E-Learning:
CoboCards erreicht schnelle Profitabilität

Schon im ersten Jahr nach der offiziellen Firmengründung erreichte das Aachener Startup CoboCards die Profitabilität. Jetzt soll mit Investoren das Wachstumstempo beschleunigt werden.

Schon mehrfach haben wir über das Aachener Startup CoboCards berichtet. Der im Mai 2008 in rudimentärer Fassung lancierte und 2010 offiziell unter dem Dach einer GmbH gegründete Dienst erlaubt Studenten das Lernen mit selbst angelegten digitalen Karteikarten – alleine oder in der Gruppe, vom Rechner oder Smartphone aus. Während die meisten Jungunternehmen im Webbereich ihre Kenn- und Wachstumszahlen wie Staatsgeheimnisse behandeln und maximal wenig sagende Metriken wie einen “250-prozentigen Mitgliederzuwachs” oder eine “Verdoppelung des Umsatzes innerhalb von sechs Monaten” veröffentlichen, pflegt CoboCards-Geschäftsführer Ali Yildirim einen deutlich transparenteren Ansatz. Erstmals gewährte er im Sommer 2010 Einblicke in die Geschäftsentwicklung und das Wachstum der Anwenderzahlen. Anfang 2011 versorgte er uns dann mit Statistiken zur Entwicklung der Konversationsrate – CoboCards wird in einer zwei Kartensätze zulassenden Gratisversion sowie einer Premiumvariante ab drei Euro monatlich angeboten.

Jetzt gestattet Yildirim wieder Einblick in die Bücher. Und wartet mit einer frohen Kunde auf: Im Jahr 2010 konnte das Startup einen Jahresüberschuss von 25.003,52 Euro erzielen. Die Konversionsrate lag damals bei 3,2 Prozent. Das heißt, 3,2 Prozent der CoboCards-Nutzer entschlossen sich im Laufe der Zeit für eine Premium-Variante. Auch im darauffolgenden Jahr schrieb das Startup trotz eines stärkeren Fokus auf Neunutzerakquisition schwarze Zahlen. Die Konversionsrate sank auf 2,18 Prozent, konnte jedoch 2012 auf 4,23 Prozent gesteigert werden. Für 2013 peilen die Aachener die Fünf-Prozent-Marke an. 70.000 Mitglieder sind mittlerweile bei CoboCards registriert, sechs Millionen Karteikarten wurden von ihnen angelegt. Da Yildirim der einzige festangestellte Mitarbeiter ist und auf freiberuflicher Basis von den Mitgründern Jamil Soufan, Tamim Swaid, einem Designer, einem iOS-Entwickler und einem Android-Entwickler sowie einem ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützt wird, lässt sich die Kostenbasis natürlich recht niedrig halten, was das Erreichen des Break Even erleichtert. Gleichzeitig wird so aber auch das Expansionstempo gebremst.

Dass Yildirim wieder einmal tief blicken lässt, hat dieses Mal einen ganz konkreten Grund: Nachdem er und die Mitgründer das Unternehmen mit Ausnahme einer Business-Angel-Beteiligung über mehre Jahre selbst finanziert haben, wollen sie 2013 externes Kapital einsammeln, um dem Wachstumstrend einen Schub geben zu können. Hier jedoch sieht er bisher in Deutschland ein Problem: “E-Learning Projekte werden von VC-Gesellschaften hierzulande weniger beachtet”, so der CoboCards-Gründer. Zu gering würden hiesige Geldgeber die Erfolgsaussichten in dem Segment einschätzen. Er verweist auf den US-Konkurrenten StudyBlue, der mittlerweile in zwei Finanzierungsrunden insgesamt 14,9 Millionen Dollar einsammeln konnte.

Insofern ist Yildirims Streben nach Transparenz auch ein Weg, um Investoren auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Auch wenn er unterstreicht, dass es bei CoboCards 2013 selbst ohne externes Kapital einiges Neues geben wird. Aber wer drei Jahre bootstrappt und dann im besten Fall einen Überschuss von 25.000 Euro pro Jahr erzielt, der kann damit nicht gerade große Sprünge machen.

CoboCards war zwar in Deutschland Pionier bei den modernen Karteikarten-Lerndiensten, hat aber mittlerweile Konkurrenz in Form von Repetico und ichlerneonline.

 

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4 Kommentare

  1. Auf zwei Rechtschreibfehler würde ich gerne aufmerksam machen:
    1. Direkt im erten Satz “das Aachener Startups..”
    2. Dritter Absatz “Das Yildirim…”

  2. Was ist an einem Unternehmen, ohne externe finanzielle Abhängigkeiten, welches schwarze Zahlen schreibt und kontinuierlich (auch wenn nicht exponentiell) wächst verkehrt?

  3. Ich kenne CoboCards nur von einem Blick auf die Website und diesen Bericht, aber irgendwie muss ich sofort an apples HyperCard denken.

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