Plattform ergeben und Aussagen über Präferenzen, Interessen, Nutzungsmuster und die Stärke ihrer Bindung zu einzelnen Kontakten machen. Charakteristisch für viele der heutigen, datenintensiven Onlineservices ist, dass nur ein Bruchteil der vorhandenen Informationen über Anwendern tatsächlich ausgewertet und nutzbar gemacht wird. In der Regel geschieht dies hinter den Kulissen zum Zwecke einer optimierten Werbevermarktung. Doch auch für User lassen sich interessante Einsichten präsentieren, die erst ans Tageslicht kommen, wenn einzelne Datenarten analysiert, aggregiert und miteinander in Verbindung gesetzt werden. Beispiele sind statistische Auswertungen des persönlichen Facebook-Profils oder der internationalen Kontaktnetzwerke von Menschen in spezifischen Ländern.

Ein junges Startup aus San Francisco versucht sich nun an einer ganz eigenen Art, persönliche Daten und sich aus diesen ergebene Zusammenhänge für Anwender aufzubreiten: The Taploid nennt sich der Dienst, eine Art persönliches Boulevardmagazin mit Klatsch und Tratsch über die eigenen Facebook-Kontakte. Nachdem ich eine Woche auf eine Einladung zu dem Angebot gewartet habe, konnte ich es am Wochenende endlich ausprobieren.

» weiterlesen

Linkwertig:
Klone, Gema, Visualisierungen, Daten

Klone
Oh nein: Deutsche Startups klonen nicht nur, sie werden auch geklont:

Neben der Unternehmensidee, dem optischen Erscheinungsbild und dem Firmennamen kopierten die unbekannten Russen auch ein Präsentationsvideo

» Ein Klon jagt den anderen

 -

Gema
Die Gema arbeitet weiterhin an ihrem Image und forderte einzeln die Listen der in 36 000 Kitas gesungenen Weihnachtslieder ein. [Nachtrag: Hier ist uns ein Fehler unterlaufen - der Artikel ist knapp zwei Jahre alt. Wir bitten um Entschuldigung]

In dem Schreiben wurden die Kitas aufgefordert, genau aufzuschreiben, welches Lied von welchem Komponisten und von welchem Musikverlag sie kopiert und verteilt haben.

» Gema verlangt Geld für Weihnachtslieder

 -

» weiterlesen

Linkwertig:
hub:raum, Heureka, Startups, Daten

Inkubator
Spät aber doch startet auch die Telekom mit dem hub:raum einen Inkubator.

Bei hub:raum finden ambitionierte Gründerteams konkrete Unterstützung durch ein erfahrenes Team und können ihre Geschäftsideen vergleichbar einem Brutkasten weiter entwickeln und mit maximalen Erfolgsaussichten an den Markt bringen.

» hub:raum

 

Startups
Apropos Startups: auf der Heureka-Konferenz gab Sebastian Siemiatkowski angehenden Startups gute Tipps. Wichtig ist der Arbeitswille und dass man nicht jedem Trend auf TechCrunch folgt. Ein Koch verwendet ja auch nicht in einem Gericht jede mögliche Zutat.

“Würden wir jedem Trend folgen, könnten wir nie etwas von Wert liefern.”

» Arbeit, Arbeit, Arbeit

 

» weiterlesen

Debatte zu Facebooks “Frictionless Sharing”:
Differenzen über die
Bedeutung von Daten

Mit Verspätung hat Facebooks vor zwei Monaten vorgestelltes “Frictionless Sharing” in dieser Woche für eine breite Debatte gesorgt. Es geht dabei im Kern darum, welche Daten wem Nutzen stiften.

Anfang Oktober beschrieb ich in diesem Artikel, wieso Facebooks mit den neuen Open Graph Apps eingeführtes “Frictionless Sharing” – zu Deutsch “”reibungsloses Teilen” – nach meinem Empfinden eine schlechte Idee ist. Das grundsätzliche Prinzip: Applikationen, denen Facebook Zugriff auf die neue Schnittstelle gestattet, können (nach einmaliger Einwilligung des Anwenders) automatisiert Nutzeraktivitäten zu dem Social Network schicken, die dort auf verschiedene Weise dargestellt und aggregiert werden.

Mein entscheidender Kritikpunkt an dem System: Nicht jedes konsumierte Musikstück, Onlinevideo oder Contentelement möchten wir automatisch anderen empfehlen, weshalb sich die Nutzung dieser Daten als Qualitätsfilter und Personalisierungsinstrument in Grenzen hält.

» weiterlesen

Wer weiß was über die Nutzer:
Die wirkliche Datenkrake
heißt Amazon

Google, Facebook und vielleicht auch Apple bereiten Datenschützern Kopfschmerzen. Aber sie vergessen einen großen Konzern im Internet, der viel sensiblere Informationen über uns hat als alle anderen: Amazon.

Datenschützer möchten uns davor schützen, dass unsere persönlichen Daten zu einem späteren Zeitpunkt gegen uns verwendet werden. Der Mensch im Allgemeinen lässt sich sehr leicht beeinflussen (abgesehen von netzwertig.com-Lesern natürlich). Marketingstrategen wissen wie es geht. Es haben sich ganze Wissenschaften darum gebildet, wie Menschen sich durch Werbung und Informationen beeinflussen lassen.

Der Schlüssel zum Erfolg eines Werbers sind Daten und zwar solche, die Datenschützer lieber schneller gelöscht sehen würden, als andere das Wort Datenschutz aussprechen können. Je persönlicher diese Daten sind und je mehr sie unseren emotionalen Vorlieben entsprechen, desto besser eignen sie sich, um bei uns einen Kaufimpuls auszulösen.

» weiterlesen

Uberblic:
Berliner Datenmarktplatz
will die USA erobern

Uberblic will etablierten Unternehmen und Webentwicklern dabei helfen, aus verschiedenen Quellen im Netz bezogene Informationen abzugleichen und auf intelligente Weise zu kombinieren. Seinen wichtigsten Markt sieht das Berliner Startup in den USA.

In den USA gehören offene Entwicklerschnittstellen (APIs) zum Standardrepertoire aufstrebender Startups und tauchen trotz ihres stark technischen Charakters als Produktmerkmal oft zentral in der Außendarstellung junger Webfirmen auf. Im deutschsprachigen Raum hingegen fristen APIs eher ein Nischendasein. Mitunter entsteht gar der Eindruck, dass hiesige Startups gänzlich auf derartige Schnittstellen verzichten – ein Trugschluss, welcher der allgemein geringen Beachtung des Themas geschuldet ist.

Umso bedeutsamer ist es, wenn sich eine junge Firma aus Deutschland vollkommen den APIs verschreibt: So wie Uberblic, ein Startup aus Berlin, das eine Lösung entwickelt hat, um einen Abgleich zwischen verschiedenen im Netz verfügbaren Entwicklerschnittstellen durchzuführen und Webdiensten sowie Firmen auf diese Weise bei der intelligenten Nutzbarmachung dieser Daten unter die Arme greift.

» weiterlesen