Stocard:
Kundenkarten ziehen ins Smartphone

Stocard will die Geldbörsen von Millionen Konsumenten leichter machen, indem es physische Kundenkarten durch eine Smartphone-App ersetzt. Das Startup aus Mannheim ist nicht allein mit dieser Idee, hat aber einen erfolgreichen Start hingelegt.

Knapp 18 Millionen Deutsche über 14 Jahre nehmen an Bonusprogrammen teil oder besitzen Kundenkarten (was oft Hand in Hand geht), 13,6 Millionen sind bei mehreren Programmen Mitglied. Auch in der Schweiz und Österreich sind Kundenkarten verbreitet. Doch mit jeder Karte, die Verbraucher mit sich herumtragen, wird das Portemonnaie dicker und schwerer, wodurch auch das Risiko zunimmt, versehentlich Karten zu verlieren.

Stocard heißt ein junges Startup aus Mannheim, das Konsumenten in Deutschland, der Schweiz und Österreich mit einer seit Juni verfügbaren, kostenlosen App für iPhone und Android (löblich!) das Herumschleppen unzähliger Kunden- und Bonuskarten ersparen möchte.

Das Konzept des von den Mannheimer Studenten der Wirtschaftsinformatik bzw. BWL Björn Goß, David Handlos und Florian Barth entwickelten Dienstes ist schnell erklärt: Nutzer fügen innerhalb der mobilen App über die Eingabe der Kartennummer bzw. eines Scans der Karte (je nach Bonusprogramm, 80 Anbieter sind bereits ab Werk gelistet) die Karten ihrer genutzten Programme hinzu. An der Kasse zücken sie dann nicht ihren Geldbeutel und kramen die jeweilige Karte hervor, sondern zeigen ihr Smartphone-Display mit dem von Stocard aus den jeweiligen Mitgliedsdaten generierten Barcode hervor, der dann gescannt wird (was den Bewertungen im App Store zufolge mal besser, mal schlechter funktioniert).

In ihrer FAQ unterstreicht das Gründertrio, dass die Apps keine Daten über Einkäufe sammeln. Aufgezeichnet würden lediglich komplett anonymisierte Benutzungsstatistiken.

Geld verdienen wollen die Studenten mit Unternehmerdrang durch innerhalb der App integrierte Sonderangebote. Über den entsprechenden Menüpunkt erhalten Nutzer zu ihren Karten passende Angebote, die Stocard mit den jeweiligen Programmen aushandelt und wobei es dann am Umsatz beteiligt wird.

Viele Verbraucher haben wahrscheinlich andere Sorgen, als sich über die Zahl ihrer Kundenkarten und das Gewicht ihres Portemonnaie Gedanken zu machen. Dennoch zeigt die enorme Verbreitung von Bonusprogrammen und Kundenkarten das Potenzial einer App, welche die Handhabung der Programme erleichtert und noch dazu über attraktive Angebote informiert. Zumal die Funktionsweise von Stocard derartig simpel ist, dass wirklich jeder Smartphone-Besitzer mit der App zurecht kommt.

Allein sind die Jungunternehmer aus Mannheim mit ihrer Idee nicht: Auch bonusmagnet aus Hamburg bietet eine ähnliche Lösung, verbreitet sich aber den Bewertungen im App Store nach zu urteilen langsamer als Stocard. mobile-pocket aus Österreich und MyClubCards aus Schweden setzen ebenfalls auf das Prinzip, und US-User können gleich zwischen einer ganzen Reihe an derartigen Apps wählen.

Angesichts der enorm niedrigen Einstiegsbarrieren ist es kein Wunder, dass Kundenkarten-Apps wie Pilze aus dem Internetboden schießen. Entscheidend ist deshalb, wie schnell sie eine große Zahl an Konsumenten erreichen. 60.000 Mal wurde die Stocard-App in den ersten vier Monaten bisher heruntergeladen, was kein schlechter Start ist.

Link: Stocard

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1 Kommentar

  1. kasperlpost
    schrieb am 7. November 2011 um 10:43 Uhr (#)

    zumindest in AT bringen die mobilen Kundenkarten kaum was, denn wenn der Kassenscanner nix vom Display lesen kann (spiegelt bei den meisten Kassensystemen zuviel), dann bringt mir die schönste Kundenkarte am Handy auch nichts.

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