Showyou:
Sozialer Videoaggregator fürs iPad

Showyou bringt von Kontakten bei verschiedenen Social-Web-Diensten empfohlene Videos in einer handlichen App aufs iPad.

Tablet-PCs (also momentan primär das iPad) sind prädestiniert dafür, unsere Konsum digitaler Inhalte grundlegend zu verändern. Schöne Beispiele für diese These dafür wären Newsreader wie Flipboard, News.me, Pulse und Reeder, die Entdeckungsmaschine für Indie-Musik Aweditorium oder das interaktive “Nachschlagewerk” Qwiki.

Showyou heißt eine vor gut einem Monat veröffentlichte Anwendung für das iPad, die sich nahtlos in diese Aufzählung einfügt. Wenn man die Gratis-App des in San Francisco und Portland ansässigen Entwicklerstudios Remixation als eine Art Flipboard für Videos bezeichnen würde, macht man es sich zwar etwas einfach, trifft aber ungefähr den Kern.

Zwar beherrschen Flipboard und die anderen eingangs erwähnten News-Apps auch teilweise das Darstellen von in Texten eingebetteten Videos, aber trotzdem spielen Bewegbilder dort nur eine untergeordnete Rolle. Showyou hingegen fokussiert sich vollständig auf die Aggregation von Videos, die im Social Web herumgeschickt werden.

Als Quellen für in der App dargestellte Clips setzt Showyou auf Facebook, Twitter, YouTube, Vimeo, Tumblr sowie den Videoaggregator Vodpod (der wie Showyou von Remixation betrieben wird). User können Showyou mit ihren persönlichen Konten bei den genannten Diensten verbinden.

Die App präsentiert anschließend sämtliche von über diese Kanäle eintreffenden, von den jeweiligen Kontakten dort veröffentlichten/verlinkten Clips in einer flexibel navigierbaren Rasteransicht. Mit einem Klick kann das jeweilige Video angeschaut werden.

Neben dem Ziel, die von Kontakten und abonnierten Usern an verschiedenen Stellen im Netz empfohlenen Videos in einer ansprechenden Applikation zu sammeln und optimiert für das Apple-Tablet darzustellen, besitzt Showyou auch sein eigenes Feed-System und Follower-Feature:

Darüber kann man die Streams anderer Showyou-Anwender abonnieren, ihre Videos favorisieren und kommentieren. Follower wiederum sehen so alle Clips, die man selbst bei Twitter, Facebook & Co veröffentlicht hat, sowie solche, die man direkt über die App durch einen Klick auf den “Share”-Button weiterempfiehlt.

Showyou in Bildern
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (4 Bilder)

Eine Besonderheit von Showyou ist, dass es nicht nur explizite Videoempfehlungen (also Links zu YouTube- oder Vimeo-Videos) berücksichtigt, sondern auch URLs zu Sites, auf denen Videos eingebunden sind. So listet Showyou auf meinem Profil zu meiner Überraschung dieses Präsentationsvideo von AppsMerge (am Samstag bei uns vorgestellt), weil ich am 11. Mai den Link zu deren Website getwittert habe – auf welcher der Clip eingebettet ist.

Hierbei handelt es sich eigentlich um eine smarte Funktion, weil sie selbst aus herkömmlichen Linkempfehlungen für die App verwertbare Videotipps macht. Gleichzeitig könnte aber bei anderen Usern die Frage aufkommen, mit welcher Intention ein bestimmtes, womöglich vollkommen unspektakuläres Video scheinbar bewusst weiterverbreitet wurde.

Während Showyou für Freunde von Bewegtbildern und einem Hang zur Prokrastination eine attraktive Option darstellt, mangelt es der App bisher noch an einer intuitiven Benutzerführung.

Schon der Unterschied zwischen dem Raster- und Streaminterface wird nicht sofort klar, ebensowenig wie die Tatsache, warum man überhaupt anderen Showyou-Usern folgen soll. Die für die Navigation verwendeten grafischen Symbole sind nicht gerade selbsterklärend, und zu Clips kann man zwar eine Kommentardiskussion führen, eine Thread-Ansicht dafür fehlt jedoch.

Hier sollte Remixation ruhig noch einmal Hand anlegen. Momentan ist mir keine andere Applikation bekannt, die näher an das zweifellos mit Potenzial versehene Konzept eines sozialen, personalisierten Videoaggregators herankommt. Diese Chance sollte Showyou nutzen.

Link: Showyou

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