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Die Rolle von Einfachheit

Wenn — wie so oft in der Internet-Branche — über das Erfolgsgeheimnis von Google diskutiert wird, kriegt man oft zu hören, dass die Suchmaschine ihre Dominanz dem geheimnisvollen PageRank-Algorithmus zu verdanken hat. Dank diesem sind Googles Suchresultate deutlich besser, darum hatte das Google das beste Produkt und konnte sich durchsetzen, obwohl die Firma erst sehr spät in den Markt eintrat. Eine reine Frage von überlegener Technologie also.

Wirklich?

Zwei Gründe, warum das vermutlich nicht stimmt:

1. Die Funktionsweise von PageRank wurde schon 1998 publiziert und war damit in den Grundzügen der Konkurrenz bekannt. Es gibt PageRank-Implementationen sogar als Open Source, und trotz Patentschutz konnte die Konkurrenz schon bald vergleichbar gute Rankingalgorithmen produzieren. Yahoos Resultate sind längst etwa gleich gut oder gar besser, aber das interessiert irgendwie keinen. » weiterlesen

Anarchie – Die Schattenseite des Facebook-Booms

facebook_logo.gifNahezu 50 Millionen Menschen weltweit sind aktive Facebook-Anwender, gut die Hälfte davon Nordamerikaner. Die andere Hälfte der User kommt aus einer Vielzahl von Ländern dieser Erde, ohne dass Facebook dort jemals auch nur einen Cent in Werbemaßnahmen gesteckt hat. Der Dienst wird zur Zeit noch komplett vom Unternehmenssitz im kalifornischen Palo Alto betrieben. Internationale (und europäische) Büros gibt es bisher offiziell nicht (für die geplante Londoner Europazentrale werden gerade Mitarbeiter gesucht). » weiterlesen

ComBOTS versendet letzte Mail an seine (wenigen) Nutzer

combots.gifBereits Ende September wurde angekündigt, dass ComBOTS, das gefloppte Kommunikations-Tool der ehmaligen WEB.DE AG, eingestellt wird. Heute erhielten die wenigen ComBOTS-Nutzer die vermutlich letzte Mail des Dienstes: » weiterlesen

Wird schülerVZ bald Holtzbrincks neuer Star?

studiVZ und schülerVZAuf die selbe Art und mit der selben Geschwindigkeit, wie StudiVZ zwischen Sommer 2006 und Sommer 2007 nahezu alle Studierenden Deutschlands zu Mitgliedern machte, breitet sich auch Holtzbrincks jüngerer Spross, schülerVZ, in seiner Zielgruppe aus. Im August 2007 konnte man nach nur fünf Monaten des Bestehens bereits eine Million Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vermelden, mittlerweile dürften es noch einige Hundertausend mehr sein. Während studiVZ in einer Reifephase angekommen ist, in der zwar die Mitgliederzahlen noch steigen, aber die ursprüngliche Kernzielgruppe Studierende fast komplett erschlossen wurde, hat schülerVZ noch einen großen, unbearbeiteten Markt vor sich. » weiterlesen

Leopard und Vista:
Der Personal Computer ist definitiv langweilig geworden

Mit einigem Getöse hat Apple letzte Woche die neue Version von Mac OS X, Codename Leopard, auf den Markt gebracht (mein Testbericht dazu drüben bei neuerdings.com). Damit sind jetzt beide Plattformen, Windows und der Mac, dieses Jahr mit langerwarteten neuen Betriebssystemen rundumerneuert worden.

Und was haben wir davon? Fast nichts.

Das herausragendste neue Feature von Leopard ist … eine Backuplösung. Wie aufregend. Und bei Vista war die bemerkenswerteste Neuerung, dass Viren und Trojaner die Maschine nicht gerade sofort übernehmen können, sondern erst nachdem der User eine der etwa alle drei Minuten auftauchenden nervigen Sicherheitsabfragen weggeklickt hat. Tolle Leistung.

Selbst bei der Lektüre ausführlicher Featurelisten zeigt sich ein eher trostloses Bild: Die eine Partei hat etwas stärkere Multimediatools, dafür hat die andere ein besseres eingebautes Kalenderprogramm. » weiterlesen

YouTube:
Die Zeit der Geduldsproben ist (hoffentlich) vorbei

youtube_floating.gifYouTube ist zwar das weltweit führende Videoportal, was die Anzahl der Besucher und eingestellten Clips betrifft. Von den Features und der Usability her gibt es aber zahlreiche Konkurrenten, die den Nutzern erheblich mehr Freiheit beim Hochladen und Betrachten von Videos einräumen. Besonders die Limitierung der Cliplänge auf zehn Minuten und häufige Serverüberlastungen, die das visuelle Erlebnis durch Unterbrechungen und permanentes Nachladen stören, lassen YouTube technisch gegenüber seinen Mitbewerbern alt aussehen. Doch wie es scheint, ist man bestrebt, mit neuen Funktionen den Abstand zu Konkurrenten auf der Featureseite zu verkürzen: Allen Stern von CenterNetworks ist aufgefallen, dass es nun möglich ist, an eine bestimmte Stelle eines YouTube-Clips zu springen, ohne dass das Video bis dahin komplett geladen wurde. » weiterlesen

Kann das Web 2.0 noch sozialer werden?

Seit zwei bis drei Jahren gehören soziale Web-2.0-Anwendungen zum Alltag vieler Internetnutzer. An jeder Ecke des Mitmach-Netzes wird sich mit Gleichgesinnten getroffen, kommuniziert und geteilt. Ob nun in Social Networks, bei Social-Bookmarking- oder Social-News-Diensten, in Blogs oder auf Videoportalen, in Musik-Communities oder auf Empfehlungsplattformen – die soziale Komponente des Web 2.0 ist allgegenwärtig. Doch entwickelt sie sich eigentlich noch nennenswert weiter? Mit jedem neuen, sozialen Webangebot entsteht zwar ein weiteres Forum für Kommunikation und Austausch unter Menschen mit ähnlichen Interessen, Hobbys oder Zielen, doch das Ergebnis ist im Prinzip das gleiche wie vor zwei Jahren: Man teilt Daten und Informationen unterschiedlicher Art mit anderen und versucht gleichzeitig, von deren Beiträgen zu profitieren. » weiterlesen

Facebook ist gar nicht sooooo überbewertet

Wie zuvor bereits gemeldet, setzt der gestrige Deal zwischen Facebook und Microsoft den Wert der Social-Networking-Site auf die Kleinigkeit von $15 Milliarden fest.

Das scheint in jeder Hinsicht eine satte Summe zu sein. Das wären nämlich:

- $50 Mio. pro Facebook-Mitarbeiter
- $217 pro Unique Visitor
- das hundertfache von Facebooks geschätztem Umsatz (zum Vergleich: Google ist derzeit etwa 15x seinen Umsatz wert)
- das 500fache von Facebooks geschätztem Jahresgewinn (Google: 52x Gewinn, Microsoft 22.5x)

Aber: Wer etwas in der Internet-Geschichte zurückgeht, findet schnell raus, dass das noch lange keine echten Rekorde sind. Zu Bubblezeiten anfangs 2000 war nämlich der damalige Star Yahoo mehr als 3000x seinen Gewinn wert, mehr als 240x seinen Umsatz, $72 Mio pro Mitarbeiter und mehr als $800 pro User. » weiterlesen

Facebook/Microsoft:
Ein unglücklicher Deal

Immer, wenn man glaubt, dass sich die Facebook-Hysterie kaum noch steigern lässt, wird nochmal eins draufgesetzt: Gestern kündigte Microsoft ein Investment in Facebook von $240 Mio. für 1.6% der Firma an. Ausserdem wird Microsoft Werbung für die Facebook-Plattform bis 2011 verkaufen dürfen.

Das wäre dann eine Firmenbewertung für Facebook von unglaublichen $15 Milliarden. Für eine Firma mit 300 Mitarbeitern und $150 Mio. Umsatz. Zum Vergleich: Damit wäre Facebook fast so viel wert wie das Werbeagenturen-Netzwerk WPP mit seinen $6 Mia. Umsatz und 98’000 Angestellten. Und fünf mal mehr als die New York Times.

Bei allem Respekt vor der unternehmerischen Leistung und dem Verhandlungsgeschick, das hinter diesem erstaunlichen Deal steckt: Ich glaube nicht, dass die Beteiligten damit sehr glücklich werden.

Dass Microsoft sich durch geschicktes Manövrieren der Facebook-Investoren in ein hoffnungslos überteuertes Investment hineindrängen lassen hat, ist ziemlich offensichtlich. Vor einigen Monaten äusserte Facebook-Geldgeber Peter Thiel an einer Konkurrenz dreist, dass Facebook wohl mindestens $10 Mia. wert sein müsste (der höchste zuvor diskutierte Betrag waren noch $1.5 Mia. gewesen). Das wurde damals von der Branche quittiert mit “Der ist wohl völlig übergeschnappt”. Dann inszenierte Facebook gezielt einen Bieterwettstreit zwischen Microsoft (das bisher schon Werbung für Facebook verkaufte), Google und Yahoo. Das wahrscheinlichste Opfer war klar: Microsoft.

Microsofts Management hat mit dem Deal massiv an Glaubwürdigkeit verloren. Vor ein paar Wochen bezeichnete CEO Steve Ballmer Facebook noch als “Fad” (Modeerscheinung). Kurz später investiert seine Firma zu so einer absurden Bewertung und lässt sich auf langfristige Verträge ein, deren Konditionen vermutlich sehr günstig für Facebook sind. Das sieht sehr nach einer Verzweiflungstat aus. Microsoft konnte und wollte es sich nicht leisten, auch diese Schlacht gegen Google zu verlieren. So kann man wenigstens behaupten, dass man an der derzeit heissesten Website beteiligt ist. Aber: Ist das eine sinnvolle Art, den grössten Softwarekonzern der Welt zu steuern? Dagegen sieht Medienmogul Rupert Murdoch wie ein Genie aus, denn der hat MySpace (das übrigens immer noch dreimal mehr User hat als Facebook) vor zwei Jahren für nur wenig mehr als den doppelten Betrag gleich voll übernommen.

Für Facebook könnte der Deal aus langfristiger geschäftlicher Perspektive verhängnisvoll sein. Neben dem Geld von Microsoft nahm Facebook gestern angeblich noch weitere $500 Mio. an Finanzierung rein. Was macht ein so junges Unternehmen mit einer Dreiviertel Milliarde an Kapital? Der Zwang zum Wachstum um jeden Preis wird erdrückend, denn die Investoren (Microsoft und zwei Hedgefunds) sind nicht gerade für ihre Geduld bekannt. Dieser Druck kann schon mal zu strategischen Fehlern führen.

Ausserdem: Microsoft ist nicht gerade der beste aller möglichen Partner, wenn es um Online-Werbeverkauf geht. Klar, seit der Akquisition der Werbefirma aQuantive verfügt man in Redmond durchaus über kompetente Werbeleute, aber die Reichweite ist nicht mal andeutungsweise mit der von Google oder selbst Yahoo vergleichbar. Fraglich ist ausserdem, was aus Facebooks eigener, hinter vorgehaltener Hand angekündigter Werbetechnologie wird. Und eine langfristige Bindung an Microsoft bis 2011 ist in einem sich so schnell entwickelnden Markt auch mehr eine Last als eine Versicherung. Partnerschaften mit anderen Playern (allen voran Google) werden so fast unmöglich.

Alles an diesem Deal riecht nach Manipulation durch die Venture Capitalists. Es ist typische VC-Denke, dass man mit dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung eine Bewertung etabliert, die bei jeder nachfolgenden Transaktion (egal ob Übernahme oder Börsengang) die Grundlage der Preissetzung bildet. Denn wenn Microsoft mal so viel gezahlt hat, muss die Firma ja wohl mindestens so viel wert sein, oder? Ob dieser Deal strategisch wirklich Sinn macht oder der Firma sogar langfristig schaden könnte, ist den VCs herzlich egal, denn ihr Ziel ist es, in spätestens drei Jahren aus Facebook draussen zu sein, und das bitteschön zu einer Bewertung über $15 Mia.

Bleibt zum Schluss nur zu hoffen, dass wenigstens die armen Facebook-Programmierer in Ruhe gelassen werden und die jetzt nicht die Website von PHP auf ASP.NET umstricken müssen…

Microsoft kauft 1,6 Prozent von Facebook – für 240 Millionen Dollar

facebook_logo.gifDie Gerüchteküche um eine mögliche Minderheitsbeteiligung von Google oder Microsoft an Facebook brodelte schon seit Tagen, und nun hat einer der beiden Internetriesen das Rennen gemacht: Microsoft. Der Redmonder Konzern beteiligt sich mit 1,6 Prozent an Facebook und legt dafür 240 Millionen US-Dollar auf den Tisch. Microsoft misst dem Social Network damit derzeit einen Gesamtwert von 15 Milliaraden US-Dollar zu. Außerdem wird Microsoft in Zukunft die weltweite Werbevermarktung von Facebook übernehmen. Ich denke, ich bin nicht der einzige, der sich freut, dass Google hier leer ausgangen ist. Im Sinne eines ausgeglichenen Kräfteverhältnisses kann es nicht schaden, dass Google dank dieser Microsoft-Beteiligung der Zugang zu Facebook für wahrscheinlich lange Zeit versperrt bleibt. Mehr bei heise online.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.