Ringier stellt crossmediales bossi auf Ende Jahr wieder ein

Das nur ein halbes Jahr alte Kochmagazin bossi von Ringier wird bereits wieder eingestellt. Es erschien sechsmal jährlich und hatte einen millionenteuren crossmedialen Ansatz.

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Screenshot bossi.ch

Mit den Webaktivitäten des Ringier-Verlags ist es so eine Sache. Sie sind alle schweineteuer (in der Erstellung), nicht immer einfach zu bedienen – und in der Regel nicht besonders erfolgreich. Von Blick Online mal abgesehen – aber diese Website zehrt von der seit den Fünfziger Jahren aufgebauten Marke Blick, die wiederum seit Jahren verwässert wird.

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Amazon Kindle:
eBook-Revolution oder Flop?

Img 1513-1Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines “Kindle” (engl. für “anzünden”). Dieses neue eBook-Lesegerät aus dem Hause Amazon verfolgt ehrgeizige Ziele. Der Online-Buchhändler will damit schlicht und ergreifend die Art und Weise revolutionieren, wie wir Bücher lesen.
Drüben bei Neuerdings.com schreibe ich gerade einen mehrteiligen, ausführlichen Test zum Kindle. So viel sei aber vorweggenommen: Das Gerät ist ganz klar ein Produkt für Early Adopter. Es zeigt enorm viel Potential, hat aber auch noch so manche Schwäche, beispielsweise das zwar nicht unpraktische, aber nicht gerade ansehnliche Design.

Interessanter als die Details sind aber eigentlich die konzeptionellen Prioritäten, die Amazon beim Kindle gesetzt hat. Sie zeigen nämlich deutlich auf, wohin die Reise bei den digitalen Medien geht. Ich bin mir fast sicher, dass wir in ein paar Jahren den Amazon Kindle als ein Pionierprodukt sehen werden, das zwar noch unreif war, aber am Anfang einer grosse Welle stand. Etwa so vielleicht wie der Apple II zum Beginn der PC-Welle. Oder der Rio Diamond bei den MP3-Playern.

Eigentlich ist der Kindle ein kleines Wunder. Vor nicht so langer Zeit hätte sich das noch nach Science Fiction angehört: Ein nur 290 Gramm schweres Gerät in Taschenbuchgrösse, mit dem man von jedem Punkt der Welt aus drahtlos in Sekunden für wenig Geld jedes denkbare Buch und jede denkbare Zeitung abrufen kann. Und fest gespeichert kann man hunderte oder gar tausende von Büchern mit sich herumtragen. Ach ja, und Musik und Hörbücher kann das Ding auch abspielen.

Das war jetzt aber eben gerade etwas Fiction. Die Realität sieht im Moment noch ein klein wenig nüchterner aus: Das EVDO-Funknetz des Kindle funktioniert im Moment nur in den USA, und auch da nicht überall. Bisher sind im Amazon-Shop etwa 90’000 Titel für den Kindle erhältlich, fast alle davon in Englisch. Zeitungen und Magazine gibt es erst ein paar wenige (aber immerhin die FAZ, die New York Times und das Wall Street Journal), und Blog-Abos kosten eine kleine Gebühr. Die Speicherkapazität ist auf etwa 200 Titel begrenzt. Der eingebaute Webbrowser und der MP3-Player sind recht rudimentär. Und der E-Ink-Screen lässt auch noch viele Wünsche offen. Aber das sind letztlich technische Details, die in ein oder zwei Produktgeneration erheblich verbessert sein werden.

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Bitte eine Tasse Kaffee und die Morgenzeitung.

Viel wichtiger ist etwas, was Amazon fundamental anders macht als die bisherigen E-Book-Anbieter: Radikale Einfachheit. Dank der eingebauten Drahtlos-Verbindung kann man sich mit dem Kindle einfach und spontan Bücher und andere Dokumente kaufen, ohne sich (wie selbst noch beim iPod) mit PC-Software und der entsprechenden Gerätesynchronisation herumschlagen zu müssen. Der Kindle funktioniert einfach so, direkt aus der Schachtel. Er ist ein eigenständiges Konsumprodukt, kein PC-Peripheriegerät. Im Vergleich dazu waren bisherige e-Book-Systeme byzantinisch kompliziert.

Vergleichen wir mal die Schritte, die bisher für den Erwerb eines eBooks bei Microsoft (mit einem Windows-Mobile-PDA) nötig waren und wie das mit dem Kindle geht.

Microsoft Reader:
1. Reader-Software herunterladen.
2. Reader-Software auf dem PC installieren.
3. Microsoft Passport-Account anlegen.
4. PC als autorisiertes Device registrieren.
5. Online-Shop finden, der MS-Reader-kompatible Bücher verkauft.
6. Buch per Webbrowser bestellen (aus einer Auswahl von ca. 30’000 Titeln).
7. Software auf dem PDA installieren.
8. PDA als autorisiertes Device registrieren.
9. Fehlermeldung! Nochmal zurück zu Schritt 7.
10. Buch auf den PDA kopieren.
11. Reader-Software auf dem PDA starten.
12. Lesen.

Amazon Kindle:
1. Auspacken.
2. Einschalten.
3. Buch direkt auf dem Gerät bestellen (aus einer Auswahl von ca. 90’000 Titeln).
4. Lesen.

Da der Kindle für den User vorkonfiguriert versendet wird, ist tatsächlich kein weiterer Schritt nötig, keine Konfiguration irgendwelcher Art. Das ist tatsächlich eine kleine Revolution. Insofern hat der Kindle mit all den bisher gescheiterten eBook-Readern nur wenig zu tun.

Trotzdem, natürlich stehen dem Kindle noch manche Hürden im Weg. Der Preis von derzeit $399 für das Basisgerät ist klar zu hoch für den Massenmarkt. Aber es ist zu hoffen, dass dieses Konzept trotzdem Erfolg haben wird. Es wäre ein gewaltiger Schritt für die Medienwelt.

Licht aus bei Black Fluorine – war es jemals an?

blackfluorine.gifAnfang Oktober berichtete ich über einen neuen Internet-TV-Anbieter namens Black Fluorine, der mit großen Worten einen revolutionären Videodienst ankündigte. Auf seiner Website gab sich Black Fluorine geheimnisvoll und offenbarte nur stückchenweise, was den Benutzern geboten werden soll. Unter anderem wollte man die Mitschnitte aller relevanter Fernsehsender plus einer umfrangreichen Videodatenbank rund um die Uhr auf Abruf verfügbar machen, mit einer Community kombinieren und bereits zum Start 250.000 Mitglieder haben. Ich bezeichnete das Projekt als ambitioniertestes Vorhaben im Jahr 2007 und stellte in Aussicht, dass Black Fluorine entweder zu einer Internet-TV-Sensation oder einer großen Luftnummer werden könnte. » weiterlesen

Alles ausser Hochdeutsch

Become a fan of zweinull.cc – bei Facebook

Facebook PageEine beachtliche Zahl der zweinull.cc-Leser hat einen Facebook-Account. Die dortige Gruppe von zweinull.cc zählt bereits 61 Mitglieder. Allerdings ist die Funktionalität von Gruppen recht begrenzt. Abhilfe schaffen Facebook Pages. Seit gestern ist zweinull.cc mit einer eigenen Seite bei dem Social Network vertreten. Facebook Pages bieten nicht nur eine größere Funktionsvielfalt, sondern ermöglichen auch das Hinzufügen von Applikationen. Zudem sind bestimmte Teile einer Seite für User ohne Facebook-Account zugänglich und werden von Suchmaschinen indexiert.

Wer möchte, darf sich jetzt also bei Facebook als Fan von zweinull.cc outen. Zu unserer Facebook Page geht es hier, anschließend müsst ihr nur auf “Become a fan” klicken. An Applikationen habe ich bisher lediglich einen RSS-Reader integriert, der zweinull.cc-Posts verlinkt. Wer weitere sinnvolle Vorschläge hat, immer her damit (im Moment können noch nicht alle Apps zu Facebook Pages hinzugefügt werden). Im “schlechtesten” Fall drückt ihr eure Sympathie zu zweinull.cc aus, im besten Fall entsteht eine zusätzliche Plattform zum Austauch und zur Diskussion über aktuelle Web-2.0- und Facebook-Themen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Haptische Erotik auf der Titanic

Es ist schon etwas her, aber ich möchte nochmal auf diesen Bericht von den Münchner Medientagen zurückkommen. Als ich sie genau durchlas, kam mir der Begriff “Titanic” in den Sinn. Eine Parabel.

Schiff Printprodukt Internet

Das alte Holzschiff heisst Printprodukt und die lachenden und tanzenden Gäste drauf heissen Zeitungsverleger. Die Printprodukt ist ein grosses, ein schwerfälliges Schiff mit einem streng reglementierten Zugang, den man in der Regel nur durch jahrelanges Studium oder durch sehr gute Beziehungen erhält. Es fährt eher langsam, hat gigantische Druckerpressen an Bord und ist, jedenfalls in Teilen, die ab und zu geputzt und als neu verkauft werden, über 200 Jahre alt. In den letzten Jahren wurde das Schiff von vielen Leuten verlassen. Weil sie es nicht mehr schick genug fanden. Weil sie sich von Offizieren schikaniert fühlten. Weil sie meinten, nicht mehr genug zu verdienen. Oder weil sie schlicht nicht mehr gebraucht wurden. Die Printprodukt ändert seit Jahren kaum seinen Kurs. Sie fährt geradeaus.

Nebenan wird ein neues, ein flottes Schiff gebaut. Es heisst Internet, ist für fast alle frei zugänglich und sieht jeden Tag neu aus. Es tummeln sich viele junge Leute drauf, von denen zwar keiner den Anschein macht, etwas vernünftiges zu tun, die sich aber gegenseitig helfen und inspirieren. Obwohl jeder was Eigenes im Sinn hat, wächst die Internet , denn alle auf dem Schiff sind miteinander vernetzt und bauen ständig daran rum. Wohin das Schiff fährt, kann man gar nicht so genau sagen, denn immer wenn man meint, man wüsste es, dann merkt man, dass man sich getäuscht hat. Allerdings kümmert sich auf dem Schiff gar niemand darum, wohin es fährt. Es fährt einfach irgendwohin und alle drauf finden das gut.

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FAZ.net-Relaunch Zwiespältige Zweispaltigkeit

Das Internet-Heim der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde renoviert, herausgekommen ist eine biedere Mischung aus sueddeutsche.de und Spiegel Online. Art Director Matthias Ballmann über den “überraschend unentschlossenen” Relaunch von FAZ.net.

Ballmann / FAZ.net
Matthias Ballmann ist freier Art Director für Print- und Onlineprodukte
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Blogsuchmaschine blogato:
wirklich gut gemacht!

blogatoVor knapp zwei Monaten ging die deutsche Blogsuchmaschine blogato ins Netz. Ich schrieb damals nicht darüber, da ich erst einmal abwarten wollte, wie sich der Service entwickelt. In letzter Zeit habe ich blogato recht häufig verwendet und nun ist es Zeit für ein erstes Fazit. blogato durchsucht ausgewählte deutschsprachige Blogs. Um in den Index aufgenommen zu werden, muss ein Blog bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, die vom Team der Seite überprüft werden. Dazu gehören Relevanz, Aktualität und Fairness. Jeder gefundene Blogbeitrag kann außerdem von den Nutzern bewertet werden, was sich bei einer Suche auf die Trefferliste auswirken kann (diese Funktion wird derzeit noch so gut wie gar nicht genutzt). » weiterlesen

Das Zeitalter des Fast-Gratis-PCs

Drei interessante Ereignisse in der PC-Branche

sind in den letzten zwei Wochen zusammen aufgetreten:

1. Asus startete den Verkauf seines neuen Billigst-Laptops “EEE PC”. Für gerade mal knapp 400 Dollar bietet dieser Winzling kompakte PC-Funktionalität für unterwegs.

2. Die Einzelhandelskette Walmart brachte ihren 200-Dollar-Desktop-PCs “Everex TC2502 Green PC” in die Läden. In nur zwei Wochen war das Gerät schon ausverkauft.

3. Das Projekt “One Laptop per Child” (OLPC; auch bekannt als “100-Dollar-Laptop”) startete seine Kampagne “Give one, get one”, mit der sich Kunden in westlichen Ländern einen der innovativen Billig-Laptops sichern können, wenn sie dafür ein weiteres Gerät für ein Kind in der dritten Welt stiften. Preis für zwei Geräte: 400 Dollars.

Allen drei Projekten gemeinsam ist das Betriebssystem: Linux. Und zwar handelt es sich nicht um Standard-Linux-Distributionen, sondern um modifizierte Varianten, die besonders einfach zu bedienen sein sollen.

Ebenso wenden sich die drei Produkte nicht an “normale” PC-User, sondern explizit an Einsteiger. Der Asus EEE wird wohl am ehesten Freunde finden unter Leuten, die sich bisher keinen teuren Laptop leisten konnten oder wollten. Der Walmart-PC soll ebenfalls an sparsame Einsteiger gehen, und der OLPC soll an Kinder in der dritten Welt verteilt werden.

Zwei Entwicklungen machen das möglich: Einerseits die immer billiger werdende Hardware, deren Entwicklung immer noch Moore’s Law folgt. Andererseits Open Source Software, die sechzehn Jahre nach der ersten Linux-Version inzwischen eine Leistungsfähigkeit, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit erreicht hat, die auch Durchschnittsuser überzeugen kann.

Die Leistung dieser Billigstgeräte ist beinahe vergleichbar mit einem Standard-PC im Jahr 2000 — zu weniger als einem Zehntel des Preises. Viel klarer kann man sich die rasante Entwicklung der PC-Technologie kaum vor Augen führen.

Während im High-End von Vista und Mac OS X eine gewisse Ratlosigkeit darüber herrscht, was man den Usern denn in Betriebssystem-Upgrades noch Neues bieten könnte, spriesst am unteren Ende der Skala die Kreativität. Und das könnte ein paar interessante Konsequenzen haben:

Erstens werden PCs dadurch endlich für sehr viel grössere Zielgruppen auf der ganzen Welt erschwinglich und benutzbar. Auch Videorekorder, DVD-Player und Mobiltelefone erreichten die breite Masse erst, als sie in diese Preisregionen absanken.

Zweitens wird dieser Trend in der westlichen Welt wahrscheinlich das bisher immer noch vorherrschende Modell “Ein PC pro Haushalt” bei den Heim-PCs durchbrechen (Beispiel: In der Schweiz gibt es 3.11 Mio. Haushalte und nach neusten Schätzungen etwa 3.03 Mio Heim-PCs. 76% der Haushalte haben einen PC). Eine Maschine für 200 Dollar=137 Euro ist keine Anschaffung mehr, die man von langer Hand planen muss, sondern beinahe schon ein Impulskauf. Genau wie bei Fernsehern oder Mobiltelefonen wird der Trend dahin gehen, dass fast jedes Familienmitglied einen PC hat. Und viele Leute — nicht nur Geeks — werden natürlich gleich mehrere Geräte für sich selbst benutzen.

Drittens dürfte sich das seit eineinhalb Jahrzehnten dominierende Windows-Einerlei dadurch verstärkt aufbrechen. Webbasierte Dienste werden deutlich attraktiver, wenn man auf mehreren Maschinen arbeitet. Und dadurch wird es für viele Anwendungen immer unwichtiger, was für ein Betriebssystem man verwendet. Die PC-Branche dürfte sich dadurch nach der Konsolidierung der letzten Jahre wieder stärker ausdifferenzieren.

Insgesamt: Der PC wird immer mehr vom Investitionsgut zum alltäglichen Konsumgut. Und das dürfte die Spielregeln wieder einmal kräftig ändern.

Wie das Web 2.0 für Film-Empfehlungen nutzen?

Wie das Web 2.0 für Film-Empfehlungen nutzenGestern Abend wollte ich mir einen Film per Video-on-Demand anschauen. Das Angebot an verfügbaren Diensten und Filmen ist ja mittlerweile recht umfangreich. Tatsächlich ist es sogar so groß, dass einem die Auswahl nicht gerade leicht fällt. Am Ende entschied ich mich dummerweise für einen Film, der sich schon nach zehn Minuten als absoluter Flop herausstellte. Ausnahmsweise verzichtete ich darauf, mir vorher bei IMDb die Bewertung des Streifens anzuschauen, was sich sofort rächte. Das brachte mich zu der Frage: Welche Web-2.0-Dienste gibt es eigentlich, die einem dabei helfen, zum persönlichen Geschmack passende Filme zu finden? Social Music Communities, die basierend auf den Hörgewöhnheiten Musik empfehlen, findet man wie Sand am Meer. Doch wie sieht es mit Filmen aus? Während fünf Minuten für einen schlechte Song zu verkraften sind, tut das Opfern von zwei Stunden für einen langweiligen Film schon weh. » weiterlesen

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