Alle 380 Artikel von oreissmann auf netzwertig.com:
Die Idee von Jennifer Crandalls Videoprojekt “onBeing” ist schnell erklärt: Eine Person erzählt über ihr Leben. Einfach so, frei in die Kamera, vor weißem Hintergrund.
In den Episoden von “onBeing”, die auf der Webseite der Washington Post gezeigt werden, erzählen Menschen ganz unterschiedliche Geschichten. Mal sind sie tragisch, dann wieder lustig – und immer geben die portraitierten Personen etwas von sich Preis. Sie verraten, was sie motiviert, sprechen über Probleme, Schicksalsschläge, und wie sie damit umgehen. “onBeing” ist eine Sammlung von intimen Geschichten, die auf eine ehrliche Art und Weise das bunte, unvorhersehbare Leben zeigen.

Katy Chang über glückliche Kühe (onBeing)
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Eine neue Webseite setzt auf einen Nachrichten-Weltatlas (ganz wie bei tagesschau.de) und User Generated Content. Wir haben reingeklickt und nachgefragt.
Plebstv ist Readers Edition tritt YouTube trifft Flickr trifft Google Maps, oder direkt aus der Pressemitteilung: ein ?Internetportal für Bürgerjournalisten, das Content-Sharing und Social Networking mit georeferenzierten Daten verbindet?. Alles klar?
Der Zugriff auf die Inhalte erfolgt entweder über Stecknadeln auf einer großen Karte (Google Maps) oder über die Auflistung der acht Nachrichtensparten. Innerhalb derer gibt es wiederum eine Liste mit allen erdenklichen Beiträgen oder eine Auswahl der ?Top Stories?. Geplant sind außerdem ?Channels?.

So wird ein Reuters-Video über die MTV Music Awards angezeigt. Im Hintergrund ist ein Satellitenbild von Las Vegas zu sehen
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Die Herausforderung: Ein bekanntes Thema gut aufschreiben, einen neuen Dreh finden, nochmal gründlich nachdenken – und auch: Gut verpacken. Zweiter Teil unserer Betrachtungen des Deutschen Herbstes im Blätterwald.
Nachdem schon in der Neon aktuelle Fotos der Tatorte abgedruckt waren, fotografiert größtenteils von Christian Diehl, zeigt nun Zeit Geschichte die “Herbstbilder” von Micha Bojanowski (“Wo es geschah. Im Wald von Dortmund, auf offener Straße in Köln, in einem Hochhaus in Erftstadt: Wie die Tatorte der RAF-Geschichte heute aussehen”). Menschenleere Szenen hat Bojanowski fotografiert – und verzichtet auf die Gegenüberstellung mit historischen Aufnahmen. Auf Spiegel Online gibt es ein Interview mit Bojanowski (“Wir sitzen in Baaders Zelle? Cool!”) und eine Bildergalerie, die Fotos werden außerdem im Schauspielhaus Stuttgart ausgestellt.

Zeit Geschichte 3/07: “Stammheim 1977″, Illustration von Martin Kluger
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Eine Splittergruppe bekommt Gegenwind bei Wikipedia, gründet ein eigenes, geschlossenes Wiki und schreibt eine Pressemitteilung. Die nahm Radio Eins, anscheinend ungeprüft, zur Vorlage einer Nachricht.
Weil mehrere Einträge über sprachpflegende Vereinigungen in der deutschen Wikipedia mangels Relevanz auf der Abschussliste stehen und die mitunter kritischen Inhalte den Sprachbewahrern nicht immer genehm sind, stellen die Betroffenen mit sprachpflege.info nun ein eigenes Wiki ins Netz. Schließlich ist es nicht so einfach, “bei der großen Vielfalt an Sprachvereinen und sprachpflegerischen Tätigkeiten den Überblick zu behalten”. In der Tat landet man bei einer Webrecherche schon Mal auf den Seiten von Blick nach rechts oder den antifaschistischen nachrichten.

Unfreiwillige PR für die Sprachpfleger (pixelio.de)
Auf sprachpflege.info möchte man vorsichtshalber ungestört sein. “Zur Gewährleistung guter Arbeit” muss man sich zur Mitarbeit bei der Redaktion bewerben. Die neue Seite startet pünktlich zum “Tag der Deutschen Sprache”, den der “Verein Deutsche Sprache” jährlich feiert. Die Pressemitteilung wurde von Radio Eins (Rundfunk Berlin-Brandenburg) gleich zur Nachricht geadelt und ging am Freitagabend mehrfach über den Sender.
Hinweise zu schicker Sprache finden sich dort entgegen der Ankündigung bei Radio Eins aber nicht. Ob man sich die Mühe gemacht hat, die Seite zu besuchen oder sich den Chefredakteur von sprachpflege.info einmal näher anzusehen?
Wohl kaum, denn dann hätte man nachlesen können, in welch illustren germanophilen Blättchen Thomas Paulwitz publiziert. Die Organe des Preußeninstituts, der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft und der Gesellschaft für freiheitliches Denken sind darunter. Für sein Wirken bekam er 2006 den Gerhard-Löwenthal-Preis der Jungen Freiheit verliehen.
Seit Freitagabend kam auf unsere Anfrage keine Antwort von Radio Eins.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Das Interview-Magazin Folge ist anders: In aufwendig produzierten Filmen werden Persönlichkeiten vorgestellt. Interviewgäste und Macher haben sichtlich Spaß daran.
Mit großem Brimborium werden auf der IFA gerade neue Onlineplattformen präsentiert – auf denen dann doch nur die bekannten Sendungen laufen. Währenddessen schneidet Frerk Lintz an der vierten Ausgabe des Interview-Magazins Folge, fünfzehn Minuten lange Filme, die es im Internet zu sehen gibt.
Schauspieler Axel Prahl, Radiomoderator Klaus Fiehe, Designer Mario Lombardo und der Koch Otto Pfeiffer werden in den ersten vier Ausgaben vorgestellt, in einer Mischung aus Interview und dokumentarischen Aufnahmen. Mit bis zu drei Kameras ist das kleine Team unterwegs, aus vielen Stunden Rohmaterial werden die Filme in Final Cut Pro montiert. Dabei wird viel Wert gelegt auf gut eingerichtete, schöne Bilder. Das kann dauern, “lieber länger brauchen und Arbeit investieren, als schnell und huddelig”, sagt Lintz. Dafür unterscheiden sich die Interviews von allem, was es in Deutschland online gibt.

Folge #2, Axel Prahl: Charismatiker des Alltags, Superstar der kleinen Gesten
“Das dollste Ding auf dem Planeten” » weiterlesen
Die Herausforderung dieser Tage: Ein bekanntes Thema gut aufschreiben, einen neuen Dreh finden, nochmal gründlich nachdenken – und auch: Gut verpacken. Wir zeigen vier Editorial-Design-Beispiele.
Vor dreißig Jahren, im September und Oktober 1977, spielte sich der Deutsche Herbst ab. Folglich ist derzeit publizistisch einiges los. Vorgelegt hat die Zeit, die vergangene Woche ein Interview mit Helmut Schmidt aufgemacht hat (“Ich bin in Schuld verstrickt”).
Die Bilder aus dem Deutschen Herbst sind allgegenwärtig, erst im Frühjahr wieder ins kollektive Gedächtnis gerufen während der Kontroverse um die frühzeitige Haftentlassung Christian Klars. Die Fotos zeigen die immer gleichen Szenen, die immer gleichen Personen und das alles auch noch in körnigem schwarz-weiß. Also was tun?

Welt am Sonntag, 2.9.2007: Dossier (“Deutschlands Drama im Herbst 1977″) mit Infografik
Ins Detail gehen! Die Deutschlandkarte rechts oben weist den Weg: Die Infografik in der Welt am Sonntag zeigt das Gefängnis Stuttgart-Stammheim, wie es sich den Beamten am 18. Oktober 1977 darstellte. Der Aufriss Tote zeigt detailversessen den siebten Stock der Haftanstalt, die toten RAF-Terroristen in den herausgelöst und vergrößert dargestellten Zellen, auf dem Boden klebt noch Blut. Kleine Texte erklären anhand von Gegenständen (“Bett”, “Tatwaffe”), die in der Illustration durch Nummern angezeigt werden, das Ende der Terroristen.
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Markus Peichl will als Herausgeber die darbende Kulturzeitung Liebling wiederbeleben. Zehnmal im Jahr soll das Magazin im Zeitungsformat erscheinen.

So sah Liebling bisher aus, Layout und Typo sind von Stefan Guzy. Diese und noch mehr Bilder gibt es im Slanted-Blog (Danke an Boris). Auch bei Liebling können Seiten angesehen werden.
Vier Ausgaben von Liebling sind von 2005 bis 2006 erschienen. Typographie-Freunde lobten die Zeitung für ihre einfache Optik und auffallend guten Fotos. Für Mitte November ist die nächste Ausgabe angekündigt. Zusätzlich zum klassischen Pressegrosso soll die Zeitung auch über trendige Geschäfte, Theater, Cafés und Museen vertrieben werden. Der Copypreis steigt von 2,50 auf 2,80 Euro.
Mit Momo, dem Entwicklungsprojekt eines Kulturmagazins für den Spiegelverlag, an dem Peichl letztes Jahr gearbeitet hatte, hat das neue Liebling nichts zu tun, wird Peichl von Horizont zitiert. Während Momo auf Eis liegt, gibt Peichl nun mit seinem Medienbüro Fifteen Minutes Liebling heraus. Gründer Götz Offergeld bleibt Chefredakteur.
In einer Selbstdarstellung der “alten” Liebling aus den Mediadaten von 2006 heißt es:
Liebling is a subjective magazine deeply rooted in culture, which focuses on fashion, music, design and visual arts. Love, friendship, loalty and tradition are the core values of Liebling and are reflected throughout the magazine.
Liebling screens the relevant themes for the reader before making a statement. The environment of Liebling consists of international and national fashion designers, musicians and DJs, highfashion concept stores, artists, people from the film industry and authors.
Mehr über das neue Liebling:
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Wir stellen vor: Neue Probleme. Ein kleines Magazin mit Geschichten und Illustrationen, hergestellt von einer Handvoll Enthusiasten. Im Interview erzählt Herausgeber Marcus Bösch von Deadlines, einer Handvoll Münzen und dem Glück vom Selbermachen.

Auf der ewigen Jagd nach unverbrauchten Geschichten und visuellen Offenbarungen muss der Blick zwangsläufig vom Kioskregal weg und hin zu den Treffpunkten urbaner Kreativität wandern. Dort findet man dann opulente Geschmacklosigkeiten wie die Vice – oder Kleinode wie Neue Probleme.
Die zweite Ausgabe dieses kleinen Magazins wartet auf mit 80 Seiten und vier eingelegten Farbdrucken. Im Heft stehen Texte mit Mut zum Ich, mit Befindlichkeiten und mit Nonsens. Eben das, was früher Popjournalismus war und heute Bloggen. Die Autoren treffen Musiker, erzählen von ihrer Silvesterparty, bewundern 14jährige Clubbetreiber und schreiben über ihre erste Ecstasy-Erfahrung. Wenn “nett” nicht vielfach zum Schimpfwort umgedeutet würde, wären es nette Geschichten.
So zurückhaltend und unauffällig ist das Heft gestaltet, dass es schon Kunst oder zumindest Museumsladen schreit: Eine Schriftart, eine Schriftgröße. Auf grauem Papier. Kein Inhaltsverzeichnis. In dieser Grauzone zwischen Kunstprojekt und ambitioniertem Fanzine feiert Neue Probleme die Abwesenheit von Editorial Design und Infokasten. Mehr dazu erzählt uns Marcus Bösch, einer der beiden Herausgeber und Mitglied der vierköpfigen Redaktion.
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Auf einer extra eingerichteten Webseite und auf dem Titel der September-Ausgabe ruft die Visions den Kampf der Kulturen aus. Durch “Shuffle Mode”, “Blog”, “Online-Shop” und “Einzelgang” von Musikern ohne Label ist die Musikkultur bedroht. Es geht um Raubkopien, um große wie kleine Labels und um Plattenläden.
Den Überblick über das große Durcheinander der Musikbranche gibt es gedruckt für 4,50? am Kiosk oder umsonst im Internet.
“Album”, “Musik-Mag”, “Plattenladen” und “Label” geht es an den Kragen und die Leser sollen sich entscheiden: Die gute, alte Musikkultur betrauern (“solange Du noch kannst!”) oder sich (wenn sie sich noch trauen) über eine frische, neue Musikkultur freuen. Dazu stehen auf der Kulturkampf-Seite diverse Foren bereit. Die Titelgeschichte gibt es hingegen nur als sperriges PDF.
Warum die Texte nicht gleich fürs Web aufbereiten? Die Antwort liegt in der Titelgeschichte, die nicht nur den Niedergang der Musikindustrie beschreibt, sondern auch Musikmagazinen eine düstere Zukunft zeichnet. Also werden Blogs heruntergeschrieben (“hohe Beliebigkeit”), man versichert sich der Bedeutung von kritischem Musikjournalismus in gedruckter Form (“Scharfsinn”) und klagt über Sabrina Setlur (auf dem Cover des WOM-Magazins) und Modestrecken (in der Spex).
Im zweiten Quartal 2007 haben rund 6.000 Leser weniger die Visions gekauft als noch zwei Jahre zuvor. So lässt sich das PDF erklären: Es ist so dermaßen unpraktisch, dass sich der geneigte Leser die vielbeschworene “Haptik” geradezu herbeiwünschen muss und gar nicht anders kann, als gleich zum nächsten Kiosk zu rennen. Die Visions kaufen und ein Stück Musikkultur retten.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Früher traf man sich in dunklen Tiefgaragen, heute im Internet: Die Medienblogger von Publishing2 schrauben an einem virtuellen Netzwerk für Journalisten.
Im September soll die Betaphase von Publish2, einer Mischung aus Facebook und Digg, starten. Eine ausführliche Ankündigung gibt es auf der Seite, hier die Kurzversion:
Publish2 is a social network and 2.0 platform for journalists (and independent ?news bloggers,? ?citizen? journalists, student journalists, i.e. ALL journalists, BROADLY defined), which aims to put journalists at the center of news on the web by creating a journalist-powered news aggregator.
Irgendwie relevanter und journalistischer soll Publish2 sein, gleichzeitig aber keine geschlossene Gemeinschaft von Journalisten. Wie genau das funktionieren soll, und ob sich dann nicht doch eher die geneigten Laien von Wikinews, Digg und Co einfinden, ist die entscheidende Frage für das Startup aus New York.
In der Ankündigung ist viel von Digg die Rede, und dass dort eine kleine Anzahl männlicher Nerds Nischeninhalte für ein Publikum bereitstellt. Mit Publish2 wollen Scott Karp und Robert Young eine Plattform etablieren, die eben nicht diese Nische bedient, sondern auf der das Filtern von Journalisten übernommen wird. Damit kennen sie sich aus, sie kommen selber aus der Medienbranche. Scott Karp hat extra seinen Job bei Atlantic Media gekündigt.
Das Netzwerk soll zu dem Treffpunkt für Medienschaffende avancieren, dort soll die Szene sich über Themen und Profession austauschen, soziale Bande knüpfen und sich darstellen. Wem Jonet und Xing noch nicht ausreichen, kann sich für die Betaphase registrieren lassen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.