Martin Weigert

Martin Weigert (Jahrgang 83), gebürtiger Berliner, hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit dem Internet. Neben neuen, innovativen Web-Startups behält er die generelle Entwicklung des Netzes und der Digitalisierung im Auge und analysiert große wie kleine Tendenzen, die mit der globalen Vernetzung einhergehen. Martin Weigert gründete im März 2007 zusammen mit Michael Osl das Blog zweinull.cc, welches im Mai 2008 Teil von netzwertig.com wurde. Seit April 2010 ist er der verantwortliche Redakteur für netzwertig.com. Der Fachjournalist war unter anderem Jurymitglied bei der von deutsche-startups.de durchgeführten Wahl zum Startup des Jahres 2011 sowie Teil des Advisory Boards der von TechCrunch veranstalteten “Europas”-Awards. Ausgewählte Beiträge von ihm erscheinen regelmäßig beim netzwertig.com-Kooperationspartner WirtschaftsWoche Online.

Er bloggt außerdem privat auf www.martinweigert.com und twittert unter @martinweigert.

 

Alle 2973 Artikel von Martin Weigert auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Leseliste:
7 empfehlenswerte Bücher des Jahres

Es gibt viel mehr guten Lesestoff als Zeit für die Lektüre. Deshalb muss man priorisieren. Hier sind einige empfehlenswerte Bücher, die man 2014 gelesen haben sollte.

Jeden Tag verbringe ich mindestens zwei Stunden mit der Lektüre von im Netz publizierten Nachrichten, Analysen und Berichten zur Lage der digitalen Gesellschaft. Manchmal sind es auch drei oder vier Stunden. Leider bleibt da wenig Zeit für Bücher. Dennoch habe ich es 2014 geschafft, mir wenigstens einige mir am Herzen liegende Sach- und Fachtitel zu Gemüte zu führen. Es folgt meine Empfehlungsliste. Womöglich findet der eine oder die andere durch diese Zusammenstellung ja Inspiration für eine gepflegte Feiertagslektüre. » weiterlesen

disk42:
Cloudspeicher so wie es Edward Snowden mag

Edward Snowden hält nichts von Cloudspeicher-Diensten, bei denen Betreiber der Server oder Dritte die Daten einsehen können. Das deutsche Startup disk42 lanciert einen Service, der Nutzern dank Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr Sicherheit geben soll.

disk42Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein Thema, das nicht mehr nur “Aluhüte” hellhörig werden lässt. Gerade im Messaging-Bereich entwickelt sich das Prinzip langsam zu einem Standard. Telegram, das eine entsprechende Funktion namens “Secret Chats” bietet, hat nach eigenen Angaben mittlerweile über 50 Millionen aktive Nutzer. Der Schweizer Service Threema war im deutschsprachigen Raum 2014 die meistverkaufte iPhone-App. Und selbst der Branchen-Krösus WhatsApp bietet für seine Android-App nun optional eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. » weiterlesen

Passend zum Podcast-Boom:
Blinkist führt Audio-Zusammenfassungen von Sachbüchern ein

Besonders dank des Smartphone-Booms sind Online-Audioinhalte so populär wie nie. Das Berliner Startup Blinkist veröffentlicht seine beliebtesten Sachbuch-Zusammenfassungen künftig auch zum Anhören.

blinkist2014 war ohne Zweifel des Jahr des Podcasts. Das heißt nicht, dass vertonte Onlineinhalte (“Radio für das Internet”) davor keine Rolle spielten, wie Marco Arment richtig bemerkt. Doch in diesem Jahr gerieten Podcasts massiv ins Visier der Medien. Viele führende Onlinemedien berichteten über den Podcast-Boom und den wirtschaftlichen Erfolg einzelner Programme. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Thema in den letzten Monaten durch den Erfolg der Podcast-Serie Serial. Auch Startups wie Opinion aus Schweden – ein Dienst der Macher der Berliner Foto-App Loopcam – springen auf den Trend auf. Opinion richtet sich an alle, die mit minimalem Aufwand, nämlich einer App, mit der Produktion von Podcasts beginnen möchten. » weiterlesen

Kommunikations-App Wire:
Wer viel verspricht, enttäuscht sehr leicht

Das Startup hinter der neuen deutsch-schweizerischen Kommunikations-App Wire rühmt sich mit seiner Branchen-Erfahrung und hat große Ambitionen. Doch das Resultat sorgt für Ernüchterung.

WireAls in der vergangenen Woche die in Berlin und im Schweizerischen Zug beheimatete Kommunikations-App Wire an den Start ging, wirkte das Ganze im ersten Moment sehr mächtig: Ein Team von 50 Leuten soll schon seit längerem an der App gearbeitet haben, die Gründung fand bereits im Herbst 2012 statt. Bei einigen der führenden Köpfe handelt es sich um ehemalige Skype-Leute. Dessen Mitgründer Janus Friis gehört zu den Geldgebern. Zudem ist zu hören, dass Angestellte dazu angehalten worden waren, bis zum Debüt nicht zu verraten, wer ihr Arbeitgeber ist. Ziel war augenscheinlich, mit einem lauten Knall, hochkarätigen Initiatoren und einer Präsenz in Europas junger Startup-Hauptstadt Berlin aus dem Stand für Furore zu sorgen.

Doch gerade weil es sich bei Wire nicht um ein Vorhaben von drei unbedarften, auf ihre eigenen Ersparnisse zurückgreifenden Gründern handelt, ist das Resultat der Arbeit dürftig. Gleich mehrfach tritt der Dienst in Fettnäpfchen, die man Neulingen durchaus noch verzeihen könnte, die bei auf ihre Erfahrung pochenden alten Füchsen und der gewählten “Big-Bang”-Launchstrategie aber negativ auffallen:

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Globalisierte Wirtschaft:
Die CSU sollte “Englisch-Pflicht” statt “Deutsch-Pflicht” fordern

Die CSU will Migranten dazu “anhalten”, auch im privaten Kreis Deutsch zu sprechen. Aber wo bleibt der Aufruf an die Bundesbürger, ihr Englisch aufzupolieren? In der vernetzten, globalisierten Welt ist das ein weitaus wichtigerer Erfolgsfaktor als ausgezeichnetes Deutsch.

SprachenEine geplante Abstimmung der CSU über die Forderung, dass Migranten “im öffentlichen Raum und in der Familie” Deutsch sprechen sollen, hat in den vergangenen Tagen für viel Wirbel und einigen Spott gesorgt. Zwar kann man den Bayern in der Grundannahme, dass gelungene Integration durch hinreichenden Sprachkenntnisse erleichtert wird, nicht widersprechen. Unwahrscheinlich jedoch ist, dass implizierter Zwang und die Einmischung in private Angelegenheiten von Menschen ein zielführender Weg sind. Der entsprechende Text aus dem Leitantrag macht deutlich, dass es der CSU nicht um eine konstruktive Empfehlung geht, sondern um eine autoritäre Ermahnung: “Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie Deutsch zu sprechen.” » weiterlesen

Girokonto für das mobile Zeitalter:
Number26 will Banking ins 21. Jahrhundert bringen

Was Banken ihren Kunden im Netz bieten, erinnert die Macher des Berliner Startups Number26 an das vergangene Jahrhundert. Mit ihrem für das Smartphone-Zeitalter optimierten Girokonto wollen sie es besser machen.

Number26Das FinTech-Segment boomt. Doch bei vielen der neuen Dienste muss man aktuell ein Faible für die Vermählung neuer Technologien mit Finanzdienstleistungen oder zumindest eine gewisse Experimtierfreudigkeit mitbringen. Denn speziell in dieser frühen Phase der Entwicklung werden die Vorteile und Konzepte dem Otto-Normal-Kunden nicht immer sofort klar. Beim Berliner Startup Number26 ist das ein bisschen anders. Denn das 2013 gegründete Unternehmen bietet eine Dienstleistung an, mit der jede und jeder etwas anfangen kann: ein Girokonto; und zwar das laut Unternehmen erste Girokonto, das explizit für das mobile Zeitalter geschaffen wurde.

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Bundesregierung will “Spezialdienste”:
Wieso alle Argumente pro Netzneutralität keine Rolle spielen

Die Bundesregierung und Kanzlerin Merkel befürworten die Einführung einer Internet-Überholspur – und das obwohl so viel dagegen spricht. Leider finden die Argumente für Netzneutralität ohne Kompromisse kein Gehör. Die Lobbyisten der Telekommunikationsbranche sind stärker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will Zwei-Klassen-Internet


Das gestern durchgesickerte Konzept der Bundesregierung, die Netzneutralität durch die Einführung einer “Überholspur” für “Spezialdienste” aufzuweichen, bereitet mir große Sorge. Zwar wird der Plan laut FAZ als ein “Erhalt des offenen Internets” verkauft. Aber das sind leere Worthülsen. Sobald man offiziell eine Regelung einführt, nach der gewisse Daten mit höherer Priorität behandelt werden dürfen als andere, verabschiedet man sich von dem Prinzip, dass alle Daten gleichberechtigt sind. Ein Zurück wird es dann nicht mehr geben.

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Monitoring-Service für Unterkünfte:
Hotel WiFi Test intensiviert den Kampf für besseres Hotel-Internet

Das Crowdsourcing-Portal für Hotel-WLAN-Messungen, Hotel WiFI Test, will die Qualität seiner Daten verbessern: Es startet dazu ein Zertifizierungs- und Monitoring-Programm, in dessen Rahmen es Messgeräte bei partizipierenden Hotels platziert.

Hotel WiFi TestIm Sommer machte das 2013 lancierte, aber bis dato unbekannte anwendergenerierte Datenbankportal Hotel WiFi Test eine plötzliche Medienkarriere: Ein Eintrag bei dem Early-Adopter-Portal Product Hunt sorgte für eine Kettenreaktion aus Presseberichten. Dass sich die Kunde von dem Dienst schnell herumsprach, hatte freilich auch damit zu tun, dass er einen glasklaren Mehrwert bietet:

Bei der Site können Nutzer vor einer Hotelbuchung nachprüfen, inwieweit ihre geplante Unterkunft eine stabile Internetverbindung anbietet, oder anhand der Suchefunktion nach Hotels mit schnellem WLAN recherchieren. Die Daten zur Leistungsfähigkeit des Hotel-Internets werden per Crowdsourcing von Usern erhoben, die vor Ort einen kurzen Geschwindigkeitstest im Browser durchführen. » weiterlesen

Erfolg in der Nische:
Ello ist dabei, ein neues Google+ zu werden – und das ist keine Beleidigung

Der Erfolg von Google+ ist ausgeblieben – gemessen an den Maßstäben von Google. Für ein eigenständiges soziales Netzwerk wäre das Erreichte durchaus beachtlich. Ello scheint nun genau diesen Pfad einzuschlagen.

Die Debatte um das soziale Netzwerk Ello hat sich nach dem furiosen Aufstieg zum Medienstar des Monats September genau so entwickelt, wie man dies unzählige Male zuvor bei anderen Anbietern beobachten konnte: Sobald die initiale Aufmerksamkeit für ein neues Projekt abgeebt ist, spricht kaum noch jemand darüber. Im Gegensatz zu etablierten Diensten haben Anwender bei neuen, Engagement und Zeitinvestment erfordernden Social-Web-Services in der ersten Phase nach der Registrierung keine digitalen Routinen entwickeln können, die sie automatisch aktiv werden lassen. Ohne die ständige Erinnerung durch Presse und Gespräche gerät ein Service wie Ello deshalb leicht wieder in Vergessenheit.

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Publikationsplattform für Meinungsmacher:
Medium gefährdet die Contentpläne von LinkedIn

Die aufstrebende amerikanische Publikationsplattform Medium wird zum zentralen Ort, an dem Meinungsmacher und Erfolgspersonen ihre Lebensweisheiten und Ideen verbreiten. Schon 2012 startete LinkedIn ein ähnliches Vorhaben. Die zwei Dienste haben eine große Schnittmenge.

Startseite von Medium

Im Oktober berichtete Jan Tißler über den Stand der Dinge bei der sehr angesagten Publikationsplattform Medium. Er beleuchtete die Entwicklung des von den Twitter-Gründern Evan Williams und Biz Stone etablierten Dienstes aus Sicht eines aktiven Nutzers, der gezielt Mediums Website ansteuert oder die App öffnet, um in dem immer vielfältigeren Inhalteangebot zu stöbern.

Um mit Medium in Kontakt zu kommen, muss man jedoch heutzutage gar nicht unbedingt bewusst etwas dafür tun  – es genügt, einige Zeit im Netz und in sozialen Medien zu verbringen. Bei Medium publizierte Artikel, die sich viral verbreiten, sind mittlerweile eher die Regel denn die Ausnahme. Die gestern in Linkwertig erwähnte Analyse von Chris Messina zum Scheitern von Google+, eine interessante Betrachtung des neuesten Narzissmus-Trends – dem Reisen -, eine ausführliche und treffgenaue Analyse von Gründen für das schlechte öffentliche Ansehen von Uber, eine kritische Auswertung des mittlerweile berühmten “Walking 10 hours through New York”-Videos sowie die informative Aufschlüsselung von Tourkosten und -einnahmen einer Band sind einige der Medium-Texte, die in jüngster Zeit meine Aufmerksamkeit erhielten – und immer durch Empfehlungen anderer User zu mir kamen. » weiterlesen