Ein Stream für alle Cloud-Apps:
Hojoki hat 20.000 Nutzer und veröffentlicht mobile Version

Das Chemnitzer Startup Hojoki hat sich zum Ziel gesetzt, alle von Anwendern für die digitale Arbeit eingesetzten Clouddienste unter einem Dach zu aggregieren. In fünf Monaten haben sich 20.000 Nutzer registriert. Ab Freitag steht ihnen auch eine mobile Version zur Verfügung.

Während die aus Berlin stammende Produktivitätssuite Wunderkit zu Jahresbeginn mit viel Vorarbeit beanspruchender Presse- und Nutzeraufmerksamkeit ihr Debüt gab, wählte das konkurrierende Chemnitzer Startup Hojoki eine im Vergleich zurückhaltendere Launchstrategie, die ihm nicht auf einen Schlag 100.000 freiwillige Beta-Anwender servierte. Das hatte zwar zur Folge, dass die Hojoki-Gründer Martin Böhringer, Lutz Gerlach, Danilo Härtzer und Thilo Schmalfuß zu Beginn im Schatten der Hauptstädter agierten und um jede Beachtung kämpfen mussten, ersparte dem jungen Unternehmen aus Sachsen aber auch die auf jede über die Stränge schlagende Euphorie folgende Ernüchterung, mit der Wunderkit nach der Lancierung konfrontiert wurde.

Und während der Berliner Konkurrent, der sich im Gegensatz zu Hojoki an eine breitere, weniger professionell ausgerichtete Anwenderschaft richtet, nun darauf hinarbeiten muss, die hohen Erwartungen in ihn zu erfüllen, veröffentlicht das Hojoki-Team in regelmäßigen Abständen und ohne unmittelbaren Erfolgsdruck neue Funktionen und Integrationspunkte mit externen Diensten. Hojoki erlaubt die Verknüpfung mit externen Cloud-Applikationen, um dortige Aktivitäten in einem kollaborativen Stream gesammelt darzustellen (hier unser erster Review).

Fünf Monate nach dem Launch auf der LeWeb-Konferenz haben sich 20.000 Nutzer bei Hojoki registriert, verriet uns Mitgründer Lutz Gerlach. Für einen primär auf Produktivitätsenthusiasten und begeisterte Anwender diverser Cloud-Applikationen ausgerichteten deutschen Service im Beta-Stadium mit Firmensitz außerhalb der üblichen Tech-Cluster ist dies ein beachtliches Resultat. 15 Onlinedienste lassen sich mittlerweile mit dem in der Testphase kostenfreien Angebot verbinden, darunter Dropbox, Evernote, Github, Google Calendar, Zendesk und Twitter. Seit Ende Januar wird auch Google Reader unterstützt. Das Hojoki-Team ist mittlerweile auf zehn Personen angewachsen. Die Mittel dafür kommen aus einer im November verkündeten Finanzspritze in Höhe von rund 500.000 Euro.

Bisher ließ sich Hojoki lediglich über stationäre Rechner verwenden – im Jahr 2012 ist dies jedoch zweifellos eine Wachstumbremse. Am Freitag werden die Chemnitzer auf der The Next Web-Konferenz in Amsterdam den Startschuss für ihre mobile Version geben. Um möglichst kein Smartphone-Betriebssystem auszuschließen, kommt eine (ab Ende der Woche) über mobile.hojoki.com zu erreichende Browser-App zum Einsatz. Eine Woche später sollen dann native Apps für iPhone und Android folgen.

Apropos The Next Web: Hojoki-Co-Founder Lutz Gerlach berichte uns stolz, dass das Unternehmen als einziger Kandidat aus Deutschland bei der “The Next Web Startup Rally 2012” dabei sein wird. 19 junge Internet- und Mobile-Firmen werden sich und ihr Angebot vor potenziellen Kapitalgebern, Branchenkennern, Journalisten und der Jury präsentieren.

Hojoki gehört wie Wunderkit, smarchive, doctape und doo zur “Neuen Deutschen Produktivitätswelle” – Startups, die sich auf die Fahne geschrieben haben, Ordnung, Effizienz und Struktur in den digitalen (Arbeits-)Alltag zu bringen, ohne dabei aber Optik und Freude bei der Anwendung zu vergessen.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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Ein Kommentar

  1. Wir hoffen, ihr drückt uns die Daumen auf Twitter, wenn unser CEO Martin Böhringer am Freitag 14:00 Uhr in Amsterdam pitcht! Livestream gibt’s auch irgendwo unter http://thenextweb.com/conference/

vgwort