“Window Shopping”:
ShopLove vereint Onlineshops
in eleganter iPad-App

ShopLove bringt 450.000 Produkte rund um Mode und Einrichtungsdesign aus 63 deutschen Onlineshops in einer ansehnlichen iPad-App unter. So wollen die Münchner für jeden Nutzer einen persönlichen Shopping-Katalog bereitstellen.

Das Einkaufen von Mode oder Wohndesign ist für viele Menschen mehr als nur ein gelegentlich notwendiger, möglichst mit maximaler Effizienz durchgeführter Vorgang. Zahlreiche konsumfreudige Verbraucher verbringen gerne Zeit damit, zu stöbern und sich inspirieren zu lassen. Dieser Zielgruppe bieten die meisten herkömmlichen, für den Desktop optimierten Onlineshops nicht gerade ein prickelndes, mit dem Flanieren auf Einkaufsstraßen vergleichbares Erlebnis. Mit der zunehmenden Verbreitung von Tablets, die durch ihren Formfaktor und die Bedienung durch Berührungen andere Sinne ansprechen und in entspannten Alltagsaugenblicken zum Einsatz kommen, entstehen neue Wege der Ansprache von Shoppingverrückten. Neben dem Hannoveraner Startup CouchCommerce (unser Bericht) und Amazon mit seiner Windows-Shopping-App hat auch der junge Münchner Dienst ShopLove dieses Potenzial erkannt.

Dessen am Dienstag im deutschen App Store veröffentlichte iPad-Anwendung richtet sich an alle Personen, die leidenschaftlich gerne einkaufen und diesen Prozess auch online so kurzweilig und inspirierend gestalten möchten wie möglich. “Nur ich, meine Couch, mein iPad und alle meine Lieblingsmarken- und Shops” – unter diesem Slogan vereint das von Maximilian Beller, Hendrik Braun und Timo Trumpp mit einer Angel-Finanzierung im Rücken gegründete Startup in der App 450.000 Produkte aus den Kategorien Mode und Wohndesign von über 2000 Marken (alle scheinen bisher noch nicht enthalten zu sein) aus 63 deutschen Partner-Shops. Anstatt dass Nutzer manuell in ihrem Browser die einzelnen E-Commerce-Angebote ansteuern, sollen sie ShopLove nutzen, um in einer für das Tablet optimierten, shopübergreifenden und persönliche Empfehlungen bereitstellenden App ihre Einkaufsbedürfnisse vom Sofa, aus dem Bett oder von jedem anderen Ort zu stillen.

Flipboard für Onlineshops

Ein Vergleich mit der bekannten Social-News-Anwendung Flipboard, mit der sich Medieninhalte aus verschiedensten Onlinequellen in einem tabletfreundlichen, eleganten Layout genießen lassen, liegt nahe. Allerdings verzichtet ShopLove zum Debüt auf die Integration von Freundesempfehlungen aus Twitter und Facebook.

ShopLove besteht aus drei Komponenten. Unter dem Menüpunkt “Entdecken” liefert die App, die keinen Login erfordert, eine bunte Mischung aus redaktionellen und personalisierten Shoppingvorschlägen. Wer gezielter stöbern möchte, kann dies über die Finden-Funktion tun – diese erlaubt Blicke auf einzelne Marken, Shops und Produkt- sowie Preiskategorien. Wer beim Scannen des Angebots fündig wird, aber nicht sofort zuschlagen möchte, kann ein Produkt mit einem Klick auf den “Love”-Button in der Sektion “Lieblinge” zum einfachen späteren Wiederfinden ablegen. Auf diese Weise signalisierte Präferenzen fließen in die Verfeinerung der personalisierten Vorschläge ein. “Das langfristige Ziel ist es, jedem Nutzer seinen persönlichen Shopping-Katalog des Internets in der App abzubilden, so ShopLove-Mitgründer Hendrik Braun.

Produkte werden in einem ein wenig an Pinterest erinnerenden, dreispaltigen Raster-Look präsentiert und liefern durch doppeltes Antippen des Displays eine Vollbildansicht. Diese enthält neben dem Love-Button Informationen zum Preis und Produkt sowie Sharing-Optionen für Facebook, Pinterest und E-Mail. Eine Bestellung wird per Klick auf den Shop-Button eingeleitet. An dieser Stelle schickt einen die App im eingebauten Browser zur Bestellseite beim jeweiligen Shop, wo der Prozess abgeschlossen wird.

Personalisierung hält sich noch in Grenzen

Vom grundsätzlichen Konzept landen die Bayern mit ShopLove einen Volltreffer. Ist die App einmal offen, versinkt man schnell in der bunten, in einer angenehmen optischen Umgebung dargestellten Produktwelt – und zwar auf eine Art, wie es etwa beim Besuch von ShopLove-Wettbewerber Stylight mit einem im Vergleich zu Tablets grundsätzlich klobigen, mausgesteuerten Notebook einfach nicht machbar ist. Allen, die bisher vom Erwerb eines Tablets abgesehen haben, bietet ShopLove eine Web-Version. Den Reiz der Tablet-Variante kann diese jedoch nicht replizieren.

Durch die fehlende Integration mit einschlägigen Social-Media-Diensten beginnen Nutzer beim ersten Starten von ShopLove ohne persönliche Empfehlungen, was zur Folge haben kann, dass männlichen Nutzern erst einmal eine ganze Reihe von Kleidungsstücken für Frauen serviert werden. Hier besteht noch Optimierungsbedarf, ähnlich wie bei der shop- und markenspezifischen Produktsuche, wo der Eindruck entsteht, man könne zum schnellen Ansteuern verschiedene Favoriten zur Navigation hinzufügen, was dann jedoch nicht funktioniert.

Etwas enttäuschend, aber angesichts des frühen Entwicklungsstadiums und der Abhängigkeit vom Wohlwollen der integrierten Shops verständlich, ist die fehlende Einbettung des Bestellprozesses in die App. Einen Kauf beim jeweiligen E-Commerce-Anbieter abwickeln und jeweils aufs Neue Adress- und Kontodaten angeben zu müssen, stellt eine signifikante Barriere für Impulskäufe dar. Da ShopLove jedoch über Affiliate-Einnahmen aus vermittelten Bestellungen Umsatz erwirtschaftet, kann man getrost davon ausgehen, dass das Startup dieses Verfahren schnellstmöglich verbessern wird. Laut Hendrik Braun befindet sich ein einheitlicher, in die App eingebetteter Checkout-Prozess auf der Roadmap. Die Umsetzung sei realistisch, aber noch ein gutes Stück Arbeit – immerhin müssten dabei alle aggregierten Onlineshops mitspielen.

Ganz offiziell soll ShopLove im November launchen. Die gestern veröffentlichte Version ist eine Frühfassung, die in den nächsten Wochen noch um Bugs bereinigt und weitere Funktionen zur Personalisierung erweitert werden soll. Einen Blick ist ShopLove aber auf jeden Fall schon wert.

Link: ShopLove

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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4 Kommentare

  1. Klingt mir sehr gut, die Frage ist ob ein einheitlicher Prozess sein muss oder ob man nicht besser mit einem CPC Modell fährt! Oder man arbeitet mit einem Modegutschein oder mehreren, die dann online einzulösen sind, so wie es viele in diesem Markt machen.

  2. Hier ist auch noch der Webshop, der jedoch nicht ganz so konfortabel daherkommt wie die APP! http://www.shoplove.com/web

  3. wir gratulieren zum launch! Wenn Ihr mal Lust auf eine Kooperation habt freuen wir uns über eine Nachricht.
    Regiondo – Nutze Deine Freizeit!

4 Pingbacks

  1. [...] ShopLove setzt auf Tablet Commerce: Die vom Münchner Startup “The Visual Shopping Company” nun veröffentlichte iPad-App bündelt die Angebote von über 60 Onlineshops wie etwa Görtz, Hallhuber, Lodenfrey, Mango, Mirapodo oder Zalando. Dadurch sind gleich zum Auftakt mehr als 450.000 Produkte verfügbar. Diese werden opulent präsentiert, die App lädt zum Stöbern ein. Shoplove soll bald um Personalisierungsmöglichkeiten ergänzt werden. etailment.de, netzwertig.com [...]

  2. [...] die Münchner für jeden Nutzer einen persönlichen Shopping-Katalog bereitstellen.Link zur Website Link zum Artikel Empfohlen: 114 Mal2. mySugr Das Wiener Startup mySugr will die Lebensqualität von Diabetikern [...]

  3. [...] Einfach schön “Das Einkaufen von Mode oder Wohndesign ist für viele Menschen mehr als nur ein gelegentlich notwendiger, möglichst mit maximaler Effizienz durchgeführter Vorgang. Zahlreiche konsumfreudige Verbraucher verbringen gerne Zeit damit, zu stöbern und sich inspirieren zu lassen. Dieser Zielgruppe bieten die meisten herkömmlichen, für den Desktop optimierten Onlineshops nicht gerade ein prickelndes, mit dem Flanieren auf Einkaufsstraßen vergleichbares Erlebnis.”[netzwertig.com] [...]

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