phogenkamp

 

Alle 55 Artikel von phogenkamp auf netzwertig.com:

Kampagne «Es ist Deine Zeit»:
Wie Vodafone
jetzt auch B sagen muss

Vodafone will seine Marke neu erfinden und ruft die «Generation Upload» aus. Wenn das Unternehmen es ernst meint, müssen dem Werber-Sprech Taten folgen: Die künstlichen Barrieren, die uns am tatsächlichen «Always on» hindern, müssen verschwinden.

Heute von 11 bis etwa 12 Uhr habe ich, zusammen mit vielen «Onlinern», die Vodafone-Pressekonferenz live geschaut. Sie lief in einem Flash-Player in einem Fenster mit einem Facebook-Frame (passend zum Facebook-Event) daneben, wurde kommentiert und fleissig getwittert (mit den Hashtags #vfpk und #vodafone).

Erstmal ist das sehr mutig, denn man kann bei jeder Art von Online-Feedbackmöglichkeit eines grossen Unternehmens die Uhr danach stellen, dass es Leute gibt, die sofort bekunden, noch nie so etwas Dummes gesehen, gelesen, gehört zu haben. Die waren natürlich auch alle da.

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In eigener Sache:
Wir stellen medienlese.com ein

Dieses Posting in eigener Sache ist leider eines mit schlechten Nachrichten: Wir von Blogwerk haben beschlossen, medienlese.com am 30. April einzustellen. Das tut weh, aber die wirtschaftliche Entwicklung lässt uns kaum eine andere Wahl.


Update: Nachdem sich einige Leser mit einer Spendensammlung für die Rubrik “6 vor 9″ ins Zeug gelegt haben, wird medienlese.com vorerst bis Oktober 2009 weiter bestehen.

medienlese.com ist online seit dem 2. August 2006. Die Rubrik «6 vor 9» ist seit diesem Tag ohne Unterbrechung an jedem Werktag erschienen, insgesamt wurden mehr als 2.150 Artikel hier veröffentlicht, medienlese.com belegt in den aktuellen Blogcharts Rang 20 – aber wir hängen deutlich mehr daran, als es diese Zahlen aussagen können.

Wir haben immer gewusst, dass medienlese.com zu einem guten Teil ein Prestigeobjekt ist, und dass man mit einem Medienblog, das kein Branchendienst sein konnte und wollte, nicht viel Geld verdienen konnte. Wir haben es uns trotzdem gern geleistet. Leider geht das nun nicht mehr. Die wirtschaftliche Lage zwingt uns zu Einschnitten, und statt linear in allen Blogs zu sparen, was alle schwächen würde, haben wir uns nun zu diesem drastischen und schmerzhaften Schritt durchgerungen.

Es tut mir sehr leid für das Team, Ole Reißmann, Ronnie Grob, Klaus Jarchow und Carolin Neumann, denen Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser und ich hiermit für ihre grossartige Arbeit über drei Jahre danken möchte (auch wenn nicht alle die ganze Zeit dabei waren).

Ich finde es natürlich besonders unangenehm, dass medienlese.com oft die Entlassungswellen der grossen Verlage kommentiert hat, und wir nun selbst eine solche vornehmen müssen. Ein grosser Teil der Journalismus-Zukunft wird online stattfinden, diese Aussage war und ist sicher richtig. Aber dass die Monetarisierung vor allem kleiner, inhaltlich hochwertiger Angebote noch einige Zeit lang problematisch bleiben wird, wissen wir eben auch.

Wir könnten uns durchaus vorstellen, dass ein Dritter medienlese.com übernimmt und weiterführt. Ich spreche bereits mit einigen Interessenten. Vorerst muss jedoch die Einstellung, voraussichtlich zum 30. April, als wahrscheinlichste Option gelten.

Übermorgen wird die «SonntagsZeitung» einen Artikel veröffentlichen, in dem ich nochmal zur Situation der Blogvermarktung und zu Gründen für diesen Schritt Stellung nehme.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Jetzt doch:
Tamedia übernimmt search.ch

Die Übernahme der Suchmaschine search.ch durch Tamedia, über die medienlese.com bereits am 29. August berichtet hatte, wurde heute bestätigt.

Wir hatten recht, aber wir waren satte fünf Wochen zu früh mit der Meldung. Heute morgen wurde es offiziell bestätigt.

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Wartungsarbeiten:
netzwertig.com kurz offline

Im Rahmen des Redesigns aller Blogwerk-Blogs ist nach medienlese.com heute netzwertig.com an der Reihe.

netzwertig.com wird daher voraussichtlich heute Abend zwischen 22 und 24 Uhr für rund eine Stunde offline sein. Und danach hübscher wieder online.

Danke für Euer Verständnis.

Im Test:
«Newsnetz»

Vor gut einer Woche ging das «Newsnetz» an den Start, ein neues Mantelkonstrukt hinter den Websites von Tages-Anzeiger, Basler Zeitung und Berner Zeitung. Wir testen Konzept und Umsetzung.

Wie die Zukunft der Zeitung aussieht, wird im Wochentakt diskutiert; die stets pointiert vorgetragenen Meinungen reichen je nach Interessenlage von: «Zeitungen auf Papier werden ganz verschwinden» bis zum eigentlich bereits widerlegten: «Es wird sich nichts ändern». Wie sieht aber die Zukunft der News-Websites aus, die meist aus denselben Häusern stammen? Einerseits informieren sich immer mehr Leser im Web, andererseits lassen die Werbeeinnahmen dort noch auf sich warten, was die Branche zunehmend nervös werden lässt.

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Blogwerk-Sommer-Verlosung:
Slider-Handy «LG Venus»

Erster von 13 Preisen vergeben

An dieser Stelle haben wir Euch um Feedback zum Blogwerk-Redesign, das wir Stück für Stück umsetzen werden, beginnend mit medienlese.com, gebeten und zugleich die Verlosung eines LG Venus KF600-Handys ausgeschrieben. 237 Leserinnen und Leser haben teilgenommen; wir freuen uns natürlich, dass eine grosse Mehrheit das Redesign als geglückt, die Site als übersichtlicher, luftiger und angenehm ruhig einschätzt. Zugleich haben wir einige Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten erhalten, für die wir uns herzlich bedanken möchten.

Als Gewinner des LG-Handys hat Glücksfee Lea Barmettler

Raffael Hildebrand aus Nidau, CH

ermittelt. Wir gratulieren und wünschen viel Spass mit dem neuen Handy im Wert von EUR 280/CHF 450. Der Gewinn wird gesponsert von LG.

Mit Abschluss dieser Verlosung beginnt bereits die nächste; der Überblick über die Verlosung ist hier zu finden. Bitte beachte auch unsere Regeln.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wartungsarbeiten:
medienlese.com kurz offline

medienlese.com wird heute Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr wegen Wartungsarbeiten für rund 15 bis 30 Minuten offline sein. (Nehmen wir an, sonst sagen wir es nochmal.)

Danke für Euer Verständnis.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wie informieren sich Schweizer IT-Chefs:
«Fredy sagt auch, bei ihnen sei es gar nicht schlecht gelaufen.»

Schweizer IT-Verantwortliche informieren sich vor allem aus Branchentratsch und Fachmagazinen. Müssen wir uns Sorgen machen? Ja: um die Firmen, für die sie verantwortlich sind.

Die Technologie macht weiter rasante Fortschritte. Insbesondere alles, was online angeliefert wird, wird schneller, besser, billiger. Dabei fällt auf, dass während der Zugang von privaten Usern und kleinen Firmen zu professionellen Tools in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht hat, sich viele IT-Umgebungen in Grossunternehmen vergleichsweise wenig verändert haben. Das hat einen einfachen Grund, wenn man einer Studie glauben darf: Die IT-Leiter erfahren von den neuen Tools nichts.

Ende Mai stellte Lea Knobel von der Agentur Farner PR (beide kenne und mag ich) ihre Diplomarbeit «Das Informationsverhalten von IT-Verantwortlichen – Nutzung und Wirkung von IT-Fachmedien» vor, die sie an der FH Winterthur erstellt hat. (Meine heutige Replik folgt also eher einer Print-Zeitmetrik.)

Wie informieren sich also diese 236 Leute? Hier die «fünf zentralen Ergebnisse» der Studie im O-Ton:

  • Gespräche mit Kollegen und IT-Fachmagazine sind die wichtigsten Informationsquellen für IT-Verantwortliche.
  • Am meisten gelesen und am besten bewertet werden die IT-Fachmagazine InfoWeek und Computerworld.
  • Online-Informationen wie die Webseiten der Medien, Newsticker und Blogs finden markant geringere Beachtung als die Printmedien.
  • Die unter 30-jährigen IT-Verantwortlichen weisen ein anderes Informationsverhalten auf als die anderen Altersgruppen.
  • Die CIOs informieren sich anders als ihre Unterstellten.

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Ringiers Elektronik-Ratgeberplattform «E360»:
Betty Bossi übt noch

Vorletzte Woche stellte Ringier seine Ratgeberplattform «E360» vor. Zehn Tage später lässt sich mit einiger Sicherheit sagen: Der grosse Wurf lässt auf sich warten, Betty Bossi tut sich mit der Unterhaltungselektronik noch recht schwer.

e360 komplett

Vorletzte Woche gab Ringier eine Pressekonferenz für die neue Website mit dem rätselhaften Namen «E360». Zugegen waren: viele Leute von Ringier, je einige von Microsoft und SonyEricsson. Offenbar meint man es ernst.

Aber was heisst nun «E360»? André Maerz, Leiter «Neue Medien», nannte es zunächst: ein «Multiblogsystem». Oh. Zwei Jahre nach «Blogstetten» traut man sich bei Ringier wieder an das B-Wort. Ich fühle mich gleich super angesprochen. Und tatsächlich ist E360 «multi», denn es hat fünf Bereiche: Foto, Musik, TV/Video, Mobile, Games, was mich spontan an unsere fünf Themenblogs erinnerte (zu Gadgets, Medien, Produktivität, Fotografie, Webwirtschaft). Wir haben fünf verschiedene Domains, E360 sammelt alles unter einer. Kann man beides machen.

Zweiter Anlauf einer Definition: «E360 soll die Betty Bossi der Unterhaltungselektronik werden.» Diesmal sind alle Schweizer abgeholt, persoenlich.com nimmt den Satz gleich als Titel. Betty Bossi ist eine Kunstfigur aus den 50er-Jahren, eine Köchin, der alle Rezepte gelingen. «Wie ein Betty-Bossi-Kochbuch» ist in der Schweiz eine stehende Redensart, wenn etwas Schritt für Schritt mit Bildern erklärt wird. Der Betty-Bossi-Verlag gehört zu 50% Ringier und macht jedes Jahr schöne Gewinne mit Kochbüchern und Gurkenhobeln, so dass der Betty-Bossi-Pitch für E360 intern gut funktioniert haben dürfte.

Und dann, im dritten Anlauf, klärt sich der Name schliesslich: «E360» war der Arbeitstitel, wohl irgendwas mit «Entertainment» und «360» Grad. Oje. Es müsste schlichtweg verboten werden, dass ein Projektteam sich entscheidet, dass der interne Titel gut genug ist, ihn auch als externen Produktnamen zu verwenden. Ich habe zweimal in Projekten erlebt, wie Kunden das machen wollten, und konnte es mit viel Überzeugungsarbeit noch abwenden. Interne sind nach einjähriger Vorbereitung zu sehr an den Namen gewöhnt, um sich noch ein sicheres Urteil erlauben zu dürfen. (Als Hilfsmittel zur Selbstverpflichtung nimmt man für gewöhnlich einen Namen, der so absurd ist, dass er sich auf gar keinen Fall dazu eignet. Das deutsche Magazin «FOCUS» hatte damals den berühmt gewordenen Arbeitstitel «Zugmieze» – wobei «E360» eigentlich auch nicht viel absurder ist.)

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Das «Sünneli der SVP» und die dreckigen Stallfenster

Die Radiosendung «Echo der Zeit» hat eine sehr schöne Geschichte auf den Leserbriefseiten des Schweizer Bauer entdeckt. Es geht vordergründig um Stallfenster, Güllelöcher und Geranien, in Wirklichkeit aber um den Zustand der Schweizer Volkspartei (SVP).

(Für ausländische Leser kurz die Vorstellung der Charaktere: Toni Brunner ist Ostschweizer, Bauer, seit Jahren der Jungstar der SVP und seit einigen Wochen Präsident der Landespartei. Samuel Schmid ist Berner, Mitglied der Landesregierung als Verteidigungsminister, zwar auch SVP-Mitglied, aber schon seit Jahren in Ungnade gefallen, weil er deutlich abseits der Parteilinie steht, dies erst recht, seit er sich im letzten Dezember über die Abwahl seines Parteikollegen Christoph Blocher einigermassen unverhohlen gefreut hat. Vermutlich ist er die zweitmeistgehasste Person der Partei nach Neu-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.)

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