Personalisierte Suche:
Warum Googles Vorstoß
viel Kritik erntet

Die Vereinigung von Googles Suchmaschine mit Google+ sorgt für gemischte Reaktionen. An Angriffspunkten mangelt es den Kritikern nicht.

Google personalisiert ab sofort die Suchergebnisse für eingeloggte Nutzer seiner US-Version mittels einer engen Verknüpfung mit Google+. Eine ausführliche Beschreibung der drei neuen Funktionen findet ihr bei Spiegel Online. In aller Kürze: Ergebnisseiten beinhalten auf die persönlichen Präferenzen zugeschnittene Inhalte aus dem eigenen Google+-Netzwerk, bei der Suche nach Personen werden Google+-Profile vorgeschlagen, zudem liefert Google zum jeweiligen Suchkontext passende Vorschläge für Google+-Nutzer.

VentureBeat bezeichnet den Schritt als die weitreichendste Veränderung der Google Suche in einer Dekade. Entsprechend laut ist das Echo der US-Tech-Presse. Während auch positive Stimmen zu hören sind, mischen sich vielerorts Bedenken und Befürchtungen in die Berichterstattung zur nicht unerwartet kommenden Teil-Fusion der Google-Suche mit Google+. An Angriffspunkten mangelt es dabei nicht. Folgende Aspekte sorgen für Unmut bei Beobachtern und Konkurrenten:

Fehlende Integration anderer Social-Web-Dienste
Unter dem Slogan “Search plus Your World” – “Suche und deine Welt” – präsentiert Google die Verschmelzung seiner Suche mit dem im Sommer 2011 gestarteten sozialen Netzwerk. Doch “Your World” sollten Anwender dabei nicht zu wörtlich nehmen: Denn berücksichtigt wird dabei ausschließlich Google+. Kontakte, Daten und Inhalte aus Facebook, Twitter und von anderen Social-Web-Plattformen werden von der neuen, personalisierten Suche nicht in besonderer Form indexiert. Kurzum: User, die Google+ nicht aktiv verwenden, werden nicht in den Genuss der neuen Möglichkeiten kommen.

Furcht der Konkurrenz vor Benachteiligung
Je mehr Google+-Inhalte Google in seiner Suchmaschine bevorzugt – zum Beispiel in Form von Personensuchen, die schon bei der Eingabe des Namens passende Google+-Profile vorschlagen – desto unruhiger rückt die Konkurrenz auf ihren Stühlen hin und her. Während Facebook sich noch nicht zu den Neuerungen geäußert hat, bezeichnet Twitter den Vorstoß als “schlecht für Nutzer, Publisher, Medienorganisiationen und Twitter-Anwender”. Google reagierte verwundert auf diese Aussage, habe sich der Microbloggingdienst doch im Sommer dazu entschlossen, die in der Vergangenheit existierende Vereinbarung mit Google über die Indexierung von Tweets nicht zu verlängern. Während die genauen Details nur den beteiligten Parteien bekannt sind und Schuldzuweisungen deshalb mit Vorsicht genossen werden sollten, sind die zunehmenden Spannungen zwischen den großen US-Internetfirmen in Folge der Forcierung von Google+ offensichtlich.

Konzeptionelle und kartellrechtliche Bedenken
Im November erläuterte ich Googles Strategieschwenk, nach 13 Jahren mit dem alleinigen Ziel, Anwender schnellstmöglich von der eigenen Site wegzuschicken, künftig Weg und Ziel gleichzeitig sein zu wollen. Google möchte Anwender vermehrt im eigenen Universum halten, was dem Webriesen nicht nur einen Interessenkonflikt beschert, sondern womöglich auch die ohnehin argwöhnisch das Treiben des Unternehmens beobachtenden Kartellwächter auf den Plan rufen könnte. Mehrere US-Kommentatoren halten dies angesichts der Art, wie Google seine dominierende Marktstellung im Suchsegment dafür ausnutzt, um Suchenden Google+ aufzudrängen, für möglich.

Art und Weise, wie Google+ Nutzern aufgedrängt wird
Apropos “aufdrängen”: Die Art und Weise, wie der Suchmaschineprimus seinen Anwendern aus internen strategischen Gründen kaum eine Wahl lässt, NICHT auf Google+ aufmerksam zu werden, irritiert nicht nur mich. Das Vorgehen erinnert an hartnäckige Verkäufer in Einkaufszentren, die einem immer und immer wieder ein neues Mobiltelefon mit Vertrag aufschwatzen wollen, obwohl man schon zwei Smartphones zu Hause hat. Würde diese Taktik nicht funktionieren, gäbe es besagtes Vertriebspersonal nicht. Nervig ist ihr Verhalten trotzdem.

Bei aller Kritik darf allerdings nicht ignoriert werden, dass Googles Situation keineswegs einfach ist: Noch immer mit sprudelnden Gewinnen aus dem Geschäft mit der Suchwortvermarktung gesegnet, muss das Unternehmen die potenzielle Bedrohung durch Social-Search-Konzepte und damit vorrangig durch Facebook ernst nehmen. Agiert Google nicht und verlässt sich auf die vermeintliche Zeitlosigkeit des heutigen Such-Prozederes, könnte sich dies eines Tages rächen. Dass das Unternehmen versucht, einem künftigen Bedeutungsverlust vorzubeugen und dabei auch das Risiko nicht scheut, ist daher richtig. Nur ob der gewählte Weg der beste ist, darüber kann man ausgiebig philosophieren. Aber immerhin gestattet der Konzern seinen Nutzern, die Melange aus Google und Google+ per Knopfdruck auszuschalten.

Weitere Meinungen aus der deutschsprachigen Blogosphäre zum Beispiel hierhierhier und hier.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

17 Kommentare

  1. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.
    Die Suchmaschine google.de oder google.com gehört nunmal Google. Wird es jetzt verboten auf seiner eigenen Seite die eigenen Produkte zu bewerben?

    Warum hat sich keiner aufgeregt als bing.com seine Suchergebnisse mit Facebook-Kontakten personalisiert hat?

    Oder warum beschweren wir uns dann nicht gleich auch noch dass Apple auf seiner Homepage keine Toshiba-Notebooks verkauft?

    Wir sollten aufwachen, es ist doch wohl mehr als abwegig wenn Google seine größten Konkurrenten auf seiner Seite bewerben würde. Macht Facebook ja auch nicht. bing ebensowenig. Apple auch nicht. Einfach Keiner.

    Ich denke das haben sich Facebook & Twitter selbst zuzuschreiben. Es sind genau diese beiden Unternehmen die nicht an einer Partnerschaft mit Google interessiert waren als es Google wollte. Aber jetzt darüber aufregen dass Google auch mal sein eigenes Ding durchzieht.

    Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch ziemlich lächerlich.

    so far, Simone

    • Windows gehörte auch Microsoft, und trotzdem erhielt das Unternehmen eine Wettbewerbsstrafe, weil es seine führende Position im OS-Markt ausgenutzt hat, um den Internet Explorer zu pushen.

      Warum hat sich keiner aufgeregt als bing.com seine Suchergebnisse mit Facebook-Kontakten personalisiert hat?

      Hätte Bing in vielen Ländern einen Marktanteil von über 90 Prozent (wie Google), hätte es diese im Angesicht des Microsoft Investments in Facebook vermutlich geboten.

      Solange man klein ist, kann man sich vieles erlauben. Steht man erst einmal an der Spitze und dominiert eine Branche, hat jede Entscheidugn weitreichende Auswirkungen und wird entsprechend kritischer beäugt.

    • Als marktbeherrschendes Unternehmen unterliegt man anderen Regulierungen als Unternehmen mit geringem Marktanteil.

      Beispiel Deutsche Telekom. Sie muss sich ihre Preise von der Bundesnetzagentur genehmigen (in immer wenigen Bereichen, da die Marktmacht schwindet) oder ist verpflichtet, andere Unternehmen per Call-by-Call in ihre Netze zu lassen.

  2. @Simone: Ich stimmt dir da vollkommen zu. Und der Vergleich von Google mit Microsoft und Deutsche Telekom kommt immerwieder auf. Dies sind aber ganz andere Situationen.

    1. Microsoft hat deshalb die Strafe bekommen, weil es für viele Anwendungen (z.B. individual Entwicklung) keine Alternative gibt. Das beudetet auch für den Staat, mit seinen 100000ten von Rechnern und eine für zig Millionen entwickelte Verwaltungssoftware, ein direkte Abhängigkeit zu Windows. Also ein Wechseln ist damit absolut ausgeschlossen (ausser man entwickelt die bisher eingesetzten Anwendungen neu – unrealistisch). Das gleiche gilt für ca. 98% aller Unternhemen.

    2. Die Deutsche Telekom war ein Staatbetrieb und hat die Leitung auch nicht “selber” gebaut, sondern der Staat hat es finanziert und bezahlt. Deshalb kann auch Bundesnetzagentur die Preise diktieren. Hätte die Telekom bei der Privatisierung die Kosten für das Netz begleichen müssen, wäre die am ersten Tag insolvent.

    Google ist weder ein Staatbetrieb gewesen noch ist eine Wechsel aufwendig (andere URL).

  3. Was die Integration von G+ in die Google-Suche angeht, kann ich die Beschwerden überhaupt nicht nachvollziehen. Schließlich wird niemand daran gehindert, weiterhin Facebook, Twitter etc zu verwenden. Und es ist schließlich nciht so, dass ich ohne G+ keine Suchergebnisse mehr bekäme. Es wird einfach nur ein weiteres Google-Produkt beworben. Ob ich es nutze oder nicht, ist meine Entscheidung. Daher ist auch der Vergleich mit Microsoft imho unpassend, denn da wurde ein Produkt nicht nur beworben, sondern direkt mitgeliefert.

    Interessant wird es aber, wenn es um die Integration von G+ in Android geht. Da könnte es tatsächlich zu einer ähnlichen Situation kommen wie bei Windows/Internet Explorer.

  4. Für die Zweifler daran, dass die Google+-Integration in die Google-Suche problematisch ist:

    http://searchengineland.c…twitter-crazy-107554

  5. @Simone & Martin: Absolute Zustimmung!
    Kann den immer wieder aufkommenden Vergleich mit Microsoft oder Telekom ebenfalls nicht verstehen..

    @Martin Weigert:
    Bei dem Link den du gepostet hast, hast du dir da auch die Kommentare durchgelesen? Meistens sind diese aussagekräftiger als ein meinungsmachender Blogbeitrag der schon fast ins Google-Bashing geht. Objektiv ist dieser Beitrag beileibe nicht…

    und bzgl. der Kommentare dort, hier ein paar interessante:

    The reason it is not pulling facebook and twitter result is because they have not signed a deal with Google to use their data for search result. Its upto them on whether to have their data displayed. If you are not able to share your data to be searched then how can Google index it? This is not a bias that Google is favoring its own product. Google had indexed Twitters real time data until twitter themselves refused to renew the contract. Its a matter of politics, the same way Bing contracted with Facebook to display their data in search result. I hope you could mention this fact in your article too.

    und hier:

    The whole “@wwe” example is a complete red herring. twitter was *never* the top (or even 2nd) result when searching for “@wwe” and in fact the results you see on google when you search for “@wwe” and “wwe” are virtually identical. All this shows is that google search does not yet place a special value to the “@” character. BIG WHOOP.

    Another good example, search “@dannysullivan” vs “dannysullivan”. Your twitter account is the first thing that shows up for BOTH searches. I wonder why.

    People need to stop cherrypicking examples to try to prove their point. For example, heres a post that shows the value in the changes Google made: http://thesash.me/how-google-got-its-groove-back

    und noch einige weitere Kommentare die ich jetzt aber nicht auch noch posten will da sich den langen Kommentar dann wohl sowieso keiner durchliest ;-)

    • “People need to stop cherrypicking examples to try to prove their point.”

      Merkst du, was du mit deinem Kommentar gerade gemacht hast? ;)

    • Streng genommen hat Daniel doch lediglich ein paar klare Fakten extrahiert. Im Gegensatz zu den pauschalisierten Google-Bashs der letzten Tage, die im Grunde alle ohne tiefgreifende Argumente dem selben O-Ton folgen (“Search+ ist kritisch, weil Google nur eigene Social-Inhalte listet”), ist das doch durchaus erfrischend.

      Dass Twitter den Google-Vertrag nicht verlängern wollte, war hinlänglich bekannt. Ebenso, dass Facebook keinen Deal wollte, stattdessen lieber mit Bing kooperiert.

      Entsprechend ist es nicht an Google, die beiden einzubinden. Zweifellos würde es da sogar eher rechtliche Probleme geben.
      Ein Querstellen kann man dem Suchprimus zumindest nicht unterstellen, daher sind alle Vergleiche mit Microsoft u.a. vollkommen daneben, wie ich finde.
      Man nehme die Video-Suche mal als ähnliches Beispiel. In dem Bereich pusht Google auch nicht nur Youtube-Links, sondern listet ebenso auch vimeo, dailymotion, tape.tv und zahllose andere auf.

      Im Endeffekt stimme ich also Simone, Klaus und Daniel vollkommen zu. Für Leute die Google+ nicht nutzen ändert sich ja nichts negatives, nur weil sie jetzt auch öffentliche Inhalte des sozialen Netzes finden können. Empörung darüber, dass selbiges nicht auch mit Twitter- und Facebook-Inhalten geschieht, ist und bleibt folglich reines Bashing…

    • Es spielt gar keine Rolle, wer wie viel Schuld daran hat, dass keine Inhalte von Twitter und Facebook in die personalisierte Such einfließen. Im Endeffekt schadet es Google trotzdem. Das ist das eigentliche Problem. Denn die jetzt integrierten G+Inhalte sind einfach nicht relevant, und Nutzer werden dies merken Siehe dazu mein Beitrag von heute.

    • Verzeih, dass ich nochmal an dieser Stelle darauf eingehe. Ich möchte den Diskussionsfluss nicht zerstören.

      Ich denke nicht, dass es Google schadet. Es ist nicht risikolos, da wie du schon sagst, im Augenblick v.a. Facebook relevantere Inhalte bieten dürfte als G+. Das ist jedoch eine Momentaufnahme, die man offenbar in Kauf nimmt. Zumal es deutlich übertrieben ist, alle derzeitigen Inhalte von G+ als irrelevant abzustempeln.

      Betrachtet man es mal andersrum: Unternehmen zahlen schon längst Unsummen für SEO-Fachpersonal und AdWords, damit man bestmöglich bei Google gefunden wird. Plötzlich werden auch Personen, Sites und verknüpfte Inhalte aus G+ in der Suchmaschine indiziert.

      Aus Marketing-Sicht ist dies höchst interessant:
      Klar ist, dass Google noch längst nicht annähernd die Nutzerzahlen von Facebook erreicht. Genau diese Endkonsumenten sind immerhin Ziel der zahllosen Marketing-Aktionen dort.
      Nun bietet Google allen Unternehmen und Personen eine ähnliche Möglichkeit sich einem nicht weniger großen Teil der Internet-User zu präsentieren — nämlich jenen, die bei Google suchen. Bekanntermaßen umfasst das quasi die meisten Menschen weltweit…

      Genau dies könnte die bisher ungleichen Verhältnisse zwischen FB und G+ arg verschieben. Denn G+ bietet nun Unternehmen Mittel und Wege in Suchergebnissen zu erscheinen, was man sich bisher aufwändig *erkauft* hatte…

      Wie gesagt, sehe ich den Relevanz-Faktor nur als momentanes Risiko. Die Funktion bietet einfach viel zu viel Nutzen um ignoriert zu werden. Genau das dürfte in nächster Zeit für zahlreiche neue zumindest kommerzielle Inhalte in Googles sozialem Netz sorgen.

      Ich sehe also Facebook und womöglich Twitter im Zugzwang. Vielleicht kommt es nach dem jetzigen Schritt doch noch zur Kooperation. Andernfalls könnten sich zahlreiche Aktivitäten und neue Inhalte zu Google verlagern, schlicht und ergreifend weil sie dort noch einfacher von noch mehr Leuten gefunden werden können…

      Persönlich würde ich diese Entwicklung übrigens nicht zwingend gutheißen. Ich schätze Google+ derzeit nach wie vor der Privatsphäre wegen, wohingegen Facebook meiner Wahrnehmung nach zu sehr als Werbeplattform und mit Spiele-News meiner Mitmenschen nervt.

    • Du betrachtest die Vorteile für Unternehmen und Marketing. Ich glaube, genau das macht Google auch. Doch ignoriert das doch die Tatsache, dass die Nutzer in dem Treiben auch einen Nutzen finden sollen. Den sehe ich einfach in der bisherigen Umsetzung nicht.

      Social Search hat garantiert einen echten Nutzen. Aber die dafür stimmige Ausformung muss erst noch gefunden werden.

  6. Google nutzt seine Quasi-Monopolstellung dazu aus, um anderen Unternehmen zu schaden. Die Situation ist sehr wohl mit der von Microsoft vergleichbar, schließlich kann auch jeder ein Live-Lnux benutzen. Nach deutschem Wettbewerbsrecht wäre die Situation relativ eindeutig, die Amis mögen das noch ein wenig lockerer sehen. Aber ich denke, dass Google einfach mal austestet, wie weit es gehen kann. Sie werden schon rechtzeitig zurückrudern, wenn sie merken, dass ihnen Kartellklagen droehen.
    Googles Problem, das kommt in den Analysen hier und anderswo nicht raus, dass es die Social Search einfach vrnachlässigt hat oder dass entsprechende Projekte gescheitert sind. Meine Freunde können mir bessere Links liefern als Google.

    • Das Argument mit Microsoft ist doch (das wurde hier und anderswo schon durchgekaut) unsinnig.

      Mit einem Betriebsystem gehen starke Abhängigkeiten gegenüber verwendbarer Software etc. einher, weswegen viele Leute und in erster Linie auf spezielle Software angewiesene Unternehmen aus ihren Umständen heraus also keine freie Wahl haben, was Alternativen angeht. Wenn deine Unternehmenssoftware unter Linux nicht läuft, musst du eben Windows verwenden.

      Diese Abhängigkeiten gibt es bei Google nicht. Nur weil es die meisten Leute nutzen, gibt es längst kein Monopol geschweige denn eine Kartellisierung. Wirtschaftswissenschaftlich betrachtet müssten Markteintrittsbarrieren existieren, die es aber eben nun mal nicht gibt. Es steht jedem frei einfach eine andere Suchmaschine zu verwenden. Einfach eine andere URL einzugeben, ist ja wohl kaum ein Hindernis.

  7. Doch ignoriert das doch die Tatsache, dass die Nutzer in dem Treiben auch einen Nutzen finden sollen. Den sehe ich einfach in der bisherigen Umsetzung nicht.

    Den Nutzen von Social Search zu hinterfragen und kritisch zu diskutieren halte ich für sehr viel sinnvoller, als Vorwürfe wegen kartellrechtlicher Bedenken und Benachteiligung der Konkurrenz. Ich hatte bisher noch keine Möglichkeit, mir aus erster Hand einen Eindruck zu verschaffen, kann vielleicht jemand anderes diese Lücke füllen?

  8. @Martin Weigert:
    Martin, du schreibst:

    “Doch ignoriert das doch die Tatsache, dass die Nutzer in dem Treiben auch einen Nutzen finden sollen. Den sehe ich einfach in der bisherigen Umsetzung nicht.”

    Das liegt doch aber nur daran dass du Google+ auch kaum nutzt, oder? Jedenfalls nicht so intensiv wie Twitter oder andere Services. Daher klingt es auch logisch dass es für dich keinen Mehrwert bringt. Und natürlich für alle anderen auch nicht die es nicht nutzen, kaum etwas posten und mit nicht so vielen Leuten vernetzt sind wie bei Facebook, Twitter & Co.

    Ich hingegen habe auf Google+ wesentlich mehr Verbindungen als bei Facebook und bei Twitter. Hinzu kommt dass diese Verbindungen auch qualitativ hochwertiger sind als z.B. bei Facebook.

    D.h. dass mir Google+ Search sehr wohl einen Mehrwert bringt! Einen ungeheuerlich großen Mehrwert! Und dieser steigt mit der Anzahl und der Qualität der Verbindungen die man dort hat.

    Mich erinnert dein Kommentar an die frühere Kritik bei Twitter als keiner einen Mehrwert darin sah. Dabei haben die Leute einfach nicht kapiert, dass der Mehrwert erst dann entsteht wenn man sich mit möglichst vielen Leuten verbindet und vernetzt. Genau das gleiche passiert hier bei Google+.

    Die meisten Leute werden erst ein Aha-Erlebnis haben wenn sie endlich anfangen Google+ aktiv zu nutzen statt nur darüber zu meckern.

  9. Ich hab es gerade schonmal an anderer Stelle kommentiert: Nur weil es bei Twitter so war, muss es nicht immer so sein. Wobei ich natürlich dich verstehe, der den Mehrwert sieht und deshalb davon überzeugt ist, dass sich hier das Twitter-Phänomen wiederholt.

    Letztlich ist mein Kontaktnetzwerk bei G+ einfach zu homogen, als dass ich es bei meinen Suchen grundsätzlich als Qualitätskompass oder Orieniterung nutzen möchte.

    Das wäre anders, wenn Twitter und Facebook ebenfalls berücksichtigt worden wären.

    Wobei das aber nicht heißt, dass dann alles heile Welt wäre. Eventuell muss Social Search auch ganz anders aussehen als die bisherige, algorithmen-basierte Suche. Also nicht mehr mit Top 10 SERPS sondern ggf mit deutlich mehr Visualisierungen, Aggregierungen, Echtzeit-Filtern usw.

    Die Einträge, die mir gerade per Social Search aus G+ präsentiert werden, erscheinen einfach viel zu willkürlich.

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  1. [...] Runde “Microsoft”. Ich will das gar nicht im Detail ausführen, das findet ihr beim Martin ganz [...]

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