WOIZZER:
Das passiert, wenn man SMS,
Chat und VoIP kreuzt

WOIZZER aus Hamburg kombiniert die Stärke von Kurznachrichten in Textform mit der des gesprochenen Worts und bringt das Ergebnis dieser Kreuzung auf das iPhone (und bald zu Android und BlackBerry).

Mobile Chat-Apps wie Ping Chat oder WhatsApp sind stark im Kommen, was zuletzt auch durch das rasante Wachstum des jüngst gestarteten plattformübergreifenden Messaging-Dienstes Kik deutlich wurde. Durch den Always-On-Lifestyle sowie die zunehmende Verbreitung von Smartphones eröffnet sich mit derartigen Tools für viele Verbraucher eine Möglichkeit, SMS-Kosten zu sparen und gleichzeitig von überall mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

WOIZZER heißt ein neues Startup aus Hamburg, das sich ebenfalls in diesem expansiven Bereich des mobilen Internets ausbreiten möchte – allerdings nicht durch Mitteilungen in Textform sondern durch Sprachnachrichten.

Statt schriftlichen Kurzmitteilungen stehen bei WOIZZER bis zu 60 Sekunden lange Sprachnachrichten im Vordergrund, die per WLAN oder mobiler Datenverbindung an Kontakte versendet werden. Im Gegensatz zu VoIP-Anbietern wie Skype oder FriendCaller kommt es dabei nicht zu einem tatsächlichen Telefongespräch. Stattdessen behandelt WOIZZER die Mitteilung wie eine SMS oder eine Chat-Nachricht der zu Anfang erwähnten Anbieter – eine Push-Mitteilung auf dem Display des Smartphones informiert über einen neu eingegangene “WOIZZ”, wie eine Sprachnachricht bei dem Dienst genannt wird.

Jede WOIZZ lässt sich auf Wunsch mit einem kurzen Text (maximal 140 Zeichen), einem Foto/Video sowie dem aktuellen Standort anreichern. Empfänger können entweder einzelne WOIZZER-Kontakte, zu einer Gruppe zusammengefasste WOIZZER-Kontakte oder beliebige E-Mail-Adressen aus dem eigenen Adressbuch sein. Der Empfänger eines WOIZZ erhält anschließend eine Mail mit einem eindeutigen Link zu einer Website, auf der die erhaltene Nachricht abgespielt werden kann.

Um einem anderen WOIZZER-User über die App eine Sprachnachricht zukommen zu lassen, muss dieser den neuen Kontakt zuvor akzeptieren. Wer aufdringlich wird oder anderweitig nervt, kann blockiert werden.

Der Hamburger Dienst versucht, die Vorteile von Kurzmitteilungen und gesprochener Kommunikation in einer Lösung zu vereinen: Während man sich auch bei WOIZZER ähnlich wie bei SMS oder Twitter kurz fassen und nicht wie bei Telefongesprächen erst ewig über’s Wetter quasseln muss, verfügt man gleichzeitig über ein breites Arsenal an Ausdrucksmöglichkeiten für Emotionen wie Freude, Ironie, Überraschung oder Enttäuschung. In Textform lässt sich dies deutlich schwieriger übermitteln.

Ob WOIZZER lediglich zur Kommunikation mit Freunden und engen Bekannten verwendet oder auch zum Schließen neuer Kontakte eingesetzt wird, überlässt der Dienst seinen Anwendern. So lässt sich in den Privatsphäre-Einstellung definieren, ob man ausschließlich über seine WOIZZER-ID gefunden werden oder auch in der globalen Suche, der Umkreissuche sowie der Wohnortsuche auftauchen möchte. Weiterhin bietet WOIZZER die Option, Ruhezeiten zu definieren, in denen man nicht durch Push-Meldungen über neuen WOIZZES gestört werden will.

WOIZZER gibt es bisher als kostenlose App für das iPhone, allerdings lediglich im deutschen App-Store. Android- und BlackBerry-Anwendungen sollen Anfang 2011 folgen, auch eine iPad-App ist geplant. Geld verdienen will das Hamburger Unternehmen mit Firmenlösungen, denen es auf seiner Website viel Platz einräumt. Zudem ist in der FAQ die Rede von einer “kostenlosen Basisversion”, weshalb offenbar auch der Launch einer kostenpflichtigen Premium-Version ins Auge gefasst wird.

Momentan habe ich 0 WOIZZER-Kontakte (was sich nach diesem Artikel hoffentlich ändert – meine ID ist 7230785), weshalb es mir schwerfällt, eine verlässliche Prognose über das Potenzial des Dienstes abzugeben. Die Idee, die Stärke von schriftlichen Kurznachrichten mit der des gesprochenen Worts zu verbinden und kostenfrei auf Smartphones zu bringen, halte ich für sehr spannend (einen vergleichbaren Dienst kenne ich nicht – wenn es ihn aber geben sollte, wird sicher schnell ein Leser in den Kommentaren darauf aufmerksam machen).

Zudem hat der Boom von Anwendungen zur mobilen Kommunikation gerade erst begonnen. Sofern WOIZZER also klug agiert, schnell Apps für andere Plattformen bereitstellt und ins Ausland expandiert, halte ich eine echte Erfolgsstory für nicht ausgeschlossen.

Link: WOIZZER-Website, iPhone-App

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11 Kommentare

  1. büschi
    schrieb am 16. November 2010 um 14:23 Uhr (#)

    WhatsApp u.a. auch die Möglichkeit Voicenachrichten zu versenden. Was soll dann der Unterschied sein?

  2. büschi
    schrieb am 16. November 2010 um 14:24 Uhr (#)

    WhatsApp hat u.a. auch die Möglichkeit Voicenachrichten zu versenden. Was soll dann der Unterschied sein?

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 16. November 2010 um 15:00 Uhr (#)

    Ping Chat ebenso. Den Unterschied sehe ich darin, was im Mittelpunkt steht. Text oder Voice. Dadurch werden unterschiedliche Nutzungsmuster geprägt.

    Letztlich kanns du WOIZZER aber auch einfach als eine WhatsApp-Alternative aus Deutschland sehen.

  4. Electronic Research
    schrieb am 16. November 2010 um 20:21 Uhr (#)

    Super,
    danke für den Tipp

  5. Fabio
    schrieb am 16. November 2010 um 21:54 Uhr (#)

    @Martin: Wir haben Anfang des Jahres die Netzsprecher iPhone-App veröffentlicht, die genau diese Art der Kommunikation in den Mittelpunkt gestellt hat.

    Findet sich natürlich immer noch im Appstore. Einfach mal nach “Netzsprecher” suchen.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 17. November 2010 um 09:04 Uhr (#)

      Danke für den Hinweis. So richtig klar wird bei einem Blick auf eure Website jedoch nicht, was genau euer Fokus ist.

    2. Fabio
      schrieb am 17. November 2010 um 10:09 Uhr (#)

      Der Fokus liegt darauf, das gesprochene Wort ins Netz zu bringen. Wir ersetzen alles was bisher “anonym” mit Text realisiert wurde, z.B. Kommentare, Foren-Beiträge, SMS, durch die authentische Stimme.

  6. Thomas Hans
    schrieb am 16. November 2010 um 23:26 Uhr (#)

    Ich nutze das Whatsapp, und seit einiger Zeit ist das auch in meinem Bekanntenkreis sehr verbreitet. Wenn es hoch kommt schick ich noch eine SMS im Monat, der Rest geht per Whats app

    Der Nutzen steigt mit der Anzahl der Bekannten die ein gleiches Produkt einsetzten.

    gruß THans

  7. rollad
    schrieb am 17. November 2010 um 00:24 Uhr (#)

    Nicht böse sein, aber irgendwie erinnert mich das an die eierlegende Milchwollsau.

  8. Laura
    schrieb am 14. Dezember 2010 um 09:18 Uhr (#)

    Das finde ich richtig interessant, nur schade, dass es lediglich fürs Iphone konzipiert ist.

  9. Bätschman
    schrieb am 14. Dezember 2010 um 21:20 Uhr (#)

    Ich bin immer total Fan von neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Interessant wären hier die AGB bzw. der Datenschutz. Ist dieser besser als bei anderen Messenger, da die Firma aus D-Land ist?

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