Die Bedürfnisse der Konsumenten:
Was Europas Anti-Google-Politik mit Servicefeindlichkeit zu tun hat

Dass sich die Abgeordneten des Europäischen Parlaments für eine Begrenzung von Googles Macht ausgesprochen haben, zeigt, wie wenig die Bedürfnisse von Konsumenten im europäischen Wirtschaftsraum zählen. Dabei bestünde die Chance, von den serviceorientierten US-Firmen zu lernen.

Das nicht verbindliche, aber den Druck auf Google erhöhende Votum der Europa-Abgeordneten für die Begrenzung digitaler (Quasi-)Monopole markiert eine Intensivierung des Kräftemessens zwischen Europas Medienkonzernen auf der einen Seite und US-Internetfirmen auf der anderen Seite sowie einen sich verhärtenden Kampf um Macht und Einfluss in Bezug auf die Wertschöpfung und Meinungshoheit im digitalen Zeitalter. Das mehrheitliche Ja der Abgeordneten hinsichtlich einer eventuellen Regulierung und Entflechtung von Google ist aber auch sinnbildlich für zwei grundsätzlich verschiedene Ideologien: die US-amerikanische, bei der die Konsumenten und ihre unmittelbaren Ansprüche im Vordergrund stehen, prallt auf die europäische, die auf das Wohl aller am Markt präsenten Akteure blickt und ihre Prinzipien mitunter über Verbraucherwünsche stellt.

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Linkwertig:
Lobby, Bundling, Journalismus, G+

Spenden
Laut dem Spiegel verschicken laut einem Blogger vor allem jene amerikanischen Politiker Warnungen ob einer Aufspaltung von Google an ihre europäischen Kollegen, die kleinere Spenden von Google erhalten haben.

Neun der 17 Unterzeichner haben Spenden von dem Konzern bekommen.

» Google spendete im großen Stil an Fürsprecher in der Politik

 

Unbundling
Thematisch dazu passend hat Search Engine Land eine erfreulich wenig alarmistische Einschätzung zur vorgestellten ‘Zerschlagung’ von Google verfasst:

» European Parliament Calls For Break Up Of Google

 

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Samstag App Fieber:
Hytch, Hausbesucher, Foodbox

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Hytch – sich stilvoller Bewerben; Hausbesucher – Dienstleister finden; und Foodbox – Birchbox für Lebensmittel.

 

Mit Hytch gibt es endlich einmal eine Art Jobportal, bei dem sich nicht die Jobsuchenden bei den potentiellen Arbeitgebern bewerben, sondern umgekehrt. Primär gedacht für Produktmanager, Entwickler, Data Scientists und Webdesigner mit mehrjähriger Erfahrung, können sich diese – falls sie den Kriterien von Hytch entsprechen – in periodischen ‘Runden’ vorstellen und dann idealerweise Unternehmen, die den eigenen Kriterien genügen, um sich buhlen lassen.

 

 

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Neues Social Network für Onlinejournalismus:
This erlaubt eine Linkempfehlung pro Tag

Das Medienhaus Atlantic Media, das zuletzt mit der Onlinepublikation Quartz viel Lob erhielt, hat vor einigen Wochen ein soziales Netzwerk zum Empfehlen von Links zu lesenswerten Artikeln lanciert. Die Besonderheit: Pro Tag darf bei This nur ein Link geteilt werden.

Eigenwilliges Design: This

Mein Kollege Jürgen Vielmeier formulierte es vor einigen Wochen sehr akkurat: “Wir haben bereits mehr guten Onlinejournalismus, als wir lesen können”. Für viele Nutzer liegt die Herausforderung allerdings darin, die wirklich guten Inhalte, deren Lektüre auch mal ein größeres Zeitinvestment wert ist, zu finden. Das ist nicht leicht, betrachtet man die enorme Geräuschkulisse in sozialen Medien. Vieles von dem, was wir so unseren Kontakten und Followern unter die Nase halten, ist aus Sicht der meisten potenziellen Empfänger alles andere als beachtenswert.

Wirkliche Highlights gehen deshalb allzu leicht unter. Andrew Golis vom in Washington ansässigen Medienhaus Atlantic Media (unter anderem The Atlantic und Quartz) will dieses Problem lösen. Unter dem Dach des nordamerikanischen Unternehmens hat er deshalb als Entrepreneur-in-Residence einen speziellen Link-Empfehlungs-Dienst gestartet: Er heißt This und basiert auf einer hochsimplen Idee: Jeder User darf nur einen einzigen Artikel pro Tag empfehlen. » weiterlesen

Linkwertig:
Blogwerk, EU, Serien, Uber

Blogwerk
In eigener Sache: Die Blogwerk AG – mitunter auch die Mutter von netzwertig.com – stellt in drei Monaten den Geschäftsbetrieb ein.

Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die Integration der Blogwerk-Kompetenzen in die WEKA-Gruppe nicht in dem Mass umsetzen liess wie erwartet.

» Blogwerk AG stellt den Geschäftsbetrieb per 28.02.15 ein

 

EU
Das EU-Parlament stimmt jetzt doch sicherheitshalber für eine Aufspaltung von Google. Schaden kann es nicht, es handelt sich ja um einen amerikanischen Konzern.

In Anbetracht der Übermacht von Google bei der Websuche ging es um Verbraucherrechte auf europäischer Ebene.

» EU-Parlament stimmt für Aufspaltung von Google und Co.

 

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Erfahrungsbericht nach anderthalb Jahren mit Duolingo:
In Mini-Minischritten zur Fremdsprache

Die Fremdsprachen-App Duolingo paketiert Aufgaben und Vokabeltraining optimiert für das Smartphone in viele kleine Häppchen, die ideal für kurze Pausen des Alltags sind. Aber kommt man damit wirklich voran? Unser Erfahrungsbericht nach anderthalb Jahren im Praxiseinsatz liefert die Antwort.

Im Frühjahr 2013 entschloss ich mich, Spanisch zu lernen. Und zwar nebenbei, in kurzen Pausen des Alltags, und ohne die typische demotivierende Mühe, die das Lernen von Fremdsprachen gewöhnlicherweise mitbringt. Meine Hoffnung: Duolingo, eine 2011 erstmals lancierte App des Captcha-Erfinders Luis van Ahn.

Die Besonderheit des Dienstes ist abgesehen davon, dass er im Gegensatz zu den meisten anderen Fremdsprachen-Tools nichts kostet, seine Häppchen-Philosophie. Anstatt auf komplexe Aufgaben, lange Vokabellisten und trockene Grammatikübungen setzt Duolingo auf Mini-Lektionen zu bestimmten Themenschwerpunkten. Diese werden direkt dem Smartphone oder in der Browser-Version erledigt und dauern jeweils kaum mehr als ein paar Minuten.

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Linkwertig:
Jarvis, Security, Medien, Handwerker

Europa
Ausgerechnet Jeff Jarvis hat einen durchaus ausgeglichenen und wirklich lesenswerten Überblick über die deutsch-europäische Technopanik der letzten 5 Jahre geschrieben.

Drei Kräfte sind es, die das Internet gefährden: Kontrolle, Protektionismus und Technopanik.

» Eurotechnopanik

 

Cyber Security
Fast ergänzend skizziert das CIC das globale Dilemma, das durch den Wildwuchs der Geheimdienste entsteht.

» The Cyber Security Syndrome

 

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Netzfirmen und die Daten der Nutzer:
Ubers pädagogisches Beispiel für die Überwachungsgesellschaft

Ubers skandalöser Umgang mit kritischen Journalisten hat etwas Gutes: Er führt auf ganz simple Weise vor, was es für Individuen bedeuten kann, in einer Überwachungsgesellschaft zu leben.

ÜberwachungSpätestens seit Snowden weiß jeder, was zuvor schon mit einer kurzen Reflexion zu vermuten war: Das Internet bringt weitreichende Möglichkeiten der Massenüberwachung mit, von denen auch Gebrauch gemacht wird. Doch trotz der Vielzahl an konkreten Details bleibt es für die meisten Bürger bei einem diffusen Gefühl der zwar vorstellbaren, aber scheinbar harmlosen Beobachtung durch Behörden und Unternehmen. Zudem habe man ja “nichts zu verbergen”. Dank der jüngsten Aufregung um ethisch fragwürdige Praktiken des Beförderungsdienstes Uber im Umgang mit Journalisten aber wird nun für den Otto-Normal-Menschen sehr viel greifbarer, was die Totalüberwachung des Alltags ganz praktisch für Konsequenzen haben kann. » weiterlesen

Neue schwierige Zeiten für den Internetriesen:
Google braucht keine Zerschlagung, Herausforderungen gibt es genug

EU-Pläne zur Entflechtung von Google scheinen vorläufig schlechte Chancen auf eine Umsetzung zu haben. Und das ist wohl besser so. Denn noch nie in der Geschichte von Google sah sich das Unternehmen mit so vielen Herausforderungen und Baustellen konfrontiert.

Nicht alles läuft derzeit optimal für Google

Aus der laut Medienberichten angeblich vom Europaparlament geplanten Zerschlagung oder Entflechtung von Google wird vorläufig wohl doch erst einmal nichts. Selbst EU-Digitalkommissar Günther Oettinger schließt dies aus. Dennoch dürfte die Debatte über das Vorhandensein einer schädlichen marktbeherrschenden Stellung des Unternehmens damit nicht vom Tisch sein. Einige führende Medienkonzerne mit dem erklärten Feindbild Google werden schon dafür sorgen, dass das Thema weiterhin aktuell bleibt.

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Linkwertig:
Safari, Flickr, Kompetenz, Trends

Safari
Nach dem Firefox wird nun auch der Safari Objekt der Begierde von Yahoo und Bing. 2015 läuft der Vertrag mit Google als Standardsuchmaschine nämlich aus.

» Google-Apple Safari Search Deal Expiring, Yahoo and Bing Want In

 

Flickr
Yahoo verkauft Drucke von Fotos und beteiligt die Benutzer nicht, wenn die CC-Lizenz das zulässt.

Eine andere Frage ist wiederum, ob es strategisch klug von Flickr war, nicht trotzdem auch jenen NutzerInnen eine Teilnahme an einem Vergütungsprogramm anzubieten […] Statt Enttäuschung unter jenen, die die volle Tragweite ihrer Lizenzierungsentscheidung möglicherweise falsch eingeschätzt hatten, hätte Yahoo wahrscheinlich vor allem positive Rückmeldungen geerntet.

» Yahoo verkauft Flickr-Bilder unter Creative-Commons-Lizenz

 

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