Videos und Musik:
Toggla macht das Smartphone
zur Multimedia-Fernbedienung

Das Krefelder Startup Tremeo hat mit Toggla eine Smartphone-Fernbedienung zum bequemen Abspielen von Medieninhalten über einen Computer entwickelt.

Computer werden dank des enormen Fundus an Video- und Audioinhalten im Netz immer mehr zu universellen Abspielstationen für Multimediainhalte, und bei versierten Nutzern ist ein an einen Großbildschirm, Beamer oder eine Stereoanlage angeschlossener Rechner mitunter die primäre Quelle zum Konsum von Serien, Filmen oder Musik. Es kommt dabei regelmäßig zu Situationen, in denen sich die Hardware außerhalb der Reichweite der eigenen Finger befindet. Das 2010 von Nadim Saoudi und Veith Semrau gegündete Startup Tremeo hat mit Toggla eine Fernbedienung für Smartphones entwickelt, die den schnellen und bequemen Zugang zu Medieninhalten über Rechner ermöglicht. In dieser Woche lancieren die Krefeler die geschlossene Beta-Phase ihres Dienstes (für Einladungen bitte am Ende des Artikels nachschauen).

Wer sein Smartphone dafür verwenden möchte, online abrufbaren sowie lokal gespeicherten Multimediacontent aus der Ferne zu bedienen, muss dazu den für Windows, Mac und Linux angebotenen kostenfreien Toggla-Client auf dem Rechner installieren, der anschließend zum Abspielen der Inhalte zum Einsatz kommen soll, und sich bei Toggla registrieren. Ist dies erledigt, kann jedes iPhone/iPad oder Android-Gerät in eine Toggla-Fernbedienung transformiert werden – entweder mittels einer über m.toggla.com erreichbaren Browser-App oder einer nativen Applikation (derzeit nur für iOS). Es spielt dabei keine Rolle, ob das mobile Gerät im selben WLAN angemeldet ist wie der entsprechende Rechner, da die Authentifizierung der Fernbedienung über die persönlichen Toggla-Benutzerdaten erfolgt.

Togglas mobile App erlaubt den Zugriff auf drei unterschiedliche Kategorien – Fernsehen, Radio sowie die lokale Festplatte des Rechners mit der Client-Software. In der Sektion Fernsehen stehen verschiedene Onlineinhalte aus den Mediatheken von ARD und ZDF sowie von YouTube und Vimeo zum Abruf bereit, ebenso wie On-Demand-Content einiger Nischensender, eine nach Genre sortierte Sammlung an frei im Web verfügbaren Filmen sowie Live-Streams von einem guten Dutzend TV-Sendern, die dabei mal direkt als Vollbild, mal aber auch als Website mit eingebettetem Stream im Toggla-Client geöffnet werden. Über das Smartphone kann die Lautstärke gesteuert sowie der jeweilige Stream angehalten oder beendet werden, außerdem erscheinen auf dem Display Informationen zum jeweiligen Programm.

Die Radio-Sektion ermöglicht das Anhören von Live-Streams einer Reihe öffentlich-rechtlicher Kanäle sowie von nach musikalischem Schwerpunkt sortierten Internetradios. Anwender haben die Wahl, ob sie die Audioinhalte über die Toggla-Smartphone-App oder den angeschlossenen Rechner mit dem Toggla-Client streamen wollen.

Neben dem Abrufen von Filmen, Clips und Radioübertragungen aus dem Netz fungiert die Toggla-Fernbedienung auch als Werkzeug, um auf lokal gespeicherte Inhalte des Computers zuzugreifen. Die App präsentiert dazu die jeweilige Ordnerstruktur und ist in der Lage, gängige Video-, Audio- und Bild-Formate darzustellen beziehungsweise zu starten. Grafikdateien können direkt auf dem Smartphone angezeigt werden, Musikdateien sowie Videos laufen auf dem Rechner mit dem Toggla-Client.

Togglas aktueller Status als geschlossene Beta-Version ist gerechtfertigt. Während die grundsätzlichen Features einsatzbereit sind und funktionieren wie angepriesen, fehlt der App noch der letzte Feinschliff. Dies betrifft sowohl optische Aspekte – alles wirkt noch etwas kantig und unfertig – als auch die Bedienung an sich, die einen nicht ganz so locker-flockigen und geschmeidigen Eindruck macht, wie man es von anderen Multimedia-Apps gewohnt ist. Die eigentliche Fernbedienung hält, was sie verspricht, und obwohl die Befehle zur Steuerung den Umweg über das Web machen, reagiert der Client nahezu in Echtzeit auf die über das Smartphone gegebenen Anweisungen.

Wie immer bei Angeboten, die öffentlich im Web verfügbare Medieninhalte aggregieren (wie zuletzt beispielsweise myTVLink), hält sich die Auswahl in Grenzen. Wirkliche Blockbuster oder aktuelle Serienhighlights sucht man vergeblich. Toggla-Mitgründer Nadim Saoudi weist darauf hin, dass man sich mit Sendern und Rechteinhabern in Verhandlungen befände, um noch mehr Inhalte anbieten zu können. Schön ist deshalb die Integration lokal gespeicherter Inhalte. Gerade für Anwender mit großen MP3-Sammlungen könnte Toggla eine ideales Tool sein, um diese aus der Ferne zu steuern.

Geld verdienen will das momentan zehn Mitarbeitende zählende Startup aus Nordrhein-Westphalen unter anderem durch eine Umsatzbeteiligung an vermittelten kostenpflichtigen On-Demand-Inhalten (bisher nicht vorhanden), die Einblendung von Werbung, Affiliate-Programme für kontextrelevante Produkte sowie die von Partnern gewünschte Darstellung zusätzlicher Informationen zu einer Sendung auf dem Second Screen.

Finanziert wird Toggla-Macherin Tremeo durch nicht näher genannte private Investoren. Demnächst sollen weitere Kapitalgeber an Bord geholt werden, die nicht nur Geld sondern auch Expertise und ihr Kontaktnetzwerk zur Verfügung stellen – gerade wenn es darum geht, professionellen Mediencontent zu integrieren, sind gute Kontakte sehr hilfreich.

Auf der Roadmap steht die Veröffentlichung einer nativen Android-App, die Aufnahme weiterer Fernsehsender, die Optimierung des Produkts sowie die Platzierung von Toggla auf Set-Top-Boxen und Connected TVs. Ebenfalls angedacht ist die Lancierung einer englischsprachigen Version und ein Launch in Großbritannien und den USA.

Welche Aussichten Toggla mittelfristig im Markt haben wird, hängt von der Fähigkeit der Macher ab, möglichst viele Inhalte vorweisen und den Client auf eine Vielzahl von Hardware-Plattformen bringen zu können – bei denen Toggla trotz bereits vorhandener Fernbedienung und Software zum Zugriff auf Onlineinhalte noch einen Mehrwert leisten kann.

Wir haben 20 Einladungen zur geschlossenen Beta-Phase von Toggla. Hinterlasst bei Interesse einen entsprechenden Kommentar unter Angabe einer validen E-Mail-Adresse im dafür vorgesehen Feld. Die ersten 20 sind dabei!

Update: Die Invites sind weg.

Link: Toggla

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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22 Kommentare

  1. Interessante Idee, Bin gespannt auf die Umsetzung, und freue mich über eine Einladung. Danke ;-)

  2. Find auch das sich das nicht schlecht anhört. Freu mich auch über eine Einladung!

  3. Freue mich auch über ein Invite.

  4. Klingt wirklich interessant, da würde ich mich doch auch über einen Invite freuen… ;)

  5. Klingt
    Interessant. Haette gerne eine Einladung

  6. Sehr interessante Artikel, ich bin von der Idee sehr begeistert!
    Ich würde mich auch sehr über eine Einladung freuen:-)

  7. Sehr interessanter Artikel, ich bin von der Idee sehr begeistert!
    Ich würde mich auch sehr über eine Einladung freuen:-)

  8. ich waer auch gerne dabei

  9. bitte an mich! :)

    danke

  10. Hallo,

    Würde mich auch sehr über eine Einladung freuen!

    Danke und LG,
    Christian

  11. Würd mich auch über eine Einladung freuen!

    danke sehr

  12. Ich würde das auch sehr gerne testen.

    Grüße

    Oliver Benduhn

  13. Hey,

    Habe großes Interesse an einer Einladung ;)

    Gruß Marcel

  14. Ebenso gerne eine Einladung.

    Und du meinst wohl Nordrhein Westfalen ;)

  15. wuerd ich auch gerne ausprobieren. gruss, m

  16. Danke für die Vorstellung dieses Dienstes! Ich würde mich über eine Einladung freuen. :)

  17. würde mich sehr über eine Einladung freuen
    mfg tina

  18. Ja, ich möchte bitte eine Einladung. Danke!

  19. Wäre auch gerne mit dabei :-)

  20. Und ich auch noch.;-)

  21. Damit sind alle Invites weg.

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