Peter Hogenkamp

Vodafone will seine Marke neu erfinden und ruft die «Generation Upload» aus. Wenn das Unternehmen es ernst meint, müssen dem Werber-Sprech Taten folgen: Die künstlichen Barrieren, die uns am tatsächlichen «Always on» hindern, müssen verschwinden.

Heute von 11 bis etwa 12 Uhr habe ich, zusammen mit vielen «Onlinern», die Vodafone-Pressekonferenz live geschaut. Sie lief in einem Flash-Player in einem Fenster mit einem Facebook-Frame (passend zum Facebook-Event) daneben, wurde kommentiert und fleissig getwittert (mit den Hashtags #vfpk und #vodafone).

Erstmal ist das sehr mutig, denn man kann bei jeder Art von Online-Feedbackmöglichkeit eines grossen Unternehmens die Uhr danach stellen, dass es Leute gibt, die sofort bekunden, noch nie so etwas Dummes gesehen, gelesen, gehört zu haben. Die waren natürlich auch alle da.

Viele haben sich nur am «Denglisch» der Werbeleute und Pressesprecher hochgezogen, woran man erkennen konnte, dass sie noch nie bei einer Pressekonferenz waren, denn das geht noch viel schlimmer und vor allem viel unsympathischer. Generell sollte man von den Eigenarten der Werbebranche abstrahieren, denn Vodafone will mit der Kampagne ja Millionen von deutschen Consumern erreichen, daher sind die Sachen, die «draussen» sind (Spot, Plakate etc.) viel wichtiger als das PowerPoint der Präsentation.

Vodafone nennt seine Kampagne «Brand Refresh», weil sie ihre Marke ein bisschen neu erfinden wollen. Das tun sie unter dem Titel «Es ist Deine Zeit» und mit einer Microsite unter der entsprechenden URL esistdeinezeit.de. Botschaft ist: Vodafone wendet sich neu an die «Generation Upload». Das sind wir — Blogger, Twitterer, Facebook-User — die wir Inhalte im Internet veröffentlichen. Den Titel finde ich im Gegensatz zu vielen spontanen Kommentatoren gar nicht schlecht. Er ist technisch nicht ganz präzise (Chatten ist z.B. kein Upload), aber so kleinlich wollen wir nicht sein, denn er ist verständlich, und vor allem ist er nicht so fuzzy wie alles mit «2.0».

Kurzer Schritt zurück: Das klassische Geschäft der Telefonieanbieter, nämlich Minuten zu verkaufen, ist ohne Zweifel dem Untergang geweiht. Im Festnetz sind die guten Margen schon lange weg, im Mobilfunk sind sie stark unter Druck. Augenöffner war für mich eine kurze Ansprache des damaligen Swisscom-Chefs Jens Alder vor etwa fünf Jahren, der damals sagte: «Wir machen heute rund 10 Milliarden Umsatz mit minutenbasierter Telefonie, und ich gehe davon aus, dass diese Zahl in den nächsten 10 bis 15 Jahren nahezu auf Null sinken wird.» Alder war überzeugt, dass alle Kommunikation per IP-Netz übertragen und damit pauschal verrechnet wird. So schonungslos muss man sich der Realität erstmal stellen.

Die gute Nachricht für die Mobilfunkanbieter: Wenn wir unterwegs sind, brauchen wir ihre Sendemasten weiterhin, egal, welche Art von Daten inkl. «Voice» wir übertragen wollen. Was wir in den letzten Jahren erleben – zum Beispiel als neulich ein Skype-Client für das iPhone veröffentlicht wurde: Googlen nach “iphone skype telekom blockieren” bringt 112′000 Treffer -, ist das Aufbäumen der Carrier, damit ihnen die Margen für Gespräche und SMS nicht allzu schnell weg schmelzen. Wie gesagt, mit dem Datenverkehr werden sie immer noch Geld verdienen, aber nicht mehr die obszönen Preise des letzten Jahrzehnts; bis heute kostet eine SMS etwa 20 Cent, was eine Menge ist für etwas, das so nebenbei läuft und keine nennenswerten Netz-Ressourcen braucht.

Enter «Vodafone 2.0». Offenbar hat man erkannt, dass das Business der Zukunft woanders liegen wird, und setzt nun bewusst auf diese «Generation Upload». Denn die, das weiss ich von mir, hat durchaus eine hohe Zahlungsbereitschaft dafür, dass sie sich auch unterwegs fast so schnell im Internet bewegen kann wie zuhaus. Das werden in Zukunft viel mehr Leute wollen als heute, aber es stellt durchaus eine mutige strategische Entscheidung dar, schon heute auf diese Leute als Wachstumsmotor zu setzen, von denen es, wenn wir mal ehrlich sind, derzeit soo viele auch noch nicht gibt.

Die «Generation Upload», das steht heute schon fest, könnte man auch «Generation Kein-Blatt-vor-den-Mund» nennen, denn Sie hat aus Sicht von Unternehmen auch die schlechte Eigenschaft, dass sie sich nur ungern verarschen lässt. Daher muss Vodafone jetzt Konkretes folgen lassen, wenn sie es ernst meinen, sonst geht der Schuss nach hinten los. Denn wirklich passende Angebote für die «Generation Upload» fehlen bislang:

Punkt 1: Nutzungseinschränkungen
Man schaue sich die heute gültigen die AGB zum «Vodafone Mobile Connect-Datentarif».
Zitat: «Sie dürfen die Karte auch nicht für Voice over IP, Instant Messaging und Peer-to-Peer-Verbindungen nutzen.» Dass das die meisten Operator machen, ändert nichts an der Tatsache, dass es eine absolute Frechheit ist. Wie Jürg Stuker schon vor drei Jahren treffend bemerkte, steht das U in «UMTS» (Universal Mobile Telecommunications System) für «Universal». Sprich, der Anbieter verkauft mir 5 GB Traffic, und was ich dann damit mache, ist meine Sache.

Natürlich verstehe ich, dass niemand gern sein Business wegschmelzen sieht. VoIP ersetzt teure Mobiltelefonate, Instant Messaging ersetzt SMS. Aber wer nun offiziell auf die «Generation Upload» setzt, der muss einsehen, dass erstens 5 GB gar nicht so viel sind (dagegen 64 kbit/s, auf die danach abgeregelt wird, unglaublich wenig), und dass sich diese Generation zweitens nicht vorschreiben lassen will, wie sie das Internet nutzt.

Punkt 2: Branded Handsets
Wer schon mal ein Vodafone-Handy hatte, weiss, warum im Laden nur Attrappen liegen. Vodafone ist der Anbieter, der die Handys «branded» und fast bei allen die Software modifiziert. Ich will aber nicht nur kein Handy mit Vodafone-Logo und vodafonisierten Icons, sondern vor allem keine festverdrahtetes «Live-Portal», das ohnehin den Charme des späten Compuserve ausstrahlt. Ich stelle mir gerade ein iPhone mit rotweiss gefärbten Vodafone-App-Buttons vor, bei dem ich drei Wochen länger auf das Update warten muss, weil Vodafone erst die Bilder nachbauen muss, wenn das Firmwareupdate überhaupt kommt. Aber nur kurz, denn es kommt mir das Grausen. Wie auch oben bei der Art des Traffics will ich auch bei der Hardware selbst entscheiden, mit welchem Gerät ich diesen Traffic mache.
(Bitte zur Kenntnis nehmen, dass ich nichts gegen Zweijahresverträge sage. Es ist zwar eine komische Kultur, die wir da entwickelt haben, aber wenn die Hardware heftig subventioniert ist, müssen nun mal die Verträge länger werden. Ein bisschen Flexibilität in alle Richtungen würde trotzdem auch hier nicht schaden.)

Punkt 3: Roaming
Alle tollen Daten-Flatrates nützen in unserer mobilen Welt nichts, wenn sie an der Landesgrenze enden. Ich bin selbst Vodafone-Kunde mit meinem deutschen «Zweit-Handy» (weil ich nicht in Deutschland wohne, ist mein Erst-Handy bei der Swisscom). Meine beiden Vodafone-SIM-Karten (Voice und Daten) habe ich allerdings wütend in die Ecke geworfen, seit ich in zwei Urlauben vor einigen Jahren mal mehrere 250-Euro-Rechnungen produziert hatte (einmal Roaming in Spanien, einmal dachte ich auf einer Nordseeinsel, ich sei datenverkehrsmässig in einem anderen Tarif). Seitdem nutze ich in Deutschland eine Prepaid-Karte von ALDI-Talk (24 Cent pro MB, auch nicht eben billig), obwohl mich das Nachladen zu Tode nervt. Will demnächst mal auf eine UMTS-Karte mit Tages-Flatrate wechseln; derzeit stresst mich aber am meisten, dass ich in Deutschland das iPhone nicht nutzen kann (wegen SIM-Lock von Apple/Swisscom). Lange Rede, kurzer Sinn: Mit dem Handy ins Ausland zu reisen ist derzeit noch die Hölle.

Nun brüstete Vodafone sich aber an der Pressekonferenz damit, «der einzige globale Carrier» zu sein. Prima. Dann kann es ja kein grosses Problem sein, die Roaming-Tarife auf ein vernünftiges Mass zu stutzen, und zwar nicht nur so wenig wie möglich und unter Druck der EU. Ich will nicht mal die globale Flatrate verlangen, ich sehe ja ein, dass es Aufwand bedeutet, wenn Vodafone Spanien eine Verrechnung mit Vodafone Deutschland machen muss. Sagen wir also: 15% teurer darf es im Ausland durchaus sein. Und wenn ich im Inland eine Flatrate habe, hätte ich ich durchaus Verständnis, dass mich die Nutzung im Urlaub, sagen wir, 20 Euro pro Urlaubswoche extra kostet. Aber bitte nicht 200.


Lustiger Blogger: Social-Media-Testimonial Sascha Lobo ist Teil der Vodafone-Kampagne

Fazit: Ich glaube, dass Vodafone hier einen sehr mutigen Schritt gemacht hat. Wenn man den Aussagen aus der Pressekonferenz trauen kann, ist das nicht nur eine Social-Media-Kampagne, für die man ein paar lustig aussehende Blogger engagiert hat, sondern es ist ein echter Strategieshift. Nur müssen den Worten jetzt auch Taten folgen. Die meisten Einschränkungen müssen weg. Mittelfristig in allen Tarifen. Wenn das kurzfristig schwierig ist, muss es sehr bald einige klar erkennbare «Generation Upload»-Tarife geben, die unseren Bedürfnissen entsprechen. Dann bin ich der erste, der wieder voll dabei ist. Denn sonst wäre das heute alles wirklich nur leeres Gelaber gewesen.

Interessenbindung: Blogwerk ist seit März Joint-Venture-Partner des Blogvermarkters Adnation, und Vodafone ist Kunde von Adnation; die Vodafone-Kampagne ab dem 11. Juli wird in den Adnation-Blogs, also auch in den Blogwerk-Blogs laufen. Über die Inhalte wusste ich allerdings bis heute um 11 Uhr nichts.

 

Alle 56 Artikel von Peter Hogenkamp auf netzwertig.com:

Kampagne «Es ist Deine Zeit»:
Wie Vodafone
jetzt auch B sagen muss

Peter Hogenkamp, 8. Juli 2009 um 15.48 Uhr , 24 Kommentare Kommentare

Vodafone will seine Marke neu erfinden und ruft die «Generation Upload» aus. Wenn das Unternehmen es ernst meint, müssen dem Werber-Sprech Taten folgen: Die künstlichen Barrieren, die uns am tatsächlichen «Always on» hindern, müssen verschwinden.

Heute von 11 bis etwa 12 Uhr habe ich, zusammen mit vielen «Onlinern», die Vodafone-Pressekonferenz live geschaut. Sie lief in einem Flash-Player in einem Fenster mit einem Facebook-Frame (passend zum Facebook-Event) daneben, wurde kommentiert und fleissig getwittert (mit den Hashtags #vfpk und #vodafone).

Erstmal ist das sehr mutig, denn man kann bei jeder Art von Online-Feedbackmöglichkeit eines grossen Unternehmens die Uhr danach stellen, dass es Leute gibt, die sofort bekunden, noch nie so etwas Dummes gesehen, gelesen, gehört zu haben. Die waren natürlich auch alle da.

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In eigener Sache:
Wir stellen medienlese.com ein

Peter Hogenkamp, 24. April 2009 um 14.28 Uhr , 161 Kommentare Kommentare

Dieses Posting in eigener Sache ist leider eines mit schlechten Nachrichten: Wir von Blogwerk haben beschlossen, medienlese.com am 30. April einzustellen. Das tut weh, aber die wirtschaftliche Entwicklung lässt uns kaum eine andere Wahl.


Update: Nachdem sich einige Leser mit einer Spendensammlung für die Rubrik “6 vor 9″ ins Zeug gelegt haben, wird medienlese.com vorerst bis Oktober 2009 weiter bestehen.

medienlese.com ist online seit dem 2. August 2006. Die Rubrik «6 vor 9» ist seit diesem Tag ohne Unterbrechung an jedem Werktag erschienen, insgesamt wurden mehr als 2.150 Artikel hier veröffentlicht, medienlese.com belegt in den aktuellen Blogcharts Rang 20 – aber wir hängen deutlich mehr daran, als es diese Zahlen aussagen können.

Wir haben immer gewusst, dass medienlese.com zu einem guten Teil ein Prestigeobjekt ist, und dass man mit einem Medienblog, das kein Branchendienst sein konnte und wollte, nicht viel Geld verdienen konnte. Wir haben es uns trotzdem gern geleistet. Leider geht das nun nicht mehr. Die wirtschaftliche Lage zwingt uns zu Einschnitten, und statt linear in allen Blogs zu sparen, was alle schwächen würde, haben wir uns nun zu diesem drastischen und schmerzhaften Schritt durchgerungen.

Es tut mir sehr leid für das Team, Ole Reißmann, Ronnie Grob, Klaus Jarchow und Carolin Neumann, denen Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser und ich hiermit für ihre grossartige Arbeit über drei Jahre danken möchte (auch wenn nicht alle die ganze Zeit dabei waren).

Ich finde es natürlich besonders unangenehm, dass medienlese.com oft die Entlassungswellen der grossen Verlage kommentiert hat, und wir nun selbst eine solche vornehmen müssen. Ein grosser Teil der Journalismus-Zukunft wird online stattfinden, diese Aussage war und ist sicher richtig. Aber dass die Monetarisierung vor allem kleiner, inhaltlich hochwertiger Angebote noch einige Zeit lang problematisch bleiben wird, wissen wir eben auch.

Wir könnten uns durchaus vorstellen, dass ein Dritter medienlese.com übernimmt und weiterführt. Ich spreche bereits mit einigen Interessenten. Vorerst muss jedoch die Einstellung, voraussichtlich zum 30. April, als wahrscheinlichste Option gelten.

Übermorgen wird die «SonntagsZeitung» einen Artikel veröffentlichen, in dem ich nochmal zur Situation der Blogvermarktung und zu Gründen für diesen Schritt Stellung nehme.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Vorlaute Aggressivität:
Kurt W. Zimmermann,
Du alter Medienwichser!

Peter Hogenkamp, 2. Oktober 2008 um 15.40 Uhr , 33 Kommentare Kommentare

Kurt W. Zimmermann, Autor einer sogenannten «Bullshit-Medienkolumne» in der Weltwoche, beschwert sich, deutschsprachige Blogger seien zu brav. Dem Mann kann geholfen werden.

Es ist wissenschaftlich erwiesen in der Branche jedem bekannt eine gewagte These, dass Kolumnisten einen sehr kleinen Pimmel Penis haben.

Franz-Josef Wagner, Matthias Matussek, Helmut-Maria Glogger – sie alle müssen kompensieren, was das Zeug hält, und statt das auf einem Sofa mit einer Person ihres Vertrauens zu machen, müssen wir ihre Bewältigungsergüsse regelmässig lesen. Kein Wunder also, dass Kolumnist Zimmermann seine Kolumne in der Weltwoche 12/08 betitelt: «Sind 14 Zentimeter genug?»

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Jetzt doch:
Tamedia übernimmt search.ch

Peter Hogenkamp, 2. Oktober 2008 um 7.52 Uhr , 19 Kommentare Kommentare

Die Übernahme der Suchmaschine search.ch durch Tamedia, über die medienlese.com bereits am 29. August berichtet hatte, wurde heute bestätigt.

Wir hatten recht, aber wir waren satte fünf Wochen zu früh mit der Meldung. Heute morgen wurde es offiziell bestätigt.

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Wartungsarbeiten:
netzwertig.com kurz offline

Peter Hogenkamp, 23. August 2008 um 8.00 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Im Rahmen des Redesigns aller Blogwerk-Blogs ist nach medienlese.com heute netzwertig.com an der Reihe.

netzwertig.com wird daher voraussichtlich heute Abend zwischen 22 und 24 Uhr für rund eine Stunde offline sein. Und danach hübscher wieder online.

Danke für Euer Verständnis.

Im Test:
«Newsnetz»

Peter Hogenkamp, 17. August 2008 um 16.21 Uhr , 20 Kommentare Kommentare

Vor gut einer Woche ging das «Newsnetz» an den Start, ein neues Mantelkonstrukt hinter den Websites von Tages-Anzeiger, Basler Zeitung und Berner Zeitung. Wir testen Konzept und Umsetzung.

Wie die Zukunft der Zeitung aussieht, wird im Wochentakt diskutiert; die stets pointiert vorgetragenen Meinungen reichen je nach Interessenlage von: «Zeitungen auf Papier werden ganz verschwinden» bis zum eigentlich bereits widerlegten: «Es wird sich nichts ändern». Wie sieht aber die Zukunft der News-Websites aus, die meist aus denselben Häusern stammen? Einerseits informieren sich immer mehr Leser im Web, andererseits lassen die Werbeeinnahmen dort noch auf sich warten, was die Branche zunehmend nervös werden lässt.

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Blogwerk-Sommer-Verlosung:
Slider-Handy «LG Venus»

Peter Hogenkamp, 6. August 2008 um 16.31 Uhr , 12 Kommentare Kommentare

Erster von 13 Preisen vergeben

An dieser Stelle haben wir Euch um Feedback zum Blogwerk-Redesign, das wir Stück für Stück umsetzen werden, beginnend mit medienlese.com, gebeten und zugleich die Verlosung eines LG Venus KF600-Handys ausgeschrieben. 237 Leserinnen und Leser haben teilgenommen; wir freuen uns natürlich, dass eine grosse Mehrheit das Redesign als geglückt, die Site als übersichtlicher, luftiger und angenehm ruhig einschätzt. Zugleich haben wir einige Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten erhalten, für die wir uns herzlich bedanken möchten.

Als Gewinner des LG-Handys hat Glücksfee Lea Barmettler

Raffael Hildebrand aus Nidau, CH

ermittelt. Wir gratulieren und wünschen viel Spass mit dem neuen Handy im Wert von EUR 280/CHF 450. Der Gewinn wird gesponsert von LG.

Mit Abschluss dieser Verlosung beginnt bereits die nächste; der Überblick über die Verlosung ist hier zu finden. Bitte beachte auch unsere Regeln.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wartungsarbeiten:
medienlese.com kurz offline

Peter Hogenkamp, 6. August 2008 um 8.47 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

medienlese.com wird heute Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr wegen Wartungsarbeiten für rund 15 bis 30 Minuten offline sein. (Nehmen wir an, sonst sagen wir es nochmal.)

Danke für Euer Verständnis.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wie informieren sich Schweizer IT-Chefs:
«Fredy sagt auch, bei ihnen sei es gar nicht schlecht gelaufen.»

Peter Hogenkamp, 29. Juli 2008 um 13.47 Uhr , 14 Kommentare Kommentare

Schweizer IT-Verantwortliche informieren sich vor allem aus Branchentratsch und Fachmagazinen. Müssen wir uns Sorgen machen? Ja: um die Firmen, für die sie verantwortlich sind.

Die Technologie macht weiter rasante Fortschritte. Insbesondere alles, was online angeliefert wird, wird schneller, besser, billiger. Dabei fällt auf, dass während der Zugang von privaten Usern und kleinen Firmen zu professionellen Tools in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht hat, sich viele IT-Umgebungen in Grossunternehmen vergleichsweise wenig verändert haben. Das hat einen einfachen Grund, wenn man einer Studie glauben darf: Die IT-Leiter erfahren von den neuen Tools nichts.

Ende Mai stellte Lea Knobel von der Agentur Farner PR (beide kenne und mag ich) ihre Diplomarbeit «Das Informationsverhalten von IT-Verantwortlichen – Nutzung und Wirkung von IT-Fachmedien» vor, die sie an der FH Winterthur erstellt hat. (Meine heutige Replik folgt also eher einer Print-Zeitmetrik.)

Wie informieren sich also diese 236 Leute? Hier die «fünf zentralen Ergebnisse» der Studie im O-Ton:

  • Gespräche mit Kollegen und IT-Fachmagazine sind die wichtigsten Informationsquellen für IT-Verantwortliche.
  • Am meisten gelesen und am besten bewertet werden die IT-Fachmagazine InfoWeek und Computerworld.
  • Online-Informationen wie die Webseiten der Medien, Newsticker und Blogs finden markant geringere Beachtung als die Printmedien.
  • Die unter 30-jährigen IT-Verantwortlichen weisen ein anderes Informationsverhalten auf als die anderen Altersgruppen.
  • Die CIOs informieren sich anders als ihre Unterstellten.

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Ringiers Elektronik-Ratgeberplattform «E360»:
Betty Bossi übt noch

Peter Hogenkamp, 21. Juli 2008 um 14.43 Uhr , 9 Kommentare Kommentare

Vorletzte Woche stellte Ringier seine Ratgeberplattform «E360» vor. Zehn Tage später lässt sich mit einiger Sicherheit sagen: Der grosse Wurf lässt auf sich warten, Betty Bossi tut sich mit der Unterhaltungselektronik noch recht schwer.

e360 komplett

Vorletzte Woche gab Ringier eine Pressekonferenz für die neue Website mit dem rätselhaften Namen «E360». Zugegen waren: viele Leute von Ringier, je einige von Microsoft und SonyEricsson. Offenbar meint man es ernst.

Aber was heisst nun «E360»? André Maerz, Leiter «Neue Medien», nannte es zunächst: ein «Multiblogsystem». Oh. Zwei Jahre nach «Blogstetten» traut man sich bei Ringier wieder an das B-Wort. Ich fühle mich gleich super angesprochen. Und tatsächlich ist E360 «multi», denn es hat fünf Bereiche: Foto, Musik, TV/Video, Mobile, Games, was mich spontan an unsere fünf Themenblogs erinnerte (zu Gadgets, Medien, Produktivität, Fotografie, Webwirtschaft). Wir haben fünf verschiedene Domains, E360 sammelt alles unter einer. Kann man beides machen.

Zweiter Anlauf einer Definition: «E360 soll die Betty Bossi der Unterhaltungselektronik werden.» Diesmal sind alle Schweizer abgeholt, persoenlich.com nimmt den Satz gleich als Titel. Betty Bossi ist eine Kunstfigur aus den 50er-Jahren, eine Köchin, der alle Rezepte gelingen. «Wie ein Betty-Bossi-Kochbuch» ist in der Schweiz eine stehende Redensart, wenn etwas Schritt für Schritt mit Bildern erklärt wird. Der Betty-Bossi-Verlag gehört zu 50% Ringier und macht jedes Jahr schöne Gewinne mit Kochbüchern und Gurkenhobeln, so dass der Betty-Bossi-Pitch für E360 intern gut funktioniert haben dürfte.

Und dann, im dritten Anlauf, klärt sich der Name schliesslich: «E360» war der Arbeitstitel, wohl irgendwas mit «Entertainment» und «360» Grad. Oje. Es müsste schlichtweg verboten werden, dass ein Projektteam sich entscheidet, dass der interne Titel gut genug ist, ihn auch als externen Produktnamen zu verwenden. Ich habe zweimal in Projekten erlebt, wie Kunden das machen wollten, und konnte es mit viel Überzeugungsarbeit noch abwenden. Interne sind nach einjähriger Vorbereitung zu sehr an den Namen gewöhnt, um sich noch ein sicheres Urteil erlauben zu dürfen. (Als Hilfsmittel zur Selbstverpflichtung nimmt man für gewöhnlich einen Namen, der so absurd ist, dass er sich auf gar keinen Fall dazu eignet. Das deutsche Magazin «FOCUS» hatte damals den berühmt gewordenen Arbeitstitel «Zugmieze» – wobei «E360» eigentlich auch nicht viel absurder ist.)

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