Verwandt.de:
Deutschlands neuer Web-2.0-Liebling

verwandt.gifDer Sonntag ist dafür da, sich zu entspannen und zurückzulehnen. Genau das mache ich jetzt auch – während ich über Verwandt.de schreibe, einen Dienst, bei dem User kostenlose Stammbäume anlegen können. Vor knapp einem Monat erläuterte ich die Viralität solcher Stammbaumdienste. Es ist also gar nicht so wunderlich, dass sich Verwandt.de drei Wochen nach dem offiziellen Start zu einem Web-2.0-Liebling der deutschen Onlinemedien entwickelt hat. Durchweg positive Berichte und Nennungen gab es unter anderem bei Spiegel Online, Handelsblatt, Netzzeitung, Golem, Readers Edition, connect und RP Online. Entsprechend groß war der Ansturm. » weiterlesen

Don Alphonso :
“Nicht pauschalisiert”

In der Kommentarspalte schon ausführlich abgehandelt, hier nochmals die “Berichtigung”, wie sie auch die Sonntagszeitung auf Rainer Meyers Intervention hin abgedruckt hat, zum Text “Schwätzer gegen Wadenbeisser” (online noch ohne die Korrektur des Namens und die Entgegnung von Don Alphonso):

“BERICHTIGUNG

In dem Artikel «Schwätzer gegen Wadenbeisser» in der Ausgabe vom 8. Juli berichtete die SonntagsZeitung, der in der deutschen BloggerSzene als «Don Alphonso» bekannte Journalist Rainer Meyer (im Artikel fälschlicherweise als Meier geschrieben) habe seine Standeskollegen pauschal als «zynische Dreckschweine» bezeichnet. Meyer legt Wert auf die Feststellung, dass er diese Betitelung nicht pauschal an alle Journalisten gerichtet, sondern im Zusammenhang mit käuflichen Medizinjournalisten verwendet habe.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Web-2.0-Quartett:
Autokarten waren gestern

Das Web 2.0 ist mehr als ein boomender Markt. Für viele ist es auch Hobby, Unterhaltung und sehr viel Spaß. Passend dazu bietet webquartett die Möglichkeit, sich sein individuelles Web-2.0-Kartenspiel zusammenzustellen. Zur Wahl stehen 53 deutsche Internet-Startups von A wie autoki bis Y wie Yigg, aus denen man sich sein Wunschquartett mit 32 Web-2.0-Unternehmen bestellen kann. Wer dazu zu faul ist, findet vielleicht in der Liste der von anderen Nutzern zusammengestellten Kartenspiele seinen Favorit. Und dann heißt es nur noch: Bayanoo gegen Qype, smava gegen Webnews, netmoms gegen Tripsbytips… Der Preis für das Vergnüngen: 7,99 Euro.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

“Consumerization of IT”:
Innovation von unten

Unter CIOs (Chief Information Officers) ist Unruhe ausgebrochen. In immer mehr Unternehmen macht sich unkontrolliert Technologie breit, die aus dem Konsumentenumfeld kommt und die man eigentlich nicht in der Firma haben will. Findet zumindest die Informatikabteilung.

“Consumerization of IT” nennen das die Analysten. Gemeint ist: Immer mehr Leute sind von der Leistungsfähigkeit ihrer heimischen PCs und privat genutzten Internetdienste so angetan, dass sie sich fragen, warum sie sich am Arbeitsplatz mit altersschwachen Rechnern und grauenvoller Grosskonzernsoftware herumschlagen müssen. Und statt sich zu ärgern, bringen sie halt die private Technologie mit an den Arbeitsplatz.

Klassisches Beispiel: Google und Yahoo bieten Konsumenten inzwischen Mailaccounts an, die gratis 2GB Kapazität bieten. Die Outlook-Mailbox am Arbeitsplatz ist hingegen oft auf 150MB oder noch weniger begrenzt. Wer oft grosse Dateien verschickt — und wer tut das heute nicht? — stösst da schnell an Grenzen. Immer mehr User behelfen sich damit, die grossen Files halt schnell per Web über Gmail zu versenden. Dass dadurch teilweise vertrauliche Unternehmensdaten fröhlich im Internet herumschwirren, stört sie nicht weiter. » weiterlesen

Noch ein Social Network für Studenten – sogar mit Chancen

studinet1.jpgJedem, der momentan plant, ein Social Network für Studierende auf die Beine zu stellen, würde man wohl sofort abraten. Der Markt ist aufgeteilt und nahezu gesättigt. International dominiert Facebook, in Deutschland und Europa ist studiVZ der Big Player. Trotz Funktionsarmut wächst die Holtzbrinck-Community unaufhörlich. Die reine Masse der registrierten User macht es. Und doch versucht es mit studi.net nun noch ein neuer Anbieter, Studierende in sein Social Network zu locken. Im Gegensatz zu den vielen Imitaten der beiden erfolgreichsten Studenten-Netzwerke geht der Dienst aus Marburg dabei eigene Wege und macht das sogar ziemlich gut. » weiterlesen

Das Aus für Webradios

Seit gestern ist das Webradio in den USA akut vom Aussterben bedroht: Extreme Tantiemenforderungen der Musikindustrie machen die grösste Plattform für unbekannte Künstler kaputt.

Ein Appellationsgericht für den District of Columbia in den USA hat gestern die Berufung verschiedener Web-Radio-Organisationen sowie des National Public Radio (NPR) gegen extreme Erhöhungen der Sendetantiemen für kommerzielle Musik durch das “Copyright Royalty Board” abgelehnt. Damit würden ab Sonntag die Gebühren für das öffentliche Abspielen von geschützten Musikstücken (wozu das Webcasting auch gehört) um bis zu 1200 Prozent teurer, und das teilweise rückwirkend. Webradios müssten ausserdem 500 Dollar pauschaler Jahresgebühr bezahlen. Die Anpassungen wurden initiiert von SoundExchange, einer Organisation der Musikindustrie.

Nach Ansicht der Webcaster würde das den Untergang zahlreicher kleiner Webcasting-Betriebe bedeuten, die derzeit rund 7 Millionen Zuhörer via Internet meist mit Sparten-Musikprogramme bedienen.

Die grössten Musikdienste wie Yahoo, Pandora und andere, schreibt die Washington Post, könnten sich die Gebühren zwar problemlos leisten. Viele der kleinen Stationen und Hunderte von Hobby-Discjockeyes müssten ihren Laden dichtmachen – oder haben das schon getan.

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Die erfolgreichsten Internetunternehmen des ersten Halbjahres 2007

Der englischsprachige Blog Read/WriteWeb fragt seine Leser in dieser Woche nach dem Internetunternehmen, das sie in der ersten Hälfte 2007 am meisten beeindruckt hat. Bisher beteiligten sich etwas mehr als 700 zumeist aus den US stammende Nutzer. Das Ergebnis:

Facebook 31 % (225 Stimmen)
Google 28 % (204 Stimmen)
Apple 17 % (121 Stimmen)
Adobe 5 % (36 Stimmen)
Yahoo 4 % (30 Stimmen)
Microsoft 4 % (27 Stimmen)
Sonstige 4 % (27 Stimmen)
Mozilla 3 % (25 Stimmen)
Amazon 3 % (21 Stimmen)
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Kurz und falsch informiert

NZZ Online Tour de France 2
nzz.ch, Stand: 20:15 Uhr (Ausschnitt Hauptseite, Einfärbung: medienlese.com)

Wir empfehlen dazu diesen am 20.04.2007 auf NZZ Online erschienen Artikel.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wo stehen wir eigentlich in der Internet-Welle?

Derzeit beschäftige ich mich beruflich gerade stark mit webbasierter Unternehmenssoftware, auch “Software as a Service” (SaaS) gennant. Dieser einst sehr kleine Sektor hat sich gut entwickelt. Pioniere wie Salesforce.com sind inzwischen zu stattlichen Konzernen herangewachsen, und die grossen Player wie Microsoft, SAP und Oracle versuchen mitzuhalten. Selbst Google ist mit Google Apps sehr aktiv. Webbasierte Applikationen werden also zunehmend zu einem wichtigen Teil des Internet-Ökosystems.

In diesem Zusammenhang habe ich mich oft gefragt, ob es historische Parallelen zu dieser Innovation gibt. Bekanntlich wiederholt sich die Geschichte ja nicht, aber oft gibt es doch vergleichbare Entwicklungspfade. Gerade in der Innovationsforschung sind diverse Muster bekannt: Disruptive Technologien, Adoptionskurven, Durchsetzung dominanter Designs usw. Obwohl man trotz dieser Erkenntnisse die Zukunft eines Marktes natürlich nicht genau voraussagen kann, geben solche Analysen doch ein paar interessante Einblicke in mögliche Entwicklungen.

Die letzte grosse Welle in der IT-Branche vor dem Internet war natürlich der Aufstieg des Personal Computers und die vielen daraus folgenden Entwicklungen. Ich habe darum mal versucht, die wichtigsten Phasen und Schlüsselereignisse dieser letzten Welle aufzuzeichnen. Die Achse “Marktdurchdringung” ist nur qualitativ zu verstehen und dient zur Illustration.

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Nach einer rein experimentellen Phase in den frühen siebziger Jahren erlebte der PC den Durchbruch mit dem Apple II und der ersten Killerapplikation, dem Spreadsheet Visicalc. 1981 brachte IBM seinen PC heraus und damit das erste Produkt, das auch Mainstream-Kunden (d.h. IT-Abteilungen) problemlos kaufen konnten, weil es eben vom existierenden Hoflieferanten stammte.

Nach einer Krise Mitte der Achtzigerjahre brachte Microsoft mit Windows 3.x schliesslich die Softwaregeneration heraus, die den Massenmarkt wirklich eroberte. In Zahlen: 1990 waren noch ca. 100 Mio. PCs weltweit im Einsatz, heute sind es deutlich über eine Milliarde. Für 2015 rechnen Experten bereits mit 2 Milliarden PCs.

Interessant ist aber, was direkt danach geschah: Mit der Client-Server-Technologie etablierte sich die heute noch dominierend Plattform für Unternehmenssoftware: Ein “Fat Client” auf dem (typischerweise Windows-basierten) PC greift auf Funktionalität auf einem Server irgendwo im Unternehmensnetzwerk zu. Und erst diese Kombination fuehrte wirklich zu einem grossen Wachstum der PC-Softwarebranche, wie die folgende Grafik zeigt:

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Roger Köppel steht zu seinem Angestellten Christoph Mörgeli

Weltwoche-Inhaber und -Chefredaktor Roger Köppel hält die Frage, ob es richtig ist, wenn ein Aushängeschild einer nationalen Partei zusammen mit seinem Stellvertreter Interviews führt, für eine Seldwyla-Debatte.

Blenden wir zurück: Am 30.06.2007 fragten wir uns, ob denn die Weltwoche noch unabhängig ist. Denn sie lässt einen führenden Politiker zusammen mit dem stellvertretenden Chefredaktor, Markus Somm, Interviews führen. Damals zweifelten wir noch, ob es sich bei Christoph Mörgeli überhaupt um den bekannten SVP-Exponenten handelt oder um einen Namensvetter.

Unsere damalige Mailanfrage hat Roger Köppel nicht beantwortet. Aber René Worni von der Werbewoche war so nett, und hat nochmals gefragt, wie denn das ist mit dem redaktionellen Mitarbeiter Christoph Mörgeli:

Das nimmt man Ihnen ab? Auch wenn Bundesrat Blocher bei Ihnen im Blatt schreibt, oder wenn SVP-Chefideologe Mörgeli als nunmehr redaktioneller Mitarbeiter Interviews führt?

Roger Köppel sieht keine Probleme:

Ich kann doch den hervorragenden Kolumnisten Mörgeli nicht einfach deshalb boykottieren, weil er in der SVP ist. Sollte ich ihn zu einem FDP-Beitritt überreden? Das Gleiche beim brillanten Formulierer Bodenmann. Ist er in der falschen Partei? Das sind Seldwyla-Debatten. Dorfmusik eins gegen Dorfmusik zwei. Da muss die Weltwoche darüber stehen.

Seldwyla? Seldwyla ist eine fiktive Kleinstadt. Und ein in der Schweiz oft genutzter Begriff, wenn es darum geht, irgendwelche Fragestellungen oder Diskussionen als belanglos zu bezeichnen. Er geht zurück auf die Novellensammlung “Die Leute von Seldwyla” von Gottfried Keller.

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