Google Street View:
244.000 Widersprüche
244.000 Haushalte haben der Veröffentlichung ihres Wohnhauses bei Google Street widersprochen. Das sind zwar nur 2,9 Prozent aller betroffenen Haushalte, doch die Anzahl zu “verpixelnder” Häuser dürfte deutlich darüber liegen.
Die Bild-Zeitung bringt nun etwas Licht ins Dunkel: Rund 244.000 Haushalte sollen der Veröffentlichung bei Street View widersprochen haben – 2,9 Prozent der 8,5 Millionen Haushalte in den 20 Städten, in denen Street View zuerst an den Start gehen soll.
Googles deutscher Kommunikationschef Kay Oberbeck hat den Link zum Bild-Artikel gerade per Twitter veröffentlicht, weshalb davon auszugehen ist, dass die Zahlen stimmen.
Welt Online gibt einen Einblick in den Ablauf des Widerspruchsverfahrens.
Was aus den Berichten von Bild und Welt Online nicht hervorgeht, ist die Zahl von Häusern, die letztlich unkenntlich gemacht werden müssen. Denn selbst der Widerspruch eines (!) Haushalts reicht aus, um gemäß Google-Richtlinie die komplette Fassade eines Mehrfamilien- oder Hochhauses zu verpixeln.
Insgesamt gibt es in den 20 Städten, in denen Street View noch in diesem Jahr starten soll, laut Statistischem Bundesamt 1,5 Millionen Wohnhäuser (siehe). Angenommen, von den 244.000 eingegangenen Widersprüchen entfallen 44.000 auf Häuser, in denen mehr als eine Wohnpartei Einspruch eingelegt hat, würde dies am Ende immer noch 200.000 zu verpixelnde Häuserfassaden bedeuten – und das wären mehr als 10 Prozent aller 1,5 Millionen Wohnhäuser in den 20 Städten.
Regionale Unterschiede (die es wahrscheinlich gibt) an dieser Stelle außer Acht lassend wäre damit mehr als jedes zehnte Wohnhaus in Street View entstellt.













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“…mehr als 10 Prozent aller 1,5 [???] Wohnhäuser…”
;-D Fehlt da die “Million”?
Thx ;)
Konnten wirklich nur Bürger Protest einlegen, die in den 20 zuerst betroffenen Städten wohnen? Ich verstehe es so, daß deutschlandweit 244.000 Leute Protest eingelegt haben. Ob auch nur (überspitzt formuliert) einer davon in den betroffenen Städten wohnt, darüber finde ich keine Aussage.
Alles bloße Zahlenspekution, sowohl von Bild als auch Netzwertig.
Wenn ich sowas lese
werde ich immer sehr, sehr skeptisch… Und ich sehe es ähnlich wie “drikkes”, der Einspruch galt doch Bundesweit und nicht nur in den Städten, oder?
Nein, es handelt sich bei den 244.000 nur um die Widersprüche aus den 20 Städten.
http://googlepolicyeurope…olds-have-opted.html
Martin,
da es sich um Großstädte handelt, dürfte Deine Annahme
“Angenommen, von den 244.000 eingegangenen Widersprüchen entfallen 44.000 auf Häuser, in denen mehr als eine Wohnpartei Einspruch eingelegt hat”
nicht zutreffen. Die meisten Bewohner in Großstädten wohnen in Mehrfamilienhäusern / Wohnanlagen – somit gibt es dann auch viel mehr Mehrfachspeerrungen pro Haus.
Die Anzahl der gepixelten Fassaden dürfte daher weit unter den von Dir geschätzten Zahlen liegen.
@tm78654
Tatsächlich. Das ist in den Artikeln dann aber etwas mißverständlich formuliert.
@Paule
Ich bin zwar kein Zahlenprofi, aber warum sollte bei einem Verhältnis von 250.000 zu 1.500.000 (wie man’s sieht: gerade mal 16%) der mehrmalige Einspruch pro Mehrparteienhaus eklatant höher liegen? Rein rechnerisch sind die 44.000 von Netzwertig dann schon zu hoch angesetzt.
@ Ole
Sonst wäre ich auch skeptisch. Aber die Zahlen wurden von Google bestätigt.
@ Paule, drikkes
Die 200.000 sind wirklich nur eine Pi-mal-Daumen-Schätzung. Evtl. sind es 220.000 Häuser, eventuell auch nur 150.000. Aber selbst dann wäre es noch 10 Prozent aller Wohnhäuser ;)
Paule, dein Einwand ist sicherlich berechtigt. Man kann eben nur schätzen (Google wollte mir auf Anfrage leider keine genaue Zahl zu verpixelnder Häuser nennen).
In jedem Fall aber werden mehr als 2,9 Prozent aller Häuser unkenntlich gemacht werden. Rein vom Bauchgefühl (und von den vorliegenden Zahlen ausgehend) halte ich einen Wert von 7 bis 10 Prozent aller Wohnhäuser für möglich.
Davon abgesehen ist es interessant, wie Welt und Bild (aka Axel-Springer-Medien) genau den wichtigsten Punkt gar nicht erst aufgreifen. War womöglich der Deal mit Google, um die Exklusiv-Nachricht zu erhalten.