Im Test:
IQstyle

Wir versuchen uns an einer neuen Rubrik und testen jeweils eine Ausgabe eines Medienprodukts ausführlich. Zuerst an den Start darf IQstyle, eine Zeitschrift für Leute, die von sich glauben, sowohl Stil als auch einen wie auch immer gearteten IQ zu haben.

IQ Style Emily Haines

Im Test ist die Juliausgabe, eine Jubiläumsausgabe, weil es sich dabei um die hundertste IQstyle handelt.

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medienlese – der Wochenrückblick

Der Niedergang vieler Publikationen des Ringier-Verlags auf dem Schweizer Markt war Thema in der NZZ (online) und in der Weltwoche (nur für Abonnenten online). Als Beispiel dafür gilt der seit Wochen und Monaten sowohl gedruckt als auch online ohne Chefredaktor dahinsegelnde Blick, eine vom Einnahmen-Star zum Sorgenkind gewandelte Boulevardzeitung mit dahinsterbenden oder aus der werberelevanten Zielgruppe herausfallenden Lesern (mehr hier). Eine Teilschuld daran wurde von beiden Blättern der Stelle der publizistischen Beratung ohne Verantwortung in der Person von Frank A. Meyer gegeben. Die Weltwoche schrieb: “Meyer amtet quasi als Minister ohne Portefeuille – und ohne Verantwortung. Seine Macht ist informell: Keiner hat besseren Zugang zu Michael Ringier. Und darum kann FAM, so sein Branchenkürzel, faktisch über Anstellungen oder Entlassungen von Chefredaktoren entscheiden – und sogar von Leuten, die ihm formell übergeordnet sind.” Ringier-intern erwarte man “schon übernächstes Jahr rote Zahlen für den Blick”. FAM wurde derweil von der Welt beobachtet, wie er Daniel Cohn-Bendit am Ende eines einstündigen Interviews “fast auf dem Schoß saß”, denn Meyer habe die Angewohnheit, nach jeder Frage, die er stelle, “dem Gesprächspartner ein kleines bisschen mehr auf die Pelle” zu rücken. Während des Gesprächs soll FAM DCB einen “hübschen Knaben” genannt haben. Ségolène Royal soll er als “Frau, mit der man vielleicht sogar etwas haben möchte” bezeichnet haben. Auch der Sonntags-Blick hatte Probleme. Züricher Obergericht SonntagsblickEine Zürcher Zeitung, die in einem Bericht von einem “Züricher Obergericht” schreibt, tut vielleicht ganz gut daran, die Artikel nicht mehr selbst zu schreiben, sondern diese Arbeit Prominenten zu übertragen.

“Das Medienkomitee der Taliban beobachtet europäische Diskussionen, um dann darauf Einfluss zu nehmen” erzählte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, der ARD-Tagesschau: “Man muss sich vorstellen, da sitzt ein Mann mit Bart und Mobiltelefon im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und schafft es mit wenigen Anrufen am Samstagvormittag ganz Deutschland in Aufregung zu versetzen. Das darf nicht sein. Das kann nicht sein”. Ob das einen Zusammenhang hat mit diesem hier schön dokumentierten Debakel der Nachrichtenagenturen?

Die Wikipedia enthüllte Fehler in der Encyclopaedia Britannica und 50 Cent forderte eine Million Dollar Schadenersatz, weil er sich missbräuchlich für Werbung verwendet sah. Die Titanic präsentierte die Forbes-Liste der sechs ärmsten Menschen der Welt sowie Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Auf einen Joint mit Mark-Stefan Tietze. Der Schweizer Landessender Beromünster stand kurz vor seiner Stillegung und Journalistinnen des Tagesspiegels (Stefanie Flamm und Verena Mayer) fragten die Romanautorin Zadie Smith, warum sie ihre Charaktere schwarz sei seien. Frau Smith antwortete: “Was ist denn das für eine Frage? Warum bin ich schwarz? Warum sind Sie weiß?

(Bild: Screenshot blick.ch)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

SeeqPod:
Kann eine Musiksuchmaschine noch besser sein?

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Am Donnerstag widmete sich der Blog Read/WriteWeb in einem ausführlichen Review der neuen Musiksuchmaschine SeeqPod. Was diese aus dem einfachen Prinzip des Suchens nach Songs im Netz macht, ist beeindruckend. Für mich ist SeeqPod der aus Usersicht bisher innovativste Web-2.0-Dienst dieses Jahres. Wie bei MediaMaster, meinem bisherigen Favoriten 2007, ist es damit erneut ein auf Musik ausgerichteter Anbieter, der einen ins Staunen versetzt. » weiterlesen

Flirten im Web 2.0:
Einladungen für iminlikewithyou

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Heute ist Freitag und da gibt es etwas “Exotisches”. Ich hatte vor einiger Zeit iminlikewithyou ausprobiert. Die Seite mit dem skurilen Namen überträgt das Prinzip des “jemanden einen Drink spendieren” ins Web 2.0. Doch statt um Getränke geht es hier um Gebote auf die Favoritin oder den Favoriten. iminlikewithyou basiert auf kleinen Fragespielchen, die sich ein Mitglied ausdenkt. Ein Beispiel: “Du bist der einzige Überlebende nach einem Flugzeugabsturz und strandest auf einer einsamen Insel. Was würdest Du als mein Geliebter/ meine Geliebte tun, um mich zu retten.” » weiterlesen

MySpace:
ein Drittel der Nutzer inaktiv?

myspace.gifMySpace-Manager Travis Katz, verantwortlich für das internationale Geschäft des größten Social Networks der Welt, ist in letzter Zeit gleich mehrfach mit der mutigen Vision in Erscheinung getreten, MySpace möchte in zwei Jahren Deutschlands größte Internetseite sein. Erst sprach er mit der FAZ, dann gab er dem FOCUS ein Interview und schließlich kam auch das Handelsblatt zum Zug. Der Tenor: MySpace wird weiter wachsen und hat mehr als 180 Millionen Nutzer weltweit, vier Millionen davon in Deutschland. Entgegen der allgemein verbreiteten Annahme, bei MySpace würden sich hauptsächlich Teenager aufhalten, sind die aktivsten Nutzer laut Katz eher Twens statt Teens mit einem Durschnittsalter von 16 bis 28 Jahren. Seiner Aussage nach hat die Community eine breitere Demographie als andere soziale Netzwerke. » weiterlesen

Apple-Konvertiten:
Letzte Bastion gefallen?

Auch wenn ich weiss, dass manche Leute mich schon für einen Apple-Fanboy halten, komme ich nicht umhin, einen weiterhin starken Trend zum Umstieg vom PC auf die Mac-Plattform zu beobachten. Apples neuste Quartalsergebnisse bestätigen das mit einem Umsatzzuwachs um 33% für den Mac. Und ich kann nur nochmals betonen, dass ich persönlich diesen Plattform-Shift noch keine Minute bereut habe.

Und jetzt auch noch das: Heute schreibt der legendäre PC-Kolumnist John C. Dvorak im — ausgerechnet — PC Magazine, dass er inzwischen auch einen Mac benutzt. Bisher galt Dvorak, wie er selbst zugibt, immer als hartgesottener Windows-Fan und Apple-Hasser. Zwar ist er persönlich noch nicht voll umgestiegen, aber er empfiehlt anderen Leuten inzwischen, doch lieber einen Mac zu kaufen, weil der stabiler, eleganter und weitgehend frei von Virenproblemen ist.

Wie er treffend schreibt:

“I can see why the Mac is gaining market share, because the rationale for using one is simple. Do you want to deal with the agony of antivirus, firewall, antispyware, and other touchy software subsystems, many of which do not work well? Or do you want to boot Microsoft Word and write a document and be done with it?”

Aber noch interessanter ist seine Feststellung, dass gerade die zunehmende Verbreitung von Online-Applikationen die allgegenwärtige PC-Plattform überhaupt so angreifbar gemacht hat:

“The real potential killers of the PC platform are all the online apps that make it so we may not need much more than a smart terminal to get most of our work done. Recently, I noticed that one columnist (he’s an old-timer, too) told his readers that he actually uses online apps, such as Google Docs, to write his column.”

So ist es wohl tatsächlich. Wenn man erst einmal für die diversen kritischen Applikationen wie e-Mail, Kalender oder einfache Textverarbeitung faktisch unabhängig vom Betriebssystem geworden ist, kann man sich für den Rest dasjenige System aussuchen, das den Job am komfortabelsten erledigt. Und das ist inzwischen halt nicht mehr ein Windows-PC.

Alpenliebe, die Zweite

Das Online-Portal der Süddeutschen Zeitung liebt die (Schweizer) Alpen. Und schreibt darüber in ihrem Ressort “Reise”. Ausführlich, unkritisch und immer wieder.

Bild: Flickr-User Bernd BrägelmannDie Schweiz ist ja ein kleines Land und wird oft im Ausland nicht wahrgenommen. Auch dann nicht oder kaum, wenn ein Flugzeug mitten in einer Stadt auf ein Haus stürzt (und die Leiche des Piloten auf einen Kinderspielplatz).

Die Schweiz als Ferienland wird aber schon wahrgenommen. Die schönen Berge, die lustige Sprache, die sauberen Strassen. Besonders von der Süddeutschen Zeitung, bzw. deren Online-Portal sueddeutsche.de. Während unsere Auswertung im November 2006 ergab, dass innert sechs Monaten 28 Texte zur Schweiz erschienen sind, hat die Frequenz seit damals etwas abgenommen. Inhaltlich sind sich die Texte gleich geblieben: Lobhudelnde Texte über paradiesische Zustände, die genauso gut in Werbeprospekten stehen könnten.

Erschienen sind auf sueddeutsche.de seit dem 27.11.2007 folgende Texte zu touristischen Orten in der Schweiz (alle im Reise-Dossier):

22.06.2007: Graubünden (Alexander Rochau)

10.05.2007: Flims (Stefan Herbke)

09.05.2007: Säntis (Stefan Herbke)

07.05.2007: Grindelwald (Stefan Herbke)

22.02.2007: Wallis (Ingo Hübner)

05.02.2007: Flumserberg (Stefan Herbke)

02.01.2007: Zermatt (Barbara Kerbel)

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Videoportal Stage6:
die Schattenseite des Beliebtseins

stage61.gifAuch im Jahr 2007 ist Traffic für Internetunternehmen noch ein entscheidender Kostenfaktor. Gerade gut besuchten Videoportalen, bei denen User Monat für Monat viele Terabytes (1 Terabyte = 1000 Gigabyte) an Videodaten konsumieren, kann dadurch leicht die Kalkulation verhagelt werden. Genau so ergeht es im Moment Stage6, dem Videoportal des für seinen Videocodec bekannten Unternehmens DivX Inc. Im Gegensatz zu YouTube und anderen ähnlichen Plattformen ermöglicht Stage6 den Nutzern das Uploaden und Anschauen von Videos in hoher Qualität. Die maximale Größe für eine hochgeladene Dateien beträgt zwei Gigabyte. Da in der Regel selbst komplette Filme weniger Platz beanspruchen, handelt es sich bei der Begrenzung nur um ein theoretisches Limit. » weiterlesen

Was machen eigentlich… Joost und Zattoo?

joostzattoo.gifWährend das Anschauen von Videos bei Internetnutzern große Popularität genießt, immer mehr Internet-TV-Dienste das Licht der Welt erblicken und auch die Zahl “herkömmlicher” Videoportale stetig wächst, ist es um die beiden bisherigen Stars des Online-TV-Booms, Joost und Zattoo, in letzter Zeit ruhiger geworden. An ihre Stelle treten in der Berichterstattung von Blogs und Onlinemagazinen mit VeohTV, Miro, Jalipo, Babelgum und Microsofts LiveStation vermehrt andere Services, die ebenfalls Videos und komplette TV-Sender über das Internet streamen. Doch wie steht es nun um Joost und Zattoo? » weiterlesen

20 Minuten bringt zwei Jahre alte Sommerloch-Story nochmals

Wie das Weblog der Redaktion von Heute, “Trashcan”, heute aufdeckt, verwertet die Gratiszeitung 20 Minuten einen Artikel von August 2005 diesen Sommer neu. Wir haben dazu zwei Interviews geführt: Eines mit jemandem aus der Heute-Redaktion und eines mit einer in beiden Artikeln zitierten Person.

Das Sommerloch in den Redaktionen, wie sieht es aus? Sitzen nur noch vereinzelt Mitarbeiter da, die lieber ihren Tag in der Badeanstalt verbringen möchten? Sind alle etwas träge und schwitzen vor sich hin? Möchten sie lieber Eis essen als Artikel schreiben? Ja, so ist das wohl. Wenn Sommer ist, möchte man oft lieber alles andere tun, als das, was man tun sollte.

Wenn es nun so heiss ist und einem keine Story in den Sinn kommt: Was liegt dann näher, als einen Ordner aufzuklappen und zu gucken, was man das letzte Jahr geschrieben hat oder das vorletzte? Und dann die gleiche Story etwas ähnlich noch einmal zu bringen?

Wie im Redaktions-Weblog der Schweizer Abend-Gratiszeitung Heute dokumentiert ist, wurde mit einer Geschichte in der heutigen Ausgabe der Schweizer Morgen-Gratiszeitung 20 Minuten genau das gemacht. Die Story nennt sich: “Was in Hotels nicht niet- und nagelfest ist, wird gestohlen” und war in der heutigen Printausgabe zu lesen.

Oben auf dem folgenden Bild sehen wir die Story vom 24.07.2007. Unten die vom 08.08.2005 (die vermutlich in der Printausgabe vom 09.08.2005 zu lesen war):

20 Minuten Hotel
Bild mit freundlicher Genehmigung des Trashcan-Blogs
Anstreichungen: Trashcan-Blog
(für eine grössere Ausgabe: Klick aufs Bild)

Wir haben dazu zwei Interviews geführt:

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