Kuration:
MyTweetMag schärft sein Profil

Der deutsche Dienst MyTweetMag präsentiert die von Nutzern über Twitter publizierten Links und Medieninhalte in eleganten Mini-Magazinen und sieht sich dabei an der Schnittstelle zwischen Twitter, Tumblr und about.me.

Onlineservices, mit deren Hilfe User Contentschnippsel und Inhalte aus dem Social Web neu zusammenstellen, aggregieren und aufbereiten können, gibt es wie Sand am Meer. “Curation” oder Kuration nennt sich dieser Trend, der seit einiger Zeit immer mehr neue Dienste hervorspült, aber bisher aufgrund einer abwartenden Haltung vieler Anwender nicht über den Nischenstatus hinausgekommen ist.

Ein Grund dafür könnten Unklarheiten über die Anwendungsszenarien sowie unscharfe Positionierungen sein. MyTweetMag heißt ein Projekt des in Berlin ansässigen Entwicklers Sebastian Schuermanns, das sämtliche Links aus Twitter-Konten von bis zu fünf Usern in einem Magazinlayout darstellt. Wir hatten das Projekt bereits im vergangen Jahr beleuchtet.

Genau die erwähnte Unschärfe in der Positionierung will MyTweetMag-Macher Schuermanns mit einer überarbeiteten Version seines Dienstes beseitigen. Seiner Ansicht nach ist es ein Irrtum, zu glauben, Kuration würde von der Motivation der Anwender getrieben, andere User zu informieren und ihnen als menschlicher Kompass durch das Dickicht an Informationen zu dienen. Stattdessen liegt der Antrieb zum Kuratieren darin, Themen öffentlich zu präsentieren, für die man sich begeistert und eine Leidenschaft besitzt.

Davon ausgehend hat Schuermanns für MyTweetMag drei Eigenschaften definiert, die den Sinn und Zweck seiner Site jedem verständlich machen sollen: MyTweetMag ist einfach und schnell wie Twitter, individualisierbar wie Tumblr und schick sowie emotional wie about.me.

Der Service eignet sich damit für alle, die ihre über Twitter publizierten Links und Multimedia-Inhalte ohne zusätzlichen Aufwand in einer kompakten und eleganten Form als eine Art persönliche Webvisitenkarte darstellen möchten (was z.B. so aussieht). Der Dienst lässt Nutzern die Wahl darüber, ob sämtliche ihrer bei Twitter publizierten Links oder nur solche mit spezifischen Hashtags oder Schlüsselwörtern im MyTweetMag-Stream auftauchen sollen.

Bis zu vier Mit-Kuratoren können eingeladen werden, ebenfalls mit ihren Artikelempfehlungen zum persönlichen Twitter-Magazin beizutragen. Als Widget kann der Stream anschließend auf einer beliebigen externen Seite integriert werden.

Schuermanns betreibt MyTweetMag bisher als Hobbyprojekt und zielt vorerst auch nicht darauf ab, mit dem Unterfangen viel Geld zu verdienen – auch wenn er nicht ausschließt, eines Tages Premium-Features oder einen Marktplatz für kostenpflichtige “Skins” (Designvorlagen) einzuführen. Apropos Skins: Noch halten sich die Freiheiten zur grafischen Personalisierung der eigenen Profilseite in Grenzen, eine Upload-Funktion für eigene Skins ist allerdings geplant. Die Möglichkeit zur Anpassung des Layouts an die eigenen Bedürfnisse will der MyTweetMag-Macher als wichtigstes Alleinstellungsmerkmal etablieren.

Schnelle Sprünge darf man von dem Projekt aber wohl auch zukünftig nicht erwarten: “Ich habe bislang noch nicht einmal Geschäftsstrukturen: Ich sitze im Wohnzimmer, und MyTweetMag liegt im Web”, so Entwickler Schuermanns, der an Abenden und Wochenenden an dem Dienst bastelt.

Aber wenn schon aus Garagen-Startups IT-Giganten entstehen können, dann ist das eigene Wohnzimmer wahrlich kein schlechter Ort, um das Herz der weltweiten Twitter-Gemeinde zu erobern, oder?

Link: MyTweetMag

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