Google News:
Schweizer Verleger wollen klagen und Konkurrenz bauen

Erstaunliches vernimmt man aus der Schweizer Medienszene: Der Verband Schweizer Presse, die Dachorganisation der Schweizer Verlage, überlegt sich nach dem Vorbild ihrer belgischen Kollegen eine Klage gegen Google wegen “Nachrichtenklau” auf Google News, falls Google nicht für die Inhalte zahlen will. Und ausserdem überlegt sich der Verband, eine Konkurrenzsite zu Google News aufzubauen.

In Zeiten in denen sich selbst publizistische Urgesteine wie die New York Times, das Wall Street Journal und der Economist immer mehr für Suchmaschinen öffnen, erstaunt das doch ziemlich. Offensichtlich erhofft man sich beim Verband aufgrund des Google-Urteils aus Belgien, dass man wenigstens eine gewisse Chance hat, an ein bisschen Google-Geld zu kommen.

Ein wenig fragt man sich natürlich, warum die Verleger ausgerechnet Google bekämpfen wollen. Wenn man nämlich mal auf einer beliebigen Suchmaschine nach Nachrichtenquellen aus der Schweiz sucht, findet man wesentlich prominenter platziert:

Alle diese Sites übernehmen zwar nicht direkt Inhalte von Zeitungswebsites, aber fahren im Gegensatz zu Google News eigene Werbeplätze und dürften damit ja wohl die kommerziell wesentlich relevantere Konkurrenz sein. » weiterlesen

Qeez.de schmeisst sich weg

Nach einem halben Tag Sinnieren glauben wir nun verstanden zu haben, wieso qeez.de gestern nach unserem Beitrag am Mittag zuerst auf “Wartung” umgeschaltet hatte, um sich dann am späteren Nachmittag ganz zu verabschieden. Der Abschiedstext, falls der auch bald mal verschwindet, liest sich so.

Update:

Hallo “deutsche Blogosphäre”,

qeez.de ist war eine harmlose Suchmaschine, die durch direkte (!) Links zu den Blogs (hoffentlich) für zusätzliche Leser sorgt. Und übrigens vollständig werbefrei (!), schließlich ging es uns um den Spaß am Programmieren (unglaublich, oder? Aber das kann ebenso Spaß machen wie bloggen?) und vielleicht sogar einen kleinen Beitrag zum allgemeinen Nutzen des Internets zu leisten – wenn’s denn gefällt. Tut´s wohl nicht, wenn man das so liest:

http://netzwertig.com/2007/08/28/die-blog-klaumaschine
http://metablog.ch/archives/2007/08/28/qeezde-die-medienlese-ist-doof/

Dass hier einer mit fremdem Content einen schnellen Euro verdienen will, ist rasch unterstellt, muss aber nicht stimmen. Die rund 400 Blogger, die ihren Feed aktiv angemeldet haben, sind trotz allem als Zustimmung zu einer seriösen Blog-Suchmaschine zu werten. Wir hatten allerdings nicht das Glück, dazu zu werden. Tante Google bekommt das wahrscheinlich besser hin als wir, weil bei ihr klar ist, dass sie (anders als qeez.de!) mit fremdem Content Geld verdient, aber keiner etwas dagegen machen kann. ;-)

Nichts für ungut, qeez.de ist offline.

Es gab genug Gegenstimmen, also bleibt’s in der Kiste. Vielleicht hat der nächste mit dem Thema ?Blog Suchmaschine? mehr Glück als wir, denn Bedarf besteht offensichtlich.

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Web 2.0 nur 15 Prozent der Deutschen ein Begriff

85 Prozent der Bundesbürger ist der Begriff “Web 2.0″ nicht geläufig. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage von PricewaterhouseCoopers unter 501 repräsentativ ausgewählten Haushalten in Deutschland. Selbst bei den Befragten, die sich als “Technik-Kenner” einstufen, wussten nur 30 Prozent, was mit dem Web 2.0 gemeint ist. Zum Vergleich: 84 Prozent der Umfrageteilnehmer kannten Digitalfernsehen, 78 Prozent mobile Navigation und 72 Prozent die Voice-over-IP-Technologie. » weiterlesen

Die Blog-Klaumaschine:
Update

Schnell geht’s zu und her in der Welt der Blogs, Blogderivate und Blogsuchmaschinen.

Um 12.46 Uhr schrieben wir, dass qeez.de Inhalte klaut. Um 13.51 Uhr (laut Kommentar von Matthias, siehe auch hier) waren sie schon offline (“Wartung….”) mit einem launigen Text.

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“studiVZ riskiert, dass die User inaktiv werden” – Maximilian Kil von studi.net im Interview

studinet.gifstudi.net ist ein neues, international ausgerichtetes Social Network für Studenten. Bereits vor einigen Wochen hatte ich die Plattform vorgestellt und angemerkt, dass studi.net trotz einer übermächtig erscheinenden Konkurrenz ein gewisses Potential hat. Doch die Frage, wieso man sich tatsächlich freiwillig zwischen die Fronten der beiden um die Nutzer kämpfenden Riesen Facebook und studiVZ begibt und wie man sich von diesen langfristig abheben möchte, lies mir keine Ruhe. Maximilian Kil, Mitbegründer von studi.net, hat sich die Zeit für ein Interview genommen und mir diese und andere Fragen beantwortet. Wer mehr über die Gründer und die Advanced Media AG, das Unternehmen hinter studi.net, wissen möchte, schaut ans Ende des Interviews. » weiterlesen

Die Blog-Klaumaschine

Sehr geehrte Herren Schlotterbeck,

das mit dem Kostenlos-Content im Internet mag ja im Trend liegen, aber die Art, wie Sie bei Ihrem Projekt qeez.de die Sache angehen, gefällt uns trotzdem nicht. Bei uns machen sich diverse Autoren viel Arbeit mit den Texten, die auf unseren beiden Blogs medienlese.com und imgriff.com erscheinen; diese refinanzieren wir durch Werbeeinnahmen. Sie dagegen machen sich sehr wenig Arbeit mit unseren Texten und veröffentlichen sie einfach im Volltext auf Ihrer Website. Ohne zu fragen natürlich, was nachvollziehbar ist, weil wir Ihnen unser Einverständnis dazu niemals gegeben hätten.

“Blog-Suchmaschine” nennen Sie qeez.de. Wir würden es eher einen automatisierten Diebstahl von Texten nennen. Eine Suchmaschine nämlich indexiert nach unserem Verständnis Inhalte, um Besucherinnen und Besuchern den Weg zum Gesuchten zu zeigen und sie dann dorthin weiterzuleiten. Das sollte bei einer Blog-Suchmaschine nicht anders sein – ungeachtet der Tatsache, dass es bei Blogs dank der RSS-Feeds sehr einfach ist, die kompletten Inhalte andernorts einzubinden und wie seine eigenen darzustellen, so dass der Besuch des eigentlichen Urhebers gar nicht mehr nötig ist.

Des eigentlichen Urhebers. Richtig gelesen. Klingelt es da bei Ihnen, Herr Rechtsanwalt Alexander Schlotterbeck?
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Liebling reloaded

Markus Peichl will als Herausgeber die darbende Kulturzeitung Liebling wiederbeleben. Zehnmal im Jahr soll das Magazin im Zeitungsformat erscheinen.

Liebling
So sah Liebling bisher aus, Layout und Typo sind von Stefan Guzy. Diese und noch mehr Bilder gibt es im Slanted-Blog (Danke an Boris). Auch bei Liebling können Seiten angesehen werden.

Vier Ausgaben von Liebling sind von 2005 bis 2006 erschienen. Typographie-Freunde lobten die Zeitung für ihre einfache Optik und auffallend guten Fotos. Für Mitte November ist die nächste Ausgabe angekündigt. Zusätzlich zum klassischen Pressegrosso soll die Zeitung auch über trendige Geschäfte, Theater, Cafés und Museen vertrieben werden. Der Copypreis steigt von 2,50 auf 2,80 Euro.

Mit Momo, dem Entwicklungsprojekt eines Kulturmagazins für den Spiegelverlag, an dem Peichl letztes Jahr gearbeitet hatte, hat das neue Liebling nichts zu tun, wird Peichl von Horizont zitiert. Während Momo auf Eis liegt, gibt Peichl nun mit seinem Medienbüro Fifteen Minutes Liebling heraus. Gründer Götz Offergeld bleibt Chefredakteur.

In einer Selbstdarstellung der “alten” Liebling aus den Mediadaten von 2006 heißt es:

Liebling is a subjective magazine deeply rooted in culture, which focuses on fashion, music, design and visual arts. Love, friendship, loalty and tradition are the core values of Liebling and are reflected throughout the magazine.

Liebling screens the relevant themes for the reader before making a statement. The environment of Liebling consists of international and national fashion designers, musicians and DJs, highfashion concept stores, artists, people from the film industry and authors.

Mehr über das neue Liebling:

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

38 deutsche Web-2.0-Seiten, die in den Startlöchern stehen

Markus Spath von hackr.de schreibt seit einigen Wochen auch beim englischsprachigen Blog blognation Germany. Heute gibt er dort einen sehr aufschlussreichen Überblick über 38 deutsche Web-2.0-Seiten, die in Kürze ihre virtuellen Türen und Tore für die Allgemeinheit öffnen werden. Viele Konzepte reißen mich nicht sonderlich vom Hocker, manche klingen spannend. Aber lest selbst.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Was kostet eigentlich der Bildblog-Werbespot?

Die tatsächlichen Kosten wissen wir natürlich auch nicht. Wir können aber zumindest mal eine Annäherung versuchen. Besser gesagt also: Was würde der Bildblog-Werbespot eigentlich kosten, wenn die Bildblogger die offiziellen Tarife zahlen würden?

Die Basisinformationen wie “Werbeinsel-Schema” und Preisgruppen sind schließlich kein Geheimnis, sie stehen auf der Website von Viacom Brand Solutions (Viacom ist die Muttergesellschaft aller drei TV-Sender, auf denen der Bildblog-Spot derzeit läuft).

So ein Werbeinsel-Schema sieht ungefähr so aus:

screenshot_wischema_mtv.jpg

Man erkennt als Laie erstmal gar nichts, aber nach ein paar Minuten tauchen Uhrzeiten, Namen von Sendungen und merkwürdige Codes auf. Diese Codes enthalten als wesentliche Information die Preisgruppe für die Werbeschaltungen.
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Moritz Leuenberger hat angeblich einen YouTube-Schaden

Die Mittelland Zeitung hat ein Filmchen mit dem Schweizer Medienminister auf YouTube gesehen und glaubt, das sei zu seinem Schaden. Da bin ich anderer Meinung.

Heute in der Mittelland Zeitung auf Seite 4 steht ein Artikel mit dem Titel “Der Kommunikationsminister und sein unbotmässiger Auftritt im Netz”. Eigentlich steht der in der Aargauer Zeitung (AZ), doch in der Kopfzeile steht MZ – es ist nicht ganz klar, welches Medium man nun zitieren kann. Der Werbeslogan der Mittelland Zeitung lautet: “Die Nr. 3 der Schweiz”. Das klingt ja schon mal nicht so grossartig. Schlechter aber noch, dass diese Nummer 3 der Schweiz keinen Internetauftritt hat. Das heisst, die Zeitung hat einen Internetauftritt, aber nur mit Informationen über das Produkt. Inhalte sind nur kostenpflichtig verfügbar. Das komplexe Gewebe der verschiedenen zur MZ gehörenden Produkte zu entflechten, würde einen eigenen Text erfordern, weshalb ich darauf verzichte.

Das Wichtigste vorweg – der durchaus erheiternde Auftritt von Moritz Leuenberger (youtube.com, 2:23 Minuten, teilweise Dialekt, Kategorie: Comedy):

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