Sonar:
Mit dem Check-In
zu neuen Bekanntschaften

Die iPhone-App Sonar informiert auf Basis von foursquare-Check-Ins, welche Facebook- und Twitter-Kontakte man mit anderen Personen im selben Raum teilt. Das ist sehr nützlich.

Ein Bereich des digitalen Lebens, dem Jajah- und Talenthouse-Gründer Roman Scharf im Interview vom Mittwoch für die Zukunft besonders gute Entwicklungschancen prophezeite, ist das Knüpfen von neuen, für einen relevanten Kontakten.

Noch während er dies sagte, musste ich an ein junges New Yorker Startup denken, das sich Ende Mai auf der TechCrunch Disrupt-Konferenz präsentierte und dessen mobile Applikation sich seitdem bei mir im stillen Testbetrieb befindet: Sonar.

Sonar hat sich zum Ziel gesetzt, Nutzern aufzuzeigen, welche Personen sich gerade in unmittelbarer Nähe befinden und für eine Kontaktanbahnung interessant sein könnten. Durch eine enge Anbindung an foursquare ist es dem Service sogar gelungen, dem Einsatz des ebenfalls vom Big Apple stammenden Check-In-Dienstes für mich einen neuen Sinn zu verleihen.

Das Prinzip der momentan nur für das iPhone verfügbaren Anwendung ist simpel: User melden sich mit ihren foursquare-Benutzerdaten bei Sonar an und verknüpfen ihr Konto anschließend mit dem persönlichen Facebook- und Twitter-Account. Führt man nun über foursquare einen Check-In an einem Ort durch, zeigt einem Sonar daraufhin an, welche gemeinsamen Facebook- oder Twitter-Kontakte man mit anderen, ebenfalls eingecheckten Personen besitzt.

Das Öffnen der Sonar-App ist aber eigentlich gar nicht notwendig: Denn jedes Mal, wenn sich nach einem foursquare-Check-In Personen in der Umgebung aufhalten, mit denen man Facebook- oder Twitter-Kontakte teilt, meldet Sonar dies per Push-Nachricht.

Sonar hilft zum einen dabei, anhand von Überschneidungen beim Social Graph die Menschen an einem Ort zu identifizieren, die sich für eine persönliche Kontaktaufnahme anbieten (jemand, der 20 Twitter-Usern folgt, die man selbst abonniert hat, dürfte grundsätzlich ein kurzweiliger Gesprächspartner mit ähnlichen Interessen sein), und hilft zum anderen bei der initialen Kontaktaufnahme, das Eis zu brechen (“Ich habe gesehen, dass du ja auch XYZ kennst”). Genau diesen Eisbrecher habe ich kürzlich auf einer Veranstaltung ausprobiert, was schnell zu einem angeregten Austausch führte.

In seiner jetzigen Ausformung eignet sich Sonar aufgrund der Abhängigkeit von foursquare-Check-Ins primär für Events und Zusammenkünfte mit hoher “Geek-Dichte”. Anders wäre dies, wenn Sonar auch Check-Ins über Facebook Places berücksichtigen würde, was jedoch bisher nicht der Fall ist.

Auch stellt sich die Frage, inwieweit es sich bei Sonar um ein Produkt oder nur um ein Feature handelt – inwieweit es also eigentlich direkt als Funktion bei foursquare oder Facebook eingebettet sein müsste. Dann allerdings würden sich womöglich einige Türen schließen, was die Integration mit Drittanbietern betrifft. Insofern erscheint die Eigenständigkeit der App – die auch eine hauseigene Check-In-Option besitzt – vorerst sinnvoll.

Bisher wurde das Check-In-Prinzip vor allem dafür instrumentalisiert, Freunde und Bekannte über den aktuellen Aufenthaltsort zu informieren, für Marketingmaßnahmen (Rabatte für Check-Ins) sowie zur Generierung personalisierter Location-Empfehlungen.

Sonar fügt nun ein weiteres Anwendungszenario hinzu: die physische Anbahnung neuer Kontakte am aktuellen Standort. Für meinen Geschmack ist dies das bisher spannendste Einsatzgebiet von Check-Ins.

Link: Sonar

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2 Kommentare

  1. Simon Michaelis
    schrieb am 17. Juni 2011 um 11:57 Uhr (#)

    Seitdem ich einen Laufpartner kennen gelernt habe, indem er sich in meine Laufstrecke aufFoursquare eingecheckt hat, glaube ich ziemlich fest dran, dass Location Based Servicesda was leisten können, werde die App mal testen.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 17. Juni 2011 um 12:01 Uhr (#)

    Vielleicht liegt am Ende des Potenzial von Check-Ins gar nicht in den Location-Empfehlungen, auf die sich 4sq so sehr fokussiert, sondern in der sozialen Interaktion, die durch Check-Ins entstehen kann.

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