Andreas Göldi

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Andreas Göldi schrieb bereits drei Jahre lang das Blog «Beobachtungen zur Medienkonvergenz», den Vorgänger von netzwertig.com, in dem es ebenfalls um die Verschmelzung von IT, Telekommunikation und Medien ging. Er ist fester Autor bei netzwertig.com und testet außerdem gelegentlich neue Gadgets für neuerdings.com.

Im Moment baut Andreas Göldi in den USA ein neues Startup auf, das sich im Moment noch im extrem geheimen “Stealth Mode” befindet. Davor absolvierte er ein Weiterbildungsstudium in Boston am MIT und beschäftigte sich dort unter anderem mit Strategien für Softwareunternehmen. Vor seinem Umzug in die USA war er CEO der namics AG, der mit über 250 Mitarbeitern grössten Schweizer Internetagentur, die er 1996 auch mitgegründet hatte. Ausserdem ist er Investor bei mehreren Startups, unter anderem der Blogwerk AG.

Mehr über Andreas Göldi auf seiner Homepage: http://www.agoeldi.com. Sein privates Blog findet man unter blog.agoeldi.com.
Andreas ist zu erreichen über die Email-Adresse

 

Alle 517 Artikel von Andreas Göldi auf netzwertig.com:

Innovationspsychologie:
Warum der Umgang mit Disruptionen so schwierig ist

Andreas Göldi, 1. Juli 2009 um 13.37 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Offensichtlich tun sich die Eliten in Wirtschaft, Politik und Kultur reichlich schwer mit dem Internet und den Veränderungen, die es mit sich bringt. Warum bereitet Führungspersönlichkeiten der Umgang mit disruptiven Technologien so grosse Probleme? Die Antwort liegt nicht im systematischen Versagen der Eliten, sondern in ganz gewöhnlichen menschlichen Verhaltensweisen.

Die Wirtschaftsgeschichte ist gepflastert mit den Leichen einst stolzer Konzerne, die das Mitziehen bei einer neuen Technologiewellen nicht schafften. Wirtschaftstheoretiker bezeichnen radikale Technologien wie das Internet, die die Spielregeln grundlegend verändern, gern als “disruptiv”. Und derzeit erleben gleich mehrere Branchen eine kräftige Disruption, allen voran die Medienindustrie, deren Geschäftsmodelle an allen Fronten bröckeln.

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Medienrevolution:
Was werden die Newsmedien der Zukunft kosten?

Andreas Göldi, 10. Juni 2009 um 13.19 Uhr, 38 Kommentare Kommentare

Kein Zweifel, die Medienbranche steckt in einem fundamentalen Wandel, und niemand weiss, wie die erfolgreichen Geschäftsmodelle der Zukunft aussehen werden. Manchmal hilft es da, sich die Sache aus der Perspektive guter alter ökonomischer Gesetze anzuschauen. Die gelten nämlich auch im Zeitalter der Digitalisierung.

Die Diskussion um die Zukunft der Medienbranche ist weiterhin von Ideologie statt Sachlichkeit geprägt. Zwischen Internetfans (”Information will frei sein”) und Traditionalisten (”Guter Journalismus muss gutes Geld kosten”) scheint es kaum Gemeinsamkeiten zu geben. Internet-Propheten sprechen den Medienkonzernen oft schon jedes Recht ab, für ihre Produkte überhaupt Geld von den Konsumenten zu verlangen, während so manche Manager etablierter Medienkonzerne das lästige Internet am liebsten schliessen lassen würden.

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Internet-Kulturkampf:
Ein bisschen mehr Distanz tut not

Andreas Göldi, 11. Mai 2009 um 12.01 Uhr, 24 Kommentare Kommentare

Der Ton wird zunehmend gereizter: In den deutschsprachigen Medien schlagen sich “Internet-Anbeter” und “Holzmedien-Ewiggestrige” die Argumente — oder oft vielmehr Klischees — heftigst um die Ohren. Aber leider fehlt der Diskussion meist die langfristige Perspektive. Ein Versuch, einen Schritt zurückzutreten.

Wenn man dieser Tage etablierten Journalisten und manchen Politikern zuhört, könnte man den Eindruck kriegen, dass der Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorsteht. Das böse Internet führt nicht nur zur totalen Volksverdummung, sondern fördert auch allerlei Formen von Kriminalität, hört man von dieser Seite. Die Bloggergemeinde hält mit einer Mischung aus Schadenfreude und Revolutionsgeheul dagegen, bleibt aber Details zu all den wunderbaren Geschäftsmodellen, die da angeblich kommen werden, fast immer schuldig.

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Akquisitionen:
Oracle kauft Sun — und damit MySQL und Java

Andreas Göldi, 20. April 2009 um 15.46 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Nachdem IBM es verpasst hat, den schlingernden Serverhersteller Sun zu kaufen, schlägt jetzt Larry Ellison zu: Oracle akquiriert Sun für 7,4 Millarden Dollar. Das Kronjuwel bei Sun ist aber nicht das alte Hardwardwaregeschäft, sondern die Software: Java und MySQL gehören jetzt Oracle.

Oracle kauft Sun
Oracle kauft Sun

In der Dot-Com-Welle 1998-2001 war es immer klar, was für einen Server ein anständiges Startup kaufen musste: In Frage kamen nur die High-End-Maschinen von Sun. Schliesslich hatte Sun nicht nur die heissesten Server, sondern war auch Erfinderin der dominierenden Programmiersprache Java.

Seit diesen goldenen Zeiten hat sich viel verändert. Suns Strategie entwickelte sich zunehmend wirr. Billige Linux-Rechner machten Suns teure Monstermaschinen für immer mehr Anwendungszwecke überflüssig. Und Java war nie ein echtes Geschäft. Vor einigen Monaten geriet Sun nochmals in die positiven Schlagzeilen, weil das Unternehmen die schwedische Firma MySQL AB kaufte, Wächterin über die gleichnamige Open-Source-Datenbank.

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Social-Media-Marketing:
Rechnet sich Verkaufen per Twitter eigentlich?

Andreas Göldi, 24. März 2009 um 14.05 Uhr, 10 Kommentare Kommentare

Armer Robert Scoble: Keiner will ihm was per Twitter verkaufen. Liegt das an der Unfähigkeit der Firmen oder vielleicht daran, dass Twitter kein wirtschaftliches Verkaufsmedium ist?

Oberblogger Robert Scoble ist beleidigt. Da kündigte er am Wochenende stolz an, dass er und seine Frau ein weiteres Kind erwarten, und was passiert? Zwar gingen viele Glückwünsche über den Mikrobloggingdienst Twitter ein, aber keine einzige Firma wollte den Scobles irgendwas verkaufen. Dabei wäre der gute Robert jetzt für Vorschläge zu Babynahrung, Kinderwagen, einem neuen Auto, Digitalkameras, Versicherungen, Windeln usw. empfänglich. Aber er hat nichts gehört per Twitter, nicht von Nestlé, nicht von Ford, nicht von Canon, nicht von Pampers.
Ganz offensichtlich haben diese Grosskonzerne noch nicht entdeckt, dass man auf Twitter Informationen über individuelle Lebenssituationen finden könnte, die den jeweiligen Twitterer zu einem interessanten potentiellen Kunden machen. Dazu gibt es zwei mögliche Erklärungen. Erstens: vielleicht kommen grosse Firmen mit der besonderen Struktur von Social Media einfach (noch?) nicht zurecht?

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Disruptionen und Redesigns:
Facebooks verlorene Jugend

Andreas Göldi, 23. März 2009 um 19.55 Uhr, 23 Kommentare Kommentare

Facebooks neu strukturierte Homepage stösst fast universell auf Ablehnung. Der Kommentar dazu von Facebook-Chef Mark Zuckerberg? Wirklich coole Firmen hören nicht auf ihre Kunden.

Vor einigen Tagen strukturierte das weltweit grösste Social Network Facebook seine Homepage radikal um. Dass man sich dabei bei den kleineren Konkurrenten Twitter und FriendFeed mehr als nur ein paar Inspirationen geholt hat, ist offensichtlich. Die neue Einstiegsseite ahmt diese schnell wachsenden Dienste, die Facebooks Dominanz irgendwann bedrohen könnten, fast eins zu eins nach. Im Vordergrund steht nun ein endloser Strom von Statusmeldungen, nicht mehr der bisher ausgewogene Mix an verschiedenartigen Updates.

Die Reaktion der User war überwiegend negativ. Ob man das nun an den vielen negativen Kommentaren im eigenen Freundesnetz misst, an den schnell wachsenden Anti-Redesign-Gruppen oder an Umfragen: Etwa 90%-95% der Facebook-User scheinen das neue Konzept abzulehnen. Für Facebook ist diese Situation eigentlich nichts Neues: Jede grössere Änderung an Design und Features in den letzten Jahren wurde von Userprotesten begleitet. Doch selten waren die so heftig und überwiegend negativ wie jetzt.

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Innovationen:
Die Zukunft der IT ist dreidimensional

Andreas Göldi, 23. März 2009 um 9.10 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Wir haben die ersten fünfzehn Jahre der Internet-Welle hinter uns und damit einen der grössten Innovationsschübe in der Menschheitsgeschichte. Da stellt sich natürlich die Frage: Was kommt als Nächstes in der IT? Eins ist fast sicher: Es wird nicht auf einem konventionellen Bildschirm stattfinden. Und das iPhone, der Amazon Kindle und die Nintendo Wii sind die Vorboten der nächsten Welle.

Manchmal muss man einen Schritt zurücktreten und einfach nur staunen: In weniger als dreissig Jahren haben wir es aus dem Schreibmaschinen- und Zettelkastenzeitalter in eine Welt geschafft, in der das Wissen der Menschheit auf Millionen von Bildschirmen jederzeit abrufbar zur Verfügung steht. Und aktuell erleben wir gerade die totale Mobilisierung dieser Funktionalität — selbst im hintersten Amazonas-Dschungel hat man heute prinzipiell die Möglichkeit, aufs Internet und damit auf einen für unsere Vorfahren unvorstellbaren Reichtum an Informationen zuzugreifen.

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Social Networking:
Haben Twitter und Facebook ihren Höhepunkt überschritten?

Andreas Göldi, 18. März 2009 um 15.33 Uhr, 65 Kommentare Kommentare

Twitter wächst wie verrückt und ist definitiv im Mainsteam angekommen. Facebook nimmt anderen Social Networks dramatisch Marktanteile ab. Schön für diese Dienste, aber vermutlich erleben wir bei beiden gerade den Höhepunkt ihrer Entwicklung. Bald könnte es bergab gehen.

Hand hoch: Wer hier war mal Mitglied bei GeoCities? SixDegrees.com? TheGlobe.com? Tripod? Friendster? Oh. So wenige? Na ja, der durchschnittliche netzwertig.com-Leser ist vermutlich zu jung, um sich an diese Urgesteine des Social Networkings erinnern zu können.

All diese längst verblichenen Communities wurden mal als das ganz, ganz heisse Ding ihrer jeweiligen Zeit gehandelt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich 1997 meine erste Einladung zu SixDegrees.com vom späteren Gründer eines bekannten Blognetzwerks erhielt. Dieses pionierhafte Social Network wurde in der Internet-Szene damals als das nächste grosse Ding gesehen, als totale Revolution, die alles ändern würde. Aber natürlich ist diese Website genau wie die nächsten zwei Generationen ihrer Nachfolger inzwischen von uns gegangen.

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Hulu:
Medienkonzerne und ihr Selbstmord auf Raten

Andreas Göldi, 19. Februar 2009 um 12.20 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Aufregung in der amerikanischen Internet-Szene: Die Fernseh-Website Hulu zieht ihre Inhalte aus den Konkurrenzkanälen Boxee und TV.com ab. Droht bei den Fernsehinhalten ein weiterer desaströser Verteilungskampf nach dem Vorbild der beinahe ruinierten Musikbranche?

Hulu.com, eine gemeinsame Website der Medienkonzerne NBC und Fox, startete letztes Jahr zu lauten Spottrufen aus der Internetbranche. Inzwischen hat sich diese Recyclingsite für Fernsehserien allerdings ein stattliches Stammpublikum gesichert und viel Anerkennung gewonnen. Nicht wenige sahen in Hulu einen ersten Lichtblick in den sonst grandios erfolglosen Digital-Strategien der klassischen Medienkonzerne.

Besonders sympatisch an Hulu war bisher, dass die Inhalte über verschiedene andere Online-Kanäle zugänglich gemacht wurden, nicht zuletzt auf der Website TV.com des Konkurrenten CBS und über die kürzlich neu gestartete Mediacenter-Software Boxee.

Doch mit dieser einträchtigen Content-Teilerei ist nun plötzlich Schluss. Hulu kündigte heute zerknirscht an, sich auf Druck seiner Inhaltslieferanten aus diesen Alternativkanälen zurückziehen zu müssen.

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Geschäftsbedingungen:
Das eigentliche Problem mit Facebook

Andreas Göldi, 18. Februar 2009 um 16.05 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Facebook krebst zurück: Die vor einigen Tagen veröffentlichten und kontrovers aufgenommenen neuen Geschäftsbedingungen werden züruckgenommen. Aber das Problem sind nicht die AGBs, sondern das, was diese Aktion über Facebook aussagt.

Wer noch daran gezweifelt hat, dass Social Media zumindest in den USA den Mainstream erreicht hat, brauchte gestern abend nur die amerikanischen Fernsehnachrichten zu verfolgen. Restlos jeder Sender berichtete zur besten Sendezeit über die Kontroverse, die Facebooks neue “Terms of Service” ausgelöst hatten.

Facebook hatte in seinen neuen Geschäftsbedingungen festgelegt, dass alle von den Usern hochgeladenen Inhalte (also Fotos, Videos, Texte, …) auch nach dem Löschen des Useraccounts weiter von Facebook nach Gutdünken verwendet werden können. Das kam bei den Usern vorsichtig gesagt nicht so gut an, und ein Sturm der Entrüstung brach los. Auch Erklärungsversuche von Firmenchef Mark Zuckerberg liefen ins Leere.

Nach nur zwei Tagen gibt Facebook jetzt klein bei und setzt die alten AGBs wieder ein, nicht aber ohne trotzig zu verkünden, dass man weiter an einer neuen Version arbeite, die auch die ungewaschenen Massen verstehen können.

So weit, so gut? Nicht ganz. Der Stil dieser Aktion sagt leider ziemlich viel über Facebooks Firmenkultur, Mentalität und zunehmend schwierigere geschäftliche Situation aus.

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