Blick-Blogkritiker bloggt bei Blick

Marcel Zulauf MusicstarMarcel Zulauf, Blick-Redaktor und gelegentlicher Privatblogger, hat seit heute ein eigenes Blog auf Blick Online. Es nennt sich Stimmbändiger und “kommentiert schonungslos das Casting-Geschehen” der SF-TV-Sendung Music Star.

Sein Credo “Musik kann mehr als bloss unterhalten.” ist bedenkenswert. Ebenso nachdenken kann man über seinen Kommentar vom 22.11.2006 im Blick (wir berichteten). Denn dort schrieb er:

Aber es läuft mit der Blogwelt wie mit allen Gefässen im Internet: Kaum etabliert, werden sie kommerziell verwendet und dadurch verwässert. Das Netzwerk von «MySpace» ist Werbefläche der Musikindustrie, «YouTube» wird von Film-Profis missbraucht und in Blogs schaffen sich Medienprofis eine neue Plattform. Schade, denn hier wäre Abstand halten angesagt.

Der Medienprofi auf der neugeschaffenen Plattform hat in diesem Punkt offensichtlich seine Meinung geändert. Und das ist richtig und gut, denn zu neuen Einsichten ist es nie zu spät.

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Avatare im Gespräch

second life interview

Die Zeit hat sich das Online-Spiel Second Life näher angeschaut. Götz Hamann und Jens Uehlecke preisen das Spiel in einem längeren Artikel als “neue Volkswirtschaft” und als “Vorbote des künftigen Internets”. Sie berichten von 14000 Unternehmern, die dort bereits ein profitables Geschäft betreiben.

Eine davon ist Anshe Chung, “Your global leader in virtual real estate”. Es ist die SL-Figur von Ailin Gräf, welche es mit dem Handel von virtuellen Immobilien zur Dollarmillionärin geschafft hat. Der Text “Im zweiten Leben reich geworden” fasst ein augenscheinlich zwischen den Avataren Anshe Chung und Britney Bienenstich geführtes Gespräch zusammen. Ein Ausschnitt des in den neuen Büroräumlichkeiten der Firma geführten Interviews ist hier zu sehen.

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Schawinski und die Deutschen

Roger SchawinskiZwei Wochen Pause haben dem Magazin gut getan (vgl. hier). Die heutige Ausgabe mit dem Titel “Wohin steuert die Schweiz?” ist zwar dünn, bringt aber starke Bilder und fast nur starke Texte. Texte aus der Schweiz, den USA und aus den Nachbarländern. Über die Sicht auf die Schweiz 2007.

Mit dabei im Heft ist der Ende 2006 bei Sat1 abgetretene Roger Schawinski, der auf Seite 6 ankündigt, ein Buch darüber zu schreiben, wie Fernsehen in Deutschland funktioniert. Denn es gäbe erstaunlicherweise noch kein Buch von einem Autor, der in einer verantwortungsvollen Position war. Er habe das Gefühl, das könnte interessieren.

Aber einen Text über die Schweiz und die Deutschen hat er auch geschrieben, auf Seite 25. Titel: “Die besseren Deutschen”. Untertitel: “Der Deutsche wäre eigentlich gerne so wie wir. Weil er das nicht schafft, lacht er uns aus.”

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Kleines Einmaleins der Startup-Bewertung

Fast täglich lesen wir derzeit erstaunliche Zahlen über die Bewertung von Web-2.0-Startups. Youtube wird für $1.65 Millarden verkauft, OpenBC ist an der Börse plötzlich 165 Millionen Euro wert, Facebook schlägt angeblich Kaufangebote für $2 Mia. aus. Wie kommen diese Leute bloss auf solche Zahlen, und sind sie wirklich gerechtfertigt?

Eigentlich ist Firmenbewertung ja ganz einfach: Man berechnet die zukünftigen Cash Flows, diskoniert sie mit einem angemessenen Renditesatz ab und kriegt ganz einfach die faire Bewertung zum heutigen Zeitpunkt (die theoretischen Details spare ich mir hier jetzt, kann man prima auf Wikipedia nachlesen). Mehr Voodoo steckt da gar nicht dahinter. Alles, was man braucht, sind also ein vernünftiger Renditesatz und genaue Vorhersagen für die Cash Flows der nächsten, sagen wir mal, 50 Jahre.

Mit Finanzleuten kann man sich schon alleine beliebig lange über Renditesätze streiten, weil selbige von aktuellen Zinssätzen, Risiken, Volatilitäten und anderen komplizierten Dingen abhängig sind. Aber irgendwann kann man sich meistens doch mal auf einen vernünftigen Satz einigen. Deutlich schwieriger ist das mit der Vorhersage der Cash Flows. Gerade Startups wissen oft nicht mal, was sie im nächsten Monat vorhaben, geschweige denn in 20 Jahren. Offensichtlich muss man also irgendwie eine Annäherung beziehungsweise plausible Schätzung hinkriegen.

Und wie macht man das nun? Es gibt da ein paar seriöse, wenn auch limitierte, und ein paar — äh — phantasievollere Methoden. Fangen wir mal mit den eher konventionellen Mitteln an:

  • Der Finanzmarkt. Der hat, gemäss der religiösen Überzeugung von Finanzleuten, nämlich immer recht, weil die vielen Marktteilnehmer zusammen schlauer sind als eine Einzelperson. Kommt einem sehr Web-2.0-y vor: Wisdom of the Crowds, Folksonomy und so. Wenn der Markt also sagt, eine bestimmte Firma ist eine Milliarde wert, dann ist das die beste Vorhersage, die man kriegen kann, da kollektiv beschlossen. Leider lässt sich dieses Prinzip korrekt nur auf börsennotierte Firmen anwenden, aber oft wird das Argument «Marktbewertung« fälschlicherweise für Einzelfälle bemüht. Wenn Google viel Geld für Youtube zahlt, ist das nicht der Markt, sondern eine Einzelentscheidung, die nicht notwendigerweise schlauer ist als eine andere. Und abgesehen davon: Dass Finanzmärkte sich doch auch mal irren können (und zwar gewaltig) wissen wir spätestens seit der letzten Bubble.

  • Marktprognosen und fiktive Marktanteile. Immer wieder gern liest man in Startup-Businessplänen scheinbar konservative Schätzungen im Stil «6 Milliarden Menschen waschen sich jeden Tag, und diese Zahl wird bis 2014 auf 7 Millarden wachsen. Wenn wir also nur schon 1% Marktanteil für Seife gewinnen können und jeder Kunde uns für 20 Euro im Jahr Seife abkauft, haben wir schon ein Milliardenunternehmen.« Klingt plausibel, oder? Ein läppisches Prozent Marktanteil werden wir ja noch hinkriegen, 20 Euro ist auch wenig, muss also fast automatisch klappen. Für Technologiemärkte werden solche Prognosen gern noch mit wilden Wachstumsraten kombiniert, denen zufolge jeder Säugling im Jahr 2017 mobiles Internet nutzen wird. Und etwa 80 Euro im Monat dafür ausgibt. ?Professionelle Unterstützung erhalten die Businessplanschreiber von Firmen wie Forrester, Gartner oder Jupiter, die keinerlei Hemmungen haben, solche Prognosen zu produzieren. Je extremer, desto interessanter und verkaufbarer. Und in drei Jahren kann sich eh keiner mehr an die falschen Vorhersagen erinnern.

  • Business- und Finanzpläne. Irgendwie muss man diese diversen Markt-Inputs auf konkrete Zahlen für das spezifische Unternehmen herunterbrechen, und das macht man dann im Businessplan. Wichtigste Regel: Excel ist geduldig. Man staunt immer wieder, was für phantastische Zahlen man mit ein paar plausibel klingenden Annahmen und einer Handvoll gezielt eingesetzter Spreadsheet-Formeln zusammennageln kann. Wenn das dann mit vielen bunten Grafiken und vielen seriös wirkenden Fussnoten präsentiert wird, hinterfragt kaum noch einer, was denn eigentlich hinter den toll klingenden Berechnungen steckt, und warum der Umsatz im Jahr 2012 genau 142’827’234.42 Euro betragen soll. Nichts wirkt unangreifbarer als eine konkrete Zahl, auch wenn sie (mit viel Aufwand allerdings) weitgehend frei erfunden ist.

Oft kommt man aber auch mit der wildesten Zahlenbiegerei nicht auf die gewünschten exorbitanten Bewertungen. Das ist besonders lästig, wenn man das Startup möglichst schnell und teuer an einen grossen Konzern verkaufen will. Aber das Problem ist lösbar, denn schliesslich gibt es ein reichhaltiges Arsenal an «soften« Argumenten für eine hohe Firmenbewertung. Wie wir alle wissen, reden wir ja über ein sehr innovatives Gebiet, das sich nur schwer quantifizieren lässt. Da muss man eben etwas (Cash-Flow-)Phantasie erzeugen und bemüht beispielsweise folgende Argumente:

  • Multiples. Das sind irgendwelche (meist nicht monetären) Kennzahlen, mit denen man durch Vergleich mit anderen Firmen schön einfach einen scheinbar plausiblen Firmenwert ermitteln kann. Google hat für Youtube $82 pro Unique Visitor bezahlt. Also will im Moment jeder mindestens auch $82 pro Visitor für seine Firma, selbst wenn es sich nicht um die global dominierende Videosite, sondern um eine Community für Kaninchenzüchter handelt. Das Gute an Multiples ist, dass sie auch das Top-Management versteht und dass sie den natürlichen Herdentrieb ansprechen.

  • Innovation dank jungem Team. Das ist ein beliebter Faktor, wenn ein Startup an einen besonders konservativen Konzern verkauft werden soll. Der Konzernchef will seinen verstaubten Laden ja schliesslich zum innovationssprudelnden Kreativitätswunder umbauen, und da muss der Zukauf eines hippen Startups mit noch hipperen jungen Mitarbeitern ja Wunder wirken fürs alte Kerngeschäft. All die wunderbaren Synergien! Und die aufrüttelnde Inspiration durch die jungen Unternehmer! Dass die durchschnittliche Verweildauer eines Startup-Gründerteams nach der Akquisition etwa 18 Monate beträgt (oder wie lang auch immer die Bindungsfrist ist), sollte man für den Moment lieber vergessen.

  • The Winner takes it all. Zum Glück gibt es viele schlaue Bücher über ökonomische Netzwerkeffekte und dergleichen, die schlüssig beweisen, dass in digitalen Märkten nur einer gewinnen kann. Denken Sie nur an Microsoft! Oder Google! Oder AOL! (Nein, Sorry, das mit AOL war aus der Präsentation von 1999) Und darum muss der etablierte Konzern unbedingt dieses Startup mit seiner tollen Technologie/Community/Idee/Innenausstattung kaufen, bevor es der Konkurrent kriegt. Dem Konkurrenten erzählt der Startup-Gründer natürlich die gleiche Story, und schon hat man einen prima Bieterwettbewerb, was einer Bewertung immer gut tut.

  • Disruptive Technologie. Jeder Konzernchef lebt in heimlicher Angst, das Opfer des nächsten Bill Gates zu werden, der mit billigen, aber guten Produkten den Markt von unten her aufrollt. Sogar die mächtige IBM ist daran fast zugrunde gegangen. Darum kauft ein gut informierter Konzernchef lieber potentiell disruptive Firmen (teuer) auf, bevor sie zur Gefahr werden können. Und betet dann, dass er nicht den nächsten Michael Dell übersehen hat…

  • «Digital Natives«. Diese Zielgruppe wird immer bemüht, wenn man nun nicht mal den Hauch einer Ahnung hat, wie man mit dem Startup jemals Geld verdienen will. Digital Natives sind die jungen Leute unter ca. 22, die alle mit Handy und Internet aufgewachsen sind und darum merkwürdige Dinge tun, die wir alten Säcke nicht mehr verstehen. Damit muss sich doch Geld machen lassen, irgendwie, oder? Da nickt selbst der konservative Finanzchef verständnisvoll, denn der hat zu Hause auch eine 15jährige Tochter, die er nicht versteht. Und schwupp, schon ist der Firmenwert wieder um 30% gestiegen. Dank der 15jährigen Tochter und ihrem Crazy-Frog-Klingelton.

Wie man sieht: Firmenbewertung ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunstform. Und zwar eine, die nahe mit dem Illusionistentum verwandt ist.

Tages-Anzeiger vs. Schweizer Fernsehen

Der Tages-Anzeiger fordert in seiner Ausgabe vom 03.01.2007 die Absetzung von fünf Sendungen des Schweizer Fernsehens, namentlich Deal or no Deal, Edelmais, Meteo, Aeschbacher und 10 vor 10. SF-Chefredaktor Ueli Haldimann und SF-Moderator Kurt Aeschbacher reagieren darauf in ihren Blogs.

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Sehen so die Nachrichten der Zukunft aus? Daylife.com ist online

Uber-Blogger und Journalismus-Professor Jeff Jarvis & Co entwickeln den News-Aggregator der Zukunft: “Daylife.com”

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Die Schlagzeilen der letzten Tage als verlinkter-Bilder-Katalog, Zusammenstellungen der Berichterstattung zu einem Thema aus verschiedenen Quellen (unter Ausschluss redundanter Artikel) mit interaktiver Statistik über seine Medien- und Blogpräsenz im Verlauf der letzten 30 Tage, prominent plazierte Zitate und eine Galerie der verknüpften Themen geordnet nach Personen, Orten, Firmen und dergleichen: So müssen News im Jahr 2007 präsentiert werden.

Das ist jedenfalls die Ansicht von Journalismus-Koryphäe Jeff Jarvis, Geek-Provokateur Michael Arrington und Uber-Blogger Dave Winer, deren gemeinsam mit der “New York Times” aufgezogenes Newsportal “Daylife.com” seit gestern nachmittag offiziell online ist. (Ein Impressum habe ich auf der Site zwar nicht gefunden, aber in allen bisherigen Abhandlungen über das Projekt wurden sie als Urheber genannt.)

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Blick langweilt mit Anrufspielen

IMG 2014

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Kennen Sie diese Call-In-Sendungen, die je länger, je mehr das Hauptprogramm von vielen Privatsendern dominieren? In denen stundenlang nach den einfachsten Begriffen gesucht wird, bis auch der letzte Zuseher den Sender gewechselt, angerufen hat oder durchgedreht ist?

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Kakteen für die WOZ

woz Christian Rentsch Medientagebuch

Der freie Journalist Christian Rentsch schreibt in der morgen erscheinenen WOZ einen interessanten Text im hauseigenen Medientagebuch. Das Thema: Web 2.0.

Super, denke ich, der passt morgen bestens in 6 vor 9 rein. Doch dann fällt mir auf, dass der Text nur als Javascript-Pop-Up von woz.ch her geöffnet werden kann.

Folglich kann ich den Text a) nicht direkt verlinken und b) ist er morgen wieder weg. Wir zitieren dazu aus dem Text:

JedeR UserIn kann sich aus dem Web also nicht bloss exakt und ausschliesslich jene Informationen herausfischen, die er sucht, sondern er kann selbst mit Gleichgesinnten Informationen austauschen.

Nein, woz.ch, das kann ich so eben nicht. Ich kann nicht direkt auf den Text weisen. Ich kann ihn nur umständlich mit Gleichgesinnten austauschen. Da der Text eine Haltbarkeit von einer Woche hat, klicke ich schnell wieder weg.

Zur Aufklärung machen wir einen Vergleich mit Kakteen:

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Web-2.0-Bubble jetzt auch in Deutsch:
Holtzbrinck kauft StudiVZ

Das war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit: Die umstrittene deutschsprachige Facebook-Kopie StudiVZ ging heute über den Ladentisch. Der glückliche (?) Käufer ist die Verlagsgruppe Holtzbrinck, die für die Website mit einer Million registrierten Usern 85 Millionen Euro hinblättert (davon 50 Mio. gleich bar auf die Hand).

Mitbieter Springer wollte zuletzt gar 120 Millionen bieten, aber das Holtzbrinck-Angebot war den Gründern laut Financial Times Deutschland sympathischer. Ist das nicht herzerwärmend? Dass jungen Leuten heute ein bisschen Sympathie noch satte 35 Mio. wert sein kann…

Wenn man den ersten Berichten glauben darf, weiss Holtzbrinck auch noch nicht so ganz genau, was es mit dieser (nach wie vor defizitären) Social-Networking-Site eigentlich anfangen soll, geschweige denn, wie man damit Geld verdienen will. Holtzbrinck ist ja schon in letzter Zeit durch heftiges Experimentieren im Online-Sektor aufgefallen, bisher aber mit nicht allzu vielen sichtbaren Ergebnissen. Dem hauseigenen Incubator “Holtzbrinck e-Lab” scheint man jedenfalls den Bau einer eigenen Netzwerk-Seite nicht zuzutrauen und kauft lieber was von aussen dazu.

Und hier noch ein Blick auf die Zahlen: StudiVZ publiziert keine Umsatzzahlen, lediglich die Zahl der registrierten Nutzer wird mit einer Million angegeben. Das wäre dann also ein Preis von stolzen 85 Euro pro User.

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180 kg Magazine

Das Magazin Tages-AnzeigerFans des samstäglich erscheinenden Tages-Anzeiger-Magazins aufgepasst! Für aktuell 20 Schweizer Franken gibt es fast alle seit 1970 erschienenen Ausgaben bei ricardo.ch (Auktion hier, mitbieten kann man noch bis am 4.1.2007, 22:10 Uhr). Leider hat die Auktion bisher noch kein Gebot erzielt.

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