Rabatt-Fieber:
US-Dienst DealsGoRound will Profi-Schnäppchenjägern helfen
Das Ökosystem rund um Tages- und Gruppenrabatte wächst stetig: Der US-Dienst DealsGoRound bietet ein Onlinewerkzeug, um bei unterschiedlichen Plattformen erworbene Gutscheine an zentraler Stelle verwalten zu können. Der hiesige Markt könnte dafür zu klein sein.
Angesichts dieser Vielfalt verwundert es nicht, dass sich schnell spezielle Aggregatoren daran machten, die Rabattaktionen und Sonderangebote verschiedener Dealsites zu aggregieren und Schnäppchenjägern einen schnellen Überblick über tagesaktuelle Sparmöglichkeiten in ihrer Stadt zu geben. Couponteria, Dealcity und DealsKing sind nur einige Beispiele hierfür.
Man könnte meinen, damit stieße die Erweiterbarkeit des Ökosystems rund um das Thema der Tagesrabatte an seine Grenzen. Aber weit gefehlt: Das US-Startup DealsGoRound betreibt bereits seit längerem einen Marktplatz, auf dem noch gültige Deals von Konsumenten in 128 Städten der USA und Kanada weiterverkauft bzw. zu günstigen Konditionen erworben werden können.
Mit dem neuen Dienst “Deal Wallet” setzt das Unternehmen aus der Groupon-Stadt Chicago dem ganzen nun die Krone auf: ein Online-Tool zur Verwaltung aller bei hunderten nordamerikanischen Rabattplattformen erworbenen Sonderangebote.
Das Deal Wallet richtet sich offensichtlich an versierte Sparfüchse, denen kein attraktives Angebot im Netz entgeht, und die anschließend aber Gefahr laufen, vor dem Ende ihrer Gültigkeitsdauer stehende Deals zu übersehen. Deal Wallet soll sowohl Ordnung ins Coupon-Chaos bringen als auch sicherstellen, dass Verbraucher nicht genutzte Deals lieber rechtzeitig auf DealsGoRound weiterverkaufen, als sie verfallen zu lassen – was nicht unbedingt im Interesse der Rabattplattformen ist. Zumindest Groupon muss die vom Kunden gezahlte Summe nämlich nicht mit dem jeweiligen Händler/Gastronomen teilen, wenn der Gutschein nicht eingelöst wird.
Das Deal Wallet erlaubt Usern die Verknüpfung mit den persönlichen Benutzerkonten bei den vier führenden nordamerikanischen Dealanbietern. Alle dort getätigten Käufe werden dann automatisch importiert. Alternativ ist ein manuelles Hinzufügen von bei anderen Plattformen erworbenen Gutscheinen möglich. Das Deal Wallet hält rabattfreudige Verbraucher anschließend per Mail über den Haltbarkeitsstatus der einzelnen Käufe auf dem Laufenden.
Der US-Daily-Deal-Markt ist augenscheinlich um ein Vielfaches größer als der deutsche. Ein Onlinewerkzeug im Stile des Deal Wallet besitzt nur für User einen Nutzen, die regelmäßig und bei einer großen Zahl von Dealanbietern zuschlagen.
Und hier zeigt sich einmal mehr die Krux des spätestens seit Groupons Börsenplänen heiß diskutierten Daily-Deal-Konzepts: Denn teilnehmende Händler und Dienstleistungsunternehmen sind primär daran interessiert, neue Stammkunden zu gewinnen, die auch dann zurückkommen, wenn sie keinen Rabattgutschein mehr in der Tasche haben. Tools, die darauf abzielen, Kunden das parallele Jonglieren mit Deals von vielen Sites zu erleichtern, sprechen hingegen vor allem routinierte Schnäppchenjäger an, die weder Zeit noch Mühen scheuen, um ein paar Euro/Dollar sparen zu können, und geringes Stammkundenpotenzial besitzen.
Ein Deal Wallet werden wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz wohl in absehbarer Zeit nicht sehen. Zumindest solange nicht, bis nicht ein Konsumentenmarktplatz für den Handel mit Tagesdeals existiert. Das ein solcher entsteht – womöglich als Nebenprojekt eines Aggregators – ist vorstellbar – wenn nicht zuvor die Luft aus dem Daily-Deal-Hype entweicht.


















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Danke für den Post. Deal Wallet ist übrigens eine Gründung von DealsGoRound. DealsGoRound hat ihrerseits eine Finanzierung von Lightbank, einer Firma der Groupon-Mitgründer Brad Keywell und Eric Lefkofsky, erhalten.