“Where The Fuck Is This”:
Gemeinsam Fotomotive lokalisieren

Bei der Reutlinger Onlineplattform “Where The Fuck Is This” helfen Nutzer einander bei der Lokalisierung von Fotomotiven. Aus dem bisherigen Spaßprojekt könnte mehr werden.

Jeder kennt das: Man stößt irgendwo auf das Foto einer herrlichen Meeresbucht, einer atemberaubenden Gebirgsroute oder eines romantischen Sonnenuntergangs inmitten einer tropischen Umgebung. Aber leider ist unklar, wo das Bild aufgenommen wurde.

Eine neue Onlineplattform aus Deutschland will die Lösung für dieses Problem liefern: Where The Fuck Is This nennt sich die mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen versehene Site der Kommunikationsagentur Wagnerwagner aus Reutlingen bei Stuttgart, die mit Hilfe von Crowdsourcing die Ursprungsorte von all solchen Schnappschüssen identifizieren helfen soll, bei denen einen sofort das Fernweh ergreift.

Where The Fuck Is This ist denkbar einfach in der Anwendung: Auf der Homepage werden Besuchern die aktuellsten Fotoeinsendungen präsentiert. Unter jedem Bild ist zu lesen, inwieweit der Aufnahmeort bereits lokalisiert und wie viele Kommentare verfasst wurden.

Nutzer können zu Fotos ohne Registrierung einen Kommentar verfassen und den Ursprung des Motivs auf einer Google-Karte lokalisieren. Wer seine E-Mail-Adresse hinterlässt, erhält eine Benachrichtigung, sobald ein Ort erfolgreich identifiziert wurde.

Wer selbst das Wissen der Masse dafür einsetzen möchte, den Aufnahmeort eines Foto herauszufinden, kann dies ebenfalls ohne Registrierung hochladen, mit zusätzlichen Informationen versehen und dann darauf hoffen, dass andere User helfen können.

Wagnerwagner bezeichnet den Dienst selbst als Spaßprojekt, und entsprechend gering ist bisher der Funktionsumfang. Laut Mitgeschäftsführer Peter Wagner existiert im Netz bisher kein vergleichbarer Service. Er gibt auch ehrlich zu, dass es weder ein Geschäftsmodell noch eine Roadmap gibt. Mich persönlich würde aber nicht wundern, wenn sich dies bald ändert.

Denn das Konzept von Where The Fuck Is This ist zwar äußerst simpel, aber auch ziemlich nützlich: Wie viele Menschen würden nicht einen Blick auf einige der hochgeladenen Motive werfen, bevor sie sich an ihre Urlaubsplanung machen? Where The Fuck Is this könnte sich zu einer populären Inspirationquelle für Reisen entwickeln.

Nachdem ich der Site gestern einen ersten Besuch abstattete, hatte ich das umgehende Bedürfnis, einen Feed neu hochgeladener Bilder zu abonnieren. Leider fehlt diese Option bisher, nur eine E-Mail-Benachrichtigung über neue Uploads ist momentan möglich.

Where The Fuck Is This – das sich mit seinem minimalistischen, die Bilder ins Zentrum stellenden Design auch optisch sehen lassen kann – hat meines Erachtens nach gerade auch aufgrund der internationalen Ausrichtung (die Site wird nur auf Englisch angeboten) enormes Potenzial und könnte sich zu einem echten Hit bei Reiselustigen und von Fernweh Geplagten entwickeln.

Etwas unsicher bin ich mir noch darüber, inwieweit die Namenswahl dem im Weg stehen könnte. Auch Peter Wagner scheint sich über diesen Aspekt im Klaren zu sein: “Falls ein Reiseunternehmen den Mut hat, die Site trotz der URL zu sponsern, dann sind wir offen für eine Kooperation”. Andererseits strahlt die Bezeichnung eine gehörige Portion Unabhängigkeit von kommerziellen Reiseanbietern aus – was sich im Erfolgsfalle als Vorteil erweisen könnte.

Link: Where The Fuck Is This

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10 Kommentare

  1. Andy
    schrieb am 21. Juni 2011 um 09:03 Uhr (#)

    Google (Goggles) hätte wahrscheinlich eine helle Freude daran, wenn das Konzept funktioniert ;)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 21. Juni 2011 um 09:39 Uhr (#)

      Stimmt. Würde sich, sofern eines Tages mal Millionen von Fotos lokalisiert worden sein sollten, als ideale Funktionserweiterung von Goggles empfehlen.

      Das ist doch ein Ziel, auf das es sich lohnt, hinzuarbeiten ;)

  2. Max
    schrieb am 21. Juni 2011 um 09:52 Uhr (#)

    Das Prinzip erinnert an What The Movie. Dort geht es darum Standbilder aus Filmen zu erraten.

  3. Tanja Handl
    schrieb am 21. Juni 2011 um 11:00 Uhr (#)

    Gefällt mir sehr gut – auch wenns mich ganz furchtbar in Urlaubslaune versetzt. :-)

    Mein Vater und mein Onkel haben schon seit Ewigkeiten eine private Challenge laufen, die daraus besteht, sich per E-Mail Bilder zu schicken und gegenseitig zu erraten, wo die Aufnahme entstand. Hätte nie gedacht, dass das massentauglich ist, aber wieso auch nicht.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 21. Juni 2011 um 11:25 Uhr (#)

    @ Max
    Thx für den Hinweis, kannte ich noch nicht.

    @ Tanja
    Jo mal schauen ob’s diesen Massenmarkt gibt.

  5. Tanja Handl
    schrieb am 21. Juni 2011 um 11:31 Uhr (#)

    @ Martin: Nur für Ratefreaks vielleicht nicht, aber nachdem ich jetzt ein bisschen geschmökert habe, muss ich sagen: Die Qualität der Fotos ist teilweise unglaublich. Und die gezeigten Orte sind häufig wirklich wunderschön. Ich kann mir also sehr gut vorstellen, dass der Service wie von dir angedacht auch als Inspiration für Reisen funktioniert. Milos, Griechenland, hat es jedenfalls gerade bei mir auf die Liste geschafft. Die Frage ist nur, wann der Service von Werbetreibenden entdeckt wird und dort Postkartenfotos auftauchen…

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 21. Juni 2011 um 11:33 Uhr (#)

    Ja, da eignet sich vielleicht der Name der Site zur Abschreckung ;)

    1. Tanja Handl
      schrieb am 22. Juni 2011 um 11:26 Uhr (#)

      ;)

      Eben entdeckt und in der gleichen Schiene: Where to get it. Hier kann Mode “lokalisiert” werden. Schafft’s auf den ersten Blick ebenfalls sehr gut, Shopppinglaune zu erzeugen.

      Liebe Grüße,
      Tanja

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 22. Juni 2011 um 11:28 Uhr (#)

      http://twitter.com/#!/mar…us/83429436774559744 ;)

  7. mkorsakov
    schrieb am 21. Juni 2011 um 18:02 Uhr (#)

    Die bei flickr vorhandenen »Guess where [$Stadt]«-Gruppen gehen in eine ähnliche Richtung, manchmal allerdings etwas ›kleinteiliger‹.

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