Location Based Services:
Check-In-Nutzer
wollen belohnt werden
Je mehr mobile Dienste ihre Nutzer zum Check-In bei Orten und Geschäften aufrufen, desto größer ist der Stellenwert echter Belohnungen. Die kurze Ära des Eincheckens als Selbstzweck scheint vorbei zu sein.
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Was bisher schon einigermaßen Konsens war, wird durch eine aktuelle Studie zum Thema untermauert. Der mobile Marketingspezialist JiWire hat auf Basis der Nutzung von 315.000 öffentlichen WLAN-Hotspots sowie einer Befragung von 1.200 zufällig ausgewählten Verbrauchern einen Report zu Location-Trends veröffentlicht.
Während der Bericht primär PR-Zwecken dient und keinen Hinweis auf eine Repräsentativität der Ergebnisse gibt, lassen sich im Bezug auf die von JiWire dargelegten Motive für Check-Ins dennoch Tendenzen erkennen, die man nicht ignorieren kann:
Der Untersuchung zufolge ist die Aussicht auf Sonderangebote und Belohnungen der größte Motivator für das Einchecken an Orten. 29 Prozent der von JiWire befragten “On-the-go”-Konsumenten gaben dies an. 17 Prozent checken ein, um ihren aktuellen Aufenthaltsort zu veröffentlichen, 14 Prozent wollen durch einen Check-In mit coolen Lokalitäten in Verbindung gebracht werden und nur 7 Prozent reizen die für einen Check-In zu erhaltende Punkte (Mayorships und Abzeichen dürften ebenfalls in diese Kategorie fallen).
Etwas überraschend ist die Tatsache, dass laut JiWire ganze 49 Prozent der befragten Personen zumindest gelegentlich Check-In-Features einzusetzen scheinen. Dies steht im krassen Gegensatz zu einer einige Monate alten Untersuchung zur Nutzung von Location-Services mit Check-In-Feature – damals gaben nur vier Prozent der US-Nutzer an, Location Based Services zu verwenden. Bei den von JiWire in die Untersuchung einbezogenen Personen muss es sich folgerichtig um besonders technikaffine Mobile-User handeln. Die Verteilung der Gründe für den Orts-Check-In verliert dadurch jedoch nicht an Aussagekraft.
Angesichts der JiWire-Erkenntnisse sowie der Allgemeingültigkeit der Aussage, dass die Neugier und Aufmerksamkeit von Verbrauchern für neue Dienste zunimmt, sobald sich damit bares Geld sparen lässt, komme ich zu dem Schluss, dass es für Location Based Services mit Check-In- und Social-Komponente in Zukunft nur zwei mögliche Richtungen gibt:
Entweder, sie setzen alles auf die Gaming-Komponente und bauen den spielerischen Bereich stark aus – so wie es zum Beispiel MyTown oder SCVNGR machen – oder sie fokussieren sich darauf, Anwender für ihre Check-Ins mit einem echten Gegenwert zu entlohnen. Der simple Location-Service, bei dem der Check-In primär einem Selbstzweck dient und bestenfalls mit einem spontanen Zusammentreffen mit Freunden, einem virtuellen Titel sowie einigen Abzeichen vergütet wird, hat meines Erachtens nach keine Zukunft.
Gute Nachrichten sind das für solche Services, die bereits heute ihren Schwerpunkt auf echten Belohnungen haben. Dazu gehören das gerade in den USA gestartete Facebook-Deals sowie friendticker in Deutschland, aber auch mobile Couponing-Apps wie COUPIES oder Gettings. Bei Letztgenannten fehlt zwar der Check-In, aber auf diesen können die meisten Anwender vermutlich gerne verzichten, solange sie ihren gewünschten Rabatt erhalten.
Kurioserweise sind es nun genau die zwei Pioniere des Check-In-Prinzips foursquare und Gowalla, die vor der Frage stehen, wie sie ihre Ideen weiterentwickeln können. Etwas müssen sie tun. Sonst sind ihre Tage gezählt.
Oder, um es in in den Worten von Stefan Wolpers gestern bei Twitter auszudrücken: “Wie in der DDR – mehr Orden gegen den Abstieg: ‘Foursquare Users Get A Trophy Case & Partner Badges’“


























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