Video on Demand:
Bitbop startet Serien-Flatrate

Bitbop streamt TV-Serien über den Browser und mobile Apps. Nach dem Ende der kostenlosen Testphase haben Nutzer nun für eine Monatsgebühr von knapp zehn Euro Zugriff auf über 3000 Episoden – ihr Geld wert sind diese aber nicht.

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Mitte Mai gab das zur multinationalen Investmentfirma Jesta Group gehörende Medienunternehmen Jesta Digital den Startschuss für eine deutsche Variante des 2010 in den USA lancierten, auf TV-Serien spezialisierten Video-on-Demand-Dienstes Bitbop. In einer mehrmonatigen Testphase wurde der Service, den wir hier näher vorstellten, Nutzern aus Deutschland gratis angeboten.

Erklärtes Ziel der in Berlin ansässigen Jesta Digital GmbH war es von Beginn an, Bitbop mittelfristig als kostenpflichtiges Abonnement zum Preis von 9,99 Euro pro Monat anzubieten. In der Gratis-Testphase mangelte es Bitbop noch an sehenswerten Inhalten. Ein reichhaltiges, aktuelles und hochwertiges Programmangebot beschrieb ich in meinem ersten Bericht über den Service als Voraussetzung, um tatsächlich als Streaming-Flatrate für Serien erfolgreich sein zu können.

Pünktlich zur Internationalen Funkausstellung und der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit für digitale Unterhaltungsangebote legten die Bitbop-Macher den Bezahl-Hebel um: Ab jetzt muss knapp zehn Euro monatlich zahlen, wer mit dem Service Serien “in hoher Auflösung” und ohne Werbeunterbrechung über den Browser oder eine Android- bzw. iOS-App streamen möchte – zumindest, nachdem die kostenlose 14-tägige Testphase abgelaufen ist.

Doch ist es Bitbop gelungen, zum Launch des Bezahldienstes hinreichend attraktive Serien zu sichern, um die monatliche Gebühr zu rechtfertigen? Ich finde, nein.

Über 3000 Videos aus der deutschen und US-amerikanischen Serienwelt stehen mittlerweile zum On-Demand-Streaming bereit. Neben den schon im Beta-Modus angebotenen Produktionen von MTV, Nickelodeon, ARD, MySpass.de oder Studio Hamburg sowie Serien wie “Stromberg“, „Anna und die Liebe“ und „Die Wochenshow“ haben die Berliner auch tatsächlich einige Serien des US-Pay-TV-Kanals HBO sowie von Sony Pictures im Programm – darunter Entourage, Sex and the City, die Sopranos, Breaking Bad und Damages.

Sehr erfreulich: Teilweise gibt’s die Serien sogar im Originalton. Unverständlich ist aber, wieso von Entourage nur die erste Staffel angeboten wird – existieren doch mittlerweile ganze acht. Auch von Sex and the City, Six Feet Under und Sopranos finden sich bei Bitbop jeweils lediglich die erste Staffel. Von der Uralt-US-Serie T.J. Hooker hingegen steht nur Staffel drei zur Verfügung. Warum auch immer.

In Deutschland gibt es bisher kein senderübergreifendes Portal im Stile von Hulu, das aktuelle Serien an zentraler Stelle zugänglich macht. Neben den Websites der TV-Stationen finden sich Inhalte versprengt im Web, beim mobilen Dienst dailyme oder bei Maxdome, wo aber pro angeschauter Episode bezahlt werden muss. T-Onlines VOD-Dienst Videoload bietet für 9,99 Euro auch eine Serienflatrate – mit einem sehr lückenhaften Angebot.

Mit seiner eleganten, zeitgemäßen Oberfläche, einem Grundstock von über 3000 Videos und Vereinbarungen mit verschiedenen Rechteinhabern bringt Bitbop gar keine schlechten Voraussetzungen mit, um sich eines Tages zu Deutschlands führender Serien-Plattform zu entwickeln – eine Marktlücke, die schon überraschend lange unbesetzt bleibt. Dennoch ist der Preis für die derzeitige Auswahl viel zu hoch.

Es ist zu hoffen, dass die Bitbop-Macher des Potenzial des Dienstes erkennen und eine (wirtschaftliche) Lösung finden, um das dafür Notwendige zu tun: Inhalte in Massen heranschaffen, welche die Leute wirklich sehen wollen – und von den dargebotenen Serien alle Staffeln anbieten.

Link: Bitbop

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