Romantisierung von Print:
Das Hoffen auf die
ewige Kraft des Papiers

Werden Zeitungs- und Zeitschriftenmacher zur Zukunft von Print befragt, neigen sie zu einer Romantisierung des Papiers und Ignoranz der technischen Entwicklung. Ein wenig mehr Offenheit wäre wünschenswert.

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Foto: stock.xchng
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Gründerszene hat heute ein kurzes Interview mit Gabriele Fischer veröffentlicht, der Gründerin und Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins Brand Eins. Die monatlich erscheinende Zeitschrift verkauft rund 100.000 Exemplare pro Ausgabe und erfreut sich auch in sonst eher den digitalen Medien zugewandten Kreisen einer großen Beliebtheit. “Den Blattmachern gelingt es, altbekannte Themen aus einer anderen Perspektive zu präsentieren”, so beschrieb imgriff.com-Kollege Thomas Mauch einst die Stärke der Brand Eins.

Zum Abschluss des Interviews wollte Gründerszene-Autor Justin Wimmer von Brand-Eins-Chefin Fischer wissen, welche Printprodukte auf lange Sicht noch mit dem Internet mithalten können. Und hier tat Fischer, die Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik studiert und unter anderem als stellvertretenden Chefredakteurin beim Manager Magazin gearbeitet hat, was andere Medienmanager auch nicht lassen können: Romantisieren und Leugnen.

Fischer hebt zwar die positiven Aspekte des Internets hervor (“Wir bei Brand Eins haben das Internet nie als Gegner, sondern immer als Partner betrachtet”), aber nur, um anschließend darauf hinweisen zu können, in welchen Punkten Print den digitalen Angeboten überlegen sei:

“Aber wir lernen gerade von unseren internet-affinen Lesern auch, dass sie es nach allem Chatten, Googeln und Bildschirm-Arbeiten genießen, sich in ein Magazin wie Brand Eins zu vertiefen. Das Internet ist schnell, bunt, vielfältig und unschlagbar bei News, beim Bewegt-Bild, beim Vernetzen, beim Suchen und Hilfe finden. Print dagegen ist, wenn es gut ist: Ruhe, Konzentration, Vertiefung – und eine Wundertüte, in der man auch findet, was man gar nicht gesucht hat.”

Auch wenn diese Aussage wahrscheinlich von vielen Seiten bedächtiges Nicken erhält, so ist sie nichts weiter als eine Romantisierung des Papiers und ein Leugnen der unaufhaltsamen Entwicklung hin zu digitalen Medien. Von der Macherin eines Titels, der inhaltlich gerne seinen eigenen Weg beschreitet, auch Netzthemen behandelt und vielseitige Perspektiven der heutigen Wirtschaftswelt beleuchtet, hätte ich eine besser reflektierte, aufrichtigere Äußerung erwartet.

Denn was Gabriele Fischer als einzigartiges Alleinstellungsmerkmal von Print verkauft, lässt sich bereits heute für elektronische Medien reproduzieren. Auch E-Book-Reader und Tablets geben die Gelegenheit zur “Ruhe, Konzentration und Vertiefung” beim Lesen. Noch handelt es sich dabei zwar um relative Nischenprodukte, aber ich nehme Blattchefin Fischer nicht ab, dass sie Tablets und E-Book-Reader in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht zu Massengütern aufsteigen sieht.

Und auch die angesprochene “Wundertüte” erscheint mir nicht sonderlich Print-exklusiv – erst recht nicht im Hinblick auf die zahlreichen Newsreader-Applikationen für das iPad, die ebenfalls Inhalte zusammenstellen, nach denen man nicht direkt gesucht hat.

Selbst wenn “Digital Natives” und passionierte Gadget-Freunde heute noch die ein oder andere Zeitschrift im Papierabo beziehen, so existiert kein Indiz, das gegen ein stetiges Schrumpfen von deren Zahl in den nächsten Jahren spricht. Irgendwann werden bis auf einige wenige Sammler alle Konsumenten über die Pro-Print-Argumente aus der Zeit des digitalen Wandels schmunzeln.

Solange die Verantwortlichen der Printbranche diese Entwicklung mit einem Verweis auf die vermeintlichen Vorteile von Print wegwischen und dabei unter den Tisch fallen lassen, dass diese bereits jetzt vom technischen Fortschritt bei digitalen Lesegeräten eliminiert werden, solange fällt zumindest mir eine moralische Unterstützung des Wandlungsprozesses der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage schwer.

Wie erfrischend wäre dagegen eine klare und offene Ansage à la “Wir werden unsere Printleser so lange wie möglich bedienen, aber gehen davon aus, dass es unser Produkt eines Tages nur noch digital geben wird”?! New-York-Times-Herausgeber Arthur Sulzberger Jr sowie DPA-Infocom-Geschäftsführer Meinolf Ellersacht haben es vorgemacht, bisher jedoch kaum Nachahmer gefunden. Das Hoffen auf die ewige Kraft des Papiers scheint vielen im Weg zu stehen.

(Foto: stock.xchng)

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27 Kommentare

  1. André
    schrieb am 23. Juni 2011 um 13:51 Uhr (#)

    „Von der Macherin eines Titels, der inhaltlich gerne seinen eigenen Weg beschreitet, auch Netzthemen behandelt und vielseitige Perspektiven der heutigen Wirtschaftswelt beleuchtet, hätte ich eine besser reflektierte, aufrichtigere Äußerung erwartet.“

    Leider beleuchtet die Brand Eins gerade bei Netzthemen leider nicht vielseitige Perspektiven. Im Kopf sind mir die unreflektierten Artikel über Piraterie und Leistungsvergütung im aktuellen und über Google (Mantra: “Google ist böse”) in einem älteren Heft geblieben.

    Ich halte viel von dem Magazin, da es geschafft hat, mich für Wirtschaftsthemen zu begeistern und es alle Artikel auch online (HTML und PDF) verfügbar hält. Aber gerade Netzthemen sollte man bei Brand Eins mit Vorsicht genießen!

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 23. Juni 2011 um 13:55 Uhr (#)

      Da ergibt sich dann natürlich ein konsistentes Bild bezüglich deiner Beschreibung der Themenannäherung und der Sichtweise der Chefredakteurin ;)

  2. wortwart
    schrieb am 23. Juni 2011 um 14:12 Uhr (#)

    So ganz unrecht hat sie aber nicht. Nicht nur, dass eBook-Reader und Tablets Nischengeräte sind – zumindest Letztere haben auch einen ziemlichen Spielcharakter. Wie viele iPad-Besitzer lesen denn wirklich lange Artikel? (“Ich zum Beispiel” ist keine Antwort.)

    Papier kann sehr wenig, aber das ist auch ein Vorteil – und eine Frage der Konditionierung. Ich glaube auch, dass das Fernsehen nicht so granatenschlecht wäre, wenn es keine Fernbedienungen gäbe.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 23. Juni 2011 um 14:21 Uhr (#)

    Ich glaube auch, dass das Fernsehen nicht so granatenschlecht wäre, wenn es keine Fernbedienungen gäbe.

    Das ist natürlich ein sehr interessantes Argument. Hab ich so noch nie darüber nachgedacht.

    Zu den Einsatzgebieten von Tablets gab’s mal eine Emnid-Studie zur Medienanwendung. Spiele tauchen darin nicht auf, sind aber sicher recht dominant. Dennoch zeigt zumindest das Ergebnis, dass es für Tablets vielseitige Anwendungszenarien gibt.

    Aber noch viel wichtiger: Wir sprechen über Tablets aus den Jahren 2010/2011. Alles wird sich weiterentwickeln.

  4. blub
    schrieb am 23. Juni 2011 um 16:24 Uhr (#)

    Einen Vorteil wird Papier immer haben, man kann mehrere Seiten in voller Größe nebeneinander legen.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 23. Juni 2011 um 16:26 Uhr (#)

    Das kann in der Tat niemand bestreiten ;)

  6. Christian Hoffmann
    schrieb am 23. Juni 2011 um 16:33 Uhr (#)

    Frau Fischer romantisiert nicht. Sie hat recht. Es ist halt manchmal so, Digital ist nicht besser, nur weil es digital ist. Es ist klug den guten altem Papier doch seinen Charme zugestehen. Manche Dinge merkt man erst dann zu schätzen, wenn Sie fehlen. In Bezug auf Brandeins denke ich, dass es auch Kunden geben wird, die es mal digital versuchen und dann doch beim Print bleiben.

    Im Moment wird viel probiert und getestet. In ein zwei Jahren wird sich zeigen, was bleibt. Und ich bin mal gespannt wie man dann über die Bild App und so manch anderes reden wird. Ich wage die These, dass Monatsmagazine wie brandeins bleiben werden.
    Wenn die Menschen die Zeitung aus Papier lieben, dann sollen Sie sie haben. Wenn
    nicht, dann wird es ein digitales Equivalent geben.

    Weiter glaube ich an eine Aufteilung der Kundschaft. Es wird Kunden geben, die wollen
    es digital lesen (hoffentlich wollen sie auch zahlen) und es wird Leser des gedruckten Wortes weiter geben. Die Revolution wird nicht stattfinden, es wird eine Evolution. Sie wird anders als manche Berater und Evangilist glauben und glaubenmachen wollen.

    1. Dominik Belca
      schrieb am 23. Juni 2011 um 21:41 Uhr (#)

      Im Moment hat Frau Fischer sicher noch recht. Als Mensch neigen wir stets dazu, von einem Fortbestehen des Vorhandenen auszugehen. Und es stimmt ja auch, ein universelles Gerät (wie das IPad) kommt nicht an die Haptik und Benutzbarkeit von Papier heran und ein technisch besseres Gerät gibt es derzeit nicht.

      Der Irrtum liegt für mich jedoch darin, diese Feststellung als für immer festgeschrieben anzusehen.

      Derzeit stört mich bei den Geräten das hohe Gewicht und das kleine Display.

      Bei den Zeitschriften – von denen ich noch drei in Papierform aboniert habe – fehlt mir dagegen schmerzlich eine Bookmark- bzw. Archiv-Funktion sowie die Möglichkeit zu suchen.

      Nur: Was spricht dagegen, dass die Probleme der Geräte in den nächsten zwei Jahren gelöst werden? (Leichter Reader mit A3-Format, gerne auf A4 klappbar)

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 23. Juni 2011 um 21:47 Uhr (#)

      Eben: nichts.

  7. Sebastian Langer
    schrieb am 24. Juni 2011 um 09:37 Uhr (#)

    Werden Digital- und Internetmacher zur Zukunft von Online befragt, neigen sie zu einer Romantisierung der Bytes und Ignoranz der Medienkonsum-Entwicklung. Ein wenig mehr Offenheit wäre wünschenswert.

    Nur weil die Technik vielleicht irgendwann alle Argumente pro Print obsolet machen kann, ist ein sachliches Feststellen der derzeitigen Vorteile kein Romantisieren oder gar Fortschritts-Leugnung.

    Da hilft auch die andiehandnehmerische Fettung der vermeintlichen Kernsätze des Artikels nicht.

    1. Sebastian Manthey
      schrieb am 24. Juni 2011 um 09:57 Uhr (#)

      Zur Erinnerung. Die Aussage von Frau Fischer war: “Print dagegen ist, wenn es gut ist: Ruhe, Konzentration, Vertiefung – und eine Wundertüte, in der man auch findet, was man gar nicht gesucht hat.”

      Wo ist das ein Vorteil von Print wenn all das eh auch schon digital möglich ist? Zumal es hier nicht mal um belegbare Fakten geht wie “Sirup hat eine höhere Viskosität als Wasser.” Ruhe, Konzentration, Vertiefung wird nicht durch ein Stück Papier hergestellt.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2011 um 09:50 Uhr (#)

    Werden Digital- und Internetmacher zur Zukunft von Online befragt, neigen sie zu einer Romantisierung der Bytes und Ignoranz der Medienkonsum-Entwicklung. Ein wenig mehr Offenheit wäre wünschenswert.

    Wie sieht denn diese Medienkonsum-Entwicklung aus, die Digital- und Internetmacher ignorieren?

    1. Christian Hoffmann
      schrieb am 24. Juni 2011 um 10:17 Uhr (#)

      So wie erfolgreiche Zeitschriftenverlage am Print hängen (der Anzeigenerlöse wegen), so hängen die Internetmachter am Digitalen. Wenn ich einer Sache (emotionalen) Wert geben möchte, dann macht Print schon Sinn.

      Was fehlt ist ein offenes, flexibles Denken in allen Möglichkeiten und ein
      ganz bewusstes Spielen damit. Die Zukunft heisst wahrscheinlich Print und Digital nebeneinander. Wissen alle, doch jeder will für seine Vorlieben die Revolution verkünden. Ist übrigens in anderen Bereichen ähnlich. Schaun Sie mal in die Werbung, wie schwer sich da manche mit klassischer versus Onlinewerbung tuen.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2011 um 10:31 Uhr (#)

    Die Zukunft heisst wahrscheinlich Print und Digital nebeneinander. Wissen alle

    Ich bin überzeugt davon, dass es in Zukunft bis auf sehr nischige Produkte nur noch digital geben. Aber jeder hat hier natürlich seine eigene Prognose.

  10. Sebastian Langer
    schrieb am 24. Juni 2011 um 10:33 Uhr (#)

    Zur Medienkonsum-Entwicklung: Studie Massenkommunikation 2010 (pdf). Fazit: “Für die tagesaktuellen Medien ist die Internetnutzung derzeit (noch) ein Randphänomen.” Der Trend ist klar und deutlich, die Zahlen aber noch nicht so, dass Medienmanager einfach so auf Print scheißen können. Manche Digitale vergessen das manchmal.

    “Wo ist das ein Vorteil von Print wenn all das eh auch schon digital möglich ist?” Die Frage müsste an die 100.000 Menschen gehen, die die Brandeins noch nicht am Bildschirm lesen. Mein schnödes Argument: Kein Geld für die Anschaffung eines guten Lesegerätese.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 24. Juni 2011 um 10:40 Uhr (#)

      Wer aber immer nur auf die aktuelle (oder noch besser: die vergangene ->2010) blickt, wird immer den Trends hinterher rennen und selbst nicht zum Trendsetter werden.

      Genau dieses Verhalten ist typisch für die Verlagsbranche (mit Ausnahmen). Und es ist einmal mehr Ignoranz, weil die Sache in 2-3 Jahren bereits vollkommen anders aussehen wird, man die eigenen strategischen Entscheidungen aber lieber auf dem Medienkonsumverhalten aus dem Jahr 2010 basiert.

  11. Sebastian Langer
    schrieb am 24. Juni 2011 um 11:09 Uhr (#)

    Selten waren Verlagsmanager Trendsetter. Und aktuellere Zahlen als die von 2010 kann es natürlich nicht geben.

  12. Manuel Strehl
    schrieb am 24. Juni 2011 um 11:15 Uhr (#)

    Man sollte natürlich einen ungefähren Zeitrahmen abstecken, in dem dieser Übergang abläuft. Die Zahl an Printmedien 2012 wird sich nicht wesentlich von der 2011 unterscheiden. 2100 jedoch wird es selbst Romantikern schwer fallen zu argumentieren, dass bis dahin Print noch eine wesentliche Rolle jenseits des Sammelns spielt. Ich persönlich vermute ein endgültiges “Kippen” im Lauf der 2020er Jahre. (Das ist natürlich eine zeitliche Distanz, die in wenigen BWL-Kursen jemals zur Diskussion steht.)

    Bei diesem Thema greife ich gern auch in die historische Kiste und ziehe Beispiele vom Übergang Handschriften -> Druck oder Lettern -> Offset hervor. In beiden Fällen gab es zuerst eine objektive Verschlechterung der Herstellungsqualität der Werke, die sich aber im Lauf der Zeit als entweder bedeutungslos für den Lesegenuss herausgestellte oder durch technische Neuerungen umgangen wurde.

    Ich persönlich ziehe ein gut gedrucktes Buch der Lektüre auf einem Reader vor, aber bei der Mehrzahl schlecht redigierter Taschenbücher oder zusammengestopselter Zeitschriften reißt es das haptische Erlebnis wirklich nicht mehr heraus.

    Auch was Typografie betrifft, haben (gehobene) e-Bücher in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht. Ich darf hier auf meine eigenen Experimente verweisen:

    http://boldewyn.github.com/ebooks/index.de.html

  13. daMasta
    schrieb am 24. Juni 2011 um 12:04 Uhr (#)

    Der größte Vorteil von Print ist, dass man ihn unaufgefordert in Briefkästen packen kann.
    Ist als Leser auch interessant zu erfahren, wie man gestern noch über bestimmte Themen gedacht hat, als noch nicht der aktuelle Kenntnisstand vorhanden war.
    Auch witzig, nur erraten zu können, wie wohl andere Leser über kontroverse Themen denken.
    Ich hab übrigens noch ein Trauma, als ich letztens nicht wusste, worin ich die Kartoffelschalen einwickeln soll.
    Hab dann aber “Essensreste ohne Zeitung entsorgen” gegoogelt und war dann schnell beruhigt.

    1. Manuel Strehl
      schrieb am 24. Juni 2011 um 12:53 Uhr (#)

      Der größte Vorteil von Print ist, dass man ihn unaufgefordert in Briefkästen packen kann.

      Das digitale Pendant heißt “Spam”… Und mit den gerade entwickelten extrem dünnen und biegsamen Displays auf OLED-Basis klappt dann auch das Fisch- und Kartoffelschaleneinwickeln wieder. :-)

  14. sound
    schrieb am 24. Juni 2011 um 12:32 Uhr (#)

    Was ich ganz persönlich am print vermisse: die kommentarfunktion!

    1. emmi
      schrieb am 24. Juni 2011 um 13:32 Uhr (#)

      Auf den Zeitungs-/Buchrändern ist doch immer Platz dafür. Und nein, den Kommentar im “online” lesen auch nicht mehr Leute, als wenn die Zeitung z.B. im Café liegt/hängt oder das Buch in der Bibliothek ;-)

  15. Josy
    schrieb am 24. Juni 2011 um 13:31 Uhr (#)

    Scheiss Artikel!

    Nur weil der Autor meint Digital wäre besser, braucht er nicht versuchen uns seine Meinung als richtig zu verkaufen. Keine Ahnung warum Niggemeier den Artikel pusht…Ach ja richtig,bild dir deine meinung…

    Hatte die Spiegelapp getestet-Mist…versucht er ebook zu lesen-Mist…

    Warum ist das so? beim gedruckten medium kann ich mich konzentrieren und überfliege nicht den text…

    nicht alles was Digital ist,ist auch richtig bzw besser…

    Immer diese ewig morgigen…

  16. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2011 um 13:37 Uhr (#)

    “nicht alles was Digital ist,ist auch richtig bzw besser…”

    Als ginge es um richtig oder falsch.

  17. Lukas Hauser
    schrieb am 24. Juni 2011 um 13:47 Uhr (#)

    Also ich bin ein Internet-Kind der ersten Generation, lese sehr viele News und andere Texte online. Jedoch möchte ich z.B. nicht auf eine gedruckte Zeitschrift wie “Chip” verzichten, es ist etwas ganz anderes so zu lesen, auf z.B. auf einem Kindle. Ich denke frühenstens in 10 Jahren wird es entsprechende Reader geben die vielleicht eine Zeitung oder Zeitschrift ersetzen können, zurzeit ist das aber noch lange nicht der Fall.
    Eine Zeitung muss nicht geladen werden um sie zu lesen, kann auch am Strand oder so gelesen werden, usw. usf.
    Papier ist geduldig, das wird auch noch viele hunderte Jahre überstehen. Irgendwann werden bis auf wenige Sammler von alten iPads und Kindle alle Konsumenten über diese eBook Reader schmunzeln…

  18. Michael
    schrieb am 24. Juni 2011 um 13:52 Uhr (#)

    Also ich kann natürlich nur von mir sprechen – die meisten anderen aber auch: Prognosen, was in 20 oder gar 90 Jahren nun dominiert sind absurd. Ich zähle noch zur jüngeren Generation, dennoch lese ich regelmäßig die Tageszeitung der Region. Und ich habe im Urlaub am Strand noch keinen mit Tablet oder EBook-Reader gesehen.. Die stärken von Print (dauernde, permanente und uneingeschränkte Verfügbarkeit, es ist auch mal egal wenn eine Ausgabe in das Wasser fällt/„kaputt“ geht) und meiner Meinung nach vor allem die perfekte Lesbarkeit (Kontrast, kaum Augenermüdung), ist von digitalen Geräten noch nicht erreicht. Und warum sollte ich hohe Anschaffungskosten für ein Tablet ausgeben wenn ich für das Zeitungsabo jeden Tag noch mal soviel Ausgeben muss wie auch für die Print-Ausgabe? Auch in der Zukunft werden Dienstleister (z.B. Handynetzprovider) ihre Leistungen (z.B. Internetflat) nicht umsonst anbieten – es wäre also auf jeden Fall mit Mehrkosten für den Konsumenten verbunden. Und solange man für im Prinzip die gleiche Leistung mehr Zahlen oder hohe Anschaffungskosten aufbringen muss, wird die Masse mMn nicht umsteigen (Und wäre die Leistung der Verleger mehr, z.B. Videonachrichten, würde wohl das Abo mehr kosten, und bestimmte Zielgruppen, z.B. die die Zeitung nur auf dem Weg zur Arbeit in übervollen Zügen lesen (und somit schlecht Videos schauen können) würde nicht interessieren, es wäre also immer noch die Nachfrage nach nur-Text-Zeitungen da). So sieht die Lage zur Zeit für mich aus – Was in der Zukunft passieren wird ist wenig haltbare noch überprüfbare Spekulation.

  19. teekay
    schrieb am 24. Juni 2011 um 15:52 Uhr (#)

    Ich glaube man muss unterscheiden zwischen ‘Menschen hoeren auf Zeitung zu lesen’ und ‘Verlage hoeren auf Zeitungen zu drucken’. Die Verkaeufe von gedruckten Zeitungen gehen zurueck und dieser Trend ist nicht umkehrbar. Gleichzeitig ist in den letzen 5-? Jahren der Eindruck entstanden, dass man als Verlag mit Zeitungen Geld verdienen kann. Kann man, wird man auch in Zukunft, aber eben nicht in dem Masse wie die grossen Verlagshaeuser gerne haetten. Vor 30-40 Jahren haben Lokalzeitungen immer kaempfen muessen-bis dann der, sagen wir mal, Suedwestdeutsche Medienverlag kam und richtig Rendite sehen wollte. Das lokale ‘Kaeseblatt’ wird bleiben-wenn es denn die Verlage wollen. Oder es wird wieder schick Verleger zu werden so wie in den guten, alten Zeiten am Anfang des 20. Jht. Zeitungen und Oeffentlich-Rechtliches Fernsehen werden bleiben, finanziert und subventioniert und sie werden eine Gruppe von aelteren Menschen und Menschen die raeumlich und sozial nicht im Leben/in der Mitte stehen bedienen.

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