Burda Digital-Life-Design 08:
Netzwerken, bis die Stimme versagt

Wo bleibt nur der Abschlußbericht vom Burda DLD 08? Nein, ich bin im Gegensatz zu einigen Kollegen nicht erkrankt. Aber trotzdem sprachlos, pardon: stimmlos geworden.

Burda DLD Party Bayrischer Hof W.D.Roth
“Boah, ist das schön bunt hier!” – “Na klar, das ist ja auch die Party der Bunten!” (Bild: W.D.Roth)

Der Burda DLD 08 ist nun schon einige Tage hier, der Abschlussbericht fehlte aber noch. Das hatte zweierlei Gründe: Zunächst war in den Tagen des DLD 08 und der nachfolgenden CeBIT Preview etliches liegen geblieben, dass zunächst erledigt werden musste. Außerdem verstand mich aber auch mein Computer nicht mehr, weil ich heiser war – ein typisches Erkennungszeichen aller DLD-08-Teilnehmer spätestens ab dem zweiten Tag.

Schließlich geht man auf eine solche Veranstaltung nicht nur, um sich schöne bunte Powerpoints reinzuziehen und in den Vorträgen laut zu schnarchen. Durch die Zeitverschiebung bei den Teilnehmern aus den USA, aus dem nahen oder fernen Osten bedingt war nach erfolgreich erkämpftem Sitzplatz das prompte Einschlafen der Gäste keinesfalls ein seltener Anblick, wobei sich die Damen mitunter zumindest noch an einer starken Männerschulter anlehnen konnten.

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Gut gespielt:
Facebook baut aggressiv Developer-Plattform aus

Dass ich kein grosser Fan von Facebook bin, ist regelmässigen Lesern dieses Blogs nicht neu. Und ich glaube weiterhin, dass diese Social-Networking-Plattform grundsätzlich überschätzt wird.

Aber: Facebook hat weiterhin die mit Abstand am besten geplante und ausgeführte Plattform-Strategie in diesem Marktsegment. Dem gegenüber nehmen sich die anderen Mitspieler wie blutige Anfänger aus (Google, Plaxo) oder sind noch gar nicht erst auf dem Spielfeld aufgetaucht (MySpace, StudiVZ, XING). Auch wenn man sich über den Sinn der meisten Facebook-Applikationen (Schafe werfen, anyone?) streiten kann, hat Facebook doch die breiteste und erfolgreichste Entwicklercommunity für allerlei lustige Zusatzmodule angezogen. » weiterlesen

Ein Ehrentor für die Musikindustrie

Die am Musikgeschehen interessierte Internetgemeinde ist sich einig – in diesem Jahr wird das bisherige Geschäftsmodell der Plattenfirmen, Musik teuer zu verkaufen und dabei gleichzeitig die Kontrolle über die Verwendung der von den Kunden erstandenen Alben und Songs behalten zu wollen, endgültig durch neue, alternative Monetarisierungsformen abgelöst. Digitalisierung, allgegenwärtige Internetverfügbarkeit und das individualisierte Mitmach-Web sorgten besonders in den vergangenen Monaten für grundlegende Umwälzungen im Musikgeschäft. Während die Zahl der weltweiten Tonträgerverkäufe weiter sinkt, wird im Netz, dem in Zukunft wichtigsten Distributionskanal für Musik, heftig mit neuen Vertriebsvarianten experimentiert. » weiterlesen

Im Test:
Die Weltwoche

Die Weltwoche hat in den letzten Jahren den Grossteil der Leser- und Schreiberschaft ausgetauscht, den inhaltlichen Kurs verändert, den Besitzer gewechselt und zwei Konkurrenten verloren. Wir lesen das Magazin zu Politik, Wirtschaft und Geselltschaft.

Weltwoche-Cover

Seit die Schweizer Wochenzeitung im Jahr 2002 von sperrigem Zeitungspapier auf elegantes Magazinformat umgestellt wurde, ist einiges passiert – wir testen: Ausgabe 3/2008, 17.1.2008.

Allgemeiner Eindruck

Eine Blondine mit grossen Brüsten vornedrauf? Das muss was für Männer sein, denkt man sich. Gemacht wird das Blatt jedenfalls hauptsächlich von Männern, in dieser Ausgabe sind nur 4 oder 5 aller Artikel von Frauen geschrieben, davon einer auf einer Doppelseite, alle anderen müssen unter einer Seite bleiben. Thomas Widmer hingegen breitet auf einer Doppelseite die Vor- und Nachteile der aktuellen Miss Schweiz, Amanda Ammann aus. Das klingt dann so in den ersten Zeilen:

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Am Anfang ist nur das Wort …

Das eitrig-düstere Zerrbild netzferner Journalisten und die Sehnsucht nach Kommunikation unter Gleichen.

anjejackert.de

Journalisten kommen mir manchmal vor, als hätten sie alle einen Knick in der Flinte, wenn sie kollektiv auf den Waldrand des Web 2.0 losballern und dabei Nachbars Dackel erlegen. Deshalb zum tausendstenmal, auch wenn ihr’s ewig nicht glauben wollt: Blogger sind (anfangs) nur selten Journalisten, sie wollen (anfangs) mit euren Medien gar nichts zu tun haben, eher im Gegenteil, und sie schreiben (anfangs) aus ganz anderen Motiven. Da ihnen (später) die Unvermeidlichkeit eures mediencircensischen Treibens bewusst wird, lassen sie sich – nolens volens – dann ein Stück weit darauf ein. Beispiel gefällig?

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Politikjournalismus à la Bling-Bling

Journalisten beklagen sich darüber, dass Politik nur noch eine Boulevardshow ist. Dabei sind sie selbst dafür verantwortlich.

20minuten Sarkozy
Screenshot 20min: Bling-Bling

Seifenoper im ARD-Weltspiegel: Ein Beitrag über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Man filmt ihn bei SMS-Schreiben bei einem Staatsbesuch (“während andere wichtige Verträge unterschreiben”). Man informiert, dass er Frühlingsurlaub, Sommerurlaub und Winterurlaub macht. Ihm wird unterstellt, die “Hauptsache” seien für ihn “Schlagzeilen, egal welche”. Grosse Gesten und einfache Botschaften werden festgestellt. Eine endlose “Sarko-Show” sei das.

Der Beitrag von vergangenem Sonntag, in dem es fast ausschliesslich um diese Äusserlichkeiten geht, wurde aber von der ARD produziert. Und die ist ja, von den Gebührengeldern mal abgesehen, unabhängig. Und hätte gut auch einen Beitrag machen können, in dem es um Inhalte geht.

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Öffentlich-Rechtliche in Deutschland:
Mehr Geld, aber nicht fürs Digitalradio

Die Rundfunkgebühren – wer hätte das gedacht? – steigen! Und zwar um 5,56%, von 17,03 auf 17,98 Euro im Monat für Fernsehen. Beim Radio wird von 5,52 auf 5,76 Euro im Monat erhöht. Dafür wird es aber weiter analog rauschen müssen.

Kein Digitalradio
Digitalradio-Vollversorgung ab 2009? Nein, das wurde gestrichen! (Bild: W.D.Roth)

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat den höheren Finanzbedarf errechnet. Die KEF ist die Behörde, die zwischen dem Geld, das die GEZ eintreibt, und den Rundfunkanstalten steht und so deren Gebührenhunger bändigen soll. Dass sich die Politik ebenfalls in die Diskussion einschaltet, wie in der letzten Gebührenrunde geschehen, ist dagegen eigentlich nicht vorgesehen. Die Wirksamkeit der KEF als Gebührenbremse wird zwar gerne angezweifelt, doch hat sie schon öfters tatsächlich überzogene Pläne der Rundfunkanstalten gestoppt.

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Startupwiki:
Warum gab’s das nicht schon früher?!

StartupwikiGelegentlich tauchen neue Seiten auf, deren gebotene Leistung man bis dato nicht unbedingt vermisst hat. Und doch fragt man sich anschließend, wie man ohne sie leben konnte. Das Startupwiki könnte so ein Fall sein. Ein Student und ein Absolvent der Universität Eichstätt-Ingolstadt hatten die Idee eines Wikis über Startups und haben diese in den vergangenen Monaten umgesetzt. Ab sofort können Internetunternehmen, Investoren und Interessierte das Startupwiki mit Daten zu Web-Startups füttern oder die Plattform zur Rechere nutzen. Zu den relevanten Informationen für einen Eintrag gehören neben einer kurzen Beschreibung des jeweiligen Dienstes Angaben zu den Funktionen, Kapitalgebern und zum Geschäftsmodell. » weiterlesen

So geht Geist

“Weiß am Zug: Sxf7!?”, titelt heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung und setzt damit alle Konkurrenz am Kiosk matt. Schach auf der ersten Seite, wider aller Marktforschung, wider den allgegenwärtigen Trend zum Boulevard.

FAZ-Titelseite 24.1.2008
Titelseite der FAZ am 24. Janaur 2008 (Bild: FAZ.net)

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Spiegel-Verlag:
Verhängnisvolle Affären und machtvolle Mitarbeiter

Donnerstag wurde es bekannt: Das Nachrichtenmagazin Spiegel bekommt eine Doppelspitze. Grund genug für medienlese.com eine Zeitreise durch den Verlag anzutreten, der Deutschland mitprägte und selbst Geschichte schrieb.

Spiegel-Gebäude in Hamburg
Spiegel-Gebäude in Hamburg (Bild cc:bstrasser)

Laut Berichten des Hamburger Abendblatt und der Süddeutschen Zeitung hat die Suche nach einem Nachfolger von Stefan Aust ein Ende gefunden. Georg Mascolo, derzeit Leiter des Berliner Spiegel-Büros, und Onlinechef Mathias Müller von Blumencron übernehmen die Chefredaktion beim Spiegel.

Der Medienrummel um Austs Nachfolge zeigt, dass die Geschichte des Verlags untrennbar mit dem Magazin selbst verbunden ist. Der Spiegel ist mit einer Auflage von knapp über einer Million die größte Wochenzeitung Deutschlands. Wenn man sich die Vita des 60 Jahre alten Printriesen anschaut, wird man den Eindruck nicht los, dass jeder dieser Leser hart erkämpft wurde.

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