Frank A. Meyer:
Lilliput putt …

Wunschwelt-Blasen eines Linkspopulisten: Unser loser Streifzug durch die Welt der Alphajournalisten führt uns diesmal zu Frank A. Meyer, Chefpublizist bei Ringier.

Frank A. Meyer (Bild Keystone)

Frank A. Meyer (Bild Keystone)


Für ein paar Minuten stand hier ein falsches Foto. Jetzt aber: Blochers Gegenspieler, Frank A. Meyer (Bild [M] Keystone)

Wer als Deutscher über die Schweiz schreibt, der kann eigentlich nur Verkehrtes sagen. Schließlich lässt sich auch die Geschichte des Denver-Clans nur aus der Binnenperspektive fehlerfrei aufdröseln. Ein seltsam verworrenes Land voller Ricola-Kräuterbonbons und granitener Bankfestungen, so erscheint es uns, wo inzwischen fast alle Bewohner für einen Milliardär schwärmen, der ihr Land ausländerfrei machen und in ein zweites Liechtenstein verwandeln möchte, in eine Insel mit drei Bergen (oder so), fern, möglichst fern von Europa –

Aber sind es denn wirklich alle Bewohner, die für diese Schlümpfe schwärmen? Nein, es sind dort vor allem jene Regionen, wo noch die Kuhglocken bimmeln und allnächtlich die Muren zu Tale rauschen, wo die Menschen allem Urbanen Valet sagen möchten, aber trotzdem twittern wollen. Ein einziger Held aber, ein republikanischer Winkelried, der stemmt sich wie der Berner Bär gegen die fortschreitende Provinzialisierung und die große SVP-Dampfwalze des Herrn Blocher. Das ist Frank A. Meyer, die graue Eminenz des Ringier-Presseimperiums. Ein leibhaftiger Linkspopulist!

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Noch ein Versuch für Ivy:
Was sagt eigentlich Chuck Norris dazu?

Fantastische 21 Millionen Deutsche sollen “Lohas” sein, nachhaltig- und gesundheitsbewusste Konsumenten. Trotzdem tut sich Burda mit Ivy, der Zeitschrift zum grünen Lifestyle, bisher schwer.

Cover der zweiten Ivy

Cover der zweiten Ivy


Wer ist eigentlich Jack Johnson?

“Crazy! Sexy ist das neue cool” – oder so ähnlich rief es Ivy auf der Probenummer aus, die wir Anfang Dezember auf medienlese.com vorgestellt haben. Jetzt ist Ivy zurück, eine zweite Ausgabe liegt testweise an Kiosken in München und im Rheinland. Thema diesmal: “Das gute Leben.” Auf der Webseite bittet die Redaktion: “Kaufen Sie’s einfach (es kostet 2,50 Euro), erzählen Sie anderen davon”, denn noch immer ist nicht klar, ob Ivy nun regelmäßig erscheint oder nicht. “Wir testen erst, ob es in Deutschland genügend Menschen gibt, die so denken wie wir …” Prominente Unterstützung für die zweite Ausgabe liefert Richard Dean Anderson, besser bekannt als MacGyver. Immer wieder taucht er im Heft auf und redet vom guten Leben, das er führt. Was für eine hervorragende Idee – weshalb wir uns auch für unsere kleine Rezension Unterstützung geholt haben: Chuck Norris.

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freitimer:
vom Web und mobil mit Freunden verabreden

freitimerIn letzter Zeit hat die Anzahl der Mails von Gründern, die ihr Startup vorstellen möchten, merklich abgenommen. Umso erfreulicher, wenn dann einer der seltener gewordenen “Pitches” von einem Anbieter kommt, der wirklich etwas Nützliches und Innovatives an den Start gebracht hat. Richtig spannend wird es, wenn das Unternehmen sich zwar im Bereich des Social Web ansiedelt, aber mit einem herkömmlichen Social Network nichts gemein hat und seinen Mitgliedern nicht einmal eigene Profilseiten bietet. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen waschechten sozialen Web-2.0-Dienst ausprobiert habe, bei dem es keine Profile der Nutzer gab. freitimer gelingt dieses “Kunststück”, und allein deshalb wäre das von drei Studierenden der Wirtschaftsgeographie an der Universität Regensburg gegründete Startup fast einen Beitrag wert. Glücklicherweise gibt es aber auch noch einiges mehr über freitimer zu berichten. » weiterlesen

Die Schlacht um Yahoo beschrieben in drei Sätzen

Microsoft YahooDie Übernahmeschlacht zwischen Microsoft und Yahoo scheint in ihre Endphase zu gehen. Nachdem Microsoft seinem Objekt der Begierde kürzlich ein Ultimatum gestellt hat und sich zur Realisierung des Ziels einer Akquisition von Yahoo nun mit Rupert Murdochs News Corp. verbünden will, sucht Yahoo weiter nach Wegen, Microsofts Klauen zu entkommen und scheint dabei zu allerlei Experimenten bereit zu sein. Neben dem Testen einer Werbekooperation mit Google wird angeblich auch über einen Teilzusammenschluss mit AOL nachgedacht. Stan Schroeder von Mashable bringt dass etwas unübersichtlich und wenig koordiniert wirkende Treiben der “vier Großen” (Microsoft, Yahoo, Google, AOL) in drei Sätzen sehr treffend auf den Punkt: » weiterlesen

Nochmal Blogger vs. Journalisten:
It’s not the form, stupid!

Auch wenn jedes Medium seine Vor- und Nachteile hat: Immer noch herrscht Streit zwischen Bloggern und Journalisten. Doch es wäre besser, wenn sich die Liebhaber von bemerkenswerten Inhalten gegenseitig fördern würden, statt sich zu bekriegen.

In einem Blogkommentar las ich diese Woche, medienlese.com pflege einen lächerlichen Hass gegenüber den “bösen Printmedien”. Was mich betrifft, möchte ich das dementieren. Ich liebe und hasse vieles, wenn der Tag lang ist, aber warum sollte ich etwas der Form wegen hassen? Jede Form hat ihre Vor- und Nachteile.

Ich liebe es zum Beispiel, in einem Sessel ein Print-Magazin durchzublättern, hasse es aber, wenn ich ein Zitat daraus abtippen muss, statt wie wie am Laptop Ctrl + C zu drücken und es woanders einzufügen.
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Das «Sünneli der SVP» und die dreckigen Stallfenster

Die Radiosendung «Echo der Zeit» hat eine sehr schöne Geschichte auf den Leserbriefseiten des Schweizer Bauer entdeckt. Es geht vordergründig um Stallfenster, Güllelöcher und Geranien, in Wirklichkeit aber um den Zustand der Schweizer Volkspartei (SVP).

(Für ausländische Leser kurz die Vorstellung der Charaktere: Toni Brunner ist Ostschweizer, Bauer, seit Jahren der Jungstar der SVP und seit einigen Wochen Präsident der Landespartei. Samuel Schmid ist Berner, Mitglied der Landesregierung als Verteidigungsminister, zwar auch SVP-Mitglied, aber schon seit Jahren in Ungnade gefallen, weil er deutlich abseits der Parteilinie steht, dies erst recht, seit er sich im letzten Dezember über die Abwahl seines Parteikollegen Christoph Blocher einigermassen unverhohlen gefreut hat. Vermutlich ist er die zweitmeistgehasste Person der Partei nach Neu-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.)

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Olympische Fackel in San Francisco:
Das chinesische PR-Paradox

Die Stadtverwaltung in San Francisco hat den Olympischen Fackellauf “ohne Zwischenfälle” über die Bühne gebracht. Oder vielmehr an der Bühne vorbei: In einer Grotesken sondergleichen mied die Karawane, Haken schlagend, jegliches Publikum.

Mehr Cops als was anderes

Mehr Cops als was anderes

Irgendwas ist ganz gewaltig schiefgelaufen, wenn eine PR-Aktion vom pompösen Ausmass des olympischen Fackellaufs das stundenlang wartende, mehrtausendköpfige Publikum meidet wie der Teufel das Weihwasser. Genau das ist gestern in San Francisco passiert. Die längst zum politischen Spiessrutenlauf für die chinesische Regierung verkommene und von offiziöser Seite der Handelspartner nur noch mit zusammengebissenen Zähnen geförderte Werbeaktion strebte nach möglichst wenig “Relations” zu jenem Teil der Öffentlichkeit, der in den Strassen seine Meinung kundtut – statt nur brav vor dem Fernseher zu hocken.

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wer-kennt-wen.de gewinnt fast eine halbe Million Mitglieder pro Monat

WKWAls ich am 29. Februar Details zur Beteiligung von RTL am angesagten Social Network wer-kennt-wen.de (WKW) veröffentliche, war das nicht nur erfreulich, weil ich diese Informationen exklusiv hatte, sondern auch, weil der Beitrag innerhalb kürzester Zeit zu den am meisten gelesenen bei zweinull.cc avancierte. Tag für Tag landen viele Nutzer hier, die bei Google nach wer-kennt-wen.de suchen. Besonders groß ist der Andrang, wenn WKW wieder einmal überlastet und nicht erreichbar ist. Der beachtliche Traffic, den eine gute Platzierung in den Suchresultaten zu WKW nach sich zieht, ist ein weiterer Beweis für die enorme Popularität, über die sich das 2006 gegründete soziale Netzwerk seit einigen Monaten freuen kann. » weiterlesen

Nette Idee:
Gründerszene wird Quasi-Presseportal für das Web 2.0

GründerszeneGründerszene, das 2006 von Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski gestartete Portal und Blog rund um die deutsche Startup-Szene, hat sich einem Relaunch unterzogen und dabei aus einem inflationär eingesetzten Konzept eine recht innovative Idee entwickelt: Das neue Gründerszene wird nicht mehr nur News und Berichte rund um deutsche Webstartups veröffentlichen, sondern fungiert ab sofort auch als Nachrichtenportal für von Lesern und Unternehmen eingetragene Meldungen, natürlich inklusive Votingfunktion. Was im ersten Moment vielleicht zum Gähnen anregt, ist in Wirklichkeit eine gute Idee: Bereits jetzt finden sich eine Reihe interessanter Pressemitteilungen aus dem Web-2.0-Sektor im frisch gestarteten Newsbereich der Gründerszene. » weiterlesen

Pulitzerpreis:
Bilder vom Sterben

Ein erschossener Journalist und eine an Krebs sterbende Mutter: Für diese Aufnahmen geht der Pulitzerpreis 2008 in den Foto-Kategorien an Adrees Latif und Preston Gannaway.


Dieses Reuters-Bild von Adrees Latif ist der Gewinner des Pulitzerpreis in der Kategorie Breaking News. Es zeigt den getöteten Videojournalisten Kenji Nagai während der Proteste in Myanmar am 27. September 2007. (Bild Keystone)

Über die Agenturen laufen Bilder des Jubels: Die Columbia University gab die Gewinner des Pulitzerpreises 2008 bekannt. In den Redaktionen fielen sich die Gewinner des renommiertesten Journalistenpreises der USA in die Arme. Vor allem die Mitarbeiter der Washington Post hatten zu feiern, sechs Preise erhielten Reporter und Redakteure der Zeitung. Der Pulitzerpreis wird seit 1917 in derzeit 21 Kategorien verliehen.

Neben den jubelnden Journalisten fallen die drei Gewinner-Fotos besonders auf. Denn die Sieger in den Foto-Kategorien “Breaking News Photography” und “Feature Photography” zeigen bedrückende Aufnahmen vom Tod.

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