Messen mit zweierlei Mass:
Warum sind Werbetreibende so irrational und verschmähen neue Medien?

Wieder mal eine dieser Meldungen, über die man sich irgendwie nur wundern kann: Werbung auf dem Mobiltelefon hebt nur sehr langsam ab. Obwohl laut der Marktforschungfirma Nielsen in den USA schon 58% der Leute schon mal Werbung auf ihrem Handy gesehen haben (und in Europa vermutlich deutlich mehr), sind die Werbetreibenden immer noch sehr zurückhaltend mit dieser neuen Werbeform.

Warum? Laut Nielsen sind die Werbekunden verwirrt, weil zu wenig bekannt ist, wie die Kunden wirklich auf mobile Werbung reagieren. Und die Zahlen über die Nutzung und die Reichweite von Handy-Werbung sind immer noch ungenau und kompliziert.

Das muss man sich mal vorstellen:

Da sollen die Werbekunden in ein Medium investieren, bei dem nicht genau gemessen werden kann, wie viele Leute eine Werbeeinblendung wirklich sehen. Die verfügbaren Zahlen basieren nicht auf exakten Messungen, sondern auf Stichproben und Umfragen. Noch schlimmer:

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AOL kauft sich teuer ins Social Networking ein

AOL, der taumelnde Online-Riese, kauft sich für 850 Millionen Dollar (was heute zufällig ziemlich genau 850 Millionen Schweizer Franken sind…) ins Social Networking ein: Mit Bebo akquirierte AOL heute die weltweite Nummer 6 der Social Networks, nach Unique Visitors gezählt. Bebo ist vor allem in der englischsprachigen Welt recht stark und ist klarer Marktführer in Grossbritannien.

AOL macht seit seinem desaströsen Merger mit Time Warner vor bald acht Jahren eine Krise nach der anderen durch. Die Kündigungswellen kann man schon gar nicht mehr zählen, und AOL hat in fast keiner Kategorie mehr eine starke Marktstellung, Instant Messaging für Teenager mal ausgenommen. Inzwischen redet das Time-Warner-Management schon sehr offen davon, dass man für AOL gern Kaufangebote entgegennehmen würde. Vermutlich hat diese teure Akquisition damit zu tun, dass man die Braut AOL etwas mit schickem Social-Networking-Schmuck aufhübschen will. » weiterlesen

AOL übernimmt Social Network Bebo für 850 Millionen Dollar

BeboDie TimeWarner-Tochter AOL übernimmt Bebo, eines der weltweit größten Social Networks mit mehr als 40 Millionen Mitgliedern, für 850 Milionen Dollar. Bebo wurde seit einiger Zeit als Übernahmekandidat gehandelt. Die Akquisition stellt einmal mehr Facebooks 15-Milliarden-Dollar-Bewertung in Frage und zeigt, dass es AOL nach durchwachsenen Jahren noch einmal wissen will. AOL besitzt mit AIM und ICQ zwei verbreitete Instant Messenger, auf deren mögliche Integration mit Bebo man gespannt sein darf. Laut Webware steht bei Bebo in den nächsten Monaten der Start lokalisierter Versionen für Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande auf dem Programm.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Warum Digg in Deutschland derzeit keine Chance hätte

Die führende Social-News-Plattform Digg möchte innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate mit einer deutschen Version starten. Das berichtete das Handelsblatt gestern unter Berufung auf Äußerungen des Digg-Gründers und -CEO Kevin Rose. Bei Digg tragen User Links und kurze Beschreibungen zu Nachrichtenartikeln von Onlinezeitungen und Blogs sowie Videos, Bilder und Podcasts ein, die von anderen bewertet werden. Populäre Meldungen landen auf der Digg-Startseite und liefern den jeweiligen Quellen eine ordentliche Besuchermenge. Digg gilt als Pionier im Bereich der Social News, hat rund drei Millionen registrierte Mitglieder und fand international und in Deutschland unzählige Nachahmer. » weiterlesen

Die Kampagneros vom Spiegel

Für die Medienmoguln bei Spiegel Online soll der Beck jetzt endlich den Schröder machen. Also schreiben sie sich den ersehnten Abflug herbei. Wie so etwas geht?

Zunächst ist man sich für keine hanebüchene Headline zu schade:

‘SPD stürzt ab – nur noch 20 Prozent’

Kein Mensch weiß zunächst, woher sie solche Zahlen für diese Headline überhaupt bezogen haben. Denn die Fakten lauten selbst beim eingangs erwähnten Zeugen Forsa etwas anders. Was man auch gleich darunter ins Lead schreibt, woraus wir wiederum messerscharf schließen, für wie schlau man bei Spiegel Online die Leser hält:

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YouTube wird Beinahe-White-Label-Videoportal – clever, clever

youtube_floating.gifAuch wenn es die zahlreichen Konkurrenten vermutlich nicht hören wollen: YouTube ist im Bereich der Videoportale zu dem geworden, was Tempo seit vielen Jahren für Zellstoftaschentücher darstellt: eine Gattungsmarke. Schnell heißt es, man habe ein Video bei YouTube hochgeladen oder dort gesehen, auch wenn es eigentlich bei Break.com oder Viddler veröffentlicht wurde. Für die meisten User ist YouTube jedoch erste Wahl, wenn es um das Hochladen und Betrachten von Videoclips im Netz geht. Fast 250 Millionen Unique Visitors verzeichnete Googles Videoportal im Dezember 2007 laut comScore. Selbst die größten Wettbewerber lagen nur im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Mit einem neuen Coup macht YouTube nun deutlich, dass es seine Übermachtstellung weiter ausbauen und dabei neue Wege gehen möchte. » weiterlesen

Journalistin Michèle Roten:
Im Idiotenvisier

Auf YouTube erzählt einer, dass er mit einer Person geschlafen hat, die berühmter ist als er. Das Opfer der erbärmlichen Aktion ist eine Journalistin.

Auf YouTube ist vieles festgehalten, aber auch für immer und ewig der Unsinn, den man in einer schwachen Stunde von sich lässt. Während in der Kneipe solche Vorträge im Stimmengewirr untergehen und sie von allen Beteiligten am nächsten Tag vergessen sind, so sind Einträge im Internet auch noch nach Jahren in unveränderter Form vorhanden.

Peinlich ist das vor allem für diesen jungen Herrn (youtube.com, Video, Dialekt), der es schafft, fast fünf Minuten lang einen sehr unvorteilhaften Eindruck von sich selbst zu vermitteln.

YouTube Michèle Roten
Screenshot: youtube.com

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Im Test:
WWE-Magazin

Nachdem sich die Bravo eher als Mädchenzeitschrift herausgestellt hat, nehmen wir uns ein echtes Jungsheft vor. Es geht um Schlägereien und Muskeln, Kampf und Show, aber auch um Klatsch und Lebenshilfe: Das Wrestling-Magazin WWE Magazin.

WWE-MagazinIm Test: Ausgabe 3/2008, März 2008.

Allgemeiner Eindruck

Vermutlich liegt es an meinem einfachen Gemüt, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich beim erstmaligen Durchblättern einer Zeitschrift so oft gelacht habe. Handelt es sich bei Wrestling schon um eine absurde Sportart, so ist eine Zeitschrift darüber noch einen Tick absurder. Das Heft ist zu einem grossen Teil eine Übersetzung des US-Originals WWE Magazine USA, das von dem börsenkotierten Medienunternehmen WWE – World Wrestling Entertainment herausgegeben wird (Umsatz 2007: 485.7 Millionen US-Dollar). WWE lief übrigens gemäss Wikipedia bis 2002 unter dem Namen World Wrestling Federation (WWF), musste sich dann aber dem unter dem Kürzel WWF bekannteren World Wide Fund For Nature beugen.

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MusicMakesFriends:
neuer Musikdienst mit Major-Label-Unterstützung

MusicMakesFriendsFast heimlich ist vor kurzem mit MusicMakesFriends ein neuer europäischer Musikdienst online gegangen, dessen Start eine womöglich größerer Tragweite hat, als es auf den ersten Blick scheint. MusikMakesFriends (MMF) kann als eine Mischung aus Social Music Networks à la Last.fm oder IMEEM und Anbietern zum Speichern und Teilen der eigenen Musiksammlung (z.B. simfy, MediaMaster) bezeichnet werden. Das in Luxemburg ansässige Startup versucht, die Vorteile der beiden Konzepte miteinander zu vereinen: Nutzer können kostenlos Musik hochladen, die Titel aller Mitglieder anhören, Playlisten erstellen und über die gehörten Songs ihre musikalische “Nachbarn” finden. Das Besondere: MMF hat mit Universal Music, Sony BMG und EMI drei der vier großen Major Labels mit im Boot. Deren komplette digitale Musikkataloge können auf der Seite abgerufen werden. Der “Haken”: Wer unbegrenzten On-Demand-Streaming-Zugriff auf die 1,5 Millionen Titel der drei Plattenfirmen samt zahlreicher Independent-Labels erhalten möchte, muss dafür monatlich 8,99 Euro zahlen. » weiterlesen

Lieber für Windows zahlen als Linux gratis?

Dass viele Konsumenten so denken, könnte man zumindest meinen, wenn man diese Meldung aus den USA hört: Der Einzelhandelsriese Wal-Mart nimmt den “Green gPC”, seinen Linux-basierten Billigst-PC, aus dem Sortiment seiner Filialen. Dieses System, hergestellt von Everex, verwendete die auf Ubuntu basierende Linux-Variante “gOS” (hier bei neuerdings.com getestet) und bot einen konkurrenzlos niedrigen Preis von nur 200 Dollar für einen kompletten PC ohne Monitor. Online wird der gPC vorerst weiter verkauft, aber bei den Mainstream-Konsumenten in der Filiale ist der Linux-PC offenbar nicht angekommen.

Nun könnte man einwenden, dass die Leute halt keine Billigst-PCs in Wal-Markt-Läden kaufen wollen, aber Wal-Mart verkauft das hardwaremässig praktisch identische Gerät mit Windows Vista weiterhin. Das kostet zwar 79 Dollar Aufpreis, aber die Leute waren offenbar bereit, diesen Betrag für ein vertrautes Betriebssystem zu zahlen.

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