Andreas Göldi

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Andreas Göldi schrieb bereits drei Jahre lang das Blog «Beobachtungen zur Medienkonvergenz», den Vorgänger von netzwertig.com, in dem es ebenfalls um die Verschmelzung von IT, Telekommunikation und Medien ging. Er ist fester Autor bei netzwertig.com und testet außerdem gelegentlich neue Gadgets für neuerdings.com.

Im Moment baut Andreas Göldi in den USA ein neues Startup auf, das sich mit Social Media Analytics beschäftigt. Davor absolvierte er ein Weiterbildungsstudium in Boston am MIT und beschäftigte sich dort unter anderem mit Strategien für Softwareunternehmen. Vor seinem Umzug in die USA war er CEO der namics AG, der mit über 280 Mitarbeitern grössten Schweizer Internetagentur, die er 1996 auch mitgegründet hatte. Ausserdem ist er Investor bei mehreren Startups, unter anderem der Blogwerk AG.

Mehr über Andreas Göldi auf seiner Homepage: http://www.agoeldi.com. Sein privates Blog findet man unter blog.agoeldi.com.
Andreas ist zu erreichen über die Email-Adresse

 

Alle 534 Artikel von Andreas Göldi auf netzwertig.com:

Die kommende IT-Ära:
Halbgeschlossenen,
aber konsumentenfreundlich

Andreas Göldi, 5. Februar 2010 um 11.55 Uhr , 18 Kommentare Kommentare

Offenheit gut, Geschlossenheit schlecht. Das ist seit vielen Jahren ein Dogma in der IT-Branche. Aber stimmt dieses Prinzip wirklich? Oder zeigen uns nicht die erfolgreichsten Produkte der letzen Jahre, dass mehr Herstellerkontrolle manchmal gut ist für die Konsumenten?

Die Reaktionen zu Apples iPad-Ankündigung fielen in vielen Teilen der Technologiewelt harsch aus. Kritisiert wurden nicht nur fehlende Features, sondern vor allem auch die Tatsache, dass Apple die iPad-Kunden mit sanfter Gewalt ins iTunes-Ökosystem zwingt. Apples Hardware und seine Inhaltsplattform sind eng gekoppelt, und darum können iPad-Nutzer realistischerweise ihre Musik, Filme und Apps fast nur bei Apple kaufen.

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High-Tech-Marketing:
Warum Apple
in einer anderen Liga spielt

Andreas Göldi, 28. Januar 2010 um 23.39 Uhr , 103 Kommentare Kommentare

Wird das iPad zum Erfolg? Die Experten sind eher skeptisch. In Geek-Kreisen dominiert die Enttäuschung über fehlende Features. Aber Tech-Blogger und Leute, die immer das neuste Smartphone kaufen, sind gar nicht Apples Zielgruppe. Steve Jobs’ Firma macht Produkte für die Massen. Und das mit einem einzigartigen Marketingansatz.

Steve Jobs
Steve Jobs
Es war im Januar 2007. Eine langerwartete Produktankündigung aus dem Silicon Valley wurde in Technologiekreisen mit allgemeiner Enttäuschung aufgenommen. Das sollte nun alles sein? Diese magere Featureliste für ein als revolutionär angekündigtes Produkt? Schönes Design, OK, aber so viele technische Einschränkungen? Das konnte nur zum gigantischen Flop werden.

Natürlich wurde Apples iPhone trotzdem zum Erfolg. Genauer gesagt revolutionierte es die Mobiltelefonbranche. Heute traut sich kein Anbieter mehr ohne Modelle mit grossen Touchscreens, einer hübschen Benutzeroberfläche und einem reichhaltigen App-Store auf den Markt.

Die Kritik zum eben vorgestellten iPad klingt verdächtig ähnlich. Wiederum sind die Geeks enttäuscht, die Experten kritisch und die DRM-Gegner revolutionär gestimmt. Nur: » weiterlesen

Google und China:
Geht es um Menschenrechte oder um Geld?

Andreas Göldi, 13. Januar 2010 um 15.20 Uhr , 12 Kommentare Kommentare

Google droht offen mit dem Rückzug aus China — aufgrund von Zensur und Hacker-Angriffen. Aber geht es dem Suchmaschinengiganten dabei wirklich nur um Menschenrechte, oder stecken handfeste kommerzielle Interessen dahinter?

Der Text ist ungewöhnlich deutlich: Auf seinem offiziellen Blog kündigt Google unter dem Titel “A new approach to China” an, seine bisherige China-Politik gründlich zu überdenken. Bisher hat Google sich kontroverserweise relativ brav an die Zensurvorgaben der chinesischen Regierung gehalten. Damit soll jetzt Schluss sein, auch wenn das bedeutet, dass sich Google ganz aus China zurückziehen muss. Als Hauptgrund werden Hackerangriffe angegeben, die eindeutig von China ausgingen und sich unter anderem gegen die Gmail-Accounts chinesischer Menschenrechtler richteten.

So weit, so löblich. Scheinbar kommt Google hier seinem Firmenmotto “Don’t be evil” nach und entscheidet sich für die moralisch unterstützenswerte Richtung, selbst um den Preis, das potentiell lukrative China-Geschäft zu verlieren. Schliesslich geht es um nichts weniger als den usermässig grössten Internet-Markt der Welt.

Aber steckt vielleicht noch mehr dahinter? Eine etwas genauere Analyse zeigt schnell, dass diese Ankündigung Googles geschäftlichen Interessen durchaus nachkommt.

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App Economy:
Die Softwarebranche wird zum “Hit-Driven Business”

Andreas Göldi, 4. Januar 2010 um 16.45 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Deutlich über 100′000 Apps gibt es für das iPhone, gegen 20′000 für Android, und über die Zahl der kleinen, praktischen Web-Applikationen hat sowieso keiner mehr den Überblick. Die Softwarebranche bewegt sich von einem Industrie- zu einem Medienmodell. Und das hat tiefgreifende Konsequenzen.

Als die Automobilindustrie noch jung war, gab es allein in den USA deutlich über 1000 Autohersteller, in Europa etwa eine ähnliche Zahl. Klingt nach viel, aber gemessen an der Anzahl der Betriebe in anderen Branchen — Restaurants beispielsweise — ist das eine ziemlich kompakte Branche. Und heute sind von all diesen Startups natürlich nur eine Handvoll Riesenkonzerne übrig geblieben.
Die Autobranche ist der Inbegriff des industriellen Modells: Für die Herstellung von Automobilen sind viel Kapital, technische Expertise und aufwendige Distributionskanäle nötig. Solche Ressourcen stehen nur wenigen Branchenteilnehmern zur Verfügung, und darum neigen industriell geprägte Branchen zu recht starker Konzentration.

Bis vor einigen Jahren war die Software(produkt-)branche recht ähnlich strukturiert. Ein komplexes Softwareprodukt herzustellen und zu vertreiben war eine ausgesprochen teure Angelegenheit. Viele Softwarefirmen benötigten 30 oder 40 Millionen Dollar an Startkapital, um überhaupt nur im Markt Fuss fassen zu können. Danach war meistens weiteres Kapital aus einem Börsengang nötig. Logischerweise war so ein Aufwand nur für relativ wenige Firmen möglich. Die Softwarebranche folgte also lange einem stark industriell geprägten Modell.

Dann aber kam das Internet und mit ihm der fundamentale Wandel, den wir gerade erleben: Die modere Softwarebranche hat mehr mit der Welt von Medien und Entertainment zu tun als mit der Autoindustrie.

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E-Book-Reader, Smartphones & Co.:
Der Kampf um die nächste Generation digitaler Inhaltskanäle

Andreas Göldi, 2. Januar 2010 um 17.08 Uhr , 14 Kommentare Kommentare

E-Book-Reader setzen sich im Massenmarkt durch, das Apple Tablet kommt wohl doch, und Smartphones etablieren sich als wichtiger Kanal für Internet-Content. Digitale Inhalte lösen sich immer mehr vom PC und werden hochmobil. Schafft es die Medienbranche diesmal, aus dieser Entwicklung Gewinn zu schlagen?

Die Meldung erhielt über die Festtage nur wenig Aufmerksamkeit, ist aber vielleicht einer der wichtigsten Internet-Meilensteine der letzten 10 Jahre: Amazon, bekanntlich der grösste Buchversender der Welt, verkaufte am Weihnachtstag 2009 erstmals mehr e-Books als physische Bücher. Amazons eigener e-Book-Reader Kindle hat definitiv den Mainstream erreicht, und die Konkurrenz von Sony, Barnes & Noble und Txtr folgt nach.

Ebenso erhärtet haben sich die Gerüchte, dass Apple bald mit einem Tablet auf den Markt kommen wird. Vergleichbare Projekte wie das ehemalige Crunchpad stehen ebenfalls in den Startlöchern.

Und natürlich sind Smartphones wie das iPhone oder Android-basierte Modelle schon lange vom reinen Kommunikationsgerät zum Kanal für digitale Inhalte aller Art mutiert. Die Kategorie “News” im iTunes App Store enthält beispielsweise nicht weniger als 3000 Apps, angeführt von Marktführern wie CNN und BBC. Und die e-Book-Kategorie auf dem iPhone explodiert geradezu.

Was diese drei Trends gemeinsam haben: Hier entstehen neue Plattformen für den Konsum digitaler Inhalte, die vom PC komplett losgelöst und für den mobilen Einsatz konzipiert sind.

Wer ein e-Book auf dem Kindle kaufen will, braucht keinen PC oder Mac und bleibt von der entsprechenden Komplexität verschont. Kein Wunder also, dass Amazon mit seinem e-Book-Reader eine unerwartete Zielgruppe bei nicht so PC-affinen Menschen gefunden hat, beispielsweise älteren Frauen.

Das ist ein massiver Schritt weg vom alten iPod-Modell, das immer auf den PC als zentrale Download- und Speicherungsinstanz angewiesen war. Die guten alten MP3-Player waren Zusatzgeräte zum PC, aber die neue Generation der Content-Devices steht für sich alleine, basiert auf einem eigenen Ökosystem und kann darum auch neue Geschäftsmodelle eröffnen.

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Rückblick auf 2009:
Was aus meinen Prognosen wurde

Andreas Göldi, 22. Dezember 2009 um 10.10 Uhr , 11 Kommentare Kommentare

Anfangs des Jahres habe ich 10 Prognosen für 2009 aufgestellt. Anders als andere Medien stehen wir bei netzwertig.com zu unseren richtigen und falschen Behauptungen: Was also ist aus meinen Prognosen geworden?

Vorhersagen sind bekanntlich schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen. In einem sich extrem schnell entwickelnden Gebiet wie dem Internet gilt das natürlich noch mehr als anderswo. Daher sind Prognosen auch auf ein Jahr hinaus nicht einfach. Aber sehen wir mal, was aus meinen 10 vorausschauenden Behauptungen zum Jahr 2009 geworden ist.

1. 2009 wird ein wirtschaftlich wirklich schwieriges Jahr, auch für die Internetbranche
Da lag die Vorhersage richtig. Ohne Zweifel war 2009 eines der schlechtesten Jahre für die Weltwirtschaft seit dem 2. Weltkrieg. Zwar schienen sich die meisten Länder in der zweiten Hälfte des Jahres wieder langsam zu erholen, aber fast alle grossen Industrienationen dürften 2009 mit einer geschrumpften Wirtschaftsleistung abschliessen. Nach Schätzungen des IWF dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr etwa 1.1% geschrumpft sein.

Natürlich blieb auch die Internetbranche nicht von den Auswirkungen verschont: » weiterlesen

iLike-Verkauf:
Warum Facebook kein
“Social Operating System” ist

Andreas Göldi, 19. August 2009 um 23.26 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

Das Startup iLike, das eine der erfolgreichsten Facebook-Apps überhaupt betreibt, ist an MySpace verkauft worden — für einen Preis, der weit unter allen Erwartungen lag. Das zeigt: Facebook ist weder ein “Social Operating System” noch eine brauchbare Plattform für ernsthafte Startups.

iLike ermöglicht es den Benutzern, ihre Lieblingsmusik zu registieren, Playlists mit anderen auszutauschen und auf musikbezogene Inhalte zuzugreifen. Nach Angaben der Firma haben sich stolze 50 Millionen User auf iLike registiert, quer über die wichtigsten Social Networks verteilt. Und besonders erfolgreich war die Applikation auf der marktführenden Plattform: Faktisch ist iLike die inoffizielle Default-Musikanwendung für Facebook. Die Applikation war seit Bestehen immer unter den Top 10 der Facebook-Apps und hat rasantes Wachstum erlebt.

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Aufmerksamkeit:
Die Parallelökonomie der digitalen Medien

Andreas Göldi, 18. August 2009 um 13.11 Uhr , 12 Kommentare Kommentare

Dass die Digitalisierung der Medien die Welt verändert, ist wohl niemandem verborgen geblieben. Aber diese Veränderungen gehen vermutlich tiefer als wir denken. Es entsteht nichts weniger als eine parallele neue Wirtschaft.

Das derzeitige Lieblingsthema der Medien- und Internetelite ist die Veränderung der wirtschaftlichen Spielregeln in der Medienbranche durch die rasant fortschreitende Digitalisierung. Mehrere grosse Medienkonzerne haben angekündigt, bald Geld für ihre Inhalte verlangen zu wollen. Das wurde von der Internetfraktion, die derzeit von der radikalen Ideologie von Chris Andersons Buch “Free” berauscht ist, bisher mehrheitlich mit Hohn und Spott quittiert.
Vermutlich liegen aber beide Seiten falsch, weil sie die Veränderungen, die hier vor sich gehen, nur oberflächlich verstehen. Einen wesentlich nützlicheren Bezugsrahmen könnte das Werk von Pionieren wie Herbert Simon und Michael Goldhaber bilden, die mit ihrer Arbeit über die “Ökonomie der Aufmerksamkeit” das Verständnis dieser Prozesse erleichtern.

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Medienwandel:
Die kommende Fragmentierung
der Medienbranche

Andreas Göldi, 3. August 2009 um 15.08 Uhr , 29 Kommentare Kommentare

Dass in der Medienbranche in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen bleiben wird, ist inzwischen wohl weitgehend klar. Aber wie wird die Medienbranche des Digitalzeitalters aussehen? Eins ist fast sicher: Sie wird nicht mehr von riesigen Konzernen beherrscht werden.

Wenn man das Wort “Medienbranche” hört, denkt man fast automatisch an die Giganten dieser Industrie: Riesenkonzerne wie Bertelsmann, Axel Springer, Time Warner, News Corporation, Disney und so weiter. In den vergangenen zwei Dekaden ist die Medienbranche durch einen ausserordentlich starken Konzentrationsprozess gegangen. In den meisten Ländern wurden die Grossen immer grösser, die Kleinen wurden geschluckt. Der Grund liegt nicht zuletzt in der Deregulierung der achtziger Jahre, denn zuvor wurden die Medienmärkte oft künstlich durch die entsprechende Gesetzgebung fragmentiert gehalten. » weiterlesen

Medienwandel:
Das Medium ist auch die
kommerzielle Botschaft

Andreas Göldi, 30. Juli 2009 um 12.35 Uhr , 14 Kommentare Kommentare

Medienmanager täten gut daran, sich wieder einmal die Bücher des legendären kanadischen Medienforschers Marshall McLuhan zu Gemüte zu führen. Denn auch hinsichtlich der kommerziellen Entwicklung der Medienmärkte sind die Einsichten McLuhans — besonders seine berühmteste These “Das Medium ist die Botschaft” — äusserst nützlich.

Marhall McLuhan wahr wohl derjenige Medienwissenschaftler, der im Fernsehzeitalter die Diskussion über Medien wie kein anderer geprägt hat. Nicht zuletzt war dafür sein Talent entscheidend, komplexe Argumentationsfäden in einfach wiederzugebene Phrasen zu verpacken. “Das Medium ist die Botschaft” und “globales Dorf” sind nur zwei davon.

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