Andreas Göldi

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Andreas Göldi schrieb 2005-2008 das Blog «Beobachtungen zur Medienkonvergenz», den Vorgänger von netzwertig.com, in dem es ebenfalls um die Verschmelzung von IT, Telekommunikation und Medien ging. Er ist fester Autor bei netzwertig.com und testet außerdem gelegentlich neue Gadgets für neuerdings.com.

Im Moment ist Andreas Göldi CTO beim Video-Startup Pixability. Davor absolvierte er ein Weiterbildungsstudium in Boston am MIT und gründete anschliessend die Social-Media-Analytics-Firma Buzzient mit. Vor seinem Umzug in die USA war er CEO der namics AG, der mit über 280 Mitarbeitern grössten Schweizer Internetagentur, die er 1996 auch mitgegründet hatte. Ausserdem ist er Investor bei mehreren Startups, unter anderem der Blogwerk AG.

Mehr über Andreas Göldi auf seiner Homepage: http://www.agoeldi.com. Sein privates Blog findet man unter blog.agoeldi.com.
Andreas ist zu erreichen über die Email-Adresse

 

Alle 539 Artikel von Andreas Göldi auf netzwertig.com:

Google Native Client:
Google-Betriebssystem
durch die Hintertür?

Die Ankündigung hört sich nicht sehr aufregend an: Googles neue Technologie “Google Native Client” ermöglicht es, per Web Programme zu verbreiten, die auf dem Zielrechner nativ und darum viel schneller als traditionelle Web-Applikationen laufen können. Aber dahinter steckt wohl mehr — vielleicht so etwas wie das zukünftige Google OS?

Die Web-Applikationen von heute nutzen nur einen Bruchteil der CPU-Power moderner PCs aus. Da sie zwangsweise auf einer web-kompatiblen Ausführungsumgebung aufgebaut sind — Flash, Java oder JavaScript beispielsweise — geht der grösste Teil der Rechenleistung für Overhead drauf. Darum sind datenintensive Anwendungen wie etwa Bildmanipulation oder auch grafisch anspruchsvolle Spiele kaum fürs Web umsetzbar.

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Timing:
Ist jetzt die beste Zeit,
ein Startup zu gründen?

Die Wirtschaftslage verschlechtert sich immer mehr, Unternehmen entlassen hunderttausende von Mitarbeitern, und die Kapitalströme versiegen. Ganz offensichtlich ein extrem schlechter Zeitpunkt, um an eine Firmengründung zu denken. Oder etwa doch nicht?

1975 war ein extrem schwieriges Jahr in der amerikanischen Wirtschaft. Die Ölkrise war noch nicht überstanden, die zweite schwere Rezession in fünf Jahren wütete, und das Vertrauen der Bürger in den Staat war durch die Nixon-Skandale und den Vietnamkrieg fundamental erschüttert. Ausgerechnet in diesem grauenhaften Umfeld gründeten zwei grünschnäblige Jungunternehmer irgendwo in der amerikanischen Provinz ein Unternehmen in einem winzigen, völlig unerprobten Marktsegment. So ein Vorhaben musste ganz offensichtlich zum Scheitern verurteilt sein.

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Adtech New York:
Stand der Dinge
in der Online-Werbung

Diese Woche fand die ad:tech New York statt, die wohl weltweit grösste Fachmesse für Online-Werbung. Die Branche diskutierte die neusten Trends und krönte einen Politiker als meistbewunderte neue Marke. Wir waren dabei und fassen die wichtigsten Trends zusammen.

New York ist immer noch das globale Zentrum der Werbebranche. Darum ist die ad:tech New York, die jedes Jahr nur wenige Blocks vom Werber-Epizentrum Madison Avenue stattfindet, die wohl bedeutendste Messe zum Thema digitale Werbung auf der Welt. Schauplatz ist das Hilton in New York, nur Schritte vom Central Park und dem Times Square entfernt.
Doch so ändern sich die Zeiten: Vor einem Jahr war die ad:tech noch von grossem Enthusiasmus geprägt. Facebook stellte das revolutionäre (und inzwischen gescheiterte) neue Werbekonzept “Beacon” vor, die Wachstumserwartungen waren gigantisch und die Stände der Aussteller dementsprechend aufwendig. Dieses Jahr war die ad:tech zwar nicht spürbar kleiner (auch wenn ein paar vereinzelte Standflächen leerblieben), aber doch von einer deutlich gedämpften Stimmung geprägt.

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Finanzkrise:
Was die Krise für die
Startup-Finanzierung bedeutet

Börsen im Sinkflug, Ladehemmung im Kreditsystem, drohende weltweite Rezession: Inzwischen ist längst klar, dass auch die Internetbranche von der aktuellen Wirtschaftskrise nicht verschont bleiben wird. Aber was heisst das für die Zukunft des Sektors, insbesondere für Startups, die Kapital suchen? Wie sollte man sich als Jungunternehmer jetzt verhalten?

Veteranen des Dot-Com-Crashs haben in diesen Tagen ein Deja-Vu-Erlebnis nach dem anderen. Schon 2000/2001 fielen die Börsenkurse dramatisch, und schon damals gaben Politiker und Analysten tapfer Wird-schon-nicht-so-schlimm-Durchhalteparolen heraus. Viele glaubten nicht, dass die Probleme im Finanzmarkt auf die Realwirtschaft durchschlagen würden. Und schon damals dachten viele in der Internetbranche, dass es natürlich vielleicht die anderen (unseriösen!) Firmen verdientermassen treffen werde, aber natürlich niemals das eigene, hervorragend positionierte Unternehmen. Kapital für gute Unternehmen wird es immer geben, hörte man damals. Das alles stellte sich als falsch heraus, und die ähnlich gelagerten Hoffnungen werden auch diesmal wohl leider müssig sein.

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Wie informieren sich Schweizer IT-Chefs:
IT-Chefs haben andere Sorgen

Schweizer IT-Chefs sind innovationsfeindlich, weil sie sich primär bei Branchenkollegen und in Papiermedien informieren, schrieb Peter Hogenkamp in seinem Beitrag. Aber vielleicht helfen neue Medien den CIOs halt einfach nicht dabei, ihren eigentlichen Job zu erledigen.

Die in Peters Beitrag zitierten Studienresultate könnten nicht eindeutiger sein: IT-Chefs verlassen sich bei der Evaluation ihrer Strategien primär auf Gespräche mit Fachkollegen. An zweiter Stelle kommt die gedruckte IT-Fachpresse. Kurz dahinter Testinstallationen von Produkten. Wer das hört, könnte berechtigterweise denken: IT-Chefs verlassen sich primär auf Tratsch und auf sehr konventionelle Formen der Information. Die wahrhafte Explosion von unabhängigen, fundierten IT-Informationsquellen im Internet scheint fast spurlos an ihnen vorbeigegangen zu sein.

Wie soll da ein IT-Chef erfahren, was die neusten “Enterprise 2.0″-Trends sind, welches Blog- oder Wiki-Paket seine Firma braucht, wie man tolle Enterprise-Mash-Ups macht oder wie man Social Networking intern einsetzen könnte? Kein Wunder, dass die CIOs so langsam die Kontrolle über die IT-Infrastruktur verlieren und oft als letzte herausfinden, dass die Mitarbeiter schon längst internetbasierte Tools von externen Herstellern einsetzen.

Warum also geben sich die IT-Chefs nicht mehr Mühe, mit den neusten Trends Schritt zu halten? Warum recherchieren sie nicht mehr im Internet, warum lesen sie keine Blogs? Nun, dafür gibt es eine Reihe guter Gründe.

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iPhone App Store:
Hält die iPhone-Plattform, was Apple verspricht?

Seit drei Tagen ist Apples neue Softwareplattform für das iPhone jetzt auf dem Markt. Gestartet ist der App Store mit durchaus beeindruckenden 500 Applikationen. Aber ist diese Plattform wirklich “The next big thing”, wie sich das Apple sowie viele VCs und Unternehmer wünschen?

Einer der grössten Nachteile des alten iPhones war es, dass keine Zusatzapplikationen auf dem Gerät installiert werden konnten — offiziell zumindest. Die Hackerszene sorgte zwar schon bald für Abhilfe, aber massentaugliche Drittaplikationen fehlten. Das hat sich jetzt geändert: Mit dem Launch des iPhone App Store können sich iPhone-User direkt auf ihrem Gerät Anwendungen aus allen möglichen (und unmöglichen) Bereichen auf ihr Smartphone laden. Einen ausführlichen Test zum App Store gibt es bei neuerdings.com.

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Der iPhone App Store: 500 Anwendungen zum Start

Das alles wäre ja an und für sich noch nicht so aufregend, denn damit vollzieht Apple eigentlich nur nach, was die Konkurrenz schon lange kann. Für Windows Mobile gibt es ca. 18’000 Applikationen, für Symbian um die 10’000, und selbst für die relativ junge BlackBerry-Plattform schon bald 4’000 (Zahlen gemäss Handango, dem wohl bestsortierten Online-Shop für Mobilapplikationen). Selbst für einfachere Telefonmodelle gibt es zahllose Java-basierte Programme. Da nehmen sich die bisher 500 iPhone-Anwendungen noch eher spärlich aus.

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Technologiegeschichte:
Was Web 2.0 mit 60er-Jahre-Grossrechnern zu tun hat

“The next Google”, “The next Microsoft”: Gern werden Startups mit den Stars der vorangegangenen Technologiewellen verglichen. So auch bei Web 2.0, wo immer neue Firmen als “das nächste Google” gehandelt werden. Aber was ist, wenn wir mit diesen Vergleichen komplett falsch liegen, weil wir uns schlicht in der Dekade geirrt haben?

800Px-Dm Ibm S360Ist Facebook, Twitter oder gar Digg das nächste Google? Ist Mark Zuckerberg der neue Bill Gates? Oder ist doch eher Paul Buchheit der nächste Larry Page? Diese Vergleiche erfreuen sich grosser Beliebtheit, und Brancheninsider können lange darüber streiten.

Was man sich nur selten bewusst macht: Wir vergleichen die Startups von heute praktisch immer mit den dominierenden Firmen der letzten beiden Technologiegenerationen — Erstens mit der Web-1.0-Welle, die von Google, eBay, Amazon und Yahoo dominiert wurde, und zweitens mit der PC-Welle, die die umfassende Dominanz von Microsoft und Intel mit sich brachte.

All diese Firmen haben etwas gemeinsam: Sie sind zu Beginn dieser jeweiligen Wellen entstanden und haben voll auf die neuen Technologien gesetzt, die da erfunden wurden. Ältere Unternehmen haben es in beiden Fällen kaum geschafft, eine dauerhaft starke Stellung zu erobern. Diese Tatsache hat zur beliebten Theorie der “disruptiven Innovation” geführt, die da behauptet: Bestehende Marktführer haben es in einer neuen Innovationswelle schwer und werden fast immer verdrängt.

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Schlechte IPO-Stimmung:
Setzen Venture Capitalists auf die falschen Pferde?

Frust bei amerikanischen VCs: Im zweiten Quartal diesen Jahres ging

nicht eine einzige VC-finanzierte Firma an die Börse. Liegt das nur am schwachen Finanzmarkt? Oder haben die VCs einfach auf die falschen Themen gesetzt?

DownmarketDas waren noch Zeiten: In den Jahren 1999 und 2000 trauten sich pro Quartal bis zu 90 neue Firmen, die mit Venture Capital gestartet waren, an die amerikanischen Börsenplätze. Und diese Bubble-Zeiten waren nicht mal so ungewöhnlich. In den ganzen neunziger Jahren lag die Zahl fast immer irgendwo zwischen 20 und 80 Börsengängen pro Quartal.

Und heute? Im gerade ablaufenden Quartal gab es nicht einen einzigen IPO einer VC-finanzierten Firma. Null. In den letzten 30 Jahren kam das noch nie vor. Das ist schon eine ziemlich dramatische Entwicklung, denn schon seit der Krise 2001 lag die IPO-Quote um vieles niedriger als in der Dekade zuvor. Und aktuell scheint der IPO-Markt für Startups ganz geschlossen zu sein.

Was steckt hinter dieser zunehmend dramatisch werdenden Exit-Krise? Für Startups ist diese Frage essentiell, denn wenn die Geldgeber ihre Beteiligungen nicht mehr lukrativ verkaufen können, werden sie auch weniger Geld in junge Firmen stecken. Haben wir es nur mit einer kurzfristigen Delle zu tun, oder steckt mehr dahinter?

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Sommer 2008:
Die Overhyped/Underhyped-Liste

Alle Jahre wieder im Sommerloch ist die Zeit der unterhaltsam lückenbüssenden Top-10-, In-und-Out- und sonstigen Listen in vielen Publikationen. Da wollen wir nicht zurückstehen und bringen unsere eigene Liste,

die schon letzten Sommer für viele Diskussionen gesorgt hat: die am meisten überschätzten und unterschätzten Themen der Internet-Branche.

Eine innovative Branche wie das Internet lebt ein Stück weit vom Hype, also vom Hochjubeln neuer Ideen, Konzepte und Firmen. Ohne Enthusiasmus entsteht nichts Neues, und ohne Rummel setzen sich interessante neue Ideen kaum durch. Aber oft erhalten nicht die besten Ideen die meiste Aufmerksamkeit. Es gibt umjubelte Superstars unter den Konzepten, die sich später als Flops herausstellen, und umgekehrt werden ein paar wesentlich bescheidenere Ideen erst später unvermittelt zu Grosserfolgen.

Die folgende Liste ist ein Versuch, diese beiden Kategorien auseinanderzudividieren. Wir identifizieren Ideen und Firmen, die mehr Aufmerksamkeit kriegen, als sie verdient haben (“Overhyped”), und umgekehrt wollen wir auf Dinge hinweisen, die deutlich mehr Bewunderung verdient hätten (“Underhyped”). Unnötig zu erwähnen: Das ist alles strengstens subjektiv.

Aber kommen wir zur Liste, die diesmal in sieben Kategorien aufgeteilt ist:

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MicroHoo-Debakel:
Wertvernichtung nach Redmonder Art

Microsofts Übernahmekampf um Yahoo ist definitiv vorbei, langsam legt sich der Staub über dem virtuellen Schlachtfeld. Und spätestens seit Yahoos neustem Anzeigendeal steht der grosse Sieger fest: Google. Alle anderen haben verloren, inbesondere Microsoft.

Viereinhalb Monate hat Microsofts Übernahmeversuch nun die Internet-Welt in Atem gehalten. Zwar war die Luft eigentlich schon Anfang Mai weitgehend draussen, aber die Einmischung von Grossspekulant Carl Icahn gab der Sache nochmal neuen Schwung. Icahn wollte Yahoo nämlich mit allerlei Winkelzügen zum Verkauf zwingen.

MicrohooSeit dieser Woche ist aber klar: Microsoft und Yahoo haben alle Gespräche abgebrochen, und Yahoo wirft sich dafür mit einem merkwürdigen Werbedeal in Googles Arme. Damit dürfte die Übernahme nun tatsächlich endgültig vom Tisch sein.
Verloren haben damit fast alle: Yahoo, Microsoft und auch Investor Icahn, der jetzt auf ca. 59 Millionen Yahoo-Aktien sitzt und damit beim aktuellen, stark gefallenen Börsenkurs von Yahoo wohl so um die 90 Millionen Dollar in den Sand gesetzt hat. Mitleid muss man mit dem guten Mann darum nicht haben, aber sein Ruf als Übernahmekünstler leidet unter diesem Flop nicht unwesentlich.

Yahoo steht nach dieser Schlacht mehr oder weniger als Firmenruine da. Die meisten Aktionäre sind stinksauer über die verpasste Gewinnchance und werden weiterhin gegen das aktuelle Management agitieren. Wichtige Mitarbeiter verlassen die Firma in Scharen, und ein strategisches Konzept ist nicht zu erkennen. Das Management hat zwar die Kontrolle über seine Firma behalten, aber die Glaubwürdigkeit weitgehend verloren.

Der Werbedeal mit Google, in dessen Rahmen Google jetzt Suchwortwerbung auf Yahoo vermarkten darf, mag vielleicht kurzfristig etwas zusätzlichen Umsatz in die Kasse spülen. Aber im Prinzip ist das auch nur ein Eingeständnis totalen Versagens in diesem Bereich: Yahoo hat in den letzten Jahren sehr viel in seine eigene Werbeplattform “Panama” investiert, aber offensichtlich ohne Erfolg. Jeder jetzt neu von Google vermarktete Werbeklick auf Yahoo stärkt nun die eh schon starken Finanzen des eigentlichen Hauptkonkurrenten noch weiter.

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