Produktiver, besser und gesünder leben:
10 Alltagsbereiche, die sich mit Onlinewerkzeugen optimieren lassen

Egal in welchen Alltags- und Lebensbereichen Menschen Schwächen haben: Webdienste und mobile Apps helfen dabei, jedes Ziel zu erreichen.

Jeder von uns hat Schwächen, die er er gerne beseitigen möchte – seien es Schwierigkeiten beim Fokussieren auf Aufgaben, ungesundes Essverhalten oder ein fehlender Überblick über die eigene Finanzlage. Viele Onlineservices und Smartphone-Apps schaffen Abhilfe. Wir listen zehn Vorschläge zur Selbstoptimierung:

Fokussierter arbeiten
Richtige Konzentration bei der Arbeit am Computer fällt in Zeiten von Facebook, Twitter und Konsorten manch einem zunehmend schwerer. Doch es gibt Techniken, die helfen können, wie zum Beispiel die Pomodoro-Technik. Focus Booster hilft beim Fokussieren und wird sowohl als Software als auch als Web-App angeboten. Wer sich mit der Zeitmessung schwer tut, kann sich mit der Chrome-Erweiterung Strict Pomodoro gezielt die Webseiten von beispielsweise Facebook und Google+ sperren lassen, sodass sie nur in den Pausenzeiten aufrufbar sind.

Den richtigen Taskmanager finden
ToDo-Apps gibt es wie Sand am Meer, und viele Tools haben ihr eigene Fangemeinde, was auf die sehr individuellen Bedürfnisse an die Taskmanager zurückzuführen ist. Einige empfehlenswerte Erfahrungsberichte sind hier zu finden: DoItTomorrow, Trello, Wunderkit vs. Do (Vergleich), Evernote. Das Wichtigste an einer ToDo-Liste ist und bleibt aber: Die Liste soll nicht nur erstellt, sondern auch Punkt für Punkt abgearbeitet werden.

Prozessabläufe automatisieren
Wer in Social Networks unterwegs ist, kennt das Problem mit dem Copy-Paste-Posting. Besonders wenn man ein eigenes Blog betreibt und seine Artikel ordentlich verbreiten will, ist viel Suchaufwand erforderlich, um die besten WordPress-Plugins, Facebook-Apps etc. zu finden – hier schafft ifttt eindeutig Abhilfe und erlaubt allerlei andere Optimierungen des digitalen Alltags. Nutzer von Android-Smartphones können mit Apps wie zum Beispiel Smart-Settings oder Llama Profile erstellen, die Strom sparen und die lästige, repetitive Tätigkeiten wie das regelmäßige Stummschalten beim Betreten des Besprechungsraumes obsolet machen.

Die eigenen Finanzen kontrollieren
Haushaltsbücher sind ein beliebtes Mittel, um Überblick und Kontrolle über die privaten Finanzen zu behalten. Vorgedruckte Bücher passen nicht jedem, Notizbücher zu Linieren bedeutet Aufwand, und täglich an das Ausfüllen der Excel-Tabelle zu denken, ist eine Kunst. TheBirdy ist eine Alternative: Individuelle Tags sorgen für eine einfache Kategorisierung der Ausgaben und ein täglicher E-Mail-Reminder, der sich einfach beantworten lässt, erinnert an das Eintragen. Mit automatisch erstellten Diagrammen behält man schnell den Überblick, wo das meiste Geld hingeflossen ist. Für genaue Auswertungen lassen sich CSV-Dateien herunterladen.

Aufwand für Angebote und Rechnungen reduzieren
Für Freelancer und Unternehmer im Bereich Webdesign, Webentwicklung oder Fotografie lohnt sich ein Blick auf die Apps Web Fee beziehungsweise Designfee, mit denen sich für Anfragen schnell Angebote mit Aufwandsschätzungen erstellen lassen. Für die Abrechnung gibt es unter anderem Billings, eine Mac- und iOS-Software zur Projektzeiterfassung gepaart mit Rechnungsmanagement. Zahlreiche weitere Geschäftsanwendungen haben wir hier und hier zusammengefasst.

Sich kontinuierlich fortbilden
Egal ob gezielt für den Job oder nur für die persönliche Weiterentwicklung: Man sollte niemals aufhören zu lernen. Wer gerne mit Karteikarten büffelt, sollte einen Blick auf CoboCards werfen. Auch existieren zahlreiche gute Fortbildungsangebote online. Einige ausgewählte sind:

Sprachen lernen
Duolingo
Radio Lingua Network
Livemocha
babbel
busuu

Programmieren lernen
Codeacademy
tryruby

An Onlinekursen oder Webinaren teilnehmen
MIT OpenCourseWare
500 free online courses from top universities
edudip

Gesundheitsziele setzen und einhalten
Für unsere Gesundheit tun wir viel: Übliche Vorsätze sind, genug Wasser zu trinken, täglich Joggen zu gehen, genug Schlaf zu bekommen oder nicht mehr so viel Alkohol zu trinken. Ideen und Anregungen finden sich genug, aber sich auch daran zu halten, kann mit den zahlreichen Einzelanwendungen wie Runkeeper, Runtastic und Co auch mühsam sein. Das Health Month Game macht ein Spiel daraus, eigene Ziele zu setzen und zu verfolgen. Mit der involvierten Community lässt sich auch die Motivation besser fördern.

Auf die Ernährung achten
Apps wie Foodspotting kennen die meisten bereits – man kann sie aber nicht nur nutzen, um im Social Web zu verkünden, was man gerade isst, sondern auch, um für sich selbst die Woche Revue passieren zu lassen und zu analysieren, wie ausgewogen die Ernährung eigentlich war. Wem das eigene bewusste Nachdenken darüber zu kompliziert ist, der kann sich The Eatery anschaffen. Die App präsentiert nach einigen vom User gemachten Angaben Statistiken über die gesundheitlichen Auswirkungen der Mahlzeiten.

Mit dem Rauchen aufhören
Eine der lästigsten Angewohnheiten, die viele an sich selbst stört, ist das Rauchen. Diese Gewohnheit kann man vielleicht besser mit dem richtigen Anreiz loswerden, zum Beispiel wenn man ans Geld denkt, und was man davon alles kaufen könnte. Nach Eingabe der Rauchgewohnheiten und gegebenenfalls eigener Wünsche liefert die Android-App Get Rich or Die Smoking in Echtzeit Statistiken, wie viel Geld man bereits gespart hat, um wie viel man statistisch betrachtet das eigene Leben verlängert hat und auch, um welche Werte man seine Gesundheit verbessert hat. So fällt vielleicht die Finanzierung des neuen Laptops oder Tablets deutlich leichter.

Gewohnheiten entwickeln und festigen
Gewohnheiten sind deutlich leichter auszuführen als tägliche Aufgaben. Doch wie schafft man es, sich an gewisse Abläufe zu gewöhnen? Auch hier kann Gamification eine unterstützende Rolle einnehmen: Mit Mindbloom können tägliche oder wöchentliche Aufgaben definiert werden. Nach einem Monat mit täglichen Mailerinnerungen und Abhaken am Ende des Tages dürften sich Aufgaben zu Routinen entwickeln haben, die so selbstverständlich sind wie das Zähneputzen am Abend.

(Foto: Flickr/laerteCC BY 2.0)

 

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7 Kommentare

  1. Wer genug vom Joggen hat und dennoch fit werden möchte: hoersport.de ausprobieren! Schickt mir eine Mail (sven@hoersport.de), und ich gebe euch einen kostenlosen Account für 6 Monate (10 Accounts zu vergeben!)

  2. Beim ersten Punkt: keine Ahnung, ich kann mich fokussieren, wenn es sein muss.

    Beim zweiten Punkt muss ich lautstark protestieren: Taskmgmt-Apps gehören zu den dümmsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte schlechthin. IMHO!

    Man versetze sich ein paar Tausend Jahre zurück und würde als (sagen wir mal..) Bronzezeitler den Drang verspüren, sein Dorf davon überzeugen zu müssen, dass man selbst der einzige, beste Führer/Bürgermeister für das nächste Zeitfenster wäre. Nehmen wir an, wir hätten eine genialst durchdachte Strategie parat. Diese würde dann natürlich erfordern, dass wir diese straff und lückenlos durchführen. Ok?

    Damit hätten wir: Motiv, Gelegenheit & Ausführungsplan parat.

    Sollten wir uns jetzt aus dem Nachbarsdorf für eine Hand voll Gold den dedizierten Taskmanager-Assistenten holen, und darauf vertrauen, dass der uns sagt was wir wann tun sollen? Äh, natürlich nur, nachdem wir ihm erst gesagt haben was wir wann irgendwann tun sollen.. (verstanden? *g*) … ?

    Oder würden wir unser (bis dato massiv unterfordertes) Bronzezeit-Gehirn eher selbst beanspruchen? Und nach wenigem Gedankenwirrwarr die Idee entwickeln, dass wir ja doch irgendwo irgendwas einfach total frei kreativ und impulsiv in die Welt kritzeln könnten? Also könnten wir unsere (ja schon vorhandenen) strategische Schritte auch schlicht und einfach nur niederschreiben. Nicht wahr?

    Ich habe das ungute Gefühl, dass all die Taskmanagement/TODO-Apps nur existieren, weil die User keinen Text-Editor haben bzw. verwenden bzw. weil sie nicht wissen, dass es sowas gibt und sie niemals mit so etwas gearbeitet haben, und/oder sich innerhalb dieses absolut frei gestaltbaren Raumes unsicher fühlen. Weil sie Angst haben etwas falsch zu machen.. dabei hatte niemand bisher erklärt was “falsch” sein könnte. Aber eben deshalb haben sie Angst. Offenbar bietet ein Texteditor ZUVIEL Freiheit für den Durchschnitts-User !! ??

    Dummer, liberaler, anarchischer, unsicher-welt-vergessener-terroristisch-verdächtiger Texteditor …

    Tja, für alle anderen genannten Alltagsbereiche sehe ich persönlich nicht wirklich Bedarf.

    Ganz ehrlich: wenn man gelernt hat seinen Texteditor zu lieben, dann wirken die meisten “Verwalte-Mich”-Apps wie ein großer dummer Witz.

    Leider sind diese Apps auch nur ein großer, dummer Witz (Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, immer her damit…).

    • PS: Für Alle, die etwas haptisches, analoges bevorzugen reichen meist auch Zettel und Stift ;-)

      Zettel & Stift sind ähnlich anarchisch wie ein Texteditor. Genau betrachtet sogar noch sehr viel mehr anarchischer — man könnte just Piktogramme, Fratzengesichter u.ä. zeichnen, statt nur der in der jeweiligen Kultur bekannten Zeichen. Man könnte sogar plötzlich von unten nach oben oder von rechts nach links zeichnen, und ganz viele mehr schlimme (schon wieder terroristisch-verdächtige) Dinge tun.

  3. PPS: ɯǝ1qoɹd ɹnoʎ ǝǝs ı ʞuıɥʇ ı

    Sorry, das passte aber noch ganz gut hier rein. Letzter Comment von mir. Werde jetzt weiter die Grenzen des analogen Zettel+Stift-Raumes erforschen (immerhin besser als den immer wieder gleichen Todo-List-App-Murks durchzuklicken) ;)

  4. Vielen Dank für den tollen Artikel.

    Der Link zum “Radio Lingua Network” führt zu Livemocha.

  5. Tausend dank. Die App Get Rich or Die Smoking ist der absolute Wahnsinn. Seltsamerweise ist sie kostenlos…

  6. Fuer Sprachen lernen vielleicht auch http://www.antosch-and-lin.com/ zu der Liste hinzufuegen! Danke