So wird E-Mail nicht zur Hölle

email.jpgFischmarkt hat sich in der abgelaufenen Woche äußerst kritisch mit dem Thema “E-Mail” befasst. Quintessenz: E-Mail wird überbewertet und verliert seine Bedeutung als Kommunikationswerkzeug. Der Hauptkritikpunkt von Blogger Martin Recke: “Das Mailaufkommen hat sich dermaßen ins Astronomische erhöht, dass der Wert einer einzelnen Mail ins Bodenlose gesunken ist.” Er spricht von “Mailschulden”, die sich in den Posteingangsfächern bzw. in “Zillionen von Ordnern” ansammeln, und bezeichnet E-Mail als Hölle. » weiterlesen

Online-Durchsuchung durch die Hintertür?

Mitten in der Diskussion um neue Moscheen in Österreich verhaftet die Polizei zwei mutmaßliche Islamisten. Der Zeitpunkt der Verhaftung war geschickt gewählt und ließ die Zustimmung der Bevölkerung für den Innenminister in die Höhe schnellen. Dieser fordert jetzt eindringlich die Einführung von Online-Durchsuchungen.

Von Markus Kirchsteiger

Seit kurzem hat auch Österreich sein ?Terror-Phantom? – das behauptet zumindest die Info-Illustrierte News über einen 22-jährigen Wiener, der am Mittwoch vor einer Woche festgenommen wurde. Mohammed M. soll im März ein Video im Internet veröffentlicht haben, das Österreichs militärisches Engagement in Afghanistan kritisiert.

Für Österreichs Boulevardmedien sind die Festnahmen ein gefundenes Fressen. Die Zeitung Österreich unterstellte Mohammed M. gleich, Anschläge während der EURO 2008 und auf die Wiener UNO-City geplant zu haben. Die Krone erstellte ein ?Psychogramm des Islamisten aus Wien? und machte aus Mohammed M. und seiner ebenfalls verhafteten Frau das ?Islamisten-Ehepaar?.

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Wie lange Menschen ohne Internet auskommen

20070921.jpg Das Agenturnetzwerk JWT hat 1011 erwachsene US-Amerikaner zwischen dem 7. und 11. September befragt, wie lange sie es ohne das Internet aushalten würden. 15 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, maximal einen Tag oder weniger auf die Onlinenutzung verzichten zu können. 40 Prozent fänden es akzeptabel, einige Tage lang nicht ins Netz zu gehen, und nur ein Fünftel könnte eine Woche die Finger vom Web lassen. Amüsante Randerkenntnis: 20 Prozent der Befragten gaben an, dass sie weniger Sex hätten, seitdem sie regelmäßig online gehen. JWTs Kommentar dazu: “Wir glauben nicht, dass deren Partner so glücklich sind darüber”. Angaben zur Repräsentativität der Umfrage wurden nicht gemacht.

Quelle: Yahoo News via Mashable

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Unternehmensgründungen und Timing:
Ein Nachtrag

Robert Basic stellt in einer Reaktion auf meinen Beitrag zum Thema Unternehmensgründungen und Timing in Frage, wie valide meine Argumente in Bezug auf Web 2.0 wirklich sind. Ich hatte behauptet, dass Timing in Bezug auf Konjunkturzyklen entscheidend ist und dass oft nicht der erste im Markt am Schluss gewinnt. Als Gegenbeispiele führt Robert erfolgreiche Web 2.0-Firmen an, die alle in der Flaute 2001-2004 gegründet wurden: Wikipedia, Digg, Del.icio.us, Bloglines, Technorati, Woot, Flickr, Youtube.

Guter Punkt. Aber nehmen wir diese Liste mal etwas unter die Lupe, und zwar nicht nach dem Kriterium “was denkt die Blogosphäre, was cool ist”, sondern nach dem Faktor “wer hat echten wirtschaftlichen Erfolg“. » weiterlesen

Online-Office-Anwendungen:
Wer kauft Zoho?

zoho.gifOnline-Office-Anwendungen zählen zu den heißesten (und meiner Meinung nach auch nützlichsten) Trends im Web 2.0. Dank AJAX-Technik und schneller Internetanschlüsse können immer mehr von Desktop-Software wie Microsoft Office und Open Office bekannte Funktionen einwandfrei im Browser realisiert werden. Die drei großen Vorteile: Verfügbarkeit von Dokumenten und Kalendern von jedem Ort und Computer auf der Welt, der über einen einigermaßen schnellen Internetanschluss verfügt; Komfortables, paralleles Arbeiten mehrerer Personen in der selben Datei; Kein Risiko des Datenverlustes durch z.B. einen Festplattendefekt. » weiterlesen

Exklusivität und Aktualität auf dem Holzweg

In alten Filmen können wir sie noch bewundern: die glorreichen Zeiten der Aktualität. Aus den Eingängen der Pressehäuser stürzen die Zeitungsjungen heraus, ‘Eeeextrablatt!’ tönt ihr Schrei, während eine gierige Öffentlichkeit ihnen die druckfeuchten Zeitungen nur so aus den Händen reißt. Ach, was waren das für Zeiten, als die Aktualität noch der Abgott des Journalismus war!

Selbst der eherne redaktionelle Wert der Exklusivität ist inzwischen schwer angeschlagen: Mit spitzem Bleistift und aufgeschlagenem Block sahen wir noch zu Rühmanns und Heinz Erhardts Zeiten den Society-Redakteur im Salon des Grand-Hotels zu Davos erwartungsfroh auf dem Rand seiner Sitzfläche kippeln, während diese berühmte skifahrende Exzellenz, der Graf zu Schreckenburg-Tortenheim, jovial mit ihm parlierte, damit der devote Schreiberling hochbedeutende gräfliche Einsichten und Erlebnisse für die Annalen der guten Gesellschaft fixieren kann. Am Ende der Audienz klappt der ‘rasende Reporter’ den Block dann zu, er hastet zum Telefon, um der Heimatredaktion Dero Meinungen exklusiv kundzutun.

Wie putzig erscheinen uns derartige filmischen Klischees des Reporterlebens! Das letzte Extrablatt erlebte ich zu Zeiten von Tschernobyl. Um jedes Mikrofon, vor jeder Kamera drängen sich heute die eventsüchtigen Willi Wichtigs und die Bibi Bedeutsams wie die Ferkel um den Trog. Mit unseren zahllosen ‘Berühmtheiten’ lässt sich längst die Wüste Gobi pflastern. Die Folge: Exklusive Interviews in Zeiten grassierender Mediengeilheit sind so selten wie Senf in einer Imbissbude. Anders formuliert: Ausschließlichkeit, Aktualität und Exklusivität sind redaktionelle Alltagswaren, die um Raum im Blatt kämpfen müssen. Sie sind langweilig geworden.

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Authority 200 – es geht bergauf

Im Juli, vier Monate nach dem Start dieses Blogs, konnten wir eine Authority von 100 verkünden. 100 unterschiedliche Blogs verlinkten zu diesem Zeitpunkt laut Technorati zu zweinull.cc. Nun, zwei Monate später, freuen wir uns über das Erreichen des nächsten Meilensteins: eine Authority von 200. Es geht bergauf für zweinull.cc und der Dank gebührt allen, die regelmäßig hier vorbeischauen, kommentieren und uns verlinken – Euch also. Weiter so!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Werbe-Widgets:
Google hatte auch schon mal bessere Ideen

Die Internet-Branche ist eine modegetriebene Welt: Letzten Monat wurde man hier in den USA von jedem VC noch gefragt “What’s your Facebook strategy?” Diesen Monat ist die Frage “What’s your widget strategy?”

Widgets (oft auch Gadgets genannt) sind diese lustigen kleinen Funktionalitätsmodule, die man sich zu personalisierten Homepages hinzufügen kann, z.B. auf MySpace, iGoogle, Facebook usw. Nix dagegen. Aber inzwischen denken viele Leute, dass man daraus ein grosses Geschäft machen kann. Es gibt schon eine respektable Anzahl an Startups, die sich ausschliesslich mit der Produktion von Widgets beschäftigen.

Und jetzt macht das auch noch Google. Heute hat der Suchmaschinengigant das neue Programm “Google Gadget Ads” vorgestellt. Selbiges ermöglicht es Werbetreibenden, auf Googles Plattform solche Widgets/Gadgets anzubieten, die eine Werbebotschaft transportieren. Die User, so die Hoffnung, sollen mit diesen Dingern nicht nur interagieren, sondern sie bitte sogar zu ihrer jeweiligen persoenlichen Homepage/MySpace-Seite hinzufügen und so subtil mehrmals täglich der zu kommunizierenden Werbebotschaft ausgesetzt werden.

Schauen wir uns mal ein paar Beispiele in Googles Gadget-Galerie an. Da gibt es zum Beispiel ein Gadget zum neuen Film mit Angelina Jolie. Mag ja nett sein für Fans, aber wen interessiert das sonst? Intel bietet uns ein kleines Spiel, bei dem man mit einem Notebook-Symbol irgendwelche herunterfallenden Icons fangen muss. Das ist ohne Übertreibung die schlechteste Version von “Breakout”, die ich je gespielt habe. Und Pepsi macht es sich ganz einfach und spielt im Widget irgendeinen Werbefilm ab.

Mein Lieblingsbeispiel: Nissan bietet ein Widget, das die aktuelle Verkehrslage anzeigt:

Nissan-1

Scheint ja noch nützlich zu sein. Aber, was ist das? Diese Funktionalität gibt es bereits als werbefreies Widget von Google selbst:

Googlemaps

Die Darstellung ist nicht nur deutlich besser, man muss sich auch nicht mit der Werbebotschaft herumschlagen, die sich bei jedem Klick aufdringlich aufpoppt.

Es bleibt angesichts dieser Beispiele wirklich ein Rätsel, welchen Anreiz User haben sollten, ihre Homepages mit solchem Zeug zuzukleistern? Die meisten Leute, die ich kenne, hätten gern weniger Werbung, nicht mehr. Klar, es mag Ausnahmen geben. Das Demo-Widget von Honda konzentriert sich auf die Band “Fall Out Boy”, deren neuste Tour vom Autokonzern gesponsert wird. Die Autowerbung ist klar Nebensache. Das mag funktionieren, aber wohl nur mit einer äusserst überschaubaren Zielgruppe.

Diese Widgets funktionieren im Moment wohl am ehesten noch als interaktive Bannerwerbung. Auftraggeber zahlen normale, kommerzielle Content-Sites dafür, dass sie solche Gadgets einbinden, und im besten Fall erreicht man damit etwas mehr Aufmerksamkeit als bei den üblichen Bannern. Aber auch da sind die wenigen publizierten Zahlen eher ernüchternd: Eine Interaktionsrate von 0.3% ist zwar etwa doppelt so hoch wie die normale Click-Through-Rate bei grossen Bannern, aber das ist nicht gerade ein riesiger Quantensprung.

Die Begeisterung für Widgets in manchen Kreisen ist darum so gross, weil laut neusten Zahlen von comScore im April 2007 angeblich 177 Mio. User ein Widget irgendwelcher Art gesehen (nicht benutzt, nicht selbst eingebaut, nur gesehen) haben. Angesichts der unzähligen Video-, Musik- und Photo-Objekte auf MySpace und Co., die dabei alle mitgezählt wurden, ist das wohl auch kaum weiter verwunderlich. Aber der Weg von lustigen Videos zu kommerziell verwertbaren Werbe-Widgets dürfte ziemlich weit sein.

Prognose: Widgets als Werbeform werden keine grosse Zukunft haben. Zumindest nicht, so lange die Werbeauftraggeber sich nicht erheblich bessere Dinge ausdenken.

Nutzergenerierte Wahlprognosen

Ende Oktober sind in der Schweiz Parlamentswahlen. Die Nutzer von Börsenspielen auf den Online-Portalen machen dabei sehr gute Prognosen, schreibt die NZZ. Wenigstens ein Leser findet das Blödsinn.

NZZ MeistgelesenDie Meldung, dass die politischen Pole (SP und SVP) “am Schmelzen” seien, schaffte es heute Nachmittag zum Aufmacher auf NZZ Online und gleich zum meistgelesenen Artikel:

Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass die Wahlbörsen den realen Ergebnissen jeweils sehr nahe kommen und dabei bisweilen auch die Voraussagen von Demoskopen übertreffen. Während bei Umfragen die Befragten nach einem Zufallsprinzip stichprobenartig ausgewählt werden, nehmen an Wahlbörsen in der Regel nur gut informierte Personen teil, was die Treffsicherheit der Handelskurse erhöht.

Mutig ist diese Aussage auch, da es sich nicht um eine Teilnehmerbasis von x tausend Leuten handelt, sondern nur um ein paar hundert (gespielt wird überraschenderweise auf den Seiten der Uni Karlsruhe):

Zurzeit sind in der NZZ-Wahlbörse 683 Personen registriert, 508 von ihnen beteiligen sich aktiv am Handel.

Analyse Nationalratswahl 2007 NZZ
Screenshots nzz.ch

Seit dem Relaunch der NZZ können Leser die Artikel kommentieren. Ruedi Lais hat das gemacht, er schreibt im zweiten zum Artikel erschienenen und sehr lesenswerten Kommentar:

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Neue Gratiszeitung .ch:
Der Zeitungskrieg ist eröffnet

Seit heute erscheint .ch, die “Zeitung der Schweiz”; Gratiszeitung Nummer 3, wenn man Cash Daily mitzählt, sogar schon Nummer 4. Ein Qualitätsmedium will .ch sein. Schau’n wir mal.

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6.55 Uhr: Rund um den Helvetiaplatz keine Spur von .ch. Vor einem Hauseingang neben dem “Hooters” steht einer der Verteilständer – leer. Dafür platzt gegenüber an der Haltestelle die 20minuten-Box aus den Nähten.

7.58 Uhr: Rund um den Helvetiaplatz keine Spur von .ch. Der Ständer neben dem Hooters ist weg. Die 20minuten-Box zu drei Vierteln leer.

8.10 Uhr: Am Stauffacher stehen drei Leute mit .ch. Und etwa zwanzig mit 20minuten. Einer liest heute von gestern abend. Die .ch-Box ist leer.

Aber eine Stunde früher waren noch zehn Exemplare drin; zwei davon hat Peter mitgenommen. Und die sehen wir uns jetzt mal genauer an.

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