Spotify-Flatrate der Telekom:
Die neue Macht der Mobilfunkprovider ist Fluch und Segen zugleich

Die Telekom bietet jetzt auch für Bestandskunden ihrer Mobilfunksparte ein musikalisches Sorglos-Paket an: Die Spotify-Flatrate für unterwegs, ohne Begrenzung des Datenvolumens. Was auf den ersten Blick nur erfreulich scheint, wirft auch kritische Fragen auf.

Welchem Musikfreund gefällt die Vorstellung nicht? Mit dem Smartphone aus dem Haus zu gehen und für 10 Euro im Monat 18 Millionen Songs in der Hosentasche mit dabei zu haben. Keine Downloads, kein Offline-Modus, kein Verbrauch des eigenen, knappen Datenkontingents. Die Telekom macht es möglich: Nachdem im August schon um Neukunden mit dieser Offerte gebuhlt wurde, können nun auch Bestandskunden das Spotify-Sorglos-Angebot zu ihren Verträgen hinzu buchen.

Maximale Freiheit zum Sparpreis – zu Lasten des Wettbewerbs

Der Preis ist heiß: Die 9,99 Euro, die für eine mobile Nutzung des Streaming-Service monatlich zu Buche schlagen, sind in den aktuellen Tarifangeboten des Mobilfunkriesen bereits eingepreist worden. Der Unterschied zum regulären Abonnement: Im Gegensatz zu den Spotify-Bestandskunden, die ihre Verträge direkt über den Musikdienst abgeschlossen haben, ist für Telekomkunden ein unbegrenztes Datenkontingent für den mobilen Musikgenuss speziell und ausschließlich nur für diesen Streaming-Dienst inkludiert worden. Unabhängig vom normalen Datenvolumen, das Kunden des Carriers über deren jeweilige Leistungspakete zur Verfügung steht, wird der Spotify-Traffic getrennt behandelt: Er steht Kunden unlimitiert zur Verfügung. Die Telekom trennt also in diesem Fall den Datenverkehr nach der Nutzungsart.

Was des einen Freud, ist dabei aber des anderen Leid, da beide Partner hier offensichtlich eine Exklusivvereinbarung getroffen haben: Dieser Service, dieses unlimitierte Datenvolumen gibt es vorerst nur über die Telekom. Andere Anbieter im Streaming-Markt gehen vorerst leer aus (und andere Mobilfunk-Carrier ebenfalls). Sie können offensichtlich nicht gleichermaßen mit der Telekom vergleichbare Kontrakte schließen, um den Kunden ihrerseits dieses Bonbon anzubieten: „All you can listen“ für unterwegs für jeden? Irrtum. Rdio und Co müssten sich in Deutschland ihrerseits einen Mobilfunk-Anbieter suchen, um mit diesem ähnliche Vereinbarungen zu treffen (was in anderen Ländern auch bereits passiert ist, beziehungsweise seitens einiger Streaming-Services geplant ist).

Dass es sich bei einem solchen Angebot um eine Offerte handelt, die sowohl Spotify als auch der Telekom ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal gegenüber ihren jeweiligen Wettbewerbern beschert, erschließt sich von selbst: „Unendlich“ Musik für unterwegs. Hier sind andere Streaming-Anbieter klar benachteiligt.  Wenn Mobilfunkbetreiber über ihre Infrastruktur, beziehungsweise den Einsatz ihrer Ressourcen frei verfügen können und dabei andere Marktteilnehmer ausgeschlossen werden, dann stellt das eine neue Machtposition dar, die sie zu weit mehr macht als zu reinen Carriern: Zu Türwächtern des mobilen Internets. Nur wer am meisten zahlt wird durchgelassen? Oder er kooperiert? Obwohl es in der praktischen Umsetzung bisweilen noch Probleme gibt, ist diese Trennung und gesonderte Behandlung von Datenpaketen via Deep Packet Inspection technisch möglich.

Am genannten Beispiel wird deutlich, wie diese Entwicklung jetzt schon den Wettbewerb verzerrt: Wer möchte jetzt noch Rdio in Deutschland abonnieren, wenn er weiß, das er über die Kombination Telekom und Spotify eine Leistung bekommt, die am Markt einzigartig ist? Und umgekehrt: Welcher Musikfan möchte nicht zur Telekom als seinem neuen Provider wechseln, um von diesem Service auch profitieren zu können?

Carrier gegen den normativen Gehalt der Netzneutralität?

Das Duo „Spotify Telekom“ hat zur Zeit im deutschen Markt eine Monopolstellung inne, die die Forderung nach einer Netzneutralität wieder aufwirft – angesprochen bereits im August von Jürgen Vielmeier. Daten werden hier nicht neutral behandelt, sondern es wird der Verbrauch über bestimmte Service seitens der Mobilfunk-Carrier bevorzugt. Das kann entweder, wie in diesem Fall, über eine Kontingentierung erfolgen, oder aber über eine Segmentierung der zu Verfügung gestellten Bandbreiten. Für einen freien Wettbewerb unter den Dienstanbietern ist das ein Problem. Es gibt zur Zeit in Deutschland noch keine Rechtsgrundlage auf deren Basis für die Mobilfunkbetreiber verbindliche Richtlinien abgeleitet worden wären, um eine solche Entwicklung auszuschließen.

Die Schlüsselfrage, die sich aus diesem Beispiel ableitet, ist also: Kann die Telekom zum Beispiel dazu verpflichtet werden, eine vergleichbare Möglichkeit auch anderen Anbietern von Streaming-Diensten zur Verfügung zu stellen? Dass sie also nur als Makler für verschiedene Services, nicht aber nur als Makler und Partner eines Anbieters auftritt? Netzneutralität ist in Deutschland bisher nur eine Forderung, die zudem hitzig diskutiert wird, da es dem Begriff auch an Trennschärfe mangelt: Worum geht es? Um den normativen Gehalt der Begrifflichkeit, um ordnungspolitische Grundsatzfragen, oder um Marktregulierung, um in solchen Fällen einem möglichen Marktversagen vorzubeugen? Ein Netzneutralitätsgesetz gibt es in Deutschland nicht. Und Bestimmungen, die aus bestehenden Wettbewerbs-und kartellrechtlichen Richtlinien herangezogen werden könnten? Zum einen ist es unklar, inwieweit diese im genannten Fall überhaupt zur Anwendung kommen könnten und zum anderen machen die Anbieter von anderen Streaming-Diensten bisher überhaupt keine Anstalten ihrerseits Forderungen zu stellen. Verständlich.

Streaming-Services stellen bisher kurzfristige Chancen über die Risiken einer Abhängigkeit

Bisher halten Streaming-Dienstleister sich mit Forderungen zurück und versuchen sich zu arrangieren, schließlich gab es für sie ja auch noch nie eine vergleichbare Chance, die eigenen Wachstumspläne voranzutreiben: Die Mobilfunk-Provider stellen mit einer Flatrate für sie eine goldene Brücke ins Mobile Web dar und verschaffen ihnen zudem über ihre Vertriebsinfrastruktur und die Reichweite ihrer Marketinginstrumente eine Bühne, wie sie sie vorher so noch nie hatten: Wer kannte vor zwei Jahren (außer regelmäßigen netzwertig.com-Lesern) schon Spotify? Heute scheint es fast so, als wäre der Dienst eine Selbstverständlichkeit. Ein gängiges digitales Konsumgut der Generation Facebook. Die Telekom arbeitet konsequent daran, diese Botschaft zu vermitteln und es besteht bald kein Zweifel mehr: Der ehemalige Mobilfunk-Carrier Telekom hat für den Musikanbieter Spotify in Deutschland „den Markt gemacht“. Ihm den Weg geebnet. Und der Werbedruck hält nach wie vor an. Die Signalwirkung dieser potenziellen Machtfülle seitens eines Carriers verfehlt ihre Wirkung nicht.

Musik-Anbieter auf „Brautschau“

Der Spotify-Wettbewerber Rdio protestiert nicht etwa bei einem Mobilfunk-Carrier wie der Telekom, sondern sucht seinerseits in den verschiedenen Märkten nach Partnern. Hier wird eine Rally stattfinden, und wer mit wem zuerst „angebandelt“ hat, der wird dabei im jeweiligen Markt auch eine marktbeherrschende Stellung einnehmen können. Es gilt, die besten Spots zu besetzen und für sich die besten Kontrakte zu schließen. Die Carrier als die Aschenputtel vergangener Jahre („Die Telkos kriegen ehe keine Erlösmodelle außerhalb ihres Kerngeschäfts auf die Beine.“), sind nunmehr begehrte Bräute, um die jeder wirbt. Die Nachfrage nach mobilen Unterhaltungsmedien macht es möglich.

Noch geht der Plan auf: Anstatt einen „freien“ Zugang einzufordern, versucht sich jeder Streaming-Dienst, „seine“ Braut zu suchen und einen Claim abzustecken. Nach dem Motto: „Teilen wir uns den Globus einfach auf. Mit jeweils einem Mobilfunk-Carrier als Gate Keeper und Katalysator an der Hand, ist der Markt doch groß genug für alle. Musik ist schließlich ein globales Produkt.“

Nach bisherigem Stand würde diese Entwicklung also auf die Bildung von Oligopolen hinauslaufen: Wenige Mobilfunkanbieter kooperieren mit wenigen Streaming-Dienstleistern jeweils in verschiedenen Märkten. Alle anderen Streaming-Services wären somit von der „Lebensader“ Mobil-Flatrate“ ausgeschlossen, wären deshalb nicht mehr wettbewerbsfähig und würden somit in letzter Konsequenz  vom Markt verdrängt werden. Chancen für Newcomer? Keine?

Je mobiler das Internet wird, je mehr Menschen also mobile Services nutzen wollen, die Märkte sich dahingehend weiter entwickeln und je mehr Streaming-Anbieter auf den Markt drängen (zukünftig auch VoD-Services, die via LTE und DLNA mobile und stationäre Geräte miteinander vernetzen wollen), umso mächtiger werden dadurch die Mobilfunkbetreiber selbst, weil ihre Bedeutung entlang der Wertschöpfungskette dieser Services in mehrerlei Hinsicht zugenommen hat. Sie sind zugleich Infrastrukturanbieter, Vertriebsweg und Marketing-Partner.

Fazit: Viele Chancen, viele Risiken. Ordnungspolitische Dogmen wären dennoch fehl am Platz

Je mehr sie dabei in die eigene Infrastruktur investieren, umso attraktiver werden sie für die Anbieter mobiler Mediendienste, und umso attraktiver werden beide durch die Bündelung ihrer Services wiederum für die Konsumenten. Als unregulierte Gate Keeper könnten sie dabei „übernacht“ über Wohl und Wehe einzelner Anbieter im Bereich mobiler Services entscheiden.

Mobilfunkmasten „ verschandelten einst die Landschaft“, dann „machten sie die Gesellschaft mobil“, danach wurden sie als „Grabstätte für UMTS-Lizenzen“ verlacht und nun ändert sich ihre Rolle wieder: Als unersetzbarer„Rohstoff“ für die Vertriebswege der Unterhaltungsindustrie in der mobilen Gesellschaft. Ein vorgelagerter Markt.

Das ist eine spannende Entwicklung, die viele Chancen bietet, die aber auch bestimmten Marktteilnehmern eine Machtfülle verleiht, die kontrolliert werden sollte. Netzneutralität? Der Begriff ist in einer jahrelangen Debatte überdehnt worden, da keine Einigkeit über die Prämissen besteht: Wofür soll der Begriff konkret stehen? Und der normative Gehalt? Stellt einen Widerspruch in sich dar: Das Netz ist „neutral und frei“? Es fühlt sich bei uns nur so an. Wie gern nimmt man da die Offenheit und die Möglichkeiten des Internets, so wie wir es heute kennen, einfach als Postulat? „Es sollte doch überall so sein, und das bitte auch in der Zukunft.“ Aber ergibt sich allein daraus eine Verbindlichkeit?

Es wäre sicherlich falsch, die Mobilfunkanbieter unkontrolliert ihre neue Rolle ausüben zu lassen.  Ebenso falsch wäre es aber auch, ihnen allein aus einem ordnungspolitischen Hintergrund eine wichtigere Funktion entlang dieser Wertschöpfungsketten verweigern zu wollen: Das Internet fühlt sich bei uns an, als wäre ein öffentliches Gut. Weil es überall verfügbar ist. Auf Knopfdruck. Und dass sich das so anfühlt, liegt eben unter anderem auch an den Mobilfunkmasten der Carrier. Dem Rohstoff.

 

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12 Kommentare

  1. Mit dem Kommentar: “Wer kannte vor zwei Jahren außer regelmäßigen netzwertig.com-Lesern schon Spotify?” macht ihr der Telekom gleich Konkurrenz, anscheinend das Monopol fuer Start-up news. Ach stimmt ja, in DE spricht ja auch niemand Englisch und das Internet hoert an der Grenze auch auf.

    • Den Vermerk zu netzwertig.com hab ich übrigens dort eingefügt, der war in Karstens Entwurf nicht drin. Nur damit du weißt, wem du das ankreiden darfst.

      Und wieso soll man nicht als Newssite stolz drauf sein, wenn man als erstes im deutschsprachigen Raum über einen neuen Dienst berichtet hat, der Jahre später groß wurde? Würdest du ganz genauso machen, da bin ich mir sicher.

      Als wir Spotify erstmals vorgestellt haben, nämlich 2007, gab es weder im englischsprachigen noch deutschsprachigen Raum dazu Artikel.

    • Meine ursprüngliche Aussage bezog sich dabei nicht auf die “Kenne” innerhalb der Medienberichterstattung, sondern auf den damaligen Bekanntheitsgrad unter den Konsumenten. Um den Unterschied deutlich zu machen, der sich, unter anderem auch durch den beachtlichen Mediendruck seitens der Telekom, in der Zwischenzeit ergeben hat.

      Btw. Ich selbst hatte den Dienst für mich, zum damaligen Zeitpunkt noch aus der Leserperspektive, fast gar nicht auf dem Ticker. Zwar darüber oft gelesen, habe ich mich nicht wirklich weiter dafür interessiert, da ich mit Simfy damals zufrieden war.

  2. Warum eigentlich nur Mobilfunk? Wird nicht ein großer Teil der Spotify Nutzung über WiFI (Festnetz basierend) erfolgen?

    Spotify kann man auch ohne Spotify-Sorglos-Angebot via Mobilfunk nutzen, wie jeden anderen Streaming Dienst auch.

    Wie lange wird denn die Exklusivität laufen? Wenn dann jeder Streamer einen ähnlichne Vertrag bekommt, gilt dann die Kritik nicht mehr? Ich denke die Businessmodelle werden sich noch stärker differenzieren können.

    Das mobile Internet ist schon lange nicht mehr frei, z.B. was Apple nicht haben will, wird nicht reingelassen etc.

    • Ja, Spotify kann man ohne Sorglos-Angebot unterwegs nutzen.
      Der entscheidende Punkt: Nur über die Telekom wird deine reguläre Datenflatrate nicht belastet. Bei jedem anderen Anbieter “zieht” Spotify von deinem mobilen Datenkontingent. Wenn du zum Beispiel 1GB bei Vodafone im Monat (ungedrosselt) frei hast, dann wären die nach ca. 12-13 Stunden mobilen Musikhörens verbraucht und du hättest kein Datenvolumen mehr frei für andere Dienste (bzw. müsstest dich gedrosselt “durchquälen”).

      Bei dem Telekom-Spotify Deal läuft es anders: Hier hast du eben auch eine reguläre Datenflat von 1GB UND ZUSÄTZLICH eine unlimitierte Datenflat, nur für den Spotify-Verbrauch. Ergo: Du musst nie wieder darauf achten, wann du was hörst, musst nie wieder etwas vorab downloaden, um es unterwegs im Offline-Modus zu hören. Weil eine Full-Flat (nicht nur für Musik selbst, also via Spotify, sondern auch für den Verbrauch nur über diesen einen Dienst) mit dabei ist. Für das gleiche Geld. Das ist ein ganz entscheidendes Alleinstellungsmerkmal.

      Also sind Nutzer, die zwar Spotify-Abos haben aber nicht auch gleichzeitig Telekom-Kunden sind, hier klar benachteiligt, wenn es darum geht, wirklich mobil, also unterwegs und abseits eines verfügbaren WLan, Musik zu hören.

    • Das Angebot ist schon klar, doch beurteile ich die Benachteiligung als nicht so dramatisch, vor allem nicht langfristig.

      Für das iPhone gab es anfangs auch Exklusivitäten, das hat mehr oder minder aufgehört.

      Dass das iPhone 5 nur in bestimmten LTE Frequenzen funktioniert und damit auch (passive) Exklusivitäten entstehen, wird irgendwann auch mal aufhören.

      Die Möglichkeit aber für einen bestimmten Dienst (hier Music Streaming) einen speziellen Tarif zu bekommen, hilft vor allem den Leuten die wenig(er) anderes nutzen möchten, ergo das Angebot wird breiter.

      Wenn Vodafone, EPlus und O2 das neue Geschäftsmodell gut finden, werden sie entweder exklusiv selber Partner an sich binden oder die Partner werden versuchen sich gegenüber allen Carriern zu öffnen um in solche speziellen Tarife zu kommen.

      Vielleicht wird es mal so sein, dass es ähnlich den AppStores auch Flatrate-Stores geben wird, keine Ahnung. Aber das wäre dann keine Diskrimierung mehr, oder?

  3. Ich stehe dem Spotify-Deal sehr skeptisch gegenüber. Die Drosselung bei den Flatrates als solche sollte meiner Meinung nach nur ein Notnagel bei zu dünner Leitung sein, und nicht wie heute eine Methode um den Netzausbau soweit als möglich heraus zu zögern.
    Ich frage mich was passiert wenn der Spotifydeal so richtig schön populär wird, auch auf dem Land. Da, wo das Netz zu jeder Zeit nie schneller als GPRS oder EDGE ist. Werde ich gedrosselt, wenn gleichzeitig ein Spotify-Premium-Nutzer die letzten Reste der Leitung in Beschlag nehmen will? Dann würde z.B. mein Feed-Update der Taz bis zum Abbruch des Updates durch den Feedreader verlangsamt werden während der Spotify-Nutzer fröhlich Musik streamt. Quasi von Nutzern bezahlte Zensur.
    Noch ist es nicht soweit, aber auch das Spotify-Angebot soll natürlich möglichst viele Kunden anlocken und gerade in ländlichen Gemeinden mit Schulen (sprich: vielen jungen Smartphone- & Flatrate-Nutzern) ist dieses Szenario nicht zu unrealistisch.
    Das Netz ist heute das digitale Äquivalent zur Straße. Fänden wir es nicht lächerlich wenn jede Straße mit einer bestimmten Automarke verbunden wäre? In die Dortmunder City nur VW, in die Stuttgarter nur Porsche? Über genau dieses Szenario diskutieren wir im Netz als ob nichts dabei währe… Das Netz ist ein zu wichtiger Bestandteil der Infrastruktur geworden, der Ausbau gehört vom Staat überwacht und die Netzneutralität gesichert.

    • Naja, ich finde die Vergleiche hinken ein wenig und mMn sollte man Netzkapazität (in ländlichen Gebieten) und Netzneutralität nicht gleich vermengen.

      Ob es ein Spotify-Premium Kunde oder ein “Dauersauger” sind, die das Netz im ländlichen Raum in die Knie zwingen, ist für die anderen Nutzer wohl eher egal.

      Ich habe zwar die AGB beim Spotify-Premium Angebot nciht gelesen, doch würde es mcih wundern, das ein solcher Kunde bei enger Netzkapazität bevorzugt wird, das heißt mehr Bandbreite zugeteilt bekommt.

      Das Beispiel mit dem Straßenausbau stimmt insofern, dass Straßen im ländlichen Raum eher kleiner und weniger gut instandgehalten werden (mEn). Der Netzausbau auf dem Lande wird aufgrund der relativen Kosten immer verhalten sein, was allerdings kein begrüßenswerter Zustand ist. Das gilt auch für Infrastruktur wie Gesundheitsversorgung, ÖPNV, Bildungseinrichtungen etc.

      Aber auch mit dem Spotify-Angebot kann noch jeder Content auf der Datenautobahn fahren, da gibt es keine Einschränkung.

      Und den Spotify-Deal mit Zensur in Verbindung zu bringen ist mMn deutlich übertrieben.

  4. Der “Telekom-Spotify-Deal“ist ein klarer Verstoss gegen die Netzneutralität. Die geschickte Inszenierung bei der Einführung als Kundenservice zeigt, dass wir die Sicherstellung der Netzneutralität NICHT dem Markt überlassen können, wie es bin der gegenwärtigen Regierung immer propagiert wird.
    Ich hatte mich im August ausführlich dazu geäußert: “Die Telekom verteilt Gleitcreme zur IFA, damit…“ http://jensbest.net/2012/…e-auf-der-ifa-damit/

  5. Seit Q2 2012 gibt es das gleiche Angebot T-Mobile Austria & Deezer (http://www.t-mobile.at/deezer). In Frankreich gibt es dieses Angebot mit Orange & Deezer (http://orange.deezer.com/en/offers) ebenfalls seit fast einem Jahr. Ob es weitere Beispiele gibt wäre zu recherchieren. Eine Kombination zwischen Spotify und Telekom ist also in Deutschland ein Ergebnis der dortigen Verhandlungen mit Anbieter. Seit spätestens diesem Zeitpunkt war allen Anbietern – Carriern und Musikanbietern – die Möglichkeit eines solchen Angebotes bekannt. Was hat also die Anbieter gehindert ein Angebot an den Markt zu bringen? Es besteht freier Wettbewerb und jedem ist das unternehmerische Risiko freigestellt ein solches Angebot an den Markt zu bringen. Die Frage ob eine analoge Diskussion bei den Kombinationen Vodafone/rdio oder Telefonica/Deezer o.ä. entstanden wäre oder ob sich die Diskussion an dem Anbieter Telekom auslöst lässt sich nicht mehr nachweisen. Die Diskussion zum aktuellen Zeitpunkt hinterlässt allerdings die Frage “warum erst jetzt?”

    Vergleichbar ist dieses Vorgehen mit einem “Walled Garden” in einem Wlan Hotspot. Am Flughafen kann man einige ausgewählte Inhalte frei anwählen ohne für die Nutzung zu zahlen. zB FON bietet den kostenfreien Zugang zu den Google Diensten aufgrund von Verträgen mit Google. Lufthansa und Deutsche Bahn bieten ebenfalls kostenfreien Zugang zu eigenen Webangeboten in den dortigen Wlans. Was passiert in Berlin, wenn dort ein “Walled Garden” Modell im dortigen angekündigten Wlan Netz eingeführt würde? Was ist bei Starbucks wo der kostenfreie Zugang in das Wlan Netz zeitlich beschränkt ist – auf die Dauer eines Kaffees? Wäre die Freischaltung zum kostenfreien Zugang in einem Telekom Hotspot zu http://www.t-online.de oder zu Spotify kritisch zu betrachten? Wenn n24/prosieben seit langem USB Sticks mit SIM Karten anbietet, mit denen man auf den Webseiten von P7sat1 kostenfrei surfen kann muss man dies nicht auch hier berichten? (p7s1 bieten ebenfalls Musik über die Videoseiten an) Sind alle diese Geschäftsmodelle dann auch ein Verstoß gegen die Netzneutralität? Wie ist die Meinung, wenn morgen Apple eine ESIM anbietet und der Traffic für iTunes kostenfrei ist? Wie beurteilt man das facebook Handy mit ESIM bei dem der Traffic zu facebook.com und instagramm.com kostenfrei ist? Man stelle sich das Microsoft Surface vor mit inkludierten Traffic für Office360 und Outlook.com? Übrigens: der Blackberry Traffic für den Blackberry Messenger ist kostenfrei – ein Verstoß seit Jahren durch RIM?

  6. Kritisch wäre es, wenn es Spotify durch den Deal mit der Telekom nicht gestattet wäre, solche Angebote auch anderen Wettbewerbern zu unterbreiten.
    Solche Bundles wären ja für Anbieter Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen. In Zukunft z. B. Spotify, Deezer und freien Zugang zur FAZ, taz, Süddeutsche etc.
    Diese Möglichkeit muss allerdings allen Anbietern gegeben werden. Marktmacht hat da natürlich erhebliche Vorteile. Kontrolle bezüglich Monopolstellung muss also gegeben sein.

  7. Interessante Entwicklung von facebook, die kostenfrei WiFi Infrastruktur an Cafe Besitzer ausgeben und den Zugang über den facebookmaccount gewähren: http://insidefacebook.com…hange-for-check-ins/

4 Pingbacks

  1. [...] Jahren einen fulminanten Aufstieg und vergrößert seine Kundschaft stetig. Inzwischen bietet die Telekom Verträge an, die damit werben, dass die Nutzung von Spotify als Bonus dazu [...]

  2. [...] Telekom kooperiert z.B. auch mit Spotify, oder seit neustem mit Fon. An sich ist das ganze also nichts ungewöhnliches. Die neue Konkurrenz [...]

  3. [...] eine praktische Sache für die Telekom Kunden ist, ist aus Sicht vieler aber auch ein Angriff auf die Netzneutralität, denn durch solche Kooperationen werden bestimmte Dienste bevorzugt und kleinere Unternehmen haben [...]

  4. [...] Was nun also tun? In der aktuellen Diskussion reichen die Vorschläge von der Enteignung der Telekom bis hin zur simplen Gesetzesänderung, welche ein bisschen mehr Chancengleichheit auf dem Markt herstellen würde: Eine Festschreibung der Netzneutralität. Ich bin weder Ökonom noch Profi-Politiker – aber ich weiß, dass ich kein Internet haben will, bei dem ich mich zwischen YouTube-Paket und „ARD unlimited“-Option entscheiden muss (für je 5 €/Monat zusätzlich, sofern ich nicht nach einer Woche mit einem funktional kaputten Anschluss [nicht mehr] surfen will). Ich will heute öffentlich-rechtliche Sender live streamen, morgen einen Film bei iTunes ausleihen, übermorgen den brandneuen Internetdienst für Online-Backups nutzen, den die Telekom noch nicht mal kennt. Ganz zu schweigen davon, dass die ganzen US-Unternehmen, deren Dienste wie Dropbox, Evernote, Instapaper, Twitter, Google Mail … usw. ich täglich nutze, der Telekom auch nur einen Cent zahlen würden. Wobei, Spotify macht das im Mobilfunkbereich ja schon. [...]