Roger Schawinski:
Die TV-Falle Die verbotene Liebe zur Qualität

Medienpionier Roger Schawinski war bis 2006 Senderchef bei Sat.1 in Berlin. Nun hat er über diese Zeit ein Buch geschrieben: “Die TV-Falle”. Wir haben es gelesen und schreiben darüber. Ausführlich.

Die TV-Falle

An jedem Morgen um 8:08 Uhr kamen erste Zahlen per SMS. Keine zehn Minuten später die Details auf dem Blackberry. Jeder Tag von Roger Schawinski, Senderchef von Sat.1, begann mit der Quote vom Vortag. Und mit der Quote beginnt auch “Die TV-Falle”, sein Buch über die Zeit beim großen deutschen Privatsender.

Die Quote. Um sie dreht sich alles. Sie ist der Sachzwang, unter dessen Einfluss Sendungen verschoben, abgesetzt oder wiederholt werden, und sie ist der Grund dafür, dass mächtige Fernsehmanager vor Schauspielern buckeln und für ein Besänftigungs-Abendessen quer durch Deutschland fliegen.

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Widerruf – oder:
Was ergibt 12 plus ein Sohn?

wams

Ja, das geht noch weiter. Herr Piëch hat nicht nur 12 Kinder und einen Sohn (also doch 13?!), er verbittet sich auch, ihm nachzusagen, dass er Sachsen nicht ausstehen könne, weder Nieder- noch Angel-.

Dann ist ja jetzt alles klar.

Welt am Sonntag, 19.08.2007 (Danke an Michael Santen)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Karriere-Netzwerk Fellowweb und sein Anspruchsdenken

fellowweb.gifEin neues Karriere-Netzwerk sorgt derzeit für Gesprächsstoff in den deutschen Blogs. Fellowweb ist ein kürzlich gelaunchtes Social Network, das Jugendliche bei der Berufs- und Studienwahl unterstützt und sich als eine Art junges Xing positioniert. Drei frischgebackene Uni-Absolventen haben im April die Fellowweb GmbH gegründet und trommeln nun ordentlich für ihren Dienst. In einem Versuch, Neumitgliedern Arbeit abzunehmen, wurde von Fellowweb ein Tool entwickelt, welches die eigenen Nutzerdaten von Xing zu Fellowweb importiert. Mitgründerin Klaudia Buggenthin versichert, dass es sich um einen Filter handelt, der direkt auf die bei Xing erstellte Website zugreift. Ein Zugang zur Datenbank von Xing besteht nicht. Mittlerweile hat Xing Fellowweb auf eine Blacklist gesetzt, die Importfunktion ist damit nicht mehr verwendbar. » weiterlesen

Technorati-Lotse geht von Bord

Irgendwie scheint die Blog-Suchmaschine Technorati nicht mehr richtig auf der Schiene zu stehen. Zuerst haben einige zentrale Figuren dem Startup (wie lange kann eine Firma ein Startup sein – und noch dazu eine, die quasi ein Monopol hat?) den Rücken gekehrt, und letzte Woche nahm gar der Gründer und CEO David Sifry selber den Hut – zumindest in der Rolle als Geschäftsführer, er wird der Firma als VR-Vorsitzender erhalten bleiben, wie er in seinem Blog schreibt.

“Ich habe die harte Entscheidung getroffen, die Kontrolle über die Firma andern Managern im Haus zu übergeben. Wer uns aufmerksam begleitet weiss, dass wir seit Frühling einen CEO suchen und dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ich abdanke.”

Das hat er jetzt getan, aber nicht nur das – zuvor hat er noch acht Mitarbeiter der Firma entlassen. Die Entscheidung sei herzzerreissend gewesen, schreibt Sifry, aber sie sei nötig gewesen, um “den anhaltenden Erfolg und das Wachstum von Technorati zu sichern”.

Ah ja. Auch hierzulande schreibt man ja gerne von Ausbau und Wachstum, wenn Projekte beerdigt werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

6 zu Harald Schmidt

Ansichten eines Klassenclowns
(faz.net, Dieter Bartetzko)
Dem Herrn Dompteur war nichts zu schwer: Harald Schmidt wird fünfzig Jahre alt, und das Fernsehen feiert ohne ihn. Dieter Bartetzko über Aufstieg und Niedergang eines von übersteigertem Geltungsbedürfnis enthemmten Moralisten.

Das Ein-Mann-Leitmedium
(taz.de, David Denk)
In 20 Jahren hat er das Fernsehen zu seinem Abenteuerspielplatz umgebaut. Nun will er kürzertreten. Schmidt braucht das Fernsehen nicht mehr, aber es braucht ihn.

Alles Gute, Harald Schmidt!
(zeit.de, Josef Joffe)
Der Entertainer Harald Schmidt feiert seinen 50. Geburtstag. ZEIT-Herausgeber Josef Joffe zieht schon einmal eine Bilanz seines Schaffens – und gratuliert.

About Schmidt
(tagesspiegel.de, Bernd Gäbler)
Der Entertainer wurde am Samstag 50. Geht es im Fernsehen weiter, oder nicht?

Hape Kerkeling über Horst Schlämmer bei Harald Schmidt
(youtube.com, Video, 6:50 Minuten)

Harald Schmidt telefoniert mit einem Zuschauer
(youtube.com, Video, 6:12 Minute

href=”http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Tpl~Ecommon~SThemenseite.html”>Ansichten eines Klassenclowns
(faz.net, Dieter Bartetzko)
Dem Herrn Dompteur war nichts zu schwer: Harald Schmidt wird fünfzig Jahre alt, und das Fernsehen feiert ohne ihn. Dieter Bartetzko über Aufstieg und Niedergang eines von übersteigertem Geltungsbedürfnis enthemmten Moralisten.

Das Ein-Mann-Leitmedium
(taz.de, David Denk)
In 20 Jahren hat er das Fernsehen zu seinem Abenteuerspielplatz umgebaut. Nun will er kürzertreten. Schmidt braucht das Fernsehen nicht mehr, aber es braucht ihn.

Alles Gute, Harald Schmidt!
(zeit.de, Josef Joffe)
Der Entertainer Harald Schmidt feiert seinen 50. Geburtstag. ZEIT-Herausgeber Josef Joffe zieht schon einmal eine Bilanz seines Schaffens – und gratuliert.

About Schmidt
(tagesspiegel.de, Bernd Gäbler)
Der Entertainer wurde am Samstag 50. Geht es im Fernsehen weiter, oder nicht?

Hape Kerkeling über Horst Schlämmer bei Harald Schmidt
(youtube.com, Video, 6:50 Minuten)

Harald Schmidt telefoniert mit einem Zuschauer
(youtube.com, Video, 6:12 Minuten)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

medienlese – der Wochenrückblick

Die Berner Zeitung, die Basler Zeitung und der Tages-Anzeiger gaben ihre Pläne zur Lancierung einer gemeinsamen Gratiszeitung bekannt. Der Name ist zwar offenbar bereits bekannt, wird aber noch nicht kommuniziert, was zu allerlei Spekulationen Anlass gibt. Überrascht davon wurden die Redakteure des Portals espace.ch (Berner Zeitung), die von der Meldung nur aus “Verlagskreisen” berichten konnte. Ein paar Tages später wurde die Online-Redaktion aber doch noch informiert und titelte: “BZ plant eine Pendlerzeitung“. Auch azonline.ch berichtete mit viel Abstand zur eigenen Zeitung und erklärte seinen Lesern in einer Meldung, wie das Kürzel dieser Zeitung heisst (“Mittellandzeitung (MZ)”). Der Tagesspiegel zählte nun sechs Gratiszeitungen und berichtete von einem tobenden Zeitungskrieg. Der Kleinreport erzwang mit seiner Vorabmeldung, dass Bernhard Weissberg für Ringier vom Chefredaktorsessel Heute zum Chefredaktorsessel Blick wechsle, die Einberufung einer Pressekonferenz.

Preferisco la puta di tua sorella.” Was Lippenleser schon kurz nach dem Fussball-WM-Finale wussten, hat nun der italienische Spieler Marco Materazzi zugegeben. Nämlich, dass er diesen Satz zu Zinedine Zidane sagte, der ihn darauf mit einem Kopfstoss niederstreckte.

Birgit Svensson schrieb in der Sonntagszeitung (und später die Woche unter einem anderen Titel bei der Welt) über einen vom Berliner Auswärtigen Amt organisierten deutsch-arabischen Mediendialog:”Blogger in westlichen Ländern werden von Journalisten als lästige, unseriöse und unqualifizierte Konkurrenten gesehen. Mit abfälligen Äusserungen versuchten Journalisten die Konkurrenz abzuwerten und kleinzuhalten, heisst es. Im Nahen und Mittleren Osten dagegen werden diese Bürgerjournalisten ernst genommen. Nicht Alltagsgeschichten, Schönheitstipps und Familienprobleme dominieren die Blogs dort, sondern harte politische Auseinandersetzungen, bis hin zur Gründung von Geheimbünden und Untergrundorganisationen.” Auch Jean-Martin Büttner bediente zweierlei Leser, mit Elvis: einerseits die der Weltwoche, andererseits die des Tages-Anzeiger. Dieser titelte “Drahtloses Internet strahlt stärker als Handys” und schürte mit wenig an Argumenten etwas Angst. Ivo Bozic schrieb: “Dass genau einen Tag vor dem 46. Jahrestag des Mauerbaus das Originaldokument des Schießbefehls (wieder)gefunden wurde, ist natürlich wirklich eine echte historische Sensation.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

BubblePLY:
Web-Videos online mit Sprechblasen anreichern

bubbleply.gifAm Wochenende nehme ich mir manchmal etwas mehr Zeit, um ein paar neue Webangebote auszuprobieren. Gestern bin ich dabei auf BubblePLY gestoßen. Mit BubblePLY kann man Untertitel und Sprechblasen zu Videos hinzufügen. Das ist für sich genommen wenig spektakulär. Interessant ist der Dienst jedoch, weil man dafür beliebige Clips von YouTube, Dailymotion und zahlreichen anderen Videoportalen verwenden kann – online ohne viel Zeitaufwand und ohne, dass man den Clip erst auf der Festplatte speichern muss. » weiterlesen

Visions trägt Kulturkampf ins Netz

visions_kulturkampf.jpgAuf einer extra eingerichteten Webseite und auf dem Titel der September-Ausgabe ruft die Visions den Kampf der Kulturen aus. Durch “Shuffle Mode”, “Blog”, “Online-Shop” und “Einzelgang” von Musikern ohne Label ist die Musikkultur bedroht. Es geht um Raubkopien, um große wie kleine Labels und um Plattenläden.
Den Überblick über das große Durcheinander der Musikbranche gibt es gedruckt für 4,50? am Kiosk oder umsonst im Internet.

“Album”, “Musik-Mag”, “Plattenladen” und “Label” geht es an den Kragen und die Leser sollen sich entscheiden: Die gute, alte Musikkultur betrauern (“solange Du noch kannst!”) oder sich (wenn sie sich noch trauen) über eine frische, neue Musikkultur freuen. Dazu stehen auf der Kulturkampf-Seite diverse Foren bereit. Die Titelgeschichte gibt es hingegen nur als sperriges PDF.

Warum die Texte nicht gleich fürs Web aufbereiten? Die Antwort liegt in der Titelgeschichte, die nicht nur den Niedergang der Musikindustrie beschreibt, sondern auch Musikmagazinen eine düstere Zukunft zeichnet. Also werden Blogs heruntergeschrieben (“hohe Beliebigkeit”), man versichert sich der Bedeutung von kritischem Musikjournalismus in gedruckter Form (“Scharfsinn”) und klagt über Sabrina Setlur (auf dem Cover des WOM-Magazins) und Modestrecken (in der Spex).

Im zweiten Quartal 2007 haben rund 6.000 Leser weniger die Visions gekauft als noch zwei Jahre zuvor. So lässt sich das PDF erklären: Es ist so dermaßen unpraktisch, dass sich der geneigte Leser die vielbeschworene “Haptik” geradezu herbeiwünschen muss und gar nicht anders kann, als gleich zum nächsten Kiosk zu rennen. Die Visions kaufen und ein Stück Musikkultur retten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Doktus:
Samwer-Brüder starten deutschen Scribd-Klon?

doktus.gifEin Leser hat mich heute auf Doktus aufmerksam gemacht. Doktus ist eine heute gestartete Plattform für das Teilen von Dokumenten mit anderen und eng an den US-Dienst Scribd angelehnt. Nutzer können Dokumente suchen, eigene Dateien in verschiedenen Formaten hochladen und anderen zugänglich machen. Während Scribd sehr vielseitig ist und auch das Integrieren eines Dokuments mittels Flash-Player in eine beliebige Seite sowie das direkte Importieren von Dokumenten aus dem Netz unterstützt, kommt Doktus derzeit noch etwas funktionsärmer daher. » weiterlesen

Abo-Angebot der Weltwoche im Wandel

Stil. Klasse. Substanz. Mit diesen drei Wörtern wirbt die Weltwoche dafür, im Abonnement bezogen zu werden. Die drei Titelbilder, mit denen sie ihr Produkt anpreist, wurden leicht angepasst.

Manchmal beschleicht einen als Blogger das Gefühl, ein klein wenig Einfluss zu haben auf die Welt. Schrieb ich doch am 19.04.2007 Vermutungen auf, wie die drei Covers für ein Weltwoche-Promoabo wohl zu deuten seien. Gerhard Schröder und Roger Federer nahmen damals eine Gruppe Mädchen junger hübscher Frauen in ihre Mitte. Das sah so aus und ist hier nachzulesen (auf weltwoche.ch wird es weiterhin verwendet):

weltwochepatriarchat

In der gestern erschienenen Weltwoche sehe ich nun (in einem Abo-Angebot in der Heftmitte) wieder drei Covers. Im Unterschied zur bisherigen Aktion wurden die Titel neu geordnet und einer davon ausgetauscht. Der Schere zum Opfer gefallen sind nicht etwa die auf einem Haufen sitzenden Frauen, sondern der Altkanzler:

Weltwoche Promoangebot

Gerhard Schröder wurde ersetzt mit dem Cover von Ausgabe 18/07. Dass darauf eine Frau am Steuer sitzt, muss schon fast als kleine Revolution gewertet werden, fühlten sich doch in jüngster Zeit viele Leserinnen von Heimchen-zurück-an-den-Herd-Texten angegriffen (Beispiel / Replik). Das Farbig-grau-grau-Schema wurde zu einem Grau-grau-farbig-Schema umgemodelt.

Psychologisch könnte man das so deuten:

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