Automatisierte Dateiprozesse:
Wappwolf maximiert Produktivität
des Google Drive

Das österreichische Startup Wappwolf hat sein beliebtes Tool zur Automatisierung von Dateiprozessen bei Dropbox auf Google Drive ausgeweitet. Anhänger produktiven Arbeitens mit der Cloud wird es freuen.

Mit dem DropboxAutomator gelang dem aus Österreich stammenden Startup Wappwolf Anfang des Jahres nicht nur ein echter Coup sondern auch der Durchbruch nach längerer Phase des Experimentierens. Das Tool erlaubt es Nutzern, für bei dem Speicher- und Synchronisationsdienst Dropbox abgelegte Dateien automatisierte Prozesse zu definieren. So können beispielsweise Fotos verkleinert, Formate konvertiert oder Files an externe Services wie Evernote oder Amazon Kindle geschickt werden – ohne dass Anwender dazu auch nur einen Finger krumm machen müssen. Eine Million Dateien wurden von dem Dienst seit dem Debüt bearbeitet.

Und weil das Werkzug bei Anwendern so gut ankam, entschloss sich das mittlerweile zwölfköpfige Wappwolf-Team, das Niederlassungen in San Francisco und Wien betreibt, seinen Fokus künftig vollständig auf automatisierte Bearbeitungsprozesse für Dateien bei einschlägigen Cloudspeicherdiensten zu legen. Aus dem DropboxAutomator wurde in Vorbereitung der Erweiterung auf zusätzliche Storageanbieter der “WappwolfAutomator for Dropbox”. Mit dem neuen WappwolfAutomator for Google Drive erhält dieser jetzt Gesellschaft.

Googles Dropbox-Konkurrent erblickte bekanntlich in der vergangenen Woche als Neufassung von Google Docs das Licht der digitalen Welt. Das neue Tool bringt nun die vom WappwolfAutomator für Dropbox bekannten Funktionen zu Googles Cloudangebot. Die Einrichtung der sogenannten “Actions”, also automatisierter Bearbeitungsvorgänge für Dateien, verläuft nach dem bekannten Muster:

Zuerst autorisieren Anwender den Zugriff auf ihr Google Drive. Anschließend präsentiert ihnen der WappwolfAutomator eine Liste ihrer dort angelegten Ordner. Nun wählen sie das Verzeichnis, welches von WappwolfAutomator berücksichtigt werden soll (oder erstellen ein neues) und anschließend die Aktion, die auf sämtliche Dateien anzuwenden ist, die sich in diesem Ordner befinden oder dort in Zukunft abgelegt werden. Zur Auswahl stehen mehrere Dutzend Prozesse, von “Upload to Slideshare” und “Send to your Kindle” über “zu PDF konvertieren”, “zu Picasa hochladen” bis zu “E-Mail it” und “Upload it to Box” beziehungsweise “Upload it to Microsoft SkyDrive”. Ein Klick auf “Add Action” aktiviert die Aktion, die künftig vollautomatisch durchgeführt wird.

Einsatzszenarien gibt es enorm viele. Ein Naheliegendes wäre das Anfertigen eines Backups sämtlicher Dateien bei einem weiteren Cloudspeicherservice – selbst wenn ein längerer Ausfall oder eine kurzfristige Abschaltung von Google Drive derzeit eher unwahrscheinlich ist.

Der Nutzwert der Integration für Anwender des jüngsten Google-Angebots sowie der potenzielle Produktivitätszugewinn, der mit dem Einsparen der manuellen Bearbeitung von Dateien einhergeht, ist offensichtlich. Demnächst sollen auch Anwender von Box (ehemals Box.net) sowie Microsoft SkyDrive in den Genuss einer eigenen Fassung des WappwolfAutomators kommen. Dem Tool fehlt noch immer etwas die optische Eleganz (so wie sie ifttt aufweist, das Wappwolf-Pendant für Onlineprozesse). Am Erfolg wird dies das momentan konkurrenzlose Angebot nicht hindern.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

Linkwertig: Google Drive, Berlin, ICANN, Facebook

17.3.2014, 0 KommentareLinkwertig:
Google Drive, Berlin, ICANN, Facebook

Nach Wien hat nun endlich auch Berlin eine eigene Top Level Domain und mehr.

Google Drive und Google+ rücken zusammen: Kollaboration als Alleinstellungsmerkmal

1.11.2012, 1 KommentareGoogle Drive und Google+ rücken zusammen:
Kollaboration als Alleinstellungsmerkmal

Nutzer von Google Drive können Office-Dokumente und Dateien ab sofort direkt mit ihren Kontakten bei Google+ teilen. Sich als Kollaborationsplattform zu positionieren, hilft dem Internetkonzern, sein soziales Netzwerk besser von der Konkurrenz abzuheben.

Linkwertig: Echobot, Smiley, Zeitungen, Google Drive

20.9.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Echobot, Smiley, Zeitungen, Google Drive

Der Smiley wurde 30 Jahre alt und mehr.

Datei-Anhänge: Wunderlist mausert sich zum Dropbox-Wettbewerber

25.7.2013, 4 KommentareDatei-Anhänge:
Wunderlist mausert sich zum Dropbox-Wettbewerber

Das Berliner Startup 6Wunderkinder erweitert das kostenpflichtige Angebot seiner To-Do-App Wunderlist um einen Dateianhang. Eine schöne Erweiterung, die den Dienst in die Nähe von Dropbox rückt.

Cloudspeicher: Nach BoxCryptor will auch SharedSafe Dropbox-Dateien verschlüsseln

10.5.2013, 5 KommentareCloudspeicher:
Nach BoxCryptor will auch SharedSafe Dropbox-Dateien verschlüsseln

Nach BoxCryptor widmet sich das zweite bayerische Startup der Verschlüsselung von Dateien bei Dropbox. Nebenbei kann SharedSafe auch jedes IMAP-E-Mail-Konto in Onlinespeicher zum Dateiabgleich und Filesharing verwandeln.

Wappwolf-Macher starten neu: iBeam.it soll Grenzen zwischen Plattformen niederreißen

10.1.2013, 1 KommentareWappwolf-Macher starten neu:
iBeam.it soll Grenzen zwischen Plattformen niederreißen

Die Macher des Cloud-Automatisierungsspezialisten Wappwolf haben iBeam.it lanciert, einen Service, mit dem sich bei einem Onlinedienst abgelegte Dateien von Freunden, Bekannten oder Kollegen über andere Cloudservices abrufen lassen.

Linkwertig: Google, Verlage, Angst, Kunst

11.4.2014, 0 KommentareLinkwertig:
Google, Verlage, Angst, Kunst

Der mit den deutschen Verhältnissen wohl nicht besonders gut vertraute Eric Schmidt appeliert an die Vernunft der Verlage und mehr.

Typische Fehler: Fünf Dinge, die selbst einen Produktivitätsmaximierer immer wieder bremsen

13.3.2014, 1 KommentareTypische Fehler:
Fünf Dinge, die selbst einen Produktivitätsmaximierer immer wieder bremsen

Auch wer über Selbstdisziplin verfügt und ein Verständnis dafür hat, was die eigene Produktivität behindert, ist nicht gegen Fehler gefeit, die den optimalen Arbeitsablauf einschränken.

Evernote: Das etwas andere Internetunternehmen

12.12.2013, 4 KommentareEvernote:
Das etwas andere Internetunternehmen

In vielen Punkten unterscheiden sich Evernote und dessen CEO Phil Libin von anderen Akteuren der Internetbranche. Da passt es, dass das US-Unternehmen mittlerweile fast ein Drittel seines Umsatzes mit physischen Produkten erwirtschaftet.

Scheitern: Ein wichtiger Beitrag für alle Gründer

25.3.2013, 5 KommentareScheitern:
Ein wichtiger Beitrag für alle Gründer

Nach fast drei Jahren und diversen Transformationen streicht das österreichische Startup Wappwolf die Segel. In einem ausführlichen Blogbeitrag blickt Gründer Michael Eisler auf die ereignisreiche, von einigen Höhen und vielen Tiefen geprägte Zeit zurück. Alle Web-Entrepreneure sollten ihn gelesen haben.

Wappwolf-Macher starten neu: iBeam.it soll Grenzen zwischen Plattformen niederreißen

10.1.2013, 1 KommentareWappwolf-Macher starten neu:
iBeam.it soll Grenzen zwischen Plattformen niederreißen

Die Macher des Cloud-Automatisierungsspezialisten Wappwolf haben iBeam.it lanciert, einen Service, mit dem sich bei einem Onlinedienst abgelegte Dateien von Freunden, Bekannten oder Kollegen über andere Cloudservices abrufen lassen.

Wenn Erwartungen sich nicht erfüllen: Die neue Sichtweise  auf Startup-Misserfolge

2.10.2012, 16 KommentareWenn Erwartungen sich nicht erfüllen:
Die neue Sichtweise auf Startup-Misserfolge

Die hiesige Startup-Szene unterscheidet sich in vielen Punkten von der US-amerikanischen. Ein gravierender ist der Blick auf die Konsequenzen aus gescheiterten Vorhaben. Doch mittlerweile bewegt sich hier auch in Deutschland etwas.

Ein Pingback

  1. [...] Nachdem das Startup im vergangenen Jahr in Teilen von Wien ins Silicon Valley zog und dort mit der Entwicklung des WappwolfAutomator durchaus einen Achtungserfolg hinlegte, erkannte das Management, dass Wappwolf trotz 85.000 Usern [...]

 
vgwort