Martin Weigert

netzwertig.com-Autor Martin WeigertMartin (Jahrgang 83), gebürtiger Berliner, hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit dem Internet. Neben neuen, innovativen Web-Startups behält er die generelle Entwicklung des Web (2.0) im Auge und betrachtet dabei gerne Auswirkungen auf das Marketing. Martin gründete im März 2007 zusammen mit Michael Osl das Blog zweinull.cc, welches im Mai 2008 Teil von netzwertig.com wurde. Seit April 2010 ist Martin der verantwortliche Redakteur für netzwertig.com. Er bloggt außerdem privat auf www.martinweigert.com, twittert unter @martinweigert und ist erreichbar unter



 

Alle 1762 Artikel von Martin Weigert auf netzwertig.com:

Nach dem Path-Fehltritt:
Das merkwürdige Verhalten vernetzungswilliger iPhone-Apps
zur Wachstumszeit

Nachdem bekannt wurde, dass Path heimlich auf die iPhone-Adressbücher seiner Nutzer zugreift, geraten auch die Praktiken anderer Apps in die Kritik.

Der Skandal (oder das “Skandälchen, je nach Perspektive) um den automatischen Adressbuchabgleich von Path zieht Kreise und hat zur Folge, dass auch das Verhalten anderer populärer iPhone-Applikationen unter die Lupe genommen wird. Die Macher der US-Foto-App Hipster gehörten zu den ersten, die ebenfalls den heimlichen Blick auf die Smartphone-Kontakte der Nutzer eingestanden – mit dem feinen Unterschied, dass die Daten zwar abgeglichen, aber nicht auf den eigenen Servern gespeichert werden, so das Unternehmen.

Der Blogger Mugunth Kumar hat unterdessen einen näheren Blick auf Instagram und foursquare geworfen - zwei der populärsten mobilen Anwendungen für das iPhone überhaupt. Instagram erlaubt sich den Zugriff auf das Adressbuch, nachdem Nutzer im Bereich “Find friends” die Option “From my contact list” gewählt haben. Zwar informiert die beliebte Foto-Applikation nicht darüber, ob die Daten für den Augenblick synchronisiert oder dauerhaft auf den Instagram-Servern gespeichert werden. Dennoch wählt das New Yorker Startup einen recht eindeutigen Prozess, der wenig Raum für sachliche Kritik lässt.

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Eardex:
Globale Datenbank über lokale Preise

Das Kölner Startup Eardex hat sich zum Ziel gesetzt, eine Datenbank über die Lebenshaltungskosten an jedem Ort dieser Welt aufzubauen. Dazu benötigt es die Hilfe der Nutzer.

Jedes Mal, wenn ich Gesprächspartnern aus dem deutschsprachigen Raum erzähle, dass ich in Stockholm wohne, ist es bis zum Kommentar “Dort ist das Leben teuer, oder?” nur eine Zeitfrage. Meist antworte ich dann etwas in der Art “Das kommt darauf an. Im Vergleich zu Berlin ja, aber zu München und Zürich eher nicht”. Doch natürlich basiert meine Aussage lediglich auf subjektiven Beobachtungen.

Mit Eardex gibt es seit drei Monaten einen Onlineservice, der mir und anderen Menschen bei der objektiven Bewertung des tatsächlichen Preisniveaus in bestimmten Regionen hilft. Auf der Website des Startups aus Köln können Nutzer die durchschnittlichen Preise von 45 Produkten in Städten und Ländern rund den Globus abrufen und mit eigenen Angaben dazu beitragen, den Preis-Produkt-Index zu erweitern.

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Heimlicher Adressbuch-Abgleich:
Path zeigt sein wahres Gesicht

Das aufstrebende soziale Netzwerk Path hat sich mit dem ungefragten Abgleich der Smartphone-Adressbücher seiner Nutzer einen groben Schnitzer erlaubt. Für diese bei Startups übliche Leichtfertigkeit gibt es Gründe.

Es ist nicht lange her, da beschrieb ich am Beispiel GetGlue und foursquare, wie leichtfertig Startups das Vertrauen ihrer Nutzer aufs Spiel setzen. Dass es nur eine Frage der Zeit war, bis das nächste eigentlich sympathische Jungunternehmen sich einen Schnitzer auf Kosten seiner Anwender leisten würde, daran bestand kein Zweifel. Jetzt ist es passiert, und zwar ausgerechnet bei Path, dem aufstrebenden “privaten” sozialen Netzwerk, das seit einiger Zeit in Early-Adopter-Kreisen für Furore sorgt und sich erfolgreich als auf die Interaktion im geschlossenen Kreis basierendes Gegenstück zu Facebook positionieren konnte:

Der Entwickler Arun Thampi hat festgestellt, dass die iPhone-App von Path bei Neuregistrierungen das gesamte Smartphone-Adressbuch der Nutzer auf die eigenen Server lädt, ohne um Erlaubnis zu bitten oder Anwender darüber in Kenntnis zu setzen. Auf diese Weise soll es Path-Mitgliedern leichter gemacht werden, ihre Freunde und Familie zu finden und als Kontakte hinzuzufügen, so die Rechtfertigung von Path-Mitgründer Dave Morin, einem ehemaligen Facebook-Angestellten, als Kommentar zu Thampis Blogeintrag. Gleichzeitig kündigte Morin an, den Adressbuchabgleich künftig wie in der Android-App als freiwillige Option anzubieten.

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Café-, Restaurant- und Ausgehtipps:
Urbany ist das ultimative Empfehlungs-Mashup

Die iPhone-App Urbany des Berliner Startups Uberblic zapft einschlägige Empfehlungs- und Locationdienste an, um standortbasierte Tipps für Cafés, Restaurants, Bars- und Musikveranstaltungen zu geben.

Eine der häufigsten Fragen, die sich Menschen unterwegs stellen, ist die nach einem empfehlenswerten Café, Restaurant, einer guten Bar oder einem angesagten Club in der unmittelbaren Umgebung. In diesen Situationen kann man entweder auf gut Glück das nächstgelegene Etablissement betreten, Freunde oder Bekannte um Vorschläge bitte, Tipps per Twitter oder Facebook erfragen oder die App eines Städteguides oder Empfehlungsdienstes auf dem Smartphone anschmeißen.

Welche App an welchem Ort aber die informativsten und zuverlässigsten Ratschläge gibt, weiß man nie. Das Berliner Startup Uberblic hat am Dienstag eine kostenpflichtige iPhone-Anwendung veröffentlicht, welche dieses Problem löst: Urbany bündelt Empfehlungen, Kommentare, Reviews, Events und Fotos von diversen Location- und Empfehlungsplattformen in einer App und erübrigt damit die Frage, ob foursquare, Qype, Yelp, Facebook oder Lonely Planet die besten Informationen rund um gastronmische Einrichtungen und Musikevents in der Nähe haben.

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MoID:
Die Visitenkarte wird einfach
nicht in Ruhe gelassen

Zahlreiche Apps haben bisher vergeblich versucht, die Visitenkarte zu verdrängen. Das Münchner Startup MoID hindert dies jedoch nicht daran, es trotzdem zu versuchen.

Die Visitenkarten gehört zu den Relikten aus einer vergangenen Zeit, die mangels hinreichend leistungsfähiger und omnipräsenter Alternativen auch im Jahr 2012 noch die dominante Form des Kontaktaustausches zwischen Geschäftsleuten darstellt. Was eine Reihe von Anbietern mobiler Apps bisher nicht gelungen ist (u.a. Bump, Cardcloud, Hashable, Xing, LinkedIn), möchte das Münchner Startup MoID nun endlich erledigen: der Visitenkarte den Gar ausmachen.

So ambitioniert und im ersten Moment vielleicht unwahrscheinlich dieses Vorhaben angesichts der bisherigen Überlebensfähigkeit der kleinen Papierkarten auch klingen mag: Die MoID-Gründer Damir Ismailovic, Dennis Pagano und Phillip Bellé haben sich in jedem Fall kluge Gedanken darüber gemacht, wieso existierende Apps für den Kontaktaustausch nicht ihren Weg auf alle Smartphones dieser Welt gefunden haben:

Bei Card-Reader-Apps ist die Eingabe der Daten aufwändig, außerdem werden die Kontakte anschließend nicht aktuell gehalten, so MoID-Mitgründer Phillip Bellé. Apps, die im Stile von Bump, Xing oder LinkedIn das aktive Austauschen einzelner Kontaktdaten erfordern, bringen nach Ansicht der Münchner eine enorme Hemmschwelle mit: “Gruppen von Geschäftsleuten, die in Zweierpärchen Ihre Smartphones aneinander stoßen, halten wir für unrealistisch”, beschreibt Bellé das Manko.

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Last-Minute-Hotelbuchungen:
HRS stört sich an JustBook

Die iPhone-App des Berliner Startups JustBook bietet tagesaktuelle Last-Minute-Hoteldeals in deutschen Großstädten. Dem marktführenden Buchungsportal HRS schmeckt dies gar nicht.

Wenn Startups bei alteingesessenen Unternehmen anecken, dann zumeist, weil ihr sich die Stärken des Webs zunutze machender Ansatz bisherige Geschäftsmodelle schwächt oder gar überflüßig macht. Meist sind es daher Firmen mit geringem oder nicht existentem Onlinefokus, die sich den Eindringlingen mit mehr oder weniger fairen Mitteln in den Weg stellen – myTaxi kann davon ein Lied singen.

Alexander Hüsing berichtet nun bei deutsche-startups.de über einen Fall, in dem ein Anbieter sich gegen neue Konkurrenz aus dem Internet stemmt, der selbst schon seit einer gefühlten Ewigkeit aktiv im Netz präsent ist:

HRS, Kölner Marktführer im deutschen Hotelbuchungsmarkt, stört sich an der vor einigen Wochen lancierten Last-Minute-Buchungs-App JustBook. Das mit Seed-Kapital von einer Reihe namhafter deutscher Investoren ausgestattete Berliner Jungunternehmen um die Gründer Stefan Menden, Florian Waldmann, Ogi Zeric and Sebastian Fallert bietet über seine iPhone-App täglich zwischen 12 Uhr mittags und 2 Uhr nachts stark im Preis gesenkte Hotelzimmer in einer Reihe deutsche Großstädte an – jeweils für die aktuelle Nacht.

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PR-Manager für DACH:
Spotify bereitet sich auf Deutschlandstart vor

Ein Start von Spotify in Deutschland ist nur noch eine Zeitfrage. Die Anstellung eines in Berlin ansässigen PR-Managers für den deutschsprachigen Markt signalisiert, dass es nicht mehr lange dauern kann.

Es gibt nicht viele Onlinedienste, auf die Internetnutzer in Deutschland so sehnlich waren wie auf Spotify. Zwar mangelt es hierzulande mittlerweile nicht mehr an On-Demand-Musikangeboten, doch bis auf simfy verzichten alle auf einen kostenfreien Service und sind sich im Funktionsumfang weitgehend ähnlich. Ob einem Spotify besser gefällt als die Konkurrenz, hängt von den persönlichen Präferenzen ab. Aber dem typischen menschlichen Verhaltensmuster folgend, Dinge zu begehren, die man nicht haben kann, dürften sich bei einem Spotify-Launch hierzulande viele User auf den schwedischen, mittlerweile in zwölf Ländern verfügbaren Dienst stürzen – erst recht, sofern es zwischen Spotify und der GEMA zu einer Einigung hinsichtlich eines Gratis-Angebots kommen sollte.

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Geschlossene Ökosysteme:
Abschied vom Netz, wie wir es kennen

Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt.

Foto: Flickr/ButterflySha, CC BY 2.0
Foto: Flickr/ButterflySha, CC BY 2.0

Der Druck auf das Internet, den etablierten Strukturen und Konventionen der “alten Welt” Folge zu leisten, nimmt unaufhörlich zu. Regierungen und Ermittlungsbehörden sorgen sich um revolutionäres Potenzial und “Cyberkriminalität”, die Unterhaltungsindustrie sieht ihre Umsätze wegbröckeln, und die Zugangsanbieter verzweifeln an der für sie nur schwer monetarisierbaren Traffic-Explosion. Vorratsdatenspeicherung, Gesetzesentwürfe und Handelsabkommen à la SOPA, PIPA und ACTA sowie die Sabotage der Netzneutralität sind einige der unmittelbaren Folgen. Kurzum: Externe Kräfte stellen dem Web zunehmend die Existenzfrage.

Doch als wäre all dies nicht genug, droht dem Web, wie Menschen es in den vergangenen 15 Jahren kennen und schätzen gelernt haben, auch aus den eigenen Kreisen die Demontage. Denn die gewachsenen Internetkonzerne, über die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsfähigkeit regelmäßig und gerne berichten, verabschieden sich vom ursprünglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. Nicht, weil sie böse sind und Anwender ins Verderben schicken wollen, sondern weil die zugrunde liegenden Dynamiken, die kommerziellen Interessen und auch die Bedürfnisse der Nutzer dies erzwingen – eine Entwicklung, die US-Blogger und -Autor John John Battelle mit dem ebenfalls vom Menschen unbeabsichtigt verursachten Abschmelzen der Polarkappen vergleicht.

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Facebooks Börsengang:
Die Internetwirtschaft frohlockt

Facebooks Börsengang wird bis zu 1000 Angestellte des Unternehmens zu Millionären machen. Die gesamte Internetwirtschaft profitiert davon.

Die Perspektiven, aus denen man Facebooks angestrebten Börsengang beleuchten kann, sind extrem vielseitig. Nachdem ich gestern einen sich abzeichnenden Interessenkonflikt bei Facebook-Aktien erwerbenden Tech-Bloggern und -Journalisten beschrieb, möchte ich an dieser Stelle noch einen anderen, äußerst spannenden Aspekt des IPO erwähnen: die Auswirkungen auf die Technologie- und Internetwirtschaft.

Rund fünf Milliarden Dollar möchte Facebook am Aktienmarkt erlösen – und wird auf diese Weise nach Expertenschätzungen mindestens 1000 neue Dollar-Millionäre schaffen. Neben Firmenchef Mark Zuckerberg, seinem Führungsteam und Investoren gehören hauptsächlich frühe Facebook-Angestellte zu den Profiteuren. Diese wurden nämlich bei ihrer Rekrutierung mit Aktienoptionen ausgestattet.

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Quote.fm:
“RSS ist nicht tot”

Quote.fm spendiert seinen Nutzerprofilen RSS-Feeds und bietet damit einen ausgezeichneten Weg, um die zitatbasierten Artikelempfehlungen anderer Anwender direkt im RSS-Reader zu beziehen.

Eigentlich ist es traurig, dass im Jahr 2012 die Integration von RSS in einen auf Onlinetexte spezialisierten Webdienst Neuigkeitswert hat. Aber angesichts der regelmäßig wiederkehrenden “RSS ist tot”-Schlachtrufe sowie der Tatsache, dass führende Anbieter wie Facebook und Twitter RSS-Feeds den Rücken gekehrt oder diese gut versteckt haben, spüre ich als Anhänger dieses bequemen und effizienten Informationskonsums eine seltsam große Freude, wenn ein junges Startup gegen diesen Trend arbeitet.

So geschehen bei Quote.fm, dem Dienst aus Hamburg, bei dem Nutzer einander lesenswerte Artikel über smarte, pointierte Zitate und Textabschnitte empfehlen. Das von Marcel Wichmann, Philipp Waldhauer und Martin Wolf gegründete Startup ist einer der überraschenden Newcomer des vergangenen Jahres.

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