VideofyMe:
Videovermarktung für den Long Tail

VideofyMe vermarktet von Bloggern aufgenommene Videos. Mit einer deutschen Version betritt das Startup aus Schweden erstmalig Boden außerhalb Skandinaviens.

Bewegtbilder gehören zu den populärsten und für die nächsten Jahre mit den besten Wachstumschancen ausgestatteten Mediengattungen im Netz. Je mehr Websites auf die Veröffentlichung eigener Videos als Ergänzung zu Text-, Audio- und Bildinhalten setzen, desto größere Relevanz erhält die Frage nach der Monetarisierung dieser Clips.

Für gewerbliche und professionelle Website-Betreiber gibt es zahlreiche Lösungen und Dienstleister, die sich der Bewegtbildvermarktung widmen. Für Hobby-Filmer und Blogger mit eher geringer Reichweite hingegen existieren weniger Alternativen. YouTube beispielsweise betreibt zwar ein Partnerprogramm, in dessen Rahmen mit Videos generierte Einnahmen mit den Uploadern geteilt werden – dies steht jedoch nicht jedem Nutzer offen und setzt eine große Anhängerschaft sowie regelmäßige Veröffentlichungen voraus.

Das schwedische Startup VideofyMe hat hier eine Nische identifiziert, die es mit seiner Videoplattform speziell für Blogger belegen möchte. Der im April 2009 gestartete und bisher nur für Nutzer in Schweden und Norwegen angebotene Dienst wagt sich mit einer gerade lancierten deutschen Version nun erstmals in einen Markt außerhalb von Skandinavien.

VideofyMe will Blogger, Betreiber privater Websites sowie andere Akteure des “Long Tail” dazu bewegen, ihre selbstgedrehten Clips nicht bei YouTube, DailymotionSevenload & Co hochzuladen, sondern dies stattdessen über VideofyMe zu erledigen. Dazu stellt es eine browserbasierte Upload-Lösung sowie mobile Apps für iPhone und Android bereit, mit denen sich Videos vom Smartphone aus aufnehmen und direkt zu VideofyMe laden lassen.

Hochgeladene Clips können anschließend in die eigene Präsenz eingebettet werden. Ausgehend von einigen Rahmendaten zur Nutzerschaft, die während der Registrierung abgefragt werden, platziert VideofyMe anschließend Werbekampagnen im Video – sowohl in Form von Pre-Roll-Ads als auch als das Video überlagernde Banneranzeigen. Das Unternehmen aus Stockholm verspricht, die Hälfte der so generierten Einnahmen an den jeweiligen Uploader weiterzureichen. Ein Beispiel für ein bei VideofyMe hochgeladenes Video gibt es hier.

Laut Pressemitteilung kooperiert VideofyMe für den Deutschlandstart mit der aus Hamburg stammenden smartclip AG, nach eigener Aussage Europas Marktführerin für die Vermarktung von Bewegtbildern im Netz.

Das von Robert Mellberg und Oskar Glauser gegründete Startup bezeichnet sich als führender Videovermarkter von Blogs in Skandinavien. Etwa 30.000 Websites verwenden den Dienst bisher und generieren etwa vier Millionen Videoabrufe pro Monat. Umgerechnet etwa 300.000 Euro wurden nach eigenen Angaben bisher an Blogger ausgezahlt.

VideofyMe zielt, wie auch die optische Gestaltung unterstreicht, unter anderem auf die auch in Deutschland stetig wachsende Zahl der (vorrangig weiblichen) Modeblogger ab. Das verwundert wenig, machen diese doch im sehr modeinteressierten Schweden einen signifikanten Teil der Blogosphäre aus und haben auch schon aus der ein oder anderen Privatperson einen geschäftstüchtigen Medienstar gemacht. Da das Thema Mode stets mit der Intention zum Kaufen verbunden ist, erfreut es sich auch bei Werbekunden einiger Beliebtheit.

Man darf gespannt sein, wie sich VideofyMe in der (nach meiner Beurteilung) deutlich heterogeneren, weniger kommerzialisierten deutschen Blogosphäre schlagen wird. Ganz allein ist der Service mit dem Bestreben, Bloggern in Deutschland die Monetarisierung von Videos zu ermöglichen, nicht: Auch das Berliner Unternehmen CaptainAd ist in diesem Bereich aktiv, setzt anders als VideofyMe jedoch auf ein System, bei dem Clips von bekannten Videoplattenformen nachträglich mit Werbung angereichert werden.

Link: VideofyMe

 

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