TrackRoom:
Sicheres Location-Sharing
mit Freunden

TrackRoom ist eine neue iPhone- und Android-App des aus Hamburg stammenden Entwicklerstudios Sysvision, die nicht-öffentliches Location-Sharing mit einer Gruppenchatfunktion kombiniert.

Mit den kürzlich hier vorgestellten US-Diensten Glympse und Geoloqi können Smartphone-Nutzer Freunden und Bekannten selektiv den aktuellen Standort mitteilen und gleichzeitig definieren, wie lange ihre Position auf diese Weise sichtbar bleiben soll.

Die aus Hamburg stammende Entwicklerschmiede Sysvision hat nun mit TrackRoom die unseres Wissens nach erste mobile Anwendung für derartige Zwecke aus Deutschland auf den Markt gebracht. Und auch wenn die Grundfunktionalität von TrackRoom in eine ähnliche Richtung geht wie die der eben genannten Services, so unterscheidet sich der Dienst in einigen Punkten dennoch stark von seinen Konkurrenten.

Die App-Entwickler von der Elbe positionieren TrackRoom noch deutlicher als die zwei Kontrahenten als Weg, um “echte” Freunde und Bekannte über den eigenen Aufenthaltsort auf dem Laufenden zu halten. Im Zentrum steht deshalb bei TrackRoom das persönliche Handy-Adressbuch, das als Basis für die Kontaktliste innerhalb der App dient.

Die Registrierung erfolgt nicht über eine E-Mail-Adresse sondern mittels Angabe der eigenen Mobilfunknummer (und einer anschließenden Verifzierung). Auf diese Weise kann TrackRoom in der eingebauten Kontaktliste anzeigen, sobald eine im Smartphone-Adressbuch gelistete Person sich bei dem Service registriert hat.

Mit jedem bestätigten Kontakt kann über die für iPhone und Android (vorbildlich!) angebotene Applikation ein so genannter “TrackRoom” eröffnet werden. Dieser besteht aus einem Name, einer Beschreibung sowie der Dauer, während der im TrackRoom der eigene Standort angezeigt wird (mindestens eine Stunde). Der oder die zu einem TrackRoom eingeladenen Personen erhalten eine Push-Mitteilung und können anschließend in Echtzeit die Position des Einladenden einsehen sowie ihre eigenen Standorte markieren. Das Ergebnis sind Karten mit verschiedenen, sich fortbewegenden Positionsmarkern der einzelnen Nutzer.

Jeder TrackRoom beinhaltet einen Gruppenchat und eine Option, um spätere Treffpunkte auf einer Karte zu visualisieren. Auf diese Weise soll sich die App aus Hamburg auch für das bequeme Versenden von Einladungen z.B. zu spontanen Partys eignen.

Anders als bei Glympse und Geoloqi existiert bei TrackRoom kein eindeutiger Link, der auf beliebigen Kanälen öffentlich verbreitet werden kann und zu einer Karte mit dem aktuellen Standort führt. Die eigene Position kann nur sehen, wer ebenfalls TrackRoom verwendet und explizit in einen Raum eingeladen wurde.

Der TrackRoom-Presseverantwortliche Nico Zimmermann merkt an, das nach dem Ende der Gültigkeit eines TrackRooms alle Positionsdaten automatisch gelöscht werden. Außerdem würde jeweils nur die letzte übertragene Position gespeichert. Die App sammele demnach weder Daten, noch erstelle sie Bewegungsprofile.

Das vollständige Fehlen einer Möglichkeit zum öffentlichen Publizieren des eigenen Standorts (auch nicht über einen “geheimen” Link) macht TrackRoom zu einer interessanten Lösung für Eltern, die ab und an sehen wollen, wo sich ihre Kinder gerade befinden. Gleichzeitig schränkt dieser Ansatz aber die Viralität ein, wobei TrackRoom versucht, dies durch den Aufruf zum Einladen der Kontakte per SMS auszugleichen.

Die Sysvision-Entwickler wollen mit TrackRoom von Beginn an eine internationale Nutzerschaft erreichen. Die iPhone-App wird in einer werbefinanzierten Gratisvariante und einer Premium-Version zu 0,79 Euro angeboten. Die Android-App gibt es ausschließlich in einer kostenfreien Ausführung.

Eine in in Planung befindliche zweite Erlösquelle stellen kommerzielle TrackRooms dar, mit deren Hilfe Unternehmen wie zum Beispiel Radiosender Location Based Events organisieren können.

Ob TrackRoom ein Erfolg wird, hängt jetzt davon ab, wie viele iPhone- und Android-Nutzer die App installieren – solange niemand in meinem Telefonbuch den Dienst nutzt, bringt er mir nämlich auch nichts. Da mir sowohl die Idee als auch die Umsetzung gefällt, empfehle ich, die Anwendung einmal zu testen.

Link: TrackRoom

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4 Kommentare

  1. Buzz Killington
    schrieb am 4. August 2011 um 11:38 Uhr (#)

    Man merkt, die Suche nach dem Killer Location-based Service ist immer noch nicht zu Ende. Schon gar nicht mit diesem Produkt.

  2. Mike
    schrieb am 9. August 2011 um 19:09 Uhr (#)

    Hmmm, bekomms nicht geladen. Ist das iPhone only?
    Edit: ja, ist es wohl. Doofe Fehlermeldung vom iPad lässt den Schluss leider nicht zu

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 9. August 2011 um 19:17 Uhr (#)

      Eigentlich auch Android.

    2. Daniel
      schrieb am 17. August 2011 um 16:44 Uhr (#)

      @Mike: iPad funktioniert nicht, da die Registrierung über Telefonnummer und SMS Bestätigung läuft. Wir haben es eigentlich auch als iPhone only an Apple submitted.

      @Martin: Yep, eine Android Version gibt es auch.

      Vielen Dank
      Daniel

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