Suchmaschine für die persönliche Cloud:
Greplin verdient mehr Beachtung

Von Greplin, der Suchmaschine für persönliche Clouddienste, hört man vergleichsweise wenig. Dabei handelt es sich um einen äußerst nützlichen Service, der mehr Beachtung verdient.

Die schnelllebige Startup- und Internetlandschaft ist von vielen kurzen und einigen länger anhaltenden Begeisterungswellen geprägt. Dabei geschieht es schnell, dass einzelne Anbieter durch smarte Pressearbeit, eine durchdachte Verknappungsstrategie oder besonders prominente Gründer und Investoren überproportional im Rampenlicht stehen, während andere, mitunter sogar bessere Services deutlich weniger Beachtung finden.

Ein Dienst, der meines Erachtens nach ein zu geringes Maß an Aufmerksamkeit erfährt und eigentlich genug Substanz für einen länger anhaltenden Hype hat, ist die persönliche Cloudsuchmaschine Greplin. Wir haben schon häufiger über das Startup aus San Francisco berichtet, das die persönlichen Konten einschlägiger Webdienste wie Dropbox, Google Docs, Google Reader oder Twitter durchsucht.

Wie genau es um Greplin steht, ist schwer zu sagen – in den internationalen Tech-Blogs liest man vergleichsweise selten über den Dienst – dessen Gründer heute gerade mal 20 Jahre alt ist. Aktualisierungen der Funktionalität allerdings erfolgen in regelmäßigen Abständen, und gerade heute fiel mir wieder einmal auf, wie unglaublich nützlich Greplins iPhone-Applikation eigentlich ist.

Ich erinnerte mich in der U-Bahn an einen Artikel über ein neues Startup, den ich in der vergangenen Woche in meinem RSS-Reader gelesen hatte. Der Name allerdings war mir entfallen. Nur die Stichworte “Find my Friends” und “Facebook” aus der Überschrift kamen mir noch in den Sinn. Also öffnete ich Greplins iPhone-App und startete eine Suche nach genau diesen Begriffen. Daraufhin initiierte Greplin eine Suche durch sämtliche meiner angeschlossenen Clouddienste und förderte innerhalb weniger Sekunden den entsprechenden RSS-Artikel aus dem Google Reader zu Tage (dieser war es).

Ich kenne keinen schnelleren Weg, um meinen RSS-Reader, Google Docs, Dropbox und andere beliebte Webservices auf einen Schlag zu durchsuchen. Auch Facebook, Twitter und LinkedIn lassen sich mit Greplin verbinden, was das bequeme Auffinden von Personen aus dem persönlichen Kontaktnetzwerk ermöglicht.

Greplin ist nichts für Personen, die in Bezug auf die Freigabe ihrer persönlichen Daten sensibel sind – immerhin gewährt man dem kalifornischen Startup genau dies. Andererseits reicht es ja, Greplin für ausgewählte Dienste zu autorisieren – wie beispielsweise nur den Google Reader, sofern man diesen intensiv einsetzt.

Es ist nicht immer leicht, aus der Masse der um die Zeit und Aufmerksamkeit der Anwender kämpfenden Onlinedienste und Apps die herauszufiltern, die einen dauerhaften Nutzen bringen und es tatsächlich wert sind, ausprobiert zu werden. Greplin fällt eindeutig in diese Kategorie – besonders aus Sicht eines iPhone-Anwenders (für andere Smarthones gibt es eine mobile Version).

Link: Greplin

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2 Kommentare

  1. Schawn S.
    schrieb am 20. Februar 2012 um 16:00 Uhr (#)

    Greplin ist nichts für Personen, die in Bezug auf die Freigabe ihrer persönlichen Daten sensibel sind – immerhin gewährt man dem kalifornischen Startup genau dies.

    Genau das könnte aber ein Problem werden. Die Kunden werden in der Hinsicht immer skeptischer. Und auch die Industrie scheint sich da Gedanken zu machen:

    http://theeuropean.de/ren…7-maxime-datenschutz

    1. Holtwick
      schrieb am 20. Februar 2012 um 17:45 Uhr (#)

      Was den Datenschutz betrifft, so könnte vielleicht die Mac App ‘Favs’, an der ich gerade arbeite, eine interessante Alternative sein. Favs sammelt lokal alles was der User online in seinen Sozialen Netwerken ‘gefaved’ hat und macht es durchsuchbar. Dabei ist kein Webdienst involviert, alles passiert nur auf dem eigenen Rechner. Momentan kann die public Beta hier herunter geladen werden http://www.favsapp.com

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