Interaktive Fotos:
roombeats füllt Bilder mit Produktinformationen und Links

Das Berliner Startup roombeats erlaubt Betreibern von Websites und Blogs, Bilder mit Produktinformationen und Links auszustatten, um so eine neue Form der Monetarisierung zu etablieren.

Viele Betreiber von Websites und Blogs publizieren Inhalte rund um bestimmte Produkte oder Produktkategorien. Möglichkeiten, derartigen Content zu vermarkten und Anwendern weiterführende Informationen zu auf Bildern dargestellten Gütern wie Kleidungsstücken, Möbeln oder Accessoires bereitzustellen, existieren zwar unzählige. Enthalten aber Fotos oder Bilder verschiedene Produkte, bleibt Seitenbetreibern bisher nichts anderes übrig, als weitere Informationen sowie Links in Textform darunter zu platzieren. Das ist nicht schön und nur bedingt anwenderfreundlich.

Das Berliner Startup roombeats hat einen Service entwickelt, der es jedem Publisher erlaut, Produktdetails und Links zu in einer Grafik oder auf einem Foto abgebildeten Gegenständen direkt in die Bilddatei einzubetten (Beispiel). Besonderen Fokus legt das von Markus Berger-de León, dem ehemaligen CEO von von Jamba, MyHammer und studiVZ, sowie Ex-Zalando-Mann Florian Beba gegründete Unternehmen auf Betreiber von Websites und Blogs rund um das Thema Wohnen und Einrichtung, steht aber grundsätzlich allen Personen mit einer eigenen Webpräsenz offen, über die sie Admin-Rechte haben (was etwa gehostete Blogs bei wordpress.com ausschließt).

Um auf der eigenen Site veröffentlichte Bilddateien mit Links und erläuternden Texten zu versehen, fügen die Seitenbetreiber nach der Registrierung bei roombeats einen Javascript-Code in den Header ihrer Präsenz ein. Wichtig ist, dass der Code im Quelltext aller Seiten platziert wird, auf denen Bilder mit roombeats interaktiv gemacht werden sollen. Ist dies erfolgt, können sie im Dashboard ihres roombeats-Kontos zum jeweiligen, mindestens 200×200 Pixel großen Bild navigieren, darauf eine Position wählen und an dieser Informationen und einen Link einfügen. Das Startup empiehlt in seiner FAQ, fünf bis zehn Links pro Bild zu platzieren – was etwa bei Abbildungen von Wohnungseinrichtungen oder Mode-Outfits sinnvoll sein kann. Mit einem Klick auf “Veröffentlichen” werden die Links für das jeweilige Bild aktiviert. Besucher der Site, die mit dem Mauszeiger über das Foto beziehungsweise die Grafik fahren, erhalten dann direkt am jeweiligen Objekt Produktdetails und Verweise, beispielsweise zu einer Bestellseite.

Wer möchte, kann entsprechende Bilder viral machen und im roombeats-Mitgliederbereich die Sharing-Funktion aktivieren. Geschieht dies, erhalten Besucher einer Website die Möglichkeit, ein Bild im Social Web weiterzuverbreiten oder inklusive aller Links in ihr eigenes Webangebot einzubetten (was aus unbekannten Gründen bei uns nicht funktionierte). Dies kann unter anderem sinnvoll sein, wenn die Verweise im Bild zum eigenen Shop führen. Im Idealfall und bei einem besonders gelungenen Foto lassen sich so ohne Kostenaufwand überall im Netz Links zum eigenen Onlineshop streuen.

In der derzeitigen Beta-Phase müssen sich Nutzer von roombeats selbst darum kümmern, einzelne Objekte zu verlinken und eventuell zu monetarisieren – sprich, eigenhändig passende Affiliate- und Werbeprogramme finden. Mittelfristig planen die Berliner aber, bei der Vermarktung mitzuhelfen – und auf diese Weise auch Geld zu verdienen.

Besonders interessant ist roombeats für alle Blogger und Website-Betreiber, die viele visuelle Inhalte veröffentlichen und regelmäßig Fotos mit einer Zusammenstellung verschiedener Gegenstände publizieren. Aber auch Anbieter von nicht-kommerziellen Sites könnten an roombeats Gefallen finden, immerhin lässt sich so frischer Wind in Bleiwüsten bringen. Mit Informationen und Links befüllte Bilder als Alternative zu langen Texten mögen zwar aus Gesichtspunkten der Suchmaschinenoptimierung nicht ideal sein, aber verbessern die User Experience. Und wer ganz schlau ist, kombiniert beides miteinander.

Eine Kapitalspritze im Bereich zwischen 50.000 und 250.000 Euro von der Beteiligungsgesellschaft Digital Pioneers soll dem roombeats-Gründerteam bis zum Beginn der Monetarisierungsbemühungen die notwendigen Mittel zum Ausbau des Dienstes verschaffen. Ähnliche Ansätze wie roombeats verfolgen unter anderem die US-Dienste ThingLink und Stipple.

Derzeit befindet sich roombeats in der geschlossenen Beta-Phase. Interessierte Betreiber von Websites und Blogs können sich für die Beta registrieren. In meinem Test dauerte es nicht lange, bis die Einladung in meiner Inbox lag.

Link: roombeats 

 

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3 Kommentare

  1. Was ist der Vorteil gegenüber Image Maps? Warum sollte ich stattdessen eine proprietäre Lösung einsetzen?

    Beispiel:
    http://www.cssplay.co.uk/menu/solar_map.html

    Referenz:
    http://w3.org/TR/html4/st…ects.html#h-13.6.1.1
    http://de.wikipedia.org/w…weissensitive_Grafik

    Der einzige Unterschied, den ich zur Zeit sehe, ist die Statistikfunktion.

    • Es ist bequemer, denke ich. Und erfordert außer der einmaligen Integration in den Header keine Quelltext-Bearbeitung. Außerdem fehlt bei der von dir erwähnten Lösung Sharing und Embedding.

    • Das Einbetten läuft scheinbar so:

      Beim Einbetten erhält der Nutzer, der Ihr Bild auf seiner Seite anzeigen möchte, einen besonderen Link zu ihrem Bild inkl. der roombeats Anwendung, welche die Links im Bild steuert. Diesen Link bindet der Nutzer in seiner Webseite ein und erhält so das Bild inklusive der Links.

      . D.h. das Bild und ein externes Skript müssen dann vom Server geladen werden. Dann gingen Image-Maps genauso gut. Zum Teilen schreiben sie keine Details (und im Unterschied zum Embedden nicht mal, dass die Links dabei mitgeshared würden).

      Sie scheinen vor allem das Erstellen und Auswerten der Bilder zu vereinfachen. Insofern könnte es für Anwender, die genau das sehr oft tun, schon sinnvoll sein.

      Nebenbei bemerkt: Im Opera mit aktiviertem AdBlocker sehe ich auf http://blog.roombeats.com/ nur ganz normale Bilder, obwohl es wohl Beispiele sein sollen…

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