HackFwd-Startup:
Fantasy Shopper macht
aus Shopping ein Social Game

Das britische Social Game Fantasy Shopper erlaubt Nutzern das Erwerben virtueller Versionen von “echten” Kleidungsstücken. Es könnte der erste ganz große Hit von Lars Hinrichs’ Frühphasen-Investor HackFwd werden.

Im Sommer 2010 lancierte Xing-Gründer Lars Hinrichs den Frühphasen-Investor HackFwd. Ziel des in Hamburg angesiedelten Unternehmens ist es, smarten, talentierten Entwicklern aus Europa durch Ressourcen und Know-how die Möglichkeit zu geben, ihren bisherigen Job zu kündigen und stattdessen ihre Ideen und Visionen in einem eigenen Projekt zu verwirklichen.

12 unterstützte Startups aus verschiedenen Ländern listet die HackFwd-Website derzeit. Initiator Hinrichs geht es darum, aus “Geek-Startups erfolgreiche Firmen zu bauen”, und er betont, nicht auf kurzfristige Exits abzuzielen. Im Fokus stehen neuartige Ideen, die teilweise (zumindest in ihrer ersten Fassung) auch eher spitze Zielgruppen ansprechen und nicht den Anspruch haben, unbedingt das nächste große Ding werden zu müssen.

Mit dem gerade in Großbritannien offiziell gestarteten Social-Shopping-Game Fantasy Shopping könnte Hinrichs’ Investmentvehikel allerdings einen ganz dicken Fisch an der Angel haben.

Bei dem Dienst können modeinteressierte Anwender mit virtuellem Geld in derzeit über 300 britischen (Online-) Shops die digitalen Versionen echter Kleidungsstücke erwerben, daraus Outfits erstellen und sich ihren Followern als Mode-Experten und Influencer empfehlen. Nutzer werden für ihre Aktivität mit “Paydays”, also Lohnauszahlungen (des virtuellen Geldes), Likes und Abzeichen belohnt – die im Idealfall zu Preisen wie Einladungen zu Mode-Events, dem frühzeitigen Zugang zu neuen physischen Kollektionen und Preisnachlässen führen.

Fantasy Shopping ist derzeit auf Facebook-Mitglieder aus Großbritannien begrenzt, weitere Länder und Metropolen sollen folgen. Selbst habe ich es also noch nicht ausprobieren können (einen umfangreichen Bericht gibt es bei GigaOm). Doch die Kombination aus zeitgemäßen Elementen des Social Gamings und Social Shoppings in Verbindung mit einem integrierten E-Commerce-Kanal (natürlich können sämtliche Kleidungsstücke beim jeweiligen Onlineshop erworben werden) klingt zumindest auf dem Papier nach einem potenziellen Hit.

Fast 540.000 virtuelle britische Pfund (die den tatsächlichen Produktpreisen entsprechen) haben Fantasy Shopper innerhalb von 48 Stunden nach dem Launch in den angeschlossenen Shops ausgegeben. Dass ein Teil davon früher oder später in “echten” Käufen resultiert, liegt auf der Hand. “Einige Nutzer stellen sich nachts den Wecker, nur um sich einzuloggen und einen Payday zu erhalten”, so Hinrichs zum Suchtfaktor von Fantasy Shopping.

Einen konkreten Termin für einen Start im deutschsprachigen Markt gibt es noch nicht. Höchste Priorität für einen baldigen Launch haben laut Fantasy-Shopper-Website die USA, Italien, Frankreich, Japan und Singapur.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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4 Kommentare

  1. Vielleicht auch interessant, gerade für diesen Blog, ist, dass einer der Gründer von FantasyShopper ein Deutscher ist.

    Ich habe übrigens einen Account aus Deutschland erstellen können. Ist aber auch schon einige Zeit her und möglicherweise wurde das bereits wieder geändert.

    Grundsätzlich ist das Bedienkonzept nahe gewohnten Standards (wie facebook, xing). Es fällt in der gesamten Anwendung stark auf welche Zielgruppe angesprochen werden soll (wie auch schon im Logo zu erkennen). Es gibt in den Shops Unmengen an Kleidung. Für mich ist das fast schon zuviel. Zusätzlich stellen die Shops regelmäßig die neusten Kleidungsstücke online, sodass Nutzer wirklich immer das erwerben können, was auch “in echt” neu ist. Was ich spannend finde ist, dass es diese Shops auch wirklich in London gibt.

    Der Anwender startet momentan in London. Für das ‘Spielgeld’ (fantasy money genannt) können neben Kleidung größere Schränke, Bildung (um mehr Spielgeld zu verdienen)oder Flugtickets in andere Einkaufsmetropolen gekauft werden (welche momentan jedoch noch nicht zugänglich sind, es sind aber schon ausgegraut Paris, New York, Singapoor und LA zu erkennen).

    Ich bin der gleichen Meinung des Blog-Autors. Das Konzept könnte durchaus aufgehen. Für die Macher von Fantasyshopper gilt es am Ball zu bleiben und den User (oder besser die Userin) bei Laune zu halten. Ich bin sehr gespannt was daraus wird.

  2. Ich konnte mich ganz normal via Facebook einloggen…

  3. sehr starkes teil! was ich aber nicht checke – berlin fehlt auf der launch liste.

    Next on our list will be:
    - New York
    - LA
    - Milan
    - Paris
    - Tokyo
    - Singapore

  4. @ Sven
    Danke für die Info zum deutschen Co-Founder, das war mir gar nicht bewusst!

    @ Ivo
    Hast du bei Facebook UK als Wohnort angegeben oder eine UK-IP?

    @ Andy Lenz
    Berlin ist halt noch nicht offiziell Fashion-Metropole.