Ereignisse in Japan:
Die Unerträglichkeit von Twitter

Wer angesichts der Ereignisse in Japan am Wochenende einen Blick auf die eigene Twitter-Zeitleiste warf, bekam den Eindruck, der unmittelbare Weltuntergang stünde bevor. Der Microbloggingdienst präsentiert sich dieser Tage hierzulande vor allem als Hort von Desinformation und Panikmache.

Ich liebe Twitter. Es ist der Webdienst, den ich mit Abstand am meisten vermissen würde, verschwände er aus dem Netz. Seit ich vor einigen Jahren nach mehreren Anläufen endlich die Magie des Microbloggingservices erkannt hatte und damit zu einem täglicher Nutzer wurde, erinnere ich mich an keine Situation, in der mir ein kurzer oder längerer Blick auf den Stream an Tweets der von mir gefolgten User nicht Freude bereitete, lesenswerte Artikel bescherte oder einfach nur das Gefühl gab, Teil einer größeren, sich selbst organisierenden Bewegung zu sein.

Aber irgendwann ist immer das erste Mal. Und irgendwann musste auch der Augenblick kommen, in dem ich es bewusst vorzöge, Twitter temporär den Rücken zu kehren – nicht, weil mich der kontinuierliche Strom an Kurznachrichten von der Arbeit abhält (was ihm selten gelingt), sondern aufgrund dessen, was bei dem Dienst publiziert wird.

An diesem Wochenende war es so weit. Nachdem Japan von einem verheerenden Erdbeben, einem dadurch ausgelösten Tsunami sowie einem in seinen Ausmaßen noch unklaren Unglück in mindestens einem Kernkraftwerk (Beinahe-)Atomkatastrophe (die genauen Ausmaße sind bisher nicht bekannt) heimgesucht wurde und sich jetzt mit der schwierigsten Krisensituation seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert sieht, standen die furchbaren Ereignisse aus Fernost auch bei Twitter im Zentrum.

Doch während ich meinem persönlichen Twitter-Stream bei anderen nachrichtenrelevanten Geschehnissen von weltweiter Bedeutung trotz der üblichen Mutmaßungen und kursierenden Gerüchte dennoch einen recht hohen Informationsgehalt und ein interessantes, konstruktives Diskusionspotenzial attestieren würde, war die Mischung an Tweets an diesem Wochenende eine völlig andere:

Seit Samstag bestand meine Timeline fast ausnahmslos aus Weltuntergangstheorien, undifferenzierter, teils in Häme übergehender Kritik an der Atompolitik und -wirtschaft (nach dem Motto “Ha, hab ich es doch gesagt dass es eines Tages so kommen wird!”) und unverifizierten “Eil”-Meldungen (die mit viel Eifer von zahlreichen deutschen Nachrichtensites verbreitet wurden).

Es schien, als wollte jeder – sowohl Nachrichtenportale als auch am Ereignis interessierte User – der Erste sein, der offiziell die Kernschmelze verkünden konnte. Und während derjenige, der sich die Mühe machte und die Berichterstattung verschiedener, auch ausländischer Medien verfolgte, schnell erkannte, dass die Informationslage rund um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima relativ undurchsichtig und bei weitem nicht “entschieden” war, wurde in meiner Timeline schon am Samstag ein ums andere Male verkündet, dass der Super-GAU nun offiziell bestätigt sei. Manchmal war mir, als stünde da noch ein unsichtbares “endlich” zwischen den Zeilen.

Zumindest aus meiner Sicht präsentierte sich Twitter an diesem Wochenende einzig und allein als Kanal der Desinformation und wilden Panikmache – und damit genau als das Gegenteil dessen, was ich sonst von dem populären und mehr als 175 Millionen Nutzerkonten zählenden Dienst gewohnt bin (und schätze).

Nun ist bei Twitter jeder seines eigenen Nachrichtenstroms Schmied: In der persönlichen Zeitleiste tauchen nur die Tweets der Anwender auf, die man aktiv abonniert. Doch ich würde die Liste der 602 von mir auf diese Weise gefolgten Microblogger durchaus als qualitativ und mit viel Sorgfalt ausgewählt bezeichnen.

Das Problem ist in diesem Fall ein systemisches: Nukleare Katastrophen gehören zu den schlimmsten Albträumen der Menschen und besitzen – meiner Beobachtung nach gerade in Deutschland – ein erhebliches gesellschaftliches Konflikt- und Streitpotenzial. Dieses hat sich am Wochenende unter anderem bei Twitter in verschiedensten Formen entladen.

Es ist die Kombination aus dem Echtzeitcharakter des Internets, der Erster-sein-Mentalität bei den Onlinemedien (als Folge von Echtzeit-Tools und kurzfristigem Drang zur Reichweiten-Erhöhung) sowie der Möglichkeit der Nutzer zur Partizipation an der Verbreitung und Filterung von Meldungen, die dafür sorgt, dass wir heute häufig sehr viel schneller von Ereignissen auf der anderen Seite der Erde erfahren und ein bisher ungekanntes Gefühl der Nähe zu Geschehnissen verspüren.

Häufig hat dies positive Folgen und trägt zur Transparenzerhöhung bei. Zumindest an diesem Wochenende bekam ich den Eindruck, als habe sich das konstruktive, Transparenz steigernde Potenzial des Echtzeitwebs (primär vertreten von Twitter) für Menschen in 10.000 Kilometer Entfernung vom Ort des Unglücks in Grenzen gehalten. Was mich dazu bewegte, Twitter am Wochenende abgesehen von einem kurzen Abstecher am Samstag links liegen zu lassen.

Die gute Nachricht: In Japan wird Twitter zur Zeit vor allem dazu verwendet, sich untereinander zu helfen.

Wer dies tun und spenden will, hat dazu hier, hier oder hier die Möglichkeit.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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60 Kommentare

  1. Ich habe mich auch mit dem Thema beschäftigt, muss aber letztendlich eine These bestätigen, an der ich keinen Fehler finden kann und die die Lösung für das von dir beschriebene Dilemma ist: “Wenn du das Gefühl hast, dass du auf deiner Timeline schlecht informiert wirst, dann folgst du den falschen Leuten.”

    Twitter ist kein neutrales Nachrichtenmagazin. Das sollten wir doch bitteschön immer und immer wieder berücksichtigen.

  2. “Wenn du das Gefühl hast, dass du auf deiner Timeline schlecht informiert wirst, dann folgst du den falschen Leuten.”

    Das impliziert, dass es Personen gibt, die zu 100 Prozent die eigene Interessenlage und das eigene Twitter-Nutzungsmuster teilen. Meines Erachtens nach trifft dies jedoch nur auf eine aus einer Million Personen zu.

    Ich glaube, dass wir uns alle noch immer in einem Lernprozess befinden, wie wir mit dem Echtzeitweb richtig und vor allem verantwortungsbewusst umgehen. Das betrifft einzelne Nutzer ebenso wie Nachrichtensites und andere Organisationen.

    Die Beendigung der inflationäre Nutzung des “Eil”-Begriffs in Onlineartikeln und Tweets z.B. wäre eine sinnvolle Konsequenz. Dieser suggeriert stets eine Dringlichkeit, die jedoch (nach meinen Beobachtungen) in 95 Prozent der Fälle nicht gegeben ist.

    • Wir kommen dem Phänomen näher. :-)

      Ich glaube, dass es mit der Twitter- und Facebook-Nutzung bei den meisten Menschen (sicher nicht bei allen) so läuft, wie es in ihren realen Beziehungsnetzwerken läuft. Es gibt einige Autoritäten, es gibt Freunde, es gibt seltsame Leute und so weiter. Am besten sieht man das in der Parteizugehörigkeit, dort schafft man sich im Laufe der Zeit vor allem Netzwerke, die die eigenen Grundgedanken teilen.

      Ob es irgendwann sowas wie Verantwortungsbewusstsein in Sachen Social Web und dem Nachrichtenkonsum daraus geben wird, wage ich inzwischen sehr zu bezweifeln. Wenn ich mir anschaue, was ich tagtäglich an Mist in Facebook ausfiltere, habe ich Sorge, dass es genügend Menschen gibt, die das alles, was man an authentischen Nachrichten bekommen kann, schlicht nicht interessiert. Und dann wird es schon problematisch. Nicht um die Uninformierten, sondern um die, die sich möglicherweise relativ einfach falschinformieren lassen.

      Aber ich sehe es ähnlich wie du, wir sind im Lernprozess.

  3. Der Grund für die widersprüchlichen Meldungen ist ganz einfach. Es sind mindestens zwei Atomanlagen (insbesondere Fukushima I und Fukushima II) und mehrere Reaktorblöcke bei mehreren Atomanlagen betroffen, die sich nun alle in unterschiedlichen Zuständen ohne Kühlung befinden.

    Die offiziellen Meldungen aus Japan waren widersprüchlich. Der japanische Regierungssprecher hatte etwa einen Tag lang behauptet es wäre zu keiner Kernschmelze gekommen. Experten waren sich aber bewußt, dass wenn die Kühlung in einem Atomreaktor dieser Bauart komplett ausfällt, dass auf längere Sicht (24 Stunden) eine Kernschmelze unvermeidbar ist.

    Eine andere offzielle Quelle hatte dann auch bereits dem Regierungssprecher widersprochen und ein paar Stunden später war es dann offiziell, dass es zu einer partiellen Kernschmelze gekommen ist.

    Dieses Video klärt die Situation gut auf, darin beschreiben mehrerer Experten den Verlauf einer Kernschmelze:

    http://www.youtube.com/watch?v=TN5zPj8iGb0

  4. Ich kann das Geschriebene zwar nachvollziehen, glaube aber, dass Twitter an dieser Stelle trotzdem funktioniert. Das Problem bei Japan ist ja, dass es über Stunden und Tage keine verlässlichen Informationen gibt und geben kann. Das ist sehr selten und das sind wir mit unserer Rundum-Online-Versorgung einfach nicht mehr gewöhnt. Man geht davon aus, dass seriöse Information immer möglich ist. Wenn aber ein derartiges Unglück passiert, dann ist einfach niemand mehr in der Lage “obektiv” berichten. Es herrscht Notstand – in jeder Hinsicht. Es bleiben also unbefriedigende Informationsbruchstücke und viele sehr subjektive und einseitige Meinungen von Menschen, die versuchen, mit der Nicht-Information und ihren Sorgen umzugehen. Das ist dann das BIld, das Twitter zeigt. Und das ist dann ein zutreffender Blick auf die aktuelle Situation. Dass man sich diesem psychologisch motivierten Ohnmachts-Gezwitscher nicht aussetzen will, verstehe ich gut. Und es ist dann auch die richtige Reaktion, einfach mal offline zu gehen.

  5. Wieso denn Beinahe Katastrophe? Ist es nicht schon schlimm genug? Es liegt nicht am Twittern oder an Panikmache, sondern das Schlimme ist, dass da wirklich ein Supergau passiert ist. Ein Reaktor ist in die Luft geflogen, weitere folgen womöglich noch. Zehntausende Menschen tod und vermisst und die in der Region noch überlebt haben sind wahrscheinlich radioaktiv verstrahlt, können dort nicht mehr leben. Wie man das als Beinahekatastrophe bezeichnen kann ist mir ein Rätsel.

    • Hab’s umformuliert. Davon abgesehen würde mich interessieren, welche absolut zutreffenden Informationen du darüber hast, welche Menge an Radioaktivität entwichen ist, wie sich diese in den nächsten Tagen verbreiten wird und inwieweit das Gelände rund um Fukushima dauerhaft kontaminiert ist. Das sind zumindest meiner Ansicht nach die Informatione, die man benötigt, um das Ausmaß des Fukushima-Unglücks bewerten und entscheiden zu können, inwieweit dies nun abseits vom Sensationsjournalismus tatsächlich einen GAU oder eine Katastrophe darstellt.

    • @Martin Weigert:
      Ein GAU ist der Größte anzunehmende Unfall, also per Definition nicht (!) das größtmögliche Unglück, sondern das von den Verantwortlichen als größtes angenommene (!) Unglück.

      Das ist ein kleiner aber ganz entscheidender Unterschied.

      Reaktoren werden nicht so ausgelegt, daß sie den größtmögliche Unfall aushalten, sondern nur so, daß sie den Unfall aushalten, der von den Verantwortlichen als größte anzunehmender Unfall definiert wurde.

      Darum gibt es ja den Begriff des Super-GAUs.

      Der klingt erstmal absurd übertrieben, denn wie kann etwas noch größer sein als der Größte anzunehmende Unfall?

      Aber der größte anzunehmende Unfall ist ja gerade nicht der größte mögliche Unfall, sondern nur der größte, den die Verantwortlichen für die Sicherheitsvorkehrungen des AKW angenommen haben.

      Ein AKW muss also einen GAU aushalten ohne daß Radioaktivität freigesetzt wird. Genau dafür und nur dafür sind die Sicherheitsvorkehrungen ausgelegt.

      Wenn, wie jetzt in Japan unstreitig, größere Mengen Radioaktivität frei gesetzt und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kernschmelze mindestens begonnen hat, dann ist das per Definition nicht nur kein (!) GAU mehr – ein GAU wäre ja eben noch beherrschbar gewesen – sondern schlimmer, eben ein Super-GAU.

      Auch da gibt es aber natürlich Abstufungen.

      Ob das jetzt genauso schlimm wird wie in Tschernobyl, oder sogar noch schlimmer, oder ob es noch mal vergleichsweise glimpflich ausgeht, das kann derzeit niemand seriös beantworten.

      Falls der Kernbrennstoff allerdings tatsächlich in größerem Ausmaß in die Umwelt freigesetzt werden sollte, im dicht besiedelten Japan… das kann und möchte man sich gar nicht vorstellen, welche Folgen das haben würde.

    • Ok danke für diese detaillierte Aufschlüsselung.

    • Nein, es ist nicht schlimm genug in dem Sinne, dass es (leider) noch Steigerungen gibt. KEIN Reaktor (insbesondere nicht 1+2 wie oben doppelt falsch behauptet wurde) ist bisher (vielleicht sind auch meine Meldungen nicht aktuell genug) in die Luft geflogen, sondern bei zwei Reaktoren (1+3) ist das (äußere) Reaktorgebäude offensichtlich und Teile des inneren Reaktors wahrscheinlich beschädigt, aber keine einzige Nachrichtenquelle spricht von einem Bruch des inneren Druckbehälters – dafür aber betonen mehrere Quellen, dass diese Hülle noch intakt sei. Die Menschen sind weitestgehend aus einem 20km-Radius evakuiert und NICHT verstrahlt wie Du behauptest. Tatsächlich also DROHT (“nur”) ein Super-GAU, aber noch ist er nicht da. Viel schlimmer ist derzeit der Tsunami, der bereits mehrere tausend Tote gefordert hat und ganze Städte unbewohnbar machte. Man sieht also, welche Desinfomation selbst diese Webseite verbreitet.

      Ganz ehrlich: Ich kann gut ohne Twitter leben. Und bin offenbar gut informiert, weil ich meine Informationen auch aus mehreren selbst recherchierenden Quellen beziehe (z.B. Tagesschau.de und DW) und nicht von irgendwelchen einzelnen mehr (oder meist weniger) bekannten (Möchtegern-)Journalisten auf Twitter. Aber vielleicht kennen andere ja 602 Journalisten, denen Sie dann zuverlässig folgen können.

      Und noch ein Punkt zum GAU: Es gibt keine absolute Sicherheit, auch wenn die meisten Reaktoren noch nach diesem überholten Sicherheitsdenken entwickelt wurden. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten, die manchmal nahe 0 liegen. Und dann kommt so ein Super-Erdbeben und legt gleichzeitig die eigene Versorgung wie auch den Strom von außen wie auch das Netzersatzaggregat lahm und ein mobiler Netzersatz kann offenbar durch die zerstörte Infrastruktur auch nicht schnell genug aufgebaut werden – und so kommt es eben zu dem als nicht wahrscheinlich angenommenen Super-GAU. So ist das mit den Wahrscheinlichkeiten: Shit happens, und mancher stinkt dann so gewaltig, dass man sich besser gar nicht einen Köter mit so großen Haufen angeschafft hätte.

      Ach ja: Und Twitter ist kein demokratisches Instrument, jedenfalls nicht mehr als jedes Notizblatt bei Staples, dass ich beschreiben und an einen Baum heften könnte. Hilfe, was sind das denn für Vergleiche?

      Tom

    • @Tom Stein: Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Japan nach einem Erdbeben einen Tsunami gibt, ist definitiv nicht Null! Und dass der das unmittelbar am Meer gelegene AKW beschädigen wird, war auch nicht unwahrscheinlich. Die Notstromaggregate ungeschützt zu lassen anstatt hinter dicken Betonmauern zu verstecken, war IMHO einfach nur blöd. Man korrigiere mich…

  6. twitter ist – bei aller berechtigten Kritik an einzelnen (oder auch vielen) unqualifizierten und uniformierten tweets – auch ein demokratisches Instrument. Und da zählt auch die Quantität der tweets. Das Thema Atomkraft bewegt die Menschen, und so wird aus einem gesellschaftlich relevanten Thema auch (wieder) ein politisch relevantes. Das ist gut. Nicht zuletzt wegen der Macht der Massen muss dann beispielsweise ein Minister Röttgen zurückrudern, wenn er Pietät vorschiebt, weil er aus parteipolitischen Gründen nicht über Atomkraft debattieren mag/kann/darf.

    twitter ist Debatte, Volkes Stimme, ist ein engmaschiges Netz, dass Politiker erwischen kann, auch wenn die sich wie Aale winden.

    Stefanie (für shine*)

    *shine, unsere Initiative, fordert die UNESO auf, Tschernobyl und Hiroshima zum Welt-Mahnmal zu erklären. Wer uns mit seiner Stimme unterstützen will, folge uns bitte auf twitter (@shineprojects) oder werde fb-Freund, dort halten wir über unsere Aktionen auf dem Laufenden.

  7. Twitter ist ein Massen- und Gerüchtemedium, auch wenn erst ein kleiner Teil der Leute es benutzt.

    Auf Twitter werden die Meldungen der anderen Massenmedien reflektiert und verstärkt. Die klassischen Massenmedien (Tageszeitung, Fernsehen, Radio) verbreiten auch oft Unsinn.

    Man kann dem nur ausweichen, in dem man der Masse ausweicht. Dies bedeutet auch, den Massenmedien auszuweichen und sich stattdessen Nischenmedien zu suchen.

    Mit Twitter ist’s vorbei, was den Informationsgehalt im Vergleich zum Rauschen anbelangt. Zu viele Idioten tummeln sich dort inzwischen.

    • Dann folgt man den Idioten einfach nicht! Man muss doch bei twitter gerade nicht jeden Mist lesen, nur weil jemand, dessen Meinung einen nicht interessiert es für relevant hält. Wenn dann 80-90% der Leute deren Meinung ich sonst für relevant halte, Rauschen produzieren, ist das auch keine unwichtige Information, eben weil es Leute sind, die sich ansonsten als relevant erwiesen haben.
      btw.: Massenmedien ist gerade in diesem Bereich kein zielführender Begriff. Fernsehen war ein Massenmedium und Radio größtenteils auch, die einzigen Bereiche des Web wo man ihne große Anpassungen mit diesem Begriff hantieren kann wären die großen “Portale”, falls sie denn funktionieren würden und nicht einfach ignoriert. Im Unterschied dazu erlauben Angebote wie twitter, aber auch rss-feeds die individuelle Bündelung von Nischen- und Randbereichen.

  8. Ich glaube auch, dass wir alle noch in einem Lernprozess stecken. Zumindest ist das eine Deutungsweise, die hoffen lässt. ;)

    Wir alle haben Twitter in einer ersten Phase kennengelernt. Manche haben sich schneller begeistert, andere haben ein wenig Zeit gebraucht. Heute scheint beinahe unstrittig zu sein, dass Twitter & Co. jedem von uns was bringen kann. Da wir quasi alle gleichzeitig erst gespielt haben und jetzt lernen, verliert das Nutzen der neuen Möglichkeiten den Spielcharakter und es verliert — überzeichnet ausgedrückt — auch mit jeder unglücklichen Äußerung an Faszination. Diese Entglorifizierung ist aus meiner Sicht ein deutliches Zeichen des Erwachsen-Werdens. In dieser Phase ist nicht jede Erfahrung “vergnügungssteuerpflichtig”. Persönlich empfinde ich die teilweise festzustellenden Überzeichnungen als schwer erträglich. Da muss man sich manchmal arg beherrschen und ab und an bin ich auch sehr enttäuscht.

    Aber, wie Martin schon schrieb ist es tatsächlich schwer, Menschen zu finden, mit denen man zu 100 Prozent überein stimmt. Das ist ja Offline und Online sehr ähnlich. Wer hat schon nur Menschen in seiner Umgebung, mit denen man sich 100 prozentig einverstanden erklären kann? Im sogenannten “realen Leben” macht man, oft unbewusst, ebenfalls Kompromisse. Bei Twitter & Co. wird man hoffentlich mit der Zeit lernen einzuschätzen, was ich von wem “ertragen” kann und was nicht. Auswahl heißt das Zauberwort. Mut zum Nachjustieren (der eigenen Timeline) ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Und wieder denk ich an das reale Leben: Ist es dort nicht auch so, dass Bekanntschaften einschlafen, wenn man keinen gemeinsamen Nährboden mehr hat? Klar, manchmal schlafen auch Sachen ein, denen man eigentlich noch Zukunft zugetraut hätte, aber man muss feststellen, dass es oft einfach Kraft braucht und manchmal hält man sich phasenweise auch nur aus. Diese Kraft fehlt mir in der Welt des SocialGedöns manchmal noch.

    Btw.: Sich aushalten können .. das kann man auch anders nennen: da gibt es doch dieses schöne Wort Toleranz .. ;-)

  9. Ich bin (noch) kein Twitter – User, verfolge den Hashtag #Japan aber über die Echtzeitsuche bei Google. Ich kann sagen, daß ich mich aufgrund der Fülle der verschiedenen Quellen relativ gut informiert fühle. Jedenfalls besser als bei den zahlreichen News-Sendern, die in einer Endlos-Schleife “frisch eingetroffene” Bilder und Informationen aus Japan senden. Ganz aktuell z.B. der Vulkan war als erstes auf Twitter. In den Nachrichten habe ich bis jetzt davon noch nichts gehört oder gelesen.
    Natürlich sind bei solchen Anlässen IMMMER Ausreißer nach oben oder unten bei, wie die Astro-Tante, die die Ereignisse mit dem Planeten Pluto in Verbindung bringt. Oder die US-Amerikaner, die Rache für Pearl Habor schreien.
    Das muß man dann halt selbst herausfiltern…

  10. Ich muss allerdings sagen, dass die Berichterstattung der Medien wirklich schlecht ist.

    Aktuelles Beispiel Nachrichtenagentur AFP:

    Schlagzeile
    “IAEA: Notstand für zweites Akw in Japan ausgerufen”

    Bei dem AKW das hier gemeint ist, wird das AKW Onagawa behandelt. Gezeigt wird aber ein Foto vom AKW Fukushima 1 von dessen Reaktorblock 1.

    Und dann wird geschrieben, dass in bei “zweiten Meiler eine Explosion” droht. Dies kann sich nun auf Reaktorblock 3 von Fukushima 1 beziehen oder auf einen der vier von fünf Reaktorblöcke von Fukushima 2 bei der die Kühlung ausgefallen ist.

    Auf jeden Fall wurde der Notstand bei der dritten Atomanlage Onagawa ausgerufen, weil dort zu hohe Strahlung aufgetreten ist. ABER der Grund für den Notstand ist nicht der, dass dort eine Explosion droht.

    Es ist kompliziert. Aber mir fällt auch auf, dass die Reporter es überwiegend nicht schaffen sich zu informieren und lieber neue Eilmeldungen verschicken. Auch das Meerwasser wird überhaupt nicht richtig besprochen. Sowas ist sieht nach einem Atomexperten nach einem völlig verzweifelten letzten Versuch aus, den Super-GAU zu stoppen. Sowas wurde laut diesem Experten noch nie gemacht und ob es überhaupt etwas nützt ist völlig offen. Die Presse behandelt das Thema so, als wäre die Kühlung mit Meerwasser ein völlig normaler Prozess…

  11. Gut beobachtet. Ging mir ganz genauso.

  12. Die Unerträglichkeit Ihrer Titelzeile! Warum so einseitig, reißerisch? Sicher unterstützt Twitter auch die niederen Impulse – die vielleicht perverse Freude, eine schlechte Nachricht als erster zu verbreiten. Aber genauso verhält es sich doch andersherum. Den AKW Unfall in Japan als Anlass zu nehmen, selber zu Ökostrom zu wechseln und andere über Twitter dazu animieren, dasselbe zu tun. Auch das ist dieses Wochenende geschehen. In meiner Timeline jedenfalls.

    • Das regt mich auch am meisten auf.
      Auf einer Seite darüber meckern, dass alles so populistisch geworden ist und auf der anderen Seite schreiben: “Die Unerträglichkeit von Twitter” , dann hättest Du Dich doch ganz abmelden müssen?

      Es sind ja nicht nur Leute unterwegs die Neuigkeiten raus schießen (egal wie abgesichert diese sind) es sind auch einfach nur Menschen die nach Infos suchen, die Angst haben, die sich austauschen wollen….
      Ich finde den Artikel dahingehend sehr einseitig!

  13. Die Erklärung für dieses “Drama” auf Twitter ist eigentlich ganz simpel: Es ist mittlerweile ein Massenmedium. Die Leute die BILD lesen, twittern jetzt auch. Twitter gibt ihnen scheinbar das Gefühl selbst zur BILD werden zu können. Geschwindigkeit ist alles. Wer braucht schon Quellen.

    Ich habe jedenfalls an diesem Wochenende so einige aus meiner Timeline geworfen.

    • Lieber Gilly,
      also vielleicht sollte ihr so etwas wie Elite-Twitter online stellen. In dem nur überprüfte, nicht Bildzeitung Leser twittern dürfen.
      Aber seid bloß bemüht dann immer noch auf Euren Follower/Followings-Quotient zu achten.
      Es ist doch so, wenn man ganz schnell, UNGEFILTERTE Informationen erhalten möchte wird es nicht anders gehen als auch Enten und ähnliches in Kauf zu nehmen.
      Aber das ist doch auch nicht wirklich schlimm! Schlimm ist was passiert ist! Egal wer, wann, was geschrieben hat. Deswegen war ich den halben Samstag nicht dabei, weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Nicht Twitter, sondern die Wahrheit.
      Lieben Gruß,
      die mynutsthoughts

  14. Wer die vielfältigen Weisen, wie Menschen auf nukleare Katastrophen reagieren nicht verträgt sollte heute traditionelle Medien nutzen.

    • … hast du dir die Berichterstattung der traditionellen Medien in Deutschland angeschaut? Dort fand die Panikmache und Sensationsberichterstattung ihren Ursprung.

  15. @Gilly Nein. Twitterer und Linke und Nicht-Bildzeitungsleser sind nicht per se die besseren Menschen und es darauf schieben das “Bild Leser” jetzt Twitter “benutzen” ist bigott und meiner Meinung nach demaskierend.

    Demaskierend deshalb weil besonders die ach so toleranten, öko, liberalen oder sonstwie zu bezeichnenden sich auch nur für bessere Menschen aufgrund ihrer Meinung halten und damit nicht besser sind als die die sie verurteilen.

    Ich kann mir dieses verachtenswerte Gelaber der “Twitterer” echt nicht mehr anhören und ihre Urteile über “Bild Leser”.

    Lg,

    Silberaugen

  16. Danke für eure rege Beteiligung in den Kommentaren. Offenbar scheine ich ja durchaus einen Nerv getroffen zu haben.

    @ Stefanie
    Auch in der von dir erwähnten Demokratie kommt es zu Situationen, in denen z.B. bei einer Wahl die extremen Parteien unverhältnismäßig stark abschneiden, weil genau diese ihre Wähler am besten mobilisiert haben.

    Ein etwas schiefer Vergleich, aber ich finde ihn gerade in der beschriebenen Situation dennoch erwähnenswert: Denn bei Twitter war am Wochenende keineswegs ein Querschnitt der Twitter-Nutzerschaft präsent – sondern primär der Teil, der ein besonderes Interesse für das Japan/Kernkraft-Thema hat (und es – egal wie gut die Motive sind [ich stelle hier nicht das Streben nach einem Atomausstieg in Frage] – eben auch sofort instrumentalisiert hat)

    Das ist nicht notwendigerweise etwas Schlechtes – aber wir sollten nicht den Fehler machen, den Meinungspegel bei Twitter per se als Volkes Stimme zu bezeichnen.

    @ Uta Meiser & mynutsthoughts
    Und wo bleibt der Credit dafür, dass ich in der Überschrift statt “Nuklearkatastrophe in Japan” lieber “Ereignisse in Japan” geschrieben habe?

    Ansonsten: Die Überschrift gibt meine Gefühlslage vom Wochenende in puncto Twitter wieder, nicht mehr und nicht weniger.

    • @Martin: Entmündigst du das Volk da nicht etwas zu sehr, wenn du sein Wahlverhalten ausschließlich von der Fähigkeit von Parteien, zu mobilisieren, abhängig machst?

      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass du tatsächlich die genaue Verteilung von twitterern am WE beurteilen kannst, aber mag sein, dass ich die Möglichkeiten, das zu messen und nachzuvollziehen nicht kenne.

      Ich halte es jedenfalls für eher wahrscheinlich, dass der übliche Querschnit bei twitter unterwegs war (die besonders Interessierten sicher besonders aktiv) und es eher so ist, dass dieses Thema eine beachtliche Breitenwirkung hat:

      Der Tschernobyl-Super-GAU ist vielen ein Begriff, AKWs gibt es auch hier, die Debatte ist präsent, die Katastrophe in Japan ist so schrecklich und durch die Medien so nah – da ist es nur natürlich, dass sich auch bei denjenigen, die sonst launig über das Wetter twittern, aktuell ein anderes Thema durchsetzt.

      Den Vorwurf der Instrumentalisierung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Finden an einer Kreuzung viele Autounfälle statt, denkt man bei jedem weiteren Unfall mind. darüber nach, ob man etwas ändern sollte, ein neues Schild vielleicht oder einen Spiegel. Liegt in einem Supermarkt Gammelfleisch, erschrecken wir und fordern sofort bessere Kontrollen. Und selbst wenn ich nur über einen Gegenstand auf dem Boden meiner Wohnung stolpere und mir den Zeh anhaue, denke ich ernsthaft darüber nach, ihn zur Seite zu räumen. Völlig absurd, die Vorstellung, dass mein Mann/meine Frau die Ansage macht, erst müsse er/sie abwarten bis ich aufhöre zu humpeln, bevor er/sie mich dabei unterstützt oder auch nur darüber reden will. (“Schatz, ich schaue dir erstmal mitleidig beim Humpeln zu.”)

      Es ist absolut logisch, legitim und angebracht, Schlussfolgerungen aus Geschehnissen zu ziehen, wenn sie sich ereignen. Dass man schon vor dem Geschehnis einer bestimmten Meinung war und sich bestätigt fühlt, oder auch nicht, ändert daran gar nichts.

      Ansonsten halte ich es nicht nur mit der Demokratie (jeder darf twittern, unabhängig davon, ob er einen Doktor im jeweiligen Thema hat oder welche Zeitung er liest) und mit der Aufklärung (mir ist lieber, ich weiß, was in Volkes Kopf vorgeht, als im elitären Elfenbeinturm einer Scheinwirklichkeit zu hocken)

      twitter eben doch vielstimmiges Organ des Volkes, und ich kann nur dazu auffordern, noch mehr und bei jeder Gelegenheit zu twittern – jeder nach seinem Vermögen und nach seiner Fasson!

      Stefanie

      @ Stefanie
      Auch in der von dir erwähnten Demokratie kommt es zu Situationen, in denen z.B. bei einer Wahl die extremen Parteien unverhältnismäßig stark abschneiden, weil genau diese ihre Wähler am besten mobilisiert haben.
      [...] bei Twitter war am Wochenende keineswegs ein Querschnitt der Twitter-Nutzerschaft präsent – sondern primär der Teil, der ein besonderes Interesse für das Japan/Kernkraft-Thema hat [...] eben auch sofort instrumentalisiert hat
      [...] aber wir sollten nicht den Fehler machen, den Meinungspegel bei Twitter per se als Volkes Stimme zu bezeichnen.

  17. Die Hysterie hat uns – wieder einmal – voll im Griff.

  18. Ich glaube, was Du – durchaus zutreffend – beobachtet hast, ist Ausdruck eines wichtigen Charakterstikums von Twitter. Twitter ist zumeist lockere Konversation zwischen Menschen. Ergo reden die über Dinge, die sie bewegen.

    Die wenigsten Menschen eigen im Angesicht einer Katastrophe, wie der die in Japan schon passiert ist und der, die noch passieren könnte, zu Besonnenheit und nüchterner Abwägung. Wie auf den meisten Parties (oder an der Biertheke) zu beobachten, neigen sie eher dazu, das Spektakuläre zu betonen.

    Twitter bildet das nur online ab.

    Das muss einem nicht gefallen, aber so reden die Leute nun mal, wenn sie “spontan” sind – auch auf Twitter. :)

  19. Hast Recht, Martin.
    Ich habe das ganze aber persönlich bisher anders wahrgenommen. Ich finde es irgendwie grausam wie viele Menschen, denen ich eigentlich sehr viel Hochachtung und Respekt schenke, das Ereignis in Japan nahezu ignorieren und stattdessen froh und munter über Startups und Parties auf der SXSW twittern. Als gäbe es nichts anderes als iPhones und Apps.

    Ich kann verstehen, dass sich alle auf die SXSW freuen und wie wild feiern wollen. Ist ja auch ne Supersache. Allerdings würde ich mir den ein oder anderen Tweet einfach verkneifen – allein aus Respekt gegenüber denen die gerade auf der anderen Seite der Erdkugel Famile, Freunde oder Heim verloren haben und vielleicht noch um ihr Leben kämpfen.

    Es lässt sich schwer vermeiden, aber das Gemisch aus Trauermeldungen aus Japan und Partyfotos von der SXSW kann ich mir zurzeit nicht wirklich ansehen.

  20. Warum es nicht mit Peter Lustig halten? Abschalten. (Twitter vorübergehend, AKWs dauerhaft.

    Hier meine zwei Gedanken zu Japan:
    http://boschblog.de/2011/03/12/japan/

  21. @Martin: jetzt hast du das selbe Theater auch in den Kommentaren nicht nur in der Twitter Timeline ;-) Ich stimme dir übrigens 100%ig zu.

  22. @ Jan
    Schwieriges Thema. Ich habe mir auch recht viele Gedanken darüber gemacht, wie man sich angesichts einer derartigen Tragödie verhält (auch in Bezug auf die eigene Berichterstattung hier im Blog).

    Dass gerade SXSW stattfindet, ist sicher blödes Timing. Am Freitagfrüh hatte ich mich gefragt, ob die Veranstalter das Ding nicht einfach abblasen, aber das stand offenbar nicht zur Debatte.

    Ich teile deine Ansicht über die seltsame und teils unpassende Kombination aus Trauer und Business as usual. Andererseits muss ich auch gestehen, dass ich am Wochenende den ein oder anderen unbefangenen Tweet über irgendwelches Social-Media-Lala durchaus genoss – einfach als Abwechslungs zu dem sonst eher apokalyptischen Stimmungsbild, das vermittelt wurde.

    @ bosch
    Hab deinen Artikel schon gelesen. Trifft’s!

    @ Max
    Thx

  23. ‘Seit ich vor einigen Jahren nach mehreren Anläufen endlich die Magie des Microbloggingservices erkannt hatte’ … :-)

  24. WOW, ich sehe es mal wieder, ich bin (fast) ein Alien.
    Ich nutze Twitter völlig anders, als die meisten anderen Leute hier. Das was hier beschrieben wird, mache ich gerade bei Diaspora* ;-D
    Twitter: Ich folge eigentlich fast nur “Organisationen” und “Meinungsführern”. z.B ESA/ESOC, Crisiscamp, MITNews, etc…
    “Freunde/Bekannte” kenne ich innerhalb von Twitter nicht. Selbst meine follower suche ich mir handverlesen aus.
    Wenn ich mich informieren wollte (zum Thema) ging ich auf die Twitter-HP klickte Suche und gab die passenden Hashtags für die genannten Generatoren an. Es bauten sich pro 10 Sek. ca. 100 neue Tweets auf, aus denen ich mir aber ein Bild machen konnte. Die Abfrage von NHK, CNN, REUTERS, IAEA, etc verschaffte mir dann noch den Rest des Bildes vom Tage. Und ganz am Anfang saß ich mit einem Kernphysiker zusammen (Zufall) und der sagte mir, es werde sehr wahrscheinlich zur Kernschmelze kommen, aber EIN GAU würde er nicht sehen.
    So habe ich mich über Twitter informiert. – Wie gesagt – ich bin ein Alien…

  25. Warum glaubst Du ist das so wie Du es beschreibst? Weil die Menschen Angst haben. Selbst wenn sie es vor sich und Anderen vielleicht nicht zugeben möchten. Wir haben kein Sinnesorgan für “Strahlung”, wir wissen nicht recht wie wir damit umgehen sollen, wir fühlen das “Ding” selbst nicht, wir assoziieren nur. Dazu kommt der Umstand, dass nur unzureichend und teilweise vermutlich auch falsch informiert wird. So what? Irgendwo muss es raus. Jetzt gibt es halt auch Twitter dafür.

  26. Twitter trägt wesentlich zur Psychohygiene der jeweiligen Personen bei (ich nehme mich da gelegentlich nicht aus). Es ist ein Ventil und damit einem (virtuellen) Stammtisch nicht unähnlich. Ich würde dem Autor dahingehend widersprechen, dass es sich bei Twitter um ein “Medium” im klassischen Sinne handelt. Es gibt sehr, sehr selten Informationen – wenn überhaupt, dann nur Schlagzeilen. Meist jedoch nur Parolen oder flockige Sprüche. Das ist bei 160 Zeichen kein Wunder. In Anbetracht der Ereignisse in Japan interessieren mich Twittermeldungen von Menschen, die ihre Informationen genau wie ich aus dem Fernsehen beziehen, rein gar nicht. Das ist verlorene Zeit.

  27. Also mir will sich die ‘Magie’ von Twitter nicht erschließen. Ich möchte ehrlich gesagt überhaupt nicht hochaktuell informiert werden, weder bei Amokläufen noch bei anderen Katastrophen. Lieber warte ich einen recherchierten Artikel einer Publikation oder eines vertrauenswürdigen Bloggers ab, als mir ein Bild aus wild schnatternden Twitterern machen zu müssen. Quasi live dabei zu sein klingt mir nach Sensationalismus.

  28. Bekenne mich schuldig, am Wochenende auch die eine oder andere Eilmeldung retweeted zu haben. Das ist aber eigentlich nur das Echo der Realität:

    Der Kraftwerksbetreiber TEPCO weiß offenkundig nicht genau, was in seinen Reaktoren vorgeht. Und das bißchen, was er weiß, gibt er entweder gar nicht oder nur geschönt weiter.

    Die japanische Regierung ist verständlicherweise von der Masse der katastrophalen Ereignisse überrollt worden und erkennbar überfordert. Eine stringente Informationspolitik findet nicht statt.

    @Andreas_P: Keines der japanischen AKWs ist für eine Magnitude 9,0 und 10 Meter hohe Tsunamis ausgelegt. Es deutet alles darauf hin, dass durch den Ausfall der Notkühlung zumindest in drei Reaktorblöcken der GAU (siehe Definition weiter oben) schon längst überschritten wurde. Eine Kernschmelze ist kein GAU, sondern ein Super-GAU, weil sie in den Planungen der Kraftwerksbetreiber nicht vorgesehen ist. Oder was hat der von Ihnen zitierte Kernphysiker genau gemeint?

    @Gregor: Ich dachte, es seien nur 140 Zeichen möglich, habe ich ein Update verpasst?

  29. Ich hab das genau so empfunden und selber nur einen einzigen Tweet zu dem Thema abgesondert: “Weiß nichts, glaube nichts”

  30. Ich habe an diesem Wochenende oft auf “entfolgen” geklickt, aber auch neue Twitterer gefunden, die auf meiner Wellenlänge waren. Informationen über Twitter sind immer mit Vorsicht zu genießen, das weiß man. Mein Ärgernis dieser Tage war ein Tweet, der vor Strahlung in Bayern gewarnt hat. Das ist einfach nur ätzend!

    • Sorry Gina, diesen Tweet habe ich auch retweeted, aber die Tabelle vom Bayerischen Landesumweltamt, die da verlinkt war, die sah für einen Laien doch sehr nach einem “echten” Wert aus, der zumindest höher war als an den vorangegangenen Tagen. Mich hat das beunruhigt und zwar deshalb, weil ich dachte die Strahlung “klebt” ja nicht nur an der Atmosphäre, sondern – je nach Art der Teilchen” erreichen diese zwischen 5 und 90 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Mir war auch klar, dass es die Erdkrümmung etc. gibt, aber genauso klar ist mir, dass bei all diesen Angelegenheiten immer eine Menge vertuscht und gelogen wird. Ich hab den Link dann auch an Greenpeace geschickt mit der Bitte, ob die Werte von Ihnen erklärt werden können. Im Lauf des Tages hat dann auch das bayerische Umweltamt einen Link zu weiteren Tabelle in diese besagte Seite eingebaut. Meine Bedenken sind dadurch dann geschwunden. Mir tut es leid, wenn Du Dich dadurch genervt fühltest, aber vielleicht kannst Du es nun ein wenig besser verstehen?

  31. Twitter ist schlicht und ergreifend ein Abbild unserer Gesellschaft – vielleicht noch kein hundertprozentig genaues, aber das grobe Bild lässt sich erkennen.
    Ich habe am Wochenende etliche Leute aus meiner Timeline geschmissen, weil ich es schwer erträglich finde, wenn jemand angesichts von derartigen Katastrophen noch blöde Kalauer macht, die ihm mehr Retweets einbringen sollen. Irgendwann habe ich dann ganz abgeschaltet.

    Das war nach meiner Bemerkung, dass man, wenn man zuviel Twitter und FB liest, zum Misanthropen werden kann. Daraufhin fühlten sich mehrere Leute genötigt, mich auf einen Schreibfehler in dem Wort hinzuweisen.
    Case in point!

  32. Ich habe selbst keinen Twitter Account und “folge” somit auch niemandem auf Twitter, habe Twitter allerdings dazu benutzt mich auf dem laufendem zu halten. Den Eindruck von Pesinformation und wilder Panikmache kann ich nicht nachvollziehen.
    Möglicherweise blende ich Blödsinn unbewusst auch einfach aus. Was mir allerdings auffällt ist, daß hier in dem Artikel kein einziges konkretes Beispiel aufgeführt wird und mehr so ein diffuses Gefühlt beschrieben wird. Von daher drängt sich mir folgender Eindruck auf: Wie man Twitter wahrnimmt hängt auch von der persönlichen Erwartung ab. Während ich z.B. einfach nach Tweets mit Links zu aktuellen Informationen gesucht habe und mir Panikmache und dergleichen nicht aufgefallen ist – weil ich es wahrscheinlich einfach ausgeblendet habe, hat sich der Autor möglicherweise in einer Art Erwartungshaltung “Jetzt ist auf Twitter wieder die Stunde der Untergangspropheten” auf die Tweets konzentriert die seine Erwartung bestätigen. Also würde ich eher von einem Fall selektiver Wahrnehmung sprechen.

  33. Wenn du dir die gerade für einen Sonntagnachmittag-Artikel große Zahl an Retweets, Kommentaren und Facebook-Likes sowie die zahlreiche Zustimmung anschaust, dann würde dies bedeuten, dass vergleichsweise viele Nutzer diese selektive Wahrnehmung erlebt hätten. Was dann zumindest für die Möglichkeit spricht, dass es doch mehr war als das.

    Dass ich keine konkreten Beispiele für betreffende Tweets eingebaut habe, heißt nicht unbedingt, dass es keine gibt. Zudem würden selbst 5 bis 10 Negativbeispiele nicht eventuelle Vorwürfe selektiver Wahrnehmung entkräften, denn was sind schon 5 bis 10 Tweets? ;)

  34. twitter, twitter, twitter — twitter ist lediglich die platform.
    das, was dich aufregt, sind lediglich die 602 von dir sorgsam ausgewählten plappermäuler.
    warum kommt nicht ein satz, der besagt, dass _du_ dir die desinformation zuzuschreiben hast?
    aber es ist natürlich einfacher, den boten zu köpfen als zuzugeben, dass man sich die botschaft selber ausgesucht hat …

    • Es ist aber auch einfacher, lieber mal schnell zu kommentieren, als den Artikel sorgfältig zu lesen, nicht wahr? ;)

      Nun ist bei Twitter jeder seines eigenen Nachrichtenstroms Schmied:

      Such mal den Absatz im Artikel, der so beginnt.

    • mit mühe einen solchen satz heineingehoben -.- und ja, ich habe ihn gelesen, um ansonsten ungehemmt auf dem bösen twitter rumzuprügeln.
      sorry, aber das ist allzu dünn und im gesamtkontext vernachlässigbar …

      den absatz dann noch zu schliessen mit
      “Doch ich würde die Liste der 602 von mir auf diese Weise gefolgten Microblogger durchaus als qualitativ und mit viel Sorgfalt ausgewählt bezeichnen.”
      belegt geradzu eindrücklich meine kritik.

  35. Ich fand auch, dass sich richtige Feindschaftslager gebildet haben. Speziell die Atomgegner haben sehr viele Hasstweets veröffentlicht und sind sehr unsachlich und emotional geworden. Ich denke Twitter hat seine Vorteile – gerade, wenn es darum geht schnell zu informieren. Allerdings müssen wir uns immernoch vor Augen führen, dass größtenteils eben keine Journalisten diesen Kanal befüttern, sondern eben Menschen wie du und ich.

  36. Ich frage mich wirklich, welche Gründe ich haben sollte, Meldungen auf Twitter als Informationsgrundlage zu nutzen. Was man von dort schon für Meldungen herausposaunt hat, deren Korrekturen dann nur einen Bruchteil der Reichweite hatten wie die erste Falschmeldung, ist einfach schockierend und disqualifiziert diesen Kanal für mich als Informationsquelle. Dann lieber eine halbe Stunde oder noch später aus besseren Quellen informiert. Aber leider muss ja immer alles schnell schnell sein. Mit der Verbreitung von Gerüchten ist auch keinem gedient (das gilt aber generell in der Nachrichtenbranche)

  37. @ Christoph
    Indeed.

    @ Plackberry
    In vielen anderen Situationen habe ich Twitter als sehr gute, schnelle und auch zuverlässige Informationsquelle kennen und schätzen gelernt.

  38. “Unerträglich” sind immer die anderen, gelle? ;-)

  39. Es gilt doch hier wie überall: Crossrecherche, Verifikation/Falsifikation, Selektion, Beurteilung/Bewertung. Dann ist auch Twitter gut.

  40. Ich hatte mich am Freitag bei Twitter aus der Timeline rausgezogen, da ich erst meine Gefühle und Gedanken sortieren musste. Ich kann aber jeden verstehen, der im Gefühl der Ohnmacht und Wut etwas geschrieben hat. Das da die Amplituden der Emotionen nach unten und oben ausschlagen ist nur menschlich und bewerte ich nicht als dramatisch ein. Solange die Nachrichtenlage so unübersichtlich ist, dass selbst Jounalisten nur vage Andeutungen machen können, solange wird die Angst und die Wut die Äußerungen bestimmen.

  41. Also ich schätze Twitter und Facebook vor allem aus jenen Gründen, aus denen sie von bestimmten Diktatoren einfach abgeschaltet werden. Dass man hier nicht jeden Tweet für bare Münze nehmen soll/kann/muss, ist doch wohl klar. Dafür hat man eben auch keine von irgendwelchen Regierungssprechern geschönten Pseudo-Beruhigungen und kann sich auf der Originalquelle ein eigenes Bild von den Ereignissen machen. Es zwingt einen ja auch keiner, Twitter als das Nonplusultra des Nachrichtendienstes anzusehen und seinen Fernseher aus dem Fenster zu schmeißen.

  42. Gedenken: Blumen und Kerzen für Opfer in Japan heute 18 uhr hamburg Rathausmarkt

  43. “Die Unerträglichkeit von Twitter.”

    Es sind wohl eher die Unterträglichen Leute, die Du aboniert hast.
    Und so eine Atom-Scheiße ist ja wohl das Werk der Industrie und Politik. Als ob es die Meinung der Menschheit nicht prägen würde…. tz tz… kann deine Aussage so nicht nachvollziehen. Thema verfehlt, setzen, 6!

  44. Dazu kann ich nur sagen: Überraschung … Diese Digitale Welt ist fast ein Spiegelbild der Realen Welt. ^^ Und dort laufen bekanntlich auch einige Kracher rum.

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