Film- und Serienempfehlungen:
Moviepilot startet Internationalisierung mit neuartigem Konzept

Deutschlands laut eigener Aussage größte Film-Community Moviepilot hat unter moviepilot.com einen international ausgerichteten Dienst gestartet. Dieser versorgt Nutzer mit personalisierten Empfehlungen zu Filmen und Serien, die in der Zukunft veröffentlicht werden.

Im Jahr 2007 gründeten Tobias Bauckhage und Jon Handschin in Berlin das Filmempfehlungsportal Moviepilot. Mittlerweile ist es laut eigener Aussage die größte Film-Community Deutschlands mit 2,3 Millionen monatlichen Nutzern und erreicht durch die Integration seiner auf dem persönlichen Geschmack basierenden Filmempfehlungen in SetTop-Boxen des “Entertain” TV-Angebots der Deutschen Telekom über eine Millionen Haushalte. Auf der Plattform finden Filmfreunde Informationen zu über 50.000 Filmen und 120.000 Schauspielern.

Bisher begrenzte sich das Startup auf Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum. Doch seit einiger Zeit arbeitete das gut 40-köpfige Moviepilot-Team auf eine ambitionierte Internationalisierung des Dienstes hin. Das Ergebnis kann seit gestern unter moviepilot.com begutachtet werden.

Bei dem neuen englischsprachigen Portal der Hauptstädter handelt es sich nicht lediglich um eine adaptierte Sprachversion der heimischen Plattform. Stattdessen setzen die Berliner auf ein völlig neues Konzept – wohl auch in Anbetracht der Tatsache, dass es im internationalen Bereich bereits eine ganze Reihe etablierter Filmempfehlungssites gibt (z.B. ImdB, Jinni).

Der neue Service fokussiert sich vollständig auf anstehende Veröffentlichungen von in Planung oder Produktion befindlichen Filmen und Serien. Auf Basis von bei Facebook hinterlegten Informationen über persönliche Präferenzen (z.B. aus Likes) sowie der Resultate aus Mini-Abfragen über bevorzugte Schauspieler und Filme schlägt die Site Nutzern noch nicht publizierte Streifen zum Abonnieren vor.

Anschließend tauchen Gerüchte, Meldungen und Vorab-Clips zum Film oder zur Serie im persönlichen Moviepilot-Stream auf. Passionierte Kinobesucher und Serienfans können so schon vor der offiziellen Veröffentlichung erfahren, für welche Titel sie in Zukunft das Popcorn warmhalten müssen.

Die Moviepilot-Macher erhoffen sich mit diesem ihrer Aussage nach bisher einmaligen Ansatz, die Art zu verändern, wie Filmmarketing funktioniert. Bisher beginnt dies zumeist erst wenige Wochen vor dem Kino- oder Serienstart. Mit ihrer Herangehensweise erlauben die Berliner den Film- und Produktionsstudios, bereits Monate oder gar Jahre vor der Veröffentlichung potenzielle Zuschauer anzusprechen und sie über Word-of-Mouth als Botschafter für anstehende Kinostarts zu gewinnen.

Dem Moviepilot-Team ist das Kunststück gelungen, durch Social-Media-Kampagnen und fleißige Updates schon vor dem Launch des neuen Portals über vier Millionen internationale Facebook-Fans für moviepilot.com gewinnen zu können. So wurde mir zu meiner Überraschung eine entfernte, über Facebook mit mir vernetzte Bekannte aus den USA als Fan von moviepilot.com angezeigt – die rein gar nichts mit der deutschen oder europäischen Webwelt am Hut hat. Diese Reichweite macht sich Moviepilot nun natürlich zunutze, um dem neuen Dienst schnellstmöglich hunderttausende Mitglieder zu verschaffen.

Entwickelt und operativ betrieben wird moviepilot.com wie das deutsche Pendant in Berlin. Für Sales und Business Development errichtet das deutsche Webunternehmen gerade eine Niederlassung in London. Für die nahe Zukunft steht außerdem die Eröffnung eines Büros in Los Angeles auf dem Programm. Für ein Filmportal mit globalen Ambitionen und der Hoffnung auf die Marketingbudgets der führenden Filmstudios ist eine physische Nähe zu Hollywood unerlässlich.

Ob die Idee, Filme und Serien schon während der Konzeptions- und Produktionphase zu empfehlen, bei Konsumenten am Ende wirklich ankommt, muss sich zwar erst zeigen. Doch der positive Gesamteindruck des schön übersichtlich und auf das Wesentliche konzentrierten Angebots sowie die bereits vorhandene lose Bindung von Millionen Facebook-Fans an den frisch gestarteten Dienst legen die Basis für eine erfolgreiche Verankerung von moviepilot.com bei Filmfans rund um den Globus.

Sympathisch ist auch, wie die Macher der Site mit ihrer deutschen Herkunft spielen: Moviepilot-Maskottchen Heinz von Hinkelberger hat im Präsentationsvideo (unten) offensichtliche Probleme, das “th” ordnungsgemäß auszusprechen. Auch hier zeigt sich einmal mehr der Paradigmenwechsel in der hiesigen Internetlandschaft: Noch vor zwei Jahren hätten deutsche Startups mit US-Ambitionen alles daran gesetzt, möglichst amerikanisch zu erscheinen. Mittlerweile ist es hip, die deutschen Wurzeln hervorzuheben.

Link: Moviepilot.com

 

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