rightclearing:
restorm.com will die digitale Musiklizenzierung auf den Kopf stellen
Seit 2011 können Künstler und Labels ihre bei der Zürcher Musikplattform restorm.com hochgeladenen Songs zur Lizenzierung freigeben. Mit rightclearing starten die Schweizer heute einen Dienst für private und gewerbliche Nutzer, um in drei Schritten Lizenzen für beliebige Projekte zu erwerben.
rightclearing richtet sich sowohl an Profis wie Filmschaffende oder Werbeagenturen als auch an Privatpersonen, die für ihr nächstes YouTube-Video eine passende Hintergrundmusik suchen. Das Ziel des neuen Angebots ist es, den bisher mit viel bürokratischem Aufwand verbundenen Prozess der Lizenzierung radikal zu vereinfachen.
In drei Schritten zur Nutzungslizenz
In drei Schritten können Anwender die gewünschten Titel suchen, ihr Projekt definieren und direkt online bezahlen. Anschließend erhalten beide Parteien – das Label oder der Künstler sowie der Lizenznehmer, einen rechtsgültigen Vertrag, woraufhin der Prozess abgeschlossen ist.
Doch rightclearing möchte nicht nur den Lizenzierungsvorgang vereinfachen, sondern auch beim Auffinden der geeigneten musikalischen Untermalung helfen. Besucher der Website können dazu eine beliebige MP3-Datei in das Suchfeld ziehen oder manuell hochladen, woraufhin eine Liste zur Lizenzierung bereitstehender, ähnlich klingender Musikstücke ausgegeben wird. Zwar findet man auf rightclearing keine Madonna-Hits zur günstigen Lizenzierung, aber womöglich vergleichbare Titel anderer, unabhängiger Künstler. Alternativ kann die Suche auch anhand von Kriterien wie Genre, Instrument oder Eigenschaften durchgeführt werden.

Die Kosten für eine Lizenzierung hängen von den Rahmenbedingungen und Intentionen des jeweiligen Projektes ab. Zu den Kriterien, die Einfluss auf den Preis nehmen, zählen die Art des Projektes (z.B. Onlinevideo, Computerspiel, Audiowerbung), ihr kommerzieller Status (ja/nein) sowie die Bereitschaft zur Angabe des Künstlers (ja/nein).
Knapp 12.000 Songs stehen zum Start bereit, die jeweils von Künstlern oder Labels bei restorm.com hochgeladen und für die Lizenzierung ausgewählt wurden. Im Rahmen der Vorstellung von rightclearing wird das Startup aus der Alpenrepublik auch eine Partnerschaft mit der führenden Musiklizenzierungsplattform Rumblefish bekannt geben. Dank der Zusammenarbeit soll die Zahl bei rightclearing zur Lizenzierung angebotenen Stücke in den nächsten Wochen schnell die Marke von 100.000 erreichen.
Direkter Vertrag zwischen Künstler und Lizenznehmer
Der entscheidende Unterschied von rightclearing zu anderen Lizenzierungsanbietern wie beispielsweise Jamendo Pro (restorm.com und Jamendo gaben jüngst eine Partnerschaft bekannt) oder dem von Rumblefish betriebenen Friendly Music liegt darin, dass Lizenzgeber und Lizenznehmer einen direkten Vertrag miteinander schließen. rightclearing und restorm.com agieren lediglich als temporäre Vermittlungsstation. Der Lizenzgeber erhält 100 Prozent des festgelegten Preises. rightclearing schlägt eine zehnprozentige Provision auf den Endpreis für den Lizenznehmer auf.
Neben der Schaffung einer neuen Erlösquelle profitiert die Schweizer Firma auch von einer steigenden Reichweite und Bekanntheit ihrer Musikcommunity. Parallel zur Lizenzierungsoption erlaubt restorm.com den bei dem Dienst vertretenen Künstlern den Direktverkauf ihrer digitalen Musik – dabei verbleibt jeweils eine Provision von zehn Prozent bei restorm.com. Der Service stellt Interpreten und Labels zudem ein Widget bereit, damit diese bequem über ihre eigenen Websites oder Social-Web-Profile Songs zum Download oder zur Lizenzierung feilbieten können.
Superlative und Zitate von Branchenexperten in der uns vorab zur Verfügung gestellten Pressemitteilung von restorm.com sowie der internationale Launch mit Startpunkt New York verdeutlichen die hohen Erwartungen, die das restorm.com-Team um CEO Philippe Perreaux in ihr neues Baby steckt. Der zitierte Direktor des MIT MEDIA LAB und Internet-Investor Joi Ito glaubt, dass rightclearing alle Voraussetzungen mitbringt, “um den Markt der Musiklizenzierung radikal zu erneuern”. Wir werden sehen, ob er Recht behält.
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Interessante, richtungweisende Projekte, die den etablierten Labels und Verwertungsdinos hoffentlich ein bisschen Dampf machen.