Interaktives Fernsehen:
ProSieben experimentiert
mit Augmented Reality

ProSieben schlägt als erster Fernsehsender in Deutschland eine Brücke zwischen dem TV-Gerät sowie den Smartphones der Zuschauer und setzt dazu auf eine Augmented-Reality-Lösung von metaio.

Im September berichteten wir über Methoden, mit denen mobile Apps die Brücke zwischen Fernsehen und Internet schlagen. Im Zentrum des Artikel stand ein in den USA bereits eingesetztes Verfahren, bei dem Applikationen über das Mikrofon des Smartphones das Audiosignal einer TV-Sendung auffangen und dazu passende Inhalte und Features darstellen. Meine abschließende Frage war, welcher deutsche Fernsehsender als Erster auf diese Weise sein Programm interaktiver gestalten würde.

Jetzt bekommen wir die Antwort: ProSieben, und zwar für sein Wissensformat Galileo. Am kommenden Dienstag steigt das Experiment, für welches der TV-Sender mit dem Münchner Augmented-Reality-Spezialisten metaio zusammenarbeitet. Dessen kostenlose Augmented-Reality-App junaio für iPhone oder Android müssen Zuschauer vorab installieren, um die “Galileo smart” getaufte Technik verwenden zu können.

Indem Galileo-Zuschauer beim Galileo Quiz ihre Smartphone-Kamera auf den Fernseher richten und die entsprechende Funktion bei junaio aktiviert haben, können sie die richtigen Antworten erraten und auf ihrem Mobiltelefon anklicken. Die App liefert anschließend eine Rückmeldung, ob die Antwort richtig war, und zeigt nach dem Quiz, wer von allen Teilnehmern am interaktiven Ratespiel der “Galileo-Quiz-Champion” geworden ist.

Im Gegensatz zu den in unserem früheren Beitrag genannten Verfahren setzt die von junaio eingesetzt Methode nicht auf eine Audioidentifizierung sondern auf eine visuelle Erkennung, um im richtigen Zeitpunkt die passende Oberfläche auf dem Smartphone anzuzeigen.

Für junaio-Macher metaio ist das Experiment eine weitere Möglichkeit, das Potenzial von Augmented Reality aufzuzeigen. Inwieweit die Technik auch zukünftig bei Galileo oder in anderen ProSieben-Sendungen eingesetzt wird, ist unklar, aber hängt vermutlich von den Zuschauerreaktionen ab. Im August vergangenen Jahres sorgten metaio und die Süddeutsche Zeitung mit einer Verschmelzung von Print und Mobile für Aufsehen.

Passend zum Thema hat auch der populäre Londoner Anbieter von Musikidentifikations-Applikationen Shazam gerade eine erneute Partnerschaft mit dem US-TV-Sender Syfy bekannt gegeben, in deren Rahmen Zuschauer der Serie Being Human über die Shazam-App zum jeweiligen Abschnitt Zusatzinhalte auf ihr Mobiltelefon erhalten.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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7 Kommentare

  1. Geile Idee welche definitiv Potential hat.
    Mal sehen ob die Server, welche dass Gewinnspiel mittracken dem großen Besucheransturm auch stand halten ;)

  2. hmm so richtig innovativ finde ich das jetzt nicht, man kann schon ein paar Jahre lang bei “Wer wird Millionär” zeitgleich zur Sendung mit raten. Alles was man braucht ist ein internetfähiges Gerät.

  3. Ich sehe ja kaum ein Unterschied zwischen den beiden Methoden…mal sehen ob das nich Erfolg hat…
    Grüsse aus Hamburg,

    Niko

  4. Mal abgesehen von Quizsendungen, gerade letztens beim anschauen von “die Deutschen 2″ auf ZDF wünschte ich mir ich hätte ein IPAD APP das mir begleitend zu Sendung passende Inhalte anzeigt wie z.B. eine Karte wo man sich gerade in der Doku befindet oder Zusatzfakten die man im TV Format nicht mehr unterbringen konnte.
    Natürlich kann man das auch parallel im Internet recherchieren. Aber eine Halbautomatik die sozusagen redaktionell in Echtzeit das Programm ergänzt wäre schon cool.

  5. Ich bin eher skeptisch, ob sich das durchsetzt. Grund: Viele möchten einfach nur unterhalten werden ohne etwas dabei zu tun. Es wird bestimmt auch Personen geben die interaktiv den Verlauf eines Programms mitbestimmen wollen aber eher die Minderheit.

    Die Idee von @Sven Hirthe finde ich viel interessanter. Alles was in einer Sendung nicht untergebracht werden konnte als weitere Info auf dem TabletPC oder Smartphone. Zudem eventuell Verknüpfungen zu weiteren passenden Sendungen, Videos etc. Und die Werbebrange würde das natürlich auch sehr freuen :)

  6. Noch schöner wäre es, wenn der Dienst bei einer Sendung angeboten wird, die erwachsene Menschen auch schauen können.
    “So werden Kekse gebacken” und “Wie die Streifen in die Zahnpasta kommen” sind Themen bei denen die Pisastudie in einem ganz anderen Licht erscheint.
    Das ganze -wie mittlerweile üblich- präsentiert, als hätten sie es eben erst herausgefunden. Dazu Aiman Abdallah, der sich für Ranga Yogeshwar hält. Nicht auszuhalten, das Sandmännchen für Schichtarbeiter.
    Das dürfen nicht mal meine Kinder anschauen.

  7. Interessant. Weiterführende Informatione zu Augmented Reality gibt es z.B. auf http://www.augmentedrealitybiz.com.