Portal-Schwergewicht startet Social Network meineleute.de

meineleutede.gifEin weiteres deutsches Internet-Schwergewicht steigt in den umkämpften Markt der Social Networks ein: Vor wenigen Tagen hat die allesklar.com AG ihre Community meineleute.de online gebracht. Ähnlich wie die beiden Portale meinestadt.de und allesklar.de hat auch die Neugründung eine stark lokale Ausrichtung und sieht sich als Weiterentwicklung der bisherigen Produkte. Nach der Anmeldung, bei der man seine Adresse angeben muss (“Um Dir Gewinnspielpreise ohne Verzögerung zu schicken, benötigen wir auch Deine Straße und Hausnummer.”), erwartet den Nutzer ein solides Social Network mit den üblichen Funktionen wie Blogs, Foren, Gruppen, Messaging und Mitglieder-Suche. Auch das Hochladen und Betrachten von Fotos und Videos ist möglich. In den auf der Profilseite befindlichen “Städte-Lebenslauf” trägt man ein, wo man derzeit heimisch ist und in welchen Orten man bereits gewohnt hat. » weiterlesen

Agenturmeldungen direkt auf Google News:
Schlecht für Medienhäuser?

Und schon wieder eine Meldung zu Google News: In den USA, Kanada und Grossbritannien hat der Suchmaschinengigant begonnen, auf seiner Newswebsite direkt die Meldungen von Nachrichtenagenturen zu publizieren. Bisher bestand Google News ja nur aus Links zu den Artikeln von Zeitungen und anderen Medien, aber jetzt werden erstmals Inhalte direkt ab der Quelle angeboten.

Der Verdacht liegt natürlich nahe, dass das eine Reaktion auf die Kritik an Google News von Zeitungsverlegern aus allen möglichen Ländern sein könnte. Viele Verleger, zuletzt der Verband Schweizer Presse, fordern finanzielle Entschädigung von Google für die Verlinkung ihres Contents.

Google begründet den Schritt damit, dass man erstens den Usern eine weitere Perspektive auf die Originalmeldungen geben möchte und dass zweitens viele Zeitungsartikel sowieso nur aus kaum veränderten Agenturmeldungen bestehen. Und tatsächlich, wer sich einmal die Mühe macht, ein Dutzend typischer Meldungen zum gleichen Thema zu vergleichen, sieht schnell, dass sich die Eigenleistung vieler Medienwebsites oft auf relativ unbedeutende Kürzungen und Umformulierungen beschränkt. Da kann man wirklich auch gleich die Agenturmeldung lesen.

Ist dieser Schritt nun positiv oder negativ für die Medienhäuser? Google findet’s natürlich gut:

“This change will provide more room on Google News for publishers’ most highly valued content: original content. Previously, some of this content could be harder to find on Google News, and as a result of this change, you’ll have easier access to more of this content, and publishers will likely receive more traffic to their original content.”

Realistisch betrachtet dürfte sich der Traffic für die Zeitungswebsites damit aber spürbar reduzieren, was natürlich unschön ist, weil inzwischen etwa ein Viertel des Traffics auf Zeitungswebsites von Suchmaschinen kommt. Dafür kann es durchaus sein, dass das eine oder andere journalistische Juwel wirklich prominenter platziert wird und so die Marke des jeweiligen Mediums stärkt.

Vermutlich sind die Konsequenzen dieser Massnahme aber weitreichender: Google signalisiert den Verlegern damit, dass sie durchaus austauschbar sind. Eine erfolgreiche Newswebsite kann man sehr gut auch nur mit Agenturmeldungen und eingekauften Videos betreiben, wie US-Marktführer Yahoo News es seit Jahren vormacht. Wenn die Verleger nicht damit zufrieden sind, dass Google ihnen Traffic bringt, kann Google auch anders.

Noch wichtiger: Dieser Schritt könnte eine Vorbereitung für die längst überällige Kommerzialisierung des bisher werbefreien Google News sein. Bisher konnten sich die Verleger damit trösten, dass Google mit seiner Newswebsite wenigstens kein Geld verdient. Wenn Google das ändern will (und davon kann man wohl ausgehen), wird es ein Vorteil sein, auf einen grossen Stock selbst gehosteter Inhalte zurückgreifen zu können und die Links zu Zeitungswebsites nur als Garnitur zu führen. Damit wird es Google erheblich leichter fallen, die Produkte konfrontativer Medienhäuser ganz aus dem Suchindex zu werfen.

Vielleicht wünschen sich die Zeitungsverlage in ein paar Jahren wehmütig die gute alte Zeit anno 2007 zurück, als sie noch so schön viel Internet-Traffic von Suchmaschinen bekommen haben. Wer seinen Platz im Internet-Ökosystem nicht kennt und akzeptiert, muss vielleicht bald mit totaler Marginalisierung leben.

Etwas gar viel Web 2.0 in Österreichs Parteien

Brisante Details förderte der Wikipedia-Scanner des amerikanischen Informatikstudenten Virgil Griffith jetzt auch über Österreichs Innenpolitik zutage. Offenbar haben Funktionäre der beiden Regierungsparten SPÖ (Sozialdemokraten) und ÖVP (Christlich-Soziale) fleißig Wikipedia-Einträge bearbeitet und zu ihren Gunsten manipuliert.

Von Markus Kirchsteiger

?Spin? heißt das in der PR: einem Ereignis den richtigen Dreh verpassen. Doch wenige innenpolitische Beobachter hätten den traditionellen Volksparteien zugetraut, die öffentliche Meinung im Internet derart ernst zu nehmen.

So besserte ein Benutzer, dessen IP-Adresse einem Rechner der SPÖ zugeordnet werden konnte, kritische Passagen über Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Alfred Gusenbauer aus. Auch als die SPÖ eines ihrer wichtigsten Wahlversprechen, nämlich die Abschaffung der Studiengebühren, brach, wurde dieser ?Umfaller? allein auf den ?Widerstand der zweiten Regierungspartei, der ÖVP? geschoben.

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Startupr und Feedzappr für faule Blogleser

Wer keine Lust hat, einen RSS-Reader zu verwenden und sich mit viel Zeitaufwand die Rosinen aus der großen Zahl von Technik-/Internet-Blogs picken zu müssen, für den bietet sich mit Startupr seit einigen Wochen eine Alternative. Startupr präsentiert übersichtlich geordnet die aktuellen Themen einer ausgewählten Zahl von Gründer- und Web-2.0-Blogs. Mit Feedzappr ist vor einigen Tagen ein weiterer Dienst online gegangen, der die RSS-Feeds relevanter Blogs und Onlinemagzine aggregiert und in Startseitenform darstellt. Feedzappr betrachtet ein etwas breiteres Themenspektrum und listet Schlagzeilen in den Kategorien Buzz, Web 2.0, Tech, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Musik, News, Top 9 Blogs und Top 9 Blogs international. » weiterlesen

IFA 2007 live:
Wie Pressefotos entstehen

Heute um 14 Uhr war ich an der medienpolitik@IFA , doch da der Beginn unglaublich langweilig war, ging ich nach ein paar Minuten wieder. Mir blieb aber die Möglichkeit, die Arbeit eines Pressefotografen (links im Bild) zu beobachten. Wer sich wundert, warum auf manchen Bildern ältere Herren etwas lüstern aussehen – hier haben wir es dokumentiert.

Bei den Personen auf den Fotos handelt es sich um Miss IFA (Mitte, rote Haare) und um Teilnehmer der Diskussionsrunde.

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Bild 1: Die Fotografierten stehen zusammen und lächeln, wie erwünscht, freundlich.

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T-Online integriert fünf Web-2.0-Dienste

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Das meistbesuchte deutsche Webportal T-Online erkennt den Nutzen von User Generated Content und integriert mit der Frage-Antwort-Plattform Lycos IQ, dem Social-Bookmarking-Portal Mister Wong, dem Filmempfehlungs-Dienst moviepilot, dem Social-News-Portal Webnews und dem Online-Lexikon Wikipedia fünf Web-2.0-Dienste in das eigene Angebot. Mehr Details haben deutsche-startups.de und blognation Germany. Die Vereinbarung klingt nach einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die T-Online-Nutzer bekommen zusätzliche Leistungen, ohne ihr bevorzugtes Portal verlassen zu müssen. Die fünf Kooperationspartner erhalten einen signifikanten Zuwachs an Reichweite. Mehr davon!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

IFA 2007 live:
Die LfM dreht am Glücksrad

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat einen Medienkompass geschrieben, den sie an der IFA für 3,50 Euro ans Publikum verkauft. Wir waren an der Präsentation, bei der das Glücksrad gedreht wurde.

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Eigentlich wollte ich ein Live-Blogging von der Veranstaltung machen:

IFA Medienkompass

Doch der Stand 319 war aber etwas kleiner, als ich mir vorgestellt hatte, etwas hinten in der Halle versteckt, ich trödelte etwas rum und ausserdem gab es gar kein WLAN dort. So verpasste ich den Anfang der Veranstaltung, die dann auch schon um 11.15 Uhr vorbei war. Etwas dreist, 60 Minuten zu versprechen und dann nur 15 Minuten zu liefern, aber vielleicht war das Publikum nicht in den Scharen angetanzt, die man sich versprochen hatte. Oder es gibt an der IFA nur einstündige Zeiteinheiten.

Als ich um fünf nach elf ankomme, treffe ich auf einen Haufen Männer mit Anzügen, von denen die meisten graue Haare haben (was durchaus schick aussieht). Sie stehen alle am und rund um den Stand, vielleicht fünf, vielleicht zehn Leute. Und ebensoviele Zuschauer hat es dann auch. Vielleicht auch etwas mehr.

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Ein Bluesabend in Blogville

Von Klaus Jarchow

In der Blogosphäre herrscht derzeit ein merkwürdig melancholischer Ton, in dem sicherlich auch Enttäuschung mitschwingt. Jene frühlingsduftende Aufbruchsstimmung, welche die verbliebenen Hühneraugendoktoren des Web-Tuh-Oh noch immer unverdrossen auf Vorstandsetagen zu verbreiten suchen, um Bizziness-Blogs und Suchmaschinen-Optimierungsstrategien (SEO’s) zu verkaufen, die ist ‘bei Bloggers daheim’ gar nicht mehr anzutreffen.
Unter großer Anteilnahme der versammelten Webgemeinde schloss zunächst Dirk Olbertz seinen Blogscout, die einzige Ranking-Maschine, die Blogger selbst ernst nahmen. Er wolle, so Olbertz,

“den Blogbetreibern, die wirklich meinen, dass Quantität die Qualität aussticht und mit aller Macht versuchen, SEO mit Blogs machen zu wollen, keine Unterstützung bieten – sei sie auch noch so klein”.

Eine Kritik, die zu diesem Zeitpunkt auch schon bei selbstkritischeren ‘Search Engine Optimizern (SEO’s)’ angekommen war, die das Selbstmörderische ihres Tuns allmählich einzusehen begannen:

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Erfolgsmeldungen deutscher Web-2.0-Dienste

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Leicht kann der Eindruck entstehen, im deutschen Web 2.0 stünden einer immer größer und unübersichtlich werdenden Zahl von Startups ohne nennenswerte Nutzerzahlen eine kleine Schar von Anbietern gegenüber, die den überwiegenden Teil der potentiellen User auf sich vereinen. Zum Teil trifft dies auch zu, doch abseits von studiVZ, schülerVZ, MyVideo, Mister Wong & Co konnten in den vergangenen Wochen auch andere Webunternehmen vom Erreichen unterschiedlicher Meilensteine berichten. Es folgen vier Beispiele, die mir über den Weg gelaufen sind. » weiterlesen

Im Test:
LOKI

LOKI , kurz für Lokomotive, nennt sich “das führende Schweizer Magazin für den Modellbahnfreund”. Auch wenn wir von Modellbahnen gar nichts verstehen, lesen und testen wir es.

Wenn Peter und ich nicht gerade Texte schreiben für Blogwerk, dann sind wir zusammen in unserem Hobbyraum bei unserer Anlage und fahren unsere Bahnen im Kreis, ausgerüstet mit Trillerpfeife, Mütze und Kelle. Nein, das ist nicht die Wahrheit. Wahr ist aber, dass Peter mir letzte Woche die Ausgabe 3/2006 der LOKI mitgebracht hat. Und dass ich darauf am Bahnhofskiosk Zürich einen jungen Hippie, der Zeitschriften einräumt, nach langem, erfolglosen Suchen leise gefragt habe, ob sie auch was zu “Eisenbahnen” hätte. Worauf er mir sehr gewissenhaft die richtige Reihe zeigte. Worauf ich mich bedankte. Worauf ich mich räusperte. Worauf ich das aktuelle Exemplar an der Kasse bezahlte. Und dann sofort tief in meinem Rucksack versenkte.

Loki Titel

Im Test: Die Ausgabe 7-8/2007.

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