iPad-Applikation:
Prezi öffnet sich
neuen Anwendungsbereichen

Das webbasierte Präsentationswerkzeug Prezi hat eine kostenlose iPad-Applikation gelauncht. Damit bietet das Startup aus Budapest Nutzern zahlreiche neue Anwendungsbereiche.

Es folgt wieder einmal eine Meldung aus der Kategorie “kleine Änderung mit großer Wirkung“: Ihr erinnert euch vielleicht noch an Prezi, den Dienst aus Ungarn, der Microsoft PowerPoint in Ehrfurcht erstarren lässt. Das webbasierte Tool erlaubt das Erstellen und Betrachten von Präsentationen. Es setzt dabei nicht auf das altehrwürdige Chart-Prinzip sondern auf eine beliebig dimensionierbare Arbeitsfläche, auf der sich zoombare Elemente platzieren, kombinieren und verknüpfen lassen.

Bisher eignete sich der Service hauptsächlich für die Großbilddarstellung mittels Beamer auf Veranstaltungen oder die Integration von Präsentationen in Websites. Denn auch wenn man Prezis als ausführbare Datei verschicken auf beliebigen Rechnern betrachten kann, erfordert die unkonventionelle Navigation etwas Gewöhnung, Geduld und Zeit. Gerade im beruflichen Zusammenhang ist es daher eher unwahrscheinlich, dass Prezis anstelle von PowerPoint-Dateien an Kollegen herumgeschickt oder anderweitig für die interne Informationsübermittlung eingesetzt werden.

Prezi auf dem iPadGestern jedoch veröffentlichte das Startup aus Budapest eine kostenlose iPad-Applikation, mit der sich sämtliche auf Prezis Website erstellten Präsentationen auf dem Apple-Tablet darstellen lassen. Auf einen Schlag erweitert Prezi dadurch seine möglichen Anwendungsszenarien: Nun bietet sich der Service nicht mehr nur dafür an, die vor dem Beamerbild versammelte Zuhörerschaft durch das leichtfüßige Navigieren im Prezi-Grid zum Staunen zu bringen, sondern auch, um Kollegen auf dem Flur oder Partnern auf einer Konferenz spontan die neueste Produktpräsentation zu zeigen oder ein ansprechend gestaltetes Prezi mit den aktuellen Verkaufszahlen in die Besprechung mitzunehmen.

All das ist natürlich auch mit einem herkömmlichen Notebook möglich. Wer jedoch schon einmal ein Tablet in der Hand hatte, wird wissen, wie sehr dies in puncto Handlichkeit den meisten Notebooks oder Netbooks überlegen ist. iPads und andere Tablet-PCs werden in Zukunft verstärkt ihren Weg in Unternehmen finden. Mit einer iPad-App macht sich Prezi fit für diese Entwicklung und zeigt, dass es sich nicht nur auf einen Use Case beschränken möchte.

Eine Möglichkeit zum Bearbeiten von Prezis auf dem iPad gibt es vorherst nicht. Im aktuellen Entwicklungsstadium handelt es sich also um einen schlichten Viewer. Nicht dargestellt werden können momentan hochgeladene Videos, YouTube-Clips sowie PDF- und SWF-Dateien.

Schade ist, dass die App keinen Offline-Modus mitbringt. Ohne WLAN- oder UMTS-Signal können somit keine Prezis auf dem iPad betrachtet werden, selbst wenn diese zuvor bereits einmal geöffnet wurden. Hier sollte unbedingt nachgebessert und eine Einstellung geschaffen werden, mit der sich einzelne Prezis offline ablegen lassen (die Dropbox-App für das iPad macht dies z.B. ganz gut).

Abgesehen davon empfehle ich die App aber für alle iPad-Besitzer, die Gefallen an Prezi gefunden haben.

Prezi-Konkurrent Ahead bietet bisher keine Software für das iPad.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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