Leopard und Vista:
Der Personal Computer ist definitiv langweilig geworden

Mit einigem Getöse hat Apple letzte Woche die neue Version von Mac OS X, Codename Leopard, auf den Markt gebracht (mein Testbericht dazu drüben bei neuerdings.com). Damit sind jetzt beide Plattformen, Windows und der Mac, dieses Jahr mit langerwarteten neuen Betriebssystemen rundumerneuert worden.

Und was haben wir davon? Fast nichts.

Das herausragendste neue Feature von Leopard ist … eine Backuplösung. Wie aufregend. Und bei Vista war die bemerkenswerteste Neuerung, dass Viren und Trojaner die Maschine nicht gerade sofort übernehmen können, sondern erst nachdem der User eine der etwa alle drei Minuten auftauchenden nervigen Sicherheitsabfragen weggeklickt hat. Tolle Leistung.

Selbst bei der Lektüre ausführlicher Featurelisten zeigt sich ein eher trostloses Bild: Die eine Partei hat etwas stärkere Multimediatools, dafür hat die andere ein besseres eingebautes Kalenderprogramm. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Uneinigkeit über Amy Winehouse, Loriot, Blocher im Internet.

Früher wunderte man sich, wenn man an einem Konzert war und darauf in zwei Zeitungen zwei komplett gegensätzliche Kritiken las. War es nun sehenswert das Konzert oder nicht? Naja, dachte man sich – so ist es nun mal, wenn es dem einen gefällt, dem anderen nicht. Mit guten Begründungen gespickt könnten sogar beide Texte lesenswert sein.

Heute aber ist es anders: Da spielt Amy Winehouse in Zürich und 20 Minuten schreibt in der Bildergalerie zuerst “Am 25. Oktober 2007 begeisterte die britische Soul-Sängerin Amy Winehouse im Zürcher Volkshaus” und aktualisiert dann in “Ihr gestriges Konzert war ein einziges Debakel”. Genauso unentschlossen ist der Blick. Die Printausgabe: “Amy in Bestform! Die Britin bestätigt bravourös: Ihre Stimme wird in die Geschichte eingehen!”. Online aber: “Nach knapp einer Stunde Horror-Show mussten die armen Musiker dann sogar die Zugabe ohne ihre Amy über die Bühne bringen – so kaputt war das Sorgenkind?”. Zusammengetragen hat diesen durchaus bedenklichen Fall benkoe.ch. Boulevard-Journalismus ist ja ganz nett, aber ohne Koordination und Hintergrund einfach peinlich.

Loriot bemitleidete heutige Fernsehmacher. Während er vier Sendungen im Jahr gemacht habe, müssen die “die armen Kerle” heute “25 Sendungen machen”.

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YouTube:
Die Zeit der Geduldsproben ist (hoffentlich) vorbei

youtube_floating.gifYouTube ist zwar das weltweit führende Videoportal, was die Anzahl der Besucher und eingestellten Clips betrifft. Von den Features und der Usability her gibt es aber zahlreiche Konkurrenten, die den Nutzern erheblich mehr Freiheit beim Hochladen und Betrachten von Videos einräumen. Besonders die Limitierung der Cliplänge auf zehn Minuten und häufige Serverüberlastungen, die das visuelle Erlebnis durch Unterbrechungen und permanentes Nachladen stören, lassen YouTube technisch gegenüber seinen Mitbewerbern alt aussehen. Doch wie es scheint, ist man bestrebt, mit neuen Funktionen den Abstand zu Konkurrenten auf der Featureseite zu verkürzen: Allen Stern von CenterNetworks ist aufgefallen, dass es nun möglich ist, an eine bestimmte Stelle eines YouTube-Clips zu springen, ohne dass das Video bis dahin komplett geladen wurde. » weiterlesen

Kann das Web 2.0 noch sozialer werden?

Seit zwei bis drei Jahren gehören soziale Web-2.0-Anwendungen zum Alltag vieler Internetnutzer. An jeder Ecke des Mitmach-Netzes wird sich mit Gleichgesinnten getroffen, kommuniziert und geteilt. Ob nun in Social Networks, bei Social-Bookmarking- oder Social-News-Diensten, in Blogs oder auf Videoportalen, in Musik-Communities oder auf Empfehlungsplattformen – die soziale Komponente des Web 2.0 ist allgegenwärtig. Doch entwickelt sie sich eigentlich noch nennenswert weiter? Mit jedem neuen, sozialen Webangebot entsteht zwar ein weiteres Forum für Kommunikation und Austausch unter Menschen mit ähnlichen Interessen, Hobbys oder Zielen, doch das Ergebnis ist im Prinzip das gleiche wie vor zwei Jahren: Man teilt Daten und Informationen unterschiedlicher Art mit anderen und versucht gleichzeitig, von deren Beiträgen zu profitieren. » weiterlesen

6 zu Schmidt & Pocher

Pocher bringt den guten, alten Schmidt zurück
(rp-online.de, Judith Conrady)
Wer hätte das gedacht: Mit Oliver Pocher an seiner Seite ist Harald Schmidt plötzlich wieder das, was er einmal war – zu seinen besten Zeiten. ProSieben-Pocher bringt uns in der ARD den Sat.1-Schmidt zurück. Abwegige Ideen, beißende Ironie – alles, was Schmidt in den meisten seiner ARD-Sendungen fehlte, ist plötzlich wieder da.

Sausenclown und Feinschliffwitzler
(spiegel.de, Daniel Haas)
Das soll der Untergang des Abendlands gewesen sein? Als solchen hatten Kritiker die Schmidt-Pocher-Verbindung eingestuft. Die Premiere aber zeigte: Olli und Harry verursachen keine kulturellen Flurschäden. Sie schaden noch nicht mal der ARD.

Wie ein getunter Andrack
(sueddeutsche.de, Christian Kortmann)
Die Premiere von “Schmidt & Pocher” war ein planloses Probieren vor Publikum: Harald Schmidt wirkte nachhaltig träge, Oliver Pocher erstarrte in Respekt vor dem großen Partner.

Jungs, das muss noch besser werden
(welt.de, Martin Klein)
Den Auftakt sollte und wird man schnell vergessen; “Schmidt & Pocher”, die Erste, war nicht gut. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, es werden gute, bestimmt auch noch brillante Sendungen folgen, doch das Debüt der mit Spannung erwarteten Moderatorenallianz taugte wenig.

Schmidt & Pocher, sie habens getan!
(monsieurfischer.ch)
“Zusammengefasst habe ich mich während der Stunde Schmidt & Pocher gut amüsiert. Beide haben das gebracht, was ich von ihnen erwartet habe. Oder vielleicht sogar noch etwas mehr. Pocher hat nämlich gezeigt, dass er nicht nur Kollegen auslachen und andere Leute beleidigen, sondern durchaus auch wirklich witzig sein kann. Schmidt seinerseits war der erwachsene Lehrer, der sich hie und da mal unwissend stellte, was ‘junge Themen’ angeht.”

“schmidt & pocher”: die premiere live.
(popkulturjunkie.de)
“Wirklich eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ich hatte mich wirklich auf die Show gefreut, weil ich eine ernsthafte Hoffnung hatte, dass Pocher frischen Wind in die Sache bringen kann. Konnte er leider überhaupt nicht. Entweder er hatte Schiss vor den ARD-Gremien oder vor sich selbst. Schmidt macht die Sendung anscheinend auch nur noch, weil er wenigstens an einem Tag pro Woche mal aus dem Haus gehen will. Ob die Welt diese lahme Sendung braucht – da bin ich extrem skep

href=”http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/gesellschaft/medien/493994″>Pocher bringt den guten, alten Schmidt zurück
(rp-online.de, Judith Conrady)
Wer hätte das gedacht: Mit Oliver Pocher an seiner Seite ist Harald Schmidt plötzlich wieder das, was er einmal war – zu seinen besten Zeiten. ProSieben-Pocher bringt uns in der ARD den Sat.1-Schmidt zurück. Abwegige Ideen, beißende Ironie – alles, was Schmidt in den meisten seiner ARD-Sendungen fehlte, ist plötzlich wieder da.

Sausenclown und Feinschliffwitzler
(spiegel.de, Daniel Haas)
Das soll der Untergang des Abendlands gewesen sein? Als solchen hatten Kritiker die Schmidt-Pocher-Verbindung eingestuft. Die Premiere aber zeigte: Olli und Harry verursachen keine kulturellen Flurschäden. Sie schaden noch nicht mal der ARD.

Wie ein getunter Andrack
(sueddeutsche.de, Christian Kortmann)
Die Premiere von “Schmidt & Pocher” war ein planloses Probieren vor Publikum: Harald Schmidt wirkte nachhaltig träge, Oliver Pocher erstarrte in Respekt vor dem großen Partner.

Jungs, das muss noch besser werden
(welt.de, Martin Klein)
Den Auftakt sollte und wird man schnell vergessen; “Schmidt & Pocher”, die Erste, war nicht gut. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, es werden gute, bestimmt auch noch brillante Sendungen folgen, doch das Debüt der mit Spannung erwarteten Moderatorenallianz taugte wenig.

Schmidt & Pocher, sie habens getan!
(monsieurfischer.ch)
“Zusammengefasst habe ich mich während der Stunde Schmidt & Pocher gut amüsiert. Beide haben das gebracht, was ich von ihnen erwartet habe. Oder vielleicht sogar noch etwas mehr. Pocher hat nämlich gezeigt, dass er nicht nur Kollegen auslachen und andere Leute beleidigen, sondern durchaus auch wirklich witzig sein kann. Schmidt seinerseits war der erwachsene Lehrer, der sich hie und da mal unwissend stellte, was ‘junge Themen’ angeht.”

“schmidt & pocher”: die premiere live.
(popkulturjunkie.de)
“Wirklich eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ich hatte mich wirklich auf die Show gefreut, weil ich eine ernsthafte Hoffnung hatte, dass Pocher frischen Wind in die Sache bringen kann. Konnte er leider überhaupt nicht. Entweder er hatte Schiss vor den ARD-Gremien oder vor sich selbst. Schmidt macht die Sendung anscheinend auch nur noch, weil er wenigstens an einem Tag pro Woche mal aus dem Haus gehen will. Ob die Welt diese lahme Sendung braucht – da bin ich extrem skeptisch.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

6 zu Schmidt & Pocher

Pocher bringt den guten, alten Schmidt zurück
(rp-online.de, Judith Conrady)
Wer hätte das gedacht: Mit Oliver Pocher an seiner Seite ist Harald Schmidt plötzlich wieder das, was er einmal war – zu seinen besten Zeiten. ProSieben-Pocher bringt uns in der ARD den Sat.1-Schmidt zurück. Abwegige Ideen, beißende Ironie – alles, was Schmidt in den meisten seiner ARD-Sendungen fehlte, ist plötzlich wieder da.

Sausenclown und Feinschliffwitzler
(spiegel.de, Daniel Haas)
Das soll der Untergang des Abendlands gewesen sein? Als solchen hatten Kritiker die Schmidt-Pocher-Verbindung eingestuft. Die Premiere aber zeigte: Olli und Harry verursachen keine kulturellen Flurschäden. Sie schaden noch nicht mal der ARD.

Wie ein getunter Andrack
(sueddeutsche.de, Christian Kortmann)
Die Premiere von “Schmidt & Pocher” war ein planloses Probieren vor Publikum: Harald Schmidt wirkte nachhaltig träge, Oliver Pocher erstarrte in Respekt vor dem großen Partner.

Jungs, das muss noch besser werden
(welt.de, Martin Klein)
Den Auftakt sollte und wird man schnell vergessen; “Schmidt & Pocher”, die Erste, war nicht gut. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, es werden gute, bestimmt auch noch brillante Sendungen folgen, doch das Debüt der mit Spannung erwarteten Moderatorenallianz taugte wenig.

Schmidt & Pocher, sie habens getan!
(monsieurfischer.ch)
“Zusammengefasst habe ich mich während der Stunde Schmidt & Pocher gut amüsiert. Beide haben das gebracht, was ich von ihnen erwartet habe. Oder vielleicht sogar noch etwas mehr. Pocher hat nämlich gezeigt, dass er nicht nur Kollegen auslachen und andere Leute beleidigen, sondern durchaus auch wirklich witzig sein kann. Schmidt seinerseits war der erwachsene Lehrer, der sich hie und da mal unwissend stellte, was ‘junge Themen’ angeht.”

“schmidt & pocher”: die premiere live.
(popkulturjunkie.de)
“Wirklich eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ich hatte mich wirklich auf die Show gefreut, weil ich eine ernsthafte Hoffnung hatte, dass Pocher frischen Wind in die Sache bringen kann. Konnte er leider überhaupt nicht. Entweder er hatte Schiss vor den ARD-Gremien oder vor sich selbst. Schmidt macht die Sendung anscheinend auch nur noch, weil er wenigstens an einem Tag pro Woche mal aus dem Haus gehen will. Ob die Welt diese lahme Sendung braucht – da bin ich extrem skep

href=”http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/gesellschaft/medien/493994″>Pocher bringt den guten, alten Schmidt zurück
(rp-online.de, Judith Conrady)
Wer hätte das gedacht: Mit Oliver Pocher an seiner Seite ist Harald Schmidt plötzlich wieder das, was er einmal war – zu seinen besten Zeiten. ProSieben-Pocher bringt uns in der ARD den Sat.1-Schmidt zurück. Abwegige Ideen, beißende Ironie – alles, was Schmidt in den meisten seiner ARD-Sendungen fehlte, ist plötzlich wieder da.

Sausenclown und Feinschliffwitzler
(spiegel.de, Daniel Haas)
Das soll der Untergang des Abendlands gewesen sein? Als solchen hatten Kritiker die Schmidt-Pocher-Verbindung eingestuft. Die Premiere aber zeigte: Olli und Harry verursachen keine kulturellen Flurschäden. Sie schaden noch nicht mal der ARD.

Wie ein getunter Andrack
(sueddeutsche.de, Christian Kortmann)
Die Premiere von “Schmidt & Pocher” war ein planloses Probieren vor Publikum: Harald Schmidt wirkte nachhaltig träge, Oliver Pocher erstarrte in Respekt vor dem großen Partner.

Jungs, das muss noch besser werden
(welt.de, Martin Klein)
Den Auftakt sollte und wird man schnell vergessen; “Schmidt & Pocher”, die Erste, war nicht gut. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, es werden gute, bestimmt auch noch brillante Sendungen folgen, doch das Debüt der mit Spannung erwarteten Moderatorenallianz taugte wenig.

Schmidt & Pocher, sie habens getan!
(monsieurfischer.ch)
“Zusammengefasst habe ich mich während der Stunde Schmidt & Pocher gut amüsiert. Beide haben das gebracht, was ich von ihnen erwartet habe. Oder vielleicht sogar noch etwas mehr. Pocher hat nämlich gezeigt, dass er nicht nur Kollegen auslachen und andere Leute beleidigen, sondern durchaus auch wirklich witzig sein kann. Schmidt seinerseits war der erwachsene Lehrer, der sich hie und da mal unwissend stellte, was ‘junge Themen’ angeht.”

“schmidt & pocher”: die premiere live.
(popkulturjunkie.de)
“Wirklich eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ich hatte mich wirklich auf die Show gefreut, weil ich eine ernsthafte Hoffnung hatte, dass Pocher frischen Wind in die Sache bringen kann. Konnte er leider überhaupt nicht. Entweder er hatte Schiss vor den ARD-Gremien oder vor sich selbst. Schmidt macht die Sendung anscheinend auch nur noch, weil er wenigstens an einem Tag pro Woche mal aus dem Haus gehen will. Ob die Welt diese lahme Sendung braucht – da bin ich extrem skeptisch.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Facebook ist gar nicht sooooo überbewertet

Wie zuvor bereits gemeldet, setzt der gestrige Deal zwischen Facebook und Microsoft den Wert der Social-Networking-Site auf die Kleinigkeit von $15 Milliarden fest.

Das scheint in jeder Hinsicht eine satte Summe zu sein. Das wären nämlich:

- $50 Mio. pro Facebook-Mitarbeiter
- $217 pro Unique Visitor
- das hundertfache von Facebooks geschätztem Umsatz (zum Vergleich: Google ist derzeit etwa 15x seinen Umsatz wert)
- das 500fache von Facebooks geschätztem Jahresgewinn (Google: 52x Gewinn, Microsoft 22.5x)

Aber: Wer etwas in der Internet-Geschichte zurückgeht, findet schnell raus, dass das noch lange keine echten Rekorde sind. Zu Bubblezeiten anfangs 2000 war nämlich der damalige Star Yahoo mehr als 3000x seinen Gewinn wert, mehr als 240x seinen Umsatz, $72 Mio pro Mitarbeiter und mehr als $800 pro User. » weiterlesen

Facebook/Microsoft:
Ein unglücklicher Deal

Immer, wenn man glaubt, dass sich die Facebook-Hysterie kaum noch steigern lässt, wird nochmal eins draufgesetzt: Gestern kündigte Microsoft ein Investment in Facebook von $240 Mio. für 1.6% der Firma an. Ausserdem wird Microsoft Werbung für die Facebook-Plattform bis 2011 verkaufen dürfen.

Das wäre dann eine Firmenbewertung für Facebook von unglaublichen $15 Milliarden. Für eine Firma mit 300 Mitarbeitern und $150 Mio. Umsatz. Zum Vergleich: Damit wäre Facebook fast so viel wert wie das Werbeagenturen-Netzwerk WPP mit seinen $6 Mia. Umsatz und 98’000 Angestellten. Und fünf mal mehr als die New York Times.

Bei allem Respekt vor der unternehmerischen Leistung und dem Verhandlungsgeschick, das hinter diesem erstaunlichen Deal steckt: Ich glaube nicht, dass die Beteiligten damit sehr glücklich werden.

Dass Microsoft sich durch geschicktes Manövrieren der Facebook-Investoren in ein hoffnungslos überteuertes Investment hineindrängen lassen hat, ist ziemlich offensichtlich. Vor einigen Monaten äusserte Facebook-Geldgeber Peter Thiel an einer Konkurrenz dreist, dass Facebook wohl mindestens $10 Mia. wert sein müsste (der höchste zuvor diskutierte Betrag waren noch $1.5 Mia. gewesen). Das wurde damals von der Branche quittiert mit “Der ist wohl völlig übergeschnappt”. Dann inszenierte Facebook gezielt einen Bieterwettstreit zwischen Microsoft (das bisher schon Werbung für Facebook verkaufte), Google und Yahoo. Das wahrscheinlichste Opfer war klar: Microsoft.

Microsofts Management hat mit dem Deal massiv an Glaubwürdigkeit verloren. Vor ein paar Wochen bezeichnete CEO Steve Ballmer Facebook noch als “Fad” (Modeerscheinung). Kurz später investiert seine Firma zu so einer absurden Bewertung und lässt sich auf langfristige Verträge ein, deren Konditionen vermutlich sehr günstig für Facebook sind. Das sieht sehr nach einer Verzweiflungstat aus. Microsoft konnte und wollte es sich nicht leisten, auch diese Schlacht gegen Google zu verlieren. So kann man wenigstens behaupten, dass man an der derzeit heissesten Website beteiligt ist. Aber: Ist das eine sinnvolle Art, den grössten Softwarekonzern der Welt zu steuern? Dagegen sieht Medienmogul Rupert Murdoch wie ein Genie aus, denn der hat MySpace (das übrigens immer noch dreimal mehr User hat als Facebook) vor zwei Jahren für nur wenig mehr als den doppelten Betrag gleich voll übernommen.

Für Facebook könnte der Deal aus langfristiger geschäftlicher Perspektive verhängnisvoll sein. Neben dem Geld von Microsoft nahm Facebook gestern angeblich noch weitere $500 Mio. an Finanzierung rein. Was macht ein so junges Unternehmen mit einer Dreiviertel Milliarde an Kapital? Der Zwang zum Wachstum um jeden Preis wird erdrückend, denn die Investoren (Microsoft und zwei Hedgefunds) sind nicht gerade für ihre Geduld bekannt. Dieser Druck kann schon mal zu strategischen Fehlern führen.

Ausserdem: Microsoft ist nicht gerade der beste aller möglichen Partner, wenn es um Online-Werbeverkauf geht. Klar, seit der Akquisition der Werbefirma aQuantive verfügt man in Redmond durchaus über kompetente Werbeleute, aber die Reichweite ist nicht mal andeutungsweise mit der von Google oder selbst Yahoo vergleichbar. Fraglich ist ausserdem, was aus Facebooks eigener, hinter vorgehaltener Hand angekündigter Werbetechnologie wird. Und eine langfristige Bindung an Microsoft bis 2011 ist in einem sich so schnell entwickelnden Markt auch mehr eine Last als eine Versicherung. Partnerschaften mit anderen Playern (allen voran Google) werden so fast unmöglich.

Alles an diesem Deal riecht nach Manipulation durch die Venture Capitalists. Es ist typische VC-Denke, dass man mit dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung eine Bewertung etabliert, die bei jeder nachfolgenden Transaktion (egal ob Übernahme oder Börsengang) die Grundlage der Preissetzung bildet. Denn wenn Microsoft mal so viel gezahlt hat, muss die Firma ja wohl mindestens so viel wert sein, oder? Ob dieser Deal strategisch wirklich Sinn macht oder der Firma sogar langfristig schaden könnte, ist den VCs herzlich egal, denn ihr Ziel ist es, in spätestens drei Jahren aus Facebook draussen zu sein, und das bitteschön zu einer Bewertung über $15 Mia.

Bleibt zum Schluss nur zu hoffen, dass wenigstens die armen Facebook-Programmierer in Ruhe gelassen werden und die jetzt nicht die Website von PHP auf ASP.NET umstricken müssen…

Microsoft kauft 1,6 Prozent von Facebook – für 240 Millionen Dollar

facebook_logo.gifDie Gerüchteküche um eine mögliche Minderheitsbeteiligung von Google oder Microsoft an Facebook brodelte schon seit Tagen, und nun hat einer der beiden Internetriesen das Rennen gemacht: Microsoft. Der Redmonder Konzern beteiligt sich mit 1,6 Prozent an Facebook und legt dafür 240 Millionen US-Dollar auf den Tisch. Microsoft misst dem Social Network damit derzeit einen Gesamtwert von 15 Milliaraden US-Dollar zu. Außerdem wird Microsoft in Zukunft die weltweite Werbevermarktung von Facebook übernehmen. Ich denke, ich bin nicht der einzige, der sich freut, dass Google hier leer ausgangen ist. Im Sinne eines ausgeglichenen Kräfteverhältnisses kann es nicht schaden, dass Google dank dieser Microsoft-Beteiligung der Zugang zu Facebook für wahrscheinlich lange Zeit versperrt bleibt. Mehr bei heise online.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kampagnen-Journalismus mit Kampusch-Potential

Seit Anfang Oktober beschäftigen die Selbstmorddrohungen eines 15jährigen Mädchens Österreich. Dunkelbraune Haare, ein hübsches Gesicht und rehbraune Augen: das Konterfei von Arigona Zogaj schaffte es in alle Zeitungen und Fernsehsender des Landes. Denn sollte sie in den Kosovo abgeschoben werden, so wie ihre Brüder und ihr Vater, wolle sie nicht mehr weiterleben. Sie tauchte ab und schickte eine Videobotschaft mit der Suizid-Drohung an den ORF.

“Natascha-Potenzial” habe das in breitem oberösterreichischem Dialekt sprechende Mädchen aus Oberösterreich, meinte der Chefredakteur der Zeitung Falter im Radio und spielte damit auf das mediale Charisma von Natascha Kampusch an, die vor über einem Jahr aus den Händen ihres Entführers fliehen konnte, der sie jahrelang in einem Kellerverlies hielt.

Tagelang thematisierten die österreichischen Medien ein Problem, das vielen Menschen schon lange unter den Nägel brennt: Der Umgang mit gut integrierten Ausländern, die trotzdem in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden sollen. In immer mehr Gemeinden wehren sich die Bürger dagegen, dass der Staat jene Menschen ausweisen will, die nach den Regeln der Integrationsgesetze kein Recht auf ein Leben in Österreich haben, obwohl sie alles getan haben, um sich anzupassen. Viele Österreicher wollen nicht mehr hinnehmen, dass Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Nachbarn und Freunde in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren sollen, wo sie meistens vor dem Nichts stehen.

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